Abo
  1. Foren
  2. Kommentare
  3. OpenSource
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Cockpit angesehen: Die einfache…

Man büßt für Einfachheit immer Flexibilität ein.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Man büßt für Einfachheit immer Flexibilität ein.

    Autor: ww 09.07.15 - 17:15

    Mein Problem mit solchen Tools ist, dass sie immer ihre eigenen Philosophien und Skripte mitbringen. Man verpflichtet sich dazu ihren Weg zu verfolgen. Eigene manuelle Änderungen am Server werden oft sehr schwierig oder unmöglich, da man damit die Funktionalität des "Klicki-Bunti"-Tools möglicherweise zerstört. Man nimmt sich selbst also die Freiheit, elegante Lösungen zu verwirklichen, da man immer auf die Philosophie des Management-Tools Rücksicht nehmen muss. Wenn es dann Probleme gibt, die nicht mit dem Tool zu lösen sind, geht es damit los aufwändig Plugins für das Tool zu schreiben, obwohl das Problem in einem Einzeiler auf der Konsole zu lösen gewesen wäre. Bei solchen Aufgaben wie "Webserver neustarten" etc. sehe ich auch keinen Komfortgewinn. Das ist nun wirklich schneller von Hand erledigt.

    Ich kenne Cockpit nicht, aber meine Erfahrung mit anderen Tools dieser Art lässt mich sehr skeptisch sein. Zum Beispiel Webmin oder Askozia. Als löbliche Ausnahme, die mir einen echten Mehrwert gebracht hat fällt mir zur Zeit nur das sehr gute phpVirtualBox ein.

    Man büßt für Einfachheit einfach fast immer zu viel Flexibilität ein.

    Für den graphischen Überblick über Resourcen und Prozesse finde ich solche Tools sinnvoll, für die Administration eines Servers nicht.

  2. Re: Man büßt für Einfachheit immer Flexibilität ein.

    Autor: Sharra 10.07.15 - 08:00

    Leider wahr. Hatte selbst schon diverse male mit solchen Admintools zu tun, und es ist teilweise echt grausig, was diese für einen überflüssigen Schrott in die Configs packen, oder sogar auf Systemebene umbiegen.

    Fängt ja schon bei den simpelsten Aufgaben an, wie z.B. einen vhost einzurichten. Wenns das Tool kann, super. Wenn man aber eine nicht alltägliche Config dafür braucht, steht das Tool da, erhebt den mahnenden Zeigefinger, und verweigert die Ausführung.

    In dem Fall bleibt nur, Config-Tool killen, und alles von Hand.

    Die Dinger sind toll, wenn man NUR 0815-Standard braucht, und es einem egal ist, wie das abgewickelt wird, Hautpsache es funzt. Im Grunde das Apple unter den Adminwerkzeugen. Sobald man auch nur eine Kleinigkeit anders machen will, oder muss, wars das, und man kann nur ohne das System arbeiten.

  3. Re: Man büßt für Einfachheit immer Flexibilität ein.

    Autor: gadthrawn 10.07.15 - 08:17

    ww schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mein Problem mit solchen Tools ist, dass sie immer ihre eigenen
    > Philosophien und Skripte mitbringen.
    > Man nimmt sich selbst also
    > die Freiheit, elegante Lösungen zu verwirklichen, da man immer auf die
    > Philosophie des Management-Tools Rücksicht nehmen muss.

    Ich sag es mal ganz brutal: Viele Admins glauben an Sonderlösungen und dass ihre Lösung eleganter und besser ist wie die Lösungen der restlichen Welt. Daher führen sie aus ihrer Sicht elegante Sonderlösungen ein, die eigentlich immer einen Haken, fast immer aber irgendwo eine Fehler in der Logik haben. Sei es weil sie zu dumm oder überheblich sind die Nutzer zu fragen, was diese eigentlich wollen (aka "Nutzer haben keine Ahnung").

    Standardlösungen haben den Vorteil der Übertragbarkeit. Viele haben genau den Weg schon genommen - es ist praktisch keine Einzellösung sondern etwas, was funktioniert.

    In der Entwicklung gibt es einen Ausdruck "Reinventing the wheel" und "don't repeat yourself"- es ist schlicht Mist, nochmal etwas zu entwicklen, was es bereits funktionsfähig gibt. Admins sind da meist noch nicht angekommen.

    In den 80ern hattest du in der IT auch mehr Individualsoftware - mittlerweile ist fast alles Standardsoftware, da du keine teure, fehlerträchtige Einzelentwicklung mehr willst - ja, die Anpassung auf ein Unternehmen mag besser sein, aber der Preis ist zu hoch. Ausserdem ist es ein guter Zeitpunkt Prozesse zu überdenken. Z.B. ITIL scheinen die meisten Admins nie gehört zu haben und wurschteln vor sich hin.

    Ich finde in der IT ist nichts schlimmer wie jemand der glaubt alles besser machen zu können und dafür Einzellösungen nutzt (ala undokumentierte, selbstgeschriebene Skripte die genau auf einer Plattform laufen)

  4. Re: Man büßt für Einfachheit immer Flexibilität ein.

    Autor: Sharra 10.07.15 - 08:21

    Grundsätzlich richtig, Aber was machst du, wenn deine Standardlösung eine Nicht-Standard-Problemstellung nicht lösen kann, weil das von den Programmierern der Standardlösung niemals vorgesehen war?

    Was bringt es mir als Admin denn, wenn der Kunde, der mich dafür bezahlt, dass es so funktioniert, wie ER das haben will, etwas fordert, dass deine Standardlösung so nicht kann?
    Dann habe ich 2 Möglichkeiten: Ich spiele den schlechten Admin, und behaupte, es wäre technisch einfach nicht machbar. Oder ich baue dem Kunden etwas zusammen, dass es löst, was ihn zufrieden stellt, und mir evtl. einen Folgeauftrag bringt.

  5. Re: Man büßt für Einfachheit immer Flexibilität ein.

    Autor: mxrd 10.07.15 - 09:34

    Im letzten Satz hast du doch genau das gesagt, was es Unternehmen verbieten sollte, auf solche Konzept zu setzen: Man ist 100% abhängig.

    Diese self-made, teils, Frickellösungen die oft nur einen marginalen bis keine Vorteil bringen (wie ob erläutert, ist die Überheblichkeit der IT Admins durch keine andere Branche der IT zu übertreffen) - aber zur Folge haben, dass der Kunde eine Lösung im Haus hat, die _niemand_ anderes mehr versteht.

    Selbst wenn der "alte" Admin nicht vorsetzlich ein Lock-In geplant hat, wird diese Lösung dann Jahr(zehnte) nicht mehr angefasst, weil keiner verstehe, was da gebaut worden ist. Von der fehlenden Dokumentation ( in 9/10 Fällen ) wollen wir gar nicht erst anfangen (der InHous Admin machts nicht, weil er keine Böcke hat, der externe macht es nicht, da er sein KnowHow nicht weggeben will/LockIn).

    In der Summe macht das Unternehmen einen erheblich schlechteren Schnitt, als mit Standardlösungen, die sich auch mit der Zeit integrieren lassen - wenn man auf das richtige Pferd gesetzt hat. Hat man es nicht, gibt es häufig Migrationslösungen der neuen Anbieter von alt auf neu.

    Migrationslösungen von "alter Frickellösung" auf "neues Frisches" gibt es entweder nicht - oder für "richtig teures" Strafgeld von dem einzigen, der Sie schreiben kann (und der wird richtig zulangen).

    Ich verteidige hier nicht "Cockpit" - aber ich kann diese Frickelei nicht mehr sein. Vor allem mit so viel halb bis überhaupt keinem Wissen.

    Offtopic "Cockyness von Admins"
    Nur weil der IT-Admin im Unternehmen klassischer Weise mehr weiss, wie die anderen Kollegen anderer Abteilungen, kommt es zu dem Prozess der "Cockyness". So das sich der Admin wie ein Halbgott vorkommt - weil er sich nur ( im IT Sinne ) mit DAUs. Und kaum kommt ein externer Dienstleister mit neuem/frischen KnowHow, aus der gleichen Branche, klopft der Admin sich auf die Brust - und ist dabei einfach nur ein Anfäger. Und diese Situation ist herrlich (ekelig)

  6. Re: Man büßt für Einfachheit immer Flexibilität ein.

    Autor: Ork 10.07.15 - 10:05

    Sowas ähnliches hat ein Kunde von uns erlebt. Da hat ein Mitarbeiter von denen um die Jahrtausendwende ein Excel Addin geschrieben, auf dem die Firma aufbaut. Komplett.
    Der Typ hat keine Dokumentation geschrieben, es ist da wohl niemand auf die Idee gekommen, das könnte mal irgendwann Probleme geben.
    2011 haben sie gemerkt, dass das Addin auf Office2007 nicht mehr läuft, sie aber von XP nach 7 migrieren wollten, bzw schon mitten in der Migration waren, die wir durchgeführt haben. (So nach dem Motto, fast alles durchgetestet, dann kommt jemand aus dem Loch gekrochen: "Wir hätten da aber noch was...")
    Der Mitarbeiter der das geschrieben hatte, war damals schon älter und hat seit ein paar Jahren Alzheimer, der weiss gar nix mehr. Unsere Entwickler haben für einen Rewrite 3-4 Monate veranschlagt und ein paar zehn- bis hunderttausend Franken durchscheinen lassen.
    Seither läuft das in der integrierten VM von Win7 und nervt alle User. Sie habens dann irgendwann eingesehen, dass es so nicht weitergehen kann und den rewrite durchführen lassen, bald gibt es wieder aktuelle Addins
    Aber insgesamt hat hier so eine Spezial-Frickellösung überflüssig viel Zeit und Geld gekostet und massig Arbeitszeitverlust - vor allem für die User - bedeutet. Und da war nicht mal ein Fünkchen böse Absich involviert.

  7. Re: Man büßt für Einfachheit immer Flexibilität ein.

    Autor: elcravo 10.07.15 - 10:20

    Ork schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sowas ähnliches hat ein Kunde von uns erlebt. Da hat ein Mitarbeiter von
    > denen um die Jahrtausendwende ein Excel Addin geschrieben, auf dem die
    > Firma aufbaut. Komplett.
    > Der Typ hat keine Dokumentation geschrieben, es ist da wohl niemand auf die
    > Idee gekommen, das könnte mal irgendwann Probleme geben.
    > 2011 haben sie gemerkt, dass das Addin auf Office2007 nicht mehr läuft, sie
    > aber von XP nach 7 migrieren wollten, bzw schon mitten in der Migration
    > waren, die wir durchgeführt haben. (So nach dem Motto, fast alles
    > durchgetestet, dann kommt jemand aus dem Loch gekrochen: "Wir hätten da
    > aber noch was...")
    > Der Mitarbeiter der das geschrieben hatte, war damals schon älter und hat
    > seit ein paar Jahren Alzheimer, der weiss gar nix mehr. Unsere Entwickler
    > haben für einen Rewrite 3-4 Monate veranschlagt und ein paar zehn- bis
    > hunderttausend Franken durchscheinen lassen.
    > Seither läuft das in der integrierten VM von Win7 und nervt alle User. Sie
    > habens dann irgendwann eingesehen, dass es so nicht weitergehen kann und
    > den rewrite durchführen lassen, bald gibt es wieder aktuelle Addins
    > Aber insgesamt hat hier so eine Spezial-Frickellösung überflüssig viel Zeit
    > und Geld gekostet und massig Arbeitszeitverlust - vor allem für die User -
    > bedeutet. Und da war nicht mal ein Fünkchen böse Absich involviert.


    Dafür das der Mann seine Arbeit nicht dokumentiert hat kann doch die Speziallösung nichts. Oder mit welcher Standardsoftware hätte man das deiner Meinung nach lösen sollen? Und das was eure Entwicklung da in 4 Monaten für 100k geschustert hat ist dann keine Speziallösung mehr oder wie?

    Und wenn eure Entwickler 4 Monate brauchen um ein Addin für Office 2007 zu entwickeln, dass den selben Umfang bietet, dann kann die Lösung von dem Mann ja nicht ein ganz so schlimmes "gefrickel" gewesen sein wie du behauptest.
    (Wirklich ich finde "gefrickel" ist in IT Foren DAS Unwort der letzten 2 Jahre....)

  8. Re: Man büßt für Einfachheit immer Flexibilität ein.

    Autor: Sharra 10.07.15 - 10:32

    Im Grunde doch ganz einfach:
    Standard deckt eben nur 0815 ab. Wenn man mehr braucht, taugt Standard eben nicht. Daran gibts nichts zu diskutieren, weil es ein Fakt ist.

    Und wenn eine Firma unbedingt sparen will, hat sie es selbst zu verschulden, wenn sie den billigsten Codeverbrecher beschäftigt, der auf eine Anzeige in der ComputerBILD reagiert hat. Wer ordentlich zahlt, und sich Fachleute ins Haus holt, wird auch ordentlich dokumentierten Code bekommen, den ein anderer auch anpassen, oder warten kann.

    Leider läuft es aber fast immer auf billig, billig, billig hinaus, Und man nutzt lieber 10 Jahre eine unzureichende Lösung, statt sie anpassen zu lassen, weil das ja Geld kosten würde. Dass es im Endeffekt teurer kommt, mit veralteter Software zu arbeiten, sieht man in der Bilanz ja nicht.

  9. Re: Man büßt für Einfachheit immer Flexibilität ein.

    Autor: DaKine23 11.07.15 - 08:32

    Also ich sehe hier wurde reichlich geschrieben und das Programm wurde sich reichlich wenig angesehen...

    Die unterstützung von Docker und das vorhandene Terminal das man über Cockpit benutzen kann ermöglicht jede art von Frickel Software Lösung über eben dieses "0815" Tool zu verwalten ...

    Schaut euch einfach mal Fedora 22 mit Cockpit an da ist doch alles schon sehr einfach zu installieren und ich verwalte sogar meine Workstations an denen ich gerade nicht sitze damit ... weils einfach einfach ist

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Zum Login

Stellenmarkt
  1. UmweltBank AG, Nürnberg
  2. Hochschule für Technik Stuttgart University of Applied Sciences, Stuttgart
  3. LOTTO Hamburg GmbH, Hamburg
  4. ITEOS, verschiedene Standorte

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 16,99€
  2. 4,99€
  3. 2,69€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Google Maps: Karten brauchen Menschen statt Maschinen
Google Maps
Karten brauchen Menschen statt Maschinen

Wenn Karten nicht mehr von Menschen, sondern allein von Maschinen erstellt werden, erfinden diese U-Bahn-Linien, Hochhäuser im Nationalpark und unmögliche Routen. Ein kurze Liste zu den Grenzen der Automatisierung.
Von Sebastian Grüner

  1. Kartendienst Google bringt AR-Navigation und Reiseinformationen in Maps
  2. Maps Duckduckgo mit Kartendienst von Apple
  3. Google Maps zeigt Bikesharing in Berlin, Hamburg, Wien und Zürich

IT-Arbeitsmarkt: Jobgarantie gibt es nie
IT-Arbeitsmarkt
Jobgarantie gibt es nie

Deutsche Unternehmen stellen weniger ein und entlassen mehr. Es ist zwar Jammern auf hohem Niveau, aber Fakt ist: Die Konjunktur lässt nach, was Arbeitsplätze gefährdet. Auch die von IT-Experten, die überall gesucht werden?
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. IT-Standorte Wie kann Leipzig Hypezig bleiben?
  2. IT-Fachkräftemangel Arbeit ohne Ende
  3. IT-Forensikerin Beweise sichern im Faradayschen Käfig

Nachhaltigkeit: Bauen fürs Klima
Nachhaltigkeit
Bauen fürs Klima

In Städten sind Gebäude für gut die Hälfte der Emissionen von Treibhausgasen verantwortlich, in Metropolen wie London, Los Angeles oder Paris sogar für 70 Prozent. Klimafreundliche Bauten spielen daher eine wichtige Rolle, um die Klimaziele in einer zunehmend urbanisierten Welt zu erreichen.
Ein Bericht von Jan Oliver Löfken

  1. Klimaschutz Großbritannien probt für den Kohleausstieg
  2. Energie Warum Japan auf Wasserstoff setzt

  1. Urheberrecht: Youtuber sollen bei Snippets kein Geld mehr verlieren
    Urheberrecht
    Youtuber sollen bei Snippets kein Geld mehr verlieren

    Bisher konnten Urheber die Einnahmen von Youtubern komplett an sich ziehen, auch wenn diese nur ganz kurze Teile der eigenen Werke übernahmen. Das soll künftig auf Youtube nicht mehr möglich sein.

  2. Einrichtungskonzern: Ikea startet eigenen Geschäftsbereich für Smart Home
    Einrichtungskonzern
    Ikea startet eigenen Geschäftsbereich für Smart Home

    Der Einrichtungskonzern Ikea will mit einem eigenen Geschäftsbereich seine Smart-Home-Produkte voranbringen. Das Unternehmen will damit mehr bieten als nur gewöhnliche Möbel.

  3. Zoncolan: Facebook testet 100 Millionen Zeilen Code in 30 Minuten
    Zoncolan
    Facebook testet 100 Millionen Zeilen Code in 30 Minuten

    Das Entwicklerteam von Facebook hat ein eigenes Werkzeug zur statischen Code-Analyse erstellt und stellt nun erstmals Details dazu vor. Das Projekt habe Tausende Sicherheitslücken verhindert.


  1. 14:34

  2. 13:28

  3. 12:27

  4. 11:33

  5. 09:01

  6. 14:28

  7. 13:20

  8. 12:29