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Abspeck- / Usability- / Bugfix-Kampagne *vote*

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  1. Abspeck- / Usability- / Bugfix-Kampagne *vote*

    Autor: cpt.dirk 27.11.15 - 00:47

    Firefox wird alt - zuviel Face(book)-Lifting und zu wenig Frischzellenkuren.

    Mozilla hat in kürzester Zeit zwangsmodernisiert und den Browser um Funktionen erweitert - manche würden sagen: aufgebläht - die im Grunde nicht zu dessen Aufgaben gehören. "Hello" kann als solche Funktion gesehen werden (intern "Loop"). Die "Social API", beispielsweise auch. Oder eher aus Eigeninteresse integrierte Module wie "NewTab" (Werbebanner-Willkommensseite) und Healthreporting.

    Das Mindeste, was man hierzu verlangen muss, ist eine klar definierte und einfach zu bedienende UI zur Konfiguration. Einen Verweis auf die kryptische "about:config" Registry kann man hier nicht gelten lassen. Viele Module, die zusätzliche potentielle Privatsphären- und Sicherheitsprobleme mit sich bringen, gehören eigentlich ausgelagert in Add-Ons oder Plugins und/oder sollten bei der Installation frei wählbar sein.

    Andererseits blieben beim ganzen Featurehype grundlegende Dinge in der Rumpelkammer, beispielsweise die bestehende, altbackene und fehlerbehaftete S/MIME-, sowie die noch fehlende PGP-Integration. Da beide in der Praxis benötigt werden und S/MIME nicht nahtlos mit Enigma interagieren kann, wäre eine integrierte, robuste duale Lösung dringend nötig.
    Mozilla hätte auf Grund seiner passablen Verbreitung mit einer durchdachten, vollständigen und halbautomatischen Implementierung in Firefox und Thunderbird vermutlich längst Fakten schaffen und die Mailverschlüsselung zum Alltagsstandard werden lassen können - wenn man hier nicht offensichtlich dermaßen halbherzig zu Werke ginge.

    Anstatt einen Berg von Legacycode zu entmüllen und zu entrümpeln, der, wie es den Diskussionen in den Bugforen nach zu urteilen, nur noch von Wenigen verstanden wird, scheint es Mozilla aber vorzuziehen, munter weiter noch oben drauf zu packen (klar, markteingträchtige Peer-to-Peer Chats sind natürlich sexy).

    Deshalb ist z. B. die Zertifikatsverwaltung in Teilen durch das "Azure"-Frontend kaum noch benutzbar und neue, gar selbst signierte Zertifikate auch nach Jahren nur unter großen Mühen in den Mailclient - und im Normalfall nur über den Umweg Browser - zu importieren, wenn denn die Root-Zertifikatsliste auf Stand ist. Ansonsten gilt - sinnvolle und richtungsweisende Fehlermeldungen: Fehlanzeige.
    Das gilt auch für den Browser - und hier werden dem User für jeden offenen SSL-Tab sinnlose Popups im Dutzend ins Gesicht geschmissen, wenn denn ein Zertifikat zur Webseitenauthentifikation importiert wurde. Ein domainbasierter Einstellungswizard, der nur bei tatsächlich relevanten besuchten Seiten eine Authentifizierung erfragt - fehlt. Auch hier: von Gespür für Usability keine Spur.

    Selbst so unscheinbare Nachlässsigkeiten wie das kastrierte Theme- und Colormanagement wachsen sich in der Praxis etwa bei dunklen System-Themes zu groben Problemen mit z. T. völlig unleserlichen Webseiten und *internen* Menüseiten aus.
    Seit Jahren schuldig bleibt Mozilla den Usern aber auch eine unaufdringliche integrierte, und doch feingranulare Kontrolle in Bezug auf aktive Inhalte (Javascript u. a.), Privatspähren-, und Trackingproblemen. Man überlässt den das Feld hier mehr oder weniger vertrauenswürdigen Plugin-Anbietern, wo dies eigentlich zu den Kernbereichen des Browser gehört.

    Hingegen wird wegen des offensichtlich zunehmend monolithischen Ansatzes immer mehr Code zusammen mit der Rendering-Engine sinnlos in Thunderbird dupliziert (wofür braucht es hier die "Geo API"?), der damit die gleichen potentiellen Probleme (zu den schon bestehenden) erbt. Auch hier werden dann zumeist keinerlei zugängliche Konfigurationsmöglichkeiten geschaffen. Wozu auch, für Funktionen, die niemand braucht? Die grundsätzlich eher laxen Voreinstellungen bleiben aber die gleichen.

    Wer heute Firefox oder Thunderbird halbwegs dazu bringen will, nach seinem Gusto zu arbeiten, muss dafür außerordentlich viel Feintuning tief in der Registry vornehmen (und viel Geduld haben).

    Bugzilla ist zudem voll von wahrhaft antiken Bugs, die in oft jahrelangem Palaver, so scheint es, lieber wegdiskutiert als gefixt werden. Auch werden offenbar gerne über Monate und Jahre munter Bugmeldungen als Doubletten markiert und entfernt, dafür aber die baumalten Originaltickets irgendwann auf Grund des Alters in Rente geschickt.

    Irgendwie konsequent und auch eine Art, Fehler zu beheben, bzw. fehlende Funktionen auszusitzen.

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