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To gnome or not to gnome

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  1. To gnome or not to gnome

    Autor: Tpircs Avaj 14.09.19 - 16:54

    Die meiste Zeit im Linux-Desktop habe ich mit KDE verbracht. Das vergangene Jahr mit i3. Kurz angetestet: LXDE, Xfce und Deepin. Ich war immer wieder zu KDE zurückgekehrt, außer i3 passte besser zu meiner Arbeit. Um Gnome hatte ich einen großen Bogen gemacht. Im Nachhinein: LEIDER. Irgendwie war ich dem Mantra verfallen, das man häufig vorgebetet bekommt: Anpassbarkeit jedes Details durch den Anwender ist extrem wichtig, Qt ist GTK weit überlegen, und so weiter.

    Aus Frust über KDE suchte ich aber trotzdem nach Alternativen und für spezielle Workflows habe ich das in i3 auch gefunden. Aber als Alltags-DE ist i3 (was kein DE ist, ich weiß) zu sehr trocken Brot. Nach gefühlt jedem zweiten Update der KDE-Pakete ging irgendwas nicht mehr oder nicht mehr so wie vorher und kostete mich dann immer Stunden des Suchens und Ausprobierens, bis ich einen Workaround gefunden hatte. Man kann jetzt einwenden, dass es meine Schuld ist, wenn ich eine bleeding-edge rolling release Distro verwende. Ich werfe hingegen ein: man könnte vor dem Release auch mal zumindest minimal testen. Großer Tweaker bin ich nicht, ich verwendete Plasma eigentlich ziemlich out-of-the-box. Trotzdem ständig das Generve.

    Vor zwei Wochen ging mal wieder irgendwas in die Brüche beim Update und da hatte ich die Nase endgültig voll und habe mir Gnome installiert. Klar, bedient sich nicht wie Windows (was imho ein Vorteil ist), aber den vorgesehenen Workflow hat man schnell intus und zumindest mir kommt er entgegen. Anders als bei KDE/Plasma scheint die Gnome-Community Leute zu haben, die von Design etwas verstehen. Keine unpassenden Abstände, eigenartige Formensprache, alles sieht stimmig aus und kommt mir so vor, als hätte sich jemand Gedanken darüber gemacht, wie ein Anwender damit umgehen würde. Dass man in KDE/Plasma jeden Furz anpassen kann, darauf pfeife ich, wichtiger ist ein stimmiges Grundkonzept und ein Design, bei dem man schon mal nicht ZUERST herumschrauben muss, damit das ganz nicht im Auge weh tut.

    Und, welch Wunder, Wayland funktioniert prima. Bei KDE habe ich ab und zu mal eine Wayland-Sitzung gestartet um zu sehen, ob denn Wayland schon irgendwo nutzbar wäre. Wegen der vielen Fehler kam ich aber zum Schluß: nö, ist es nicht. Liegt wohl offensichtlich an KDE/Plasma, denn Gnome 3 und Wayland, das läuft wie Öl.

    Das ist nur so eine kleine Nickeligkeit am Rande: Im Gegensatz zu KDE, wo der Kalender in der Taskbar zwar schön die Tage anzeigte, ich aber nie herausgefunden hatte, wie ich da vielleicht mal meine Termine angezeigt bekomme, habe ich nach ner Stunde Herumspielens in Gnome festgestellt: ist ganz einfach, wenn man daraus keine Wissenschaft macht, sondern die Optionen einfach in den Einstellungen bereitstellt. In KDE mag zwar alles konfigurierbar sein, aber es ist so umständlich, weil die Benutzerführung fehlt, dass es kaum nutzbar ist, wenn man nicht gewillt ist sich damit stundenlang auseinanderzusetzen. Das bin ich nicht, ich erwarte von einem DE, dass es die üblichen Dinge die ein DE tun soll von sich aus tut. Ich will keinen Bausatz. Wenn ich den will, dann nehme ich i3.

    Nach zwei Wochen Gnome auf drei Geräten bin ich gewillt zu sagen: ich ärgere mich, dass ich mich durch die negativen Berichte darüber davon abhalten ließ, Gnome 3 eine Chance zu geben. Denn Stand heute würde ich sagen, ich kehre nie wieder zu KDE zurück. Kann sich natürlich ändern, zwei Wochen sind noch keine lange Zeit und KDE wird vielleicht irgendwann auch mal weniger buggy (Akonadi, Baloo, ... oh meine Nerven), aber erstmal freue ich mich über meine gewonnene Zeit und den gelinderten Augenschmerz durch gutes Design.

  2. Re: To gnome or not to gnome

    Autor: jayjay 14.09.19 - 20:01

    Ich hab ganz ähnliche Erfahrungen gemacht. Hab Gnome auch lange gemieden, vor allem wegen der vermeintlich geringen Configurierbarkeit. Es ist richtig, Gnome kann über die GUI kaum individualisiert werden, kommt jedoch mit sinnvollen Standardeinstellungen daher. Über die Commandline und gsettings lässt sich Gnome jedoch genau wie KDE extrem individualisieren, fast alles lässt sich nach belieben einstellen, ist jedoch kaum nötig aufgrund der sinnvollen Defaults, nur ein paar Dinge, u.a. Umschaltung auf ein systemweites Darkmode (gsettings set org.gnome.desktop.interface gtk-theme 'Adwaita-dark') und co. hab ich vorgenommen.

  3. Re: To gnome or not to gnome

    Autor: vinLeiger 14.09.19 - 21:49

    Ich hatte jetzt damit gerechnet, dass hier 20 schlechtgelaunte Gnome-Hasser ihre Wut in die Tastatur kotzen weil Gnome es vor zehn Jahren gewagt hat, Dinge anders zu machen und jetzt nicht mehr mit ihrem heiligen Workflow funktioniert und deswegen müssen alle anderen Gnome auch scheiße finden. Hatte mir extra Popcorn gemacht. Und jetzt komme ich hier hin und lese nur zwei Kommentare, die sich auch noch positiv über Gnome äußern und von Leuten stammen, die Gnome tatsächlich ausprobiert haben und damit zurechtkommen weil sie sich ganz open-minded drauf einlassen? Ehrlich mal, so kann ich nicht arbeiten... :D

    Wenn ihr mich fragt...WIR FRAGEN DICH NICHT!!! (Marc-Uwe Kling)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.09.19 21:50 durch vinLeiger.

  4. Re: To gnome or not to gnome

    Autor: Frostwind 14.09.19 - 22:04

    Kritik? Die App-Übersicht muss schneller erscheinen (dauert gefühlt eine halbe Sekunde von Tastendruck bis Aufpoppen). Der RAM-Verbrauch ist immer noch recht hoch (verglichen mit KDE) und Gnome Software erlaubt keine custom Repos bzw. zeigt Updates an noch bevor man eine Internet-Verbindung aufgebaut hat (in der VM).

  5. Re: To gnome or not to gnome

    Autor: vinLeiger 14.09.19 - 22:25

    Frostwind schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kritik? Die App-Übersicht muss schneller erscheinen (dauert gefühlt eine
    > halbe Sekunde von Tastendruck bis Aufpoppen). Der RAM-Verbrauch ist immer
    > noch recht hoch (verglichen mit KDE) und Gnome Software erlaubt keine
    > custom Repos bzw. zeigt Updates an noch bevor man eine Internet-Verbindung
    > aufgebaut hat (in der VM).

    Ach mann, das ist ja berechtigte Kritik. Ich dachte mehr so an "Gnome ist total scheiße, weil es nicht mehr so funktioniert, wie ich es mit Windows 95 mal gelernt habe und ich nicht in der Lage bin, was neues zu lernen. Und weil ich mich für das Zentrum der Welt halte, trolle ich rum, damit alle anderen von meinem Genius erleuchtet auch erkennen können, wie kacke Gnome eigentlich ist".

    Aber was beschwere ich mich über an sich konstruktiven Austausch? Ich kann mich eigentlich allen Vorpostenden anschließen. Ich kann mit Gnome vernünftig arbeiten, es ist angenehm, sich nicht jeden Kram zurechtkonfigurieren zu müssen, die Apps bieten einen sinnvollen Funktionsumfang und wenn mir was fehlt, ist das immer noch Linux und ich kann es notfalls irgendwie zusammenfrickeln.

    Klar ist unter Gnome auch nicht alles perfekt. Gnome Software ist mir zu limitierend, ich mag so was wie Synaptic lieber. Die Animationen sind nicht immer so smooth wie versprochen, der RAM-Verbrauch könnte noch etwas runter und ich würde mich auch freuen, wenn Gnome es endlich mal hinbekäme, die Anwendungen alle halbwegs einheitlich aussehen zu lassen. Aber so hat jede DE ihre Vor- und Nachteile. Unter KDE funzen Wayland und die Nextcloud-Integration nicht frickelfrei, dafür kann ich alles konfigurieren und es sieht gut aus, XFCE sieht out of the box steinalt aus, ist aber absolut zuverlässig und bullshitfrei, MATE funzt nicht so richtig mit meinem seltsamen ThinkPad-Display, sieht aber besser aus als XFCE und ist ähnlich zuverlässig,... die Liste kann man ewig weiterführen. Da können alle was finden, was für sie funktioniert. Ich amüsiere mich nur über Gnome-Hater, die glauben, sie haben die ultimative Wahrheit gepachtet und müssen alle anderen niedertrollen und bekehren. Die finde ich notfalls aber auch im Heise-Forum... ;)

    Wenn ihr mich fragt...WIR FRAGEN DICH NICHT!!! (Marc-Uwe Kling)

  6. Re: To gnome or not to gnome

    Autor: Tpircs Avaj 15.09.19 - 02:46

    Warum Gnome 3 so angefeindet wird verstehe ich nicht. In jedem DE gibt es irgendwelche Sachen die man gerne anders hätte, aber das kann der Grund eigentlich nicht sein. Ich vermute es liegt daran, dass der Workflow bei Gnome 3 etwas anders ist, als man es vom Rest gewohnt ist. Da ich mich nicht groß umgewöhnen musste, denn ich hasse Icons auf dem Desktop und hatte die unter KDE auch schon nicht, und starte Programme üblicherweise per Suche, musste ich mich kaum umgewöhnen und war davon begeistert, wie viel bei Gnome ohne Generve einfach funktioniert. Die Plasma-Widgets sind imho zu 99% einfach nur Müll, KMail nervt, Baloo hatte ich schon lange durch Recoll ersetzt ... Naja, mir fehlt nix, sogar die Qt-Apps sehen gut aus, was man umgedreht von den GTK-Apps in KDE nicht immer behaupten kann :-)

  7. Re: To gnome or not to gnome

    Autor: Frostwind 15.09.19 - 17:54

    Hat nicht Flatpak zwei Jahre gebraucht, bis das native Theme (manuell) unterstützt werden konnte und etliche Bugs gefixt waren? Im Prinzip veröffentlicht das Gnome-Team Beta-Versionen, Bugfixes bekommen allerdings auch keinen Backport, sodass man sich m.E. nicht sofort auf die neusten Features verlassen sollte.

    Man sollte auch bedenken, dass Extensions nicht im Sinne der Entwickler waren und nur durch Nutzerkritik erlaubt wurden (Dock, Buttons für Maximieren, ...). Gleiches gilt für das Tweak Tool.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.09.19 18:03 durch Frostwind.

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