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Wie Linux sich selbst ein Bein stellt...

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  1. Wie Linux sich selbst ein Bein stellt...

    Autor: otraupe 10.12.16 - 08:59

    Anstatt diese Abstraktionsschichten zuzulassen, und damit auch Code, der auf einer breiten Nutzerbasis durchgehend erprobt wird, und der dann allgemein ziemlich gut funktioniert und darüber DIE VERWENDUNG VON LINUX FÜR GRAFIKANWENDUNGEN ERHÖHT,

    zwingen sie AMD dazu, für Linux eine Insellösung zu verfolgen, die dann ein idealistischer Mitarbeiter in seiner begrenzten Freizeit zusammen bastelt (Achtung: Übertreibung), weil es für das Unternehmen verständlicher Weise zu teuer wäre, ein angemessenes Team mit der Integration eines OS betrauen, dass im Grafikbereich immer noch so wenig genutzt wird.

    Liebe Kernel-Entwickler,
    wenn ihr wollt, dass gute Mainstream-Treiber entstehen, müsst ihr das vermutlich tatsächlich möglich machen. Oft hat man jedoch den Eindruck, ihr wollt das gar nicht, ihr seid zufrieden mit dem Status Quo - der ja auch nicht erst seit gestern besteht: "Gaming unter Linux? Besser geht es doch anders."

    Es tut mir leid, euch das mitteilen zu müssen: die Linux-User mit Grafikambitionen sind mit dem Status Quo nicht zufrieden. Überraschend, ich weiß.

  2. Du stellst eher Dir ein Bein.

    Autor: miauwww 10.12.16 - 09:34

    AMD kann sich nicht paar Devs zusätzlich leisten? Lol. Und außerdem kann jeder, der will, den AMDGPU-PRO hybrid driver nutzen. Aber es gibt viele, die das nicht wollen, sondern einen mainline driver. Aber warum wollen sie mainline? Vor allem, weil der echt open source wäre/sein müsste. Warum soll dann ein Kernel-dev Code akzeptieren, der im Prinzip nicht echt open source ist? Da könnte jede andere Firma auch kommen, und jeder will seinen closed Kram auf dem Wege in den Kernel bringen...

  3. Re: Du stellst eher Dir ein Bein.

    Autor: otraupe 10.12.16 - 09:42

    Und so wird es weiter so bleiben, wie es ist: ne, diese Funktion wir nicht unterstützt; diese Karten werden noch nicht unterstützt; dieses Spiel gibt es endlich für Linux, aber mit 15 fps weniger als unter Windows... traurig in meinen Augen.

  4. Re: Du stellst eher Dir ein Bein.

    Autor: throgh 10.12.16 - 12:08

    Traurig, weil die Kernelentwickler sich den Prinzipien verschrieben haben? Oder traurig, weil Hersteller wie AMD und NVidia einfach den Kunden an der langen Leine führen, indem sie proprietären, geschlossenen Unsinn auf den Markt werfen? Wenn du Letzteres meinst: Ja, absolut. Meinst du Ersteres: Prinzipientreue ist ein wichtiges Grundprinzip, andernfalls hast du dann nur eine Windowskopie mit unixoidem Unterbau. Und es werden schon einige proprietäre Pakete wie Firmware zugelassen. Also immer einmal langsam!

    GNU/Linux: Eine Wahlfreiheit zu haben ist besser als sich der reinen Bequemlichkeit hinzugeben, auch wenn das nicht immer einfach ist!

    Kein Freund von Schubladen, nimmt aber gern Hafermilch und Kekse, sofern er in eine Solche gestopft werden soll. Danke vorab dann!

  5. Re: Du stellst eher Dir ein Bein.

    Autor: Kabbone 10.12.16 - 12:53

    Auch wenn ich es schade finde, dass momentan ein paar Funktionen auf der Strecke bleiben, finde ich das Vorgehen der Kernel Devs vollkommen korrekt. Das Problem ist doch, was passiert wenn in diesem Fall AMD die Lust verliert den Treiber an neue Kernel anzupassen? Mit einem Abstraktionslayer werden sich wohl äusserst unwahrscheinlich Leute in der Community dafür finden.
    Ausserdem führt es den Open-Source Gedanken etwas ad absurdum

  6. Re: Du stellst eher Dir ein Bein.

    Autor: Mr Miyagi 10.12.16 - 12:59

    Einfach ne nVidia Karte nutzen dann hat man das Problem nicht. Ein Treiber muss nicht OpenSouce sein damit er unter Linux läuft. nVidia pflegt auch ohne die Hilfe der Linux Kernel Community einen funktionierenden, stabilen, performantern Treiber. AMD schafft das seit Jahren nicht. Wenn AMD die Communityunterstützung wollen und ihre Software in den Linux kernel integrieren möchten, müssen sie sich auch an die entsprechenden Richtlinien halten.

  7. Re: Du stellst eher Dir ein Bein.

    Autor: MadMonkey 10.12.16 - 14:00

    Beide Seiten sind ja nachvollziehbar, soviel ist klar. Was aber auch klar sein dürfte: Linux mag in gewissen Anwendungsbereichen weit verbreitet sein, aber bei Gaming spielt es definitiv keine grosse Rolle. Amd hat ein paar Schritte in die Open-Source Richtung gemacht aber das ist den Kernel Devs nicht genug da ihr System damit nicht mehr clean wäre. Verständlich. Wie überall im Leben kriegt man aber nicht den Fünfer und das Brot! Entweder cleanes system oder die "besseren" Treiber. Linux ist absolut am schwächeren Hebel, warum bloss soll Amd nur nachgeben? Die paar unzufriedenen Kunden sind für das Gaming Grafikkarten Segement einfach egal, sorry. Und genau da sehe ich das grundsätzliche Problem: die Linux community will keine Kompromisse eingehen und jammert dann wenn es keine Treiber gibt. Da muss doch ein zwischenweg gefunden werden! Also ein Kernel der clean ist aber wo auch properietäre Anbindungen möglich sind. Ansonsten wird das nichts, denn die wirtschaftliche seite spielt halt auch eine rolle. Und ja, es kann dann halt passieren das sich z.B Amd entscheidet irgendwelche Treiber mal nicht mehr weiterzuentwicklen. Das ist halt die Realität der sich die community auch mal zuwenden muss.

  8. Re: Du stellst eher Dir ein Bein.

    Autor: Kabbone 10.12.16 - 14:07

    Es gibt doch einen proprietären Treiber, aber dann kann ich halt diesen Code nicht in den Kernel einpflegen.

    @Mr. Miyagi
    er muss nicht offen sein, wäre aber besser ;) Es hält dich ja keiner davon ab Nvidia zu kaufen, aber ich lehne zur Zeit dankbar aus verschiedenen Gründen ab und befürworte den Weg von AMD mehr in Richtung Open-Source zu gehen

  9. Re: Du stellst eher Dir ein Bein.

    Autor: Hello_World 10.12.16 - 17:11

    MadMonkey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Beide Seiten sind ja nachvollziehbar, soviel ist klar. Was aber auch klar
    > sein dürfte: Linux mag in gewissen Anwendungsbereichen weit verbreitet
    > sein, aber bei Gaming spielt es definitiv keine grosse Rolle.
    Nein, aber im high performance computing, und da kommen heute eben auch Grafikchips zum Einsatz. Zwar nicht die Endverbraucher-Version, aber vom Treiber her ist das kein großer Unterschied.

    > Amd hat ein
    > paar Schritte in die Open-Source Richtung gemacht aber das ist den Kernel
    > Devs nicht genug da ihr System damit nicht mehr clean wäre. Verständlich.
    > Wie überall im Leben kriegt man aber nicht den Fünfer und das Brot!
    > Entweder cleanes system oder die "besseren" Treiber. Linux ist absolut am
    > schwächeren Hebel, warum bloss soll Amd nur nachgeben?
    Aus den gleichen Gründen, aus denen sie es heute schon tun. Die Entscheidung für einen Open-Source-Treiber ist gefallen, meinst du, AMD wirft das jetzt einfach so über den Haufen, weil es nicht gleich im ersten Anlauf klappt?

    > Die paar
    > unzufriedenen Kunden sind für das Gaming Grafikkarten Segement einfach
    > egal, sorry. Und genau da sehe ich das grundsätzliche Problem: die Linux
    > community will keine Kompromisse eingehen und jammert dann wenn es keine
    > Treiber gibt. Da muss doch ein zwischenweg gefunden werden! Also ein Kernel
    > der clean ist aber wo auch properietäre Anbindungen möglich sind.
    AMD hat sich bereits auf Open-Source-Kerneltreiber eingelassen, wieso sollten die Kernel-Maintainer ausgerechnet jetzt klein beigeben? Mal ganz abgesehen davon, dass es für proprietäre Kerneltreiber gar keinen Grund gibt, da die schützenswerte Technik ohnehin im Userspace steckt (OpenGL-Implementierung, Shader-Compiler etc.)

  10. Re: Du stellst eher Dir ein Bein.

    Autor: Cok3.Zer0 11.12.16 - 02:36

    Und warum genau wollen sie nun einen quelloffenen Treiber im Kernel, über den sie dann nicht mehr die volle Entscheidungs- und Entwicklungsgewalt haben?

    Die Kernel-Leute wollen den Code kannibalisieren, aber was will AMD? Nicht hält sie davon ab, mit den Distros zusammenzuarbeiten und ihren Treiber dann trotzdem auszuliefern...

  11. Re: Du stellst eher Dir ein Bein.

    Autor: tuxx 11.12.16 - 09:41

    > Und warum genau wollen sie nun einen quelloffenen Treiber im Kernel, über den sie dann nicht mehr die volle Entscheidungs- und Entwicklungsgewalt haben?

    Ich denke es geht eher darum, dass AMDs Treiber stets kompatibel zur Schnittstelle des Kernels bleiben. Das Problem ist nämlich, dass mit jeder neuen Version des Kernels nicht sichergestellt ist, dass der aktuelle Treiber auch dagegen gebaut werden kann. So lässt sich z.B. AMDGPU-PRO 16.40 nicht gegen Kernel 4.8.12 kompilieren. Das ist prinzipiell nicht die Schuld von AMD. Durch die Art und Weise wie Linux entwickelt wird, kommt es nun mal häufig zu Schnittstellenänderungen. Einfacher ist es da natürlich seine HAL als Teil des Kernels zu haben, sodass eine höhere Kompatibilität gewährleistet ist und der Wartungsaufwand somit verringert wird.

  12. Re: Du stellst eher Dir ein Bein.

    Autor: burzum 11.12.16 - 19:00

    Mich würde ja vor allem mal interessieren wie Aufwendig es ist für einen Hersteller einen Treiber für den Mutantenkernel zu pflegen, der sich fortlaufend im Wandel befindet, im vergleich zu Windows das alle ~10 Jahre, wenn überhaupt, einen krassen Bruch in der API für die Treiber und die Grafik macht.

    Meine Vermutung ist leider das eine Hersteller fortlaufend Zeit und damit Geld in seinen Treiber stecken muß damit der mit den oft ideologischen Hirnfürzen der Kernelentwickler mithalten kann. Ich kann verstehen wieso viele Firmen keinen Bock haben ihre Linux oder Androidtreiber zu pflegen.

    Ash nazg durbatulûk, ash nazg gimbatul, ash nazg thrakatulûk agh burzum-ishi krimpatul.

  13. Re: Du stellst eher Dir ein Bein.

    Autor: tuxx 11.12.16 - 19:49

    Schade, bis zu den "ideologischen Hirnfürzen" dachte ich, es kommt ein sinnvoller Beitrag.

  14. Re: Du stellst eher Dir ein Bein.

    Autor: Hello_World 12.12.16 - 00:43

    Cok3.Zer0 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und warum genau wollen sie nun einen quelloffenen Treiber im Kernel, über
    > den sie dann nicht mehr die volle Entscheidungs- und Entwicklungsgewalt
    > haben?
    Nochmal, diese Grundsatzentscheidung ist schon gefallen, also was soll die Frage?

  15. Re: Du stellst eher Dir ein Bein.

    Autor: throgh 12.12.16 - 15:48

    burzum schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mich würde ja vor allem mal interessieren wie Aufwendig es ist für einen
    > Hersteller einen Treiber für den Mutantenkernel zu pflegen, der sich
    > fortlaufend im Wandel befindet, im vergleich zu Windows das alle ~10 Jahre,
    > wenn überhaupt, einen krassen Bruch in der API für die Treiber und die
    > Grafik macht.
    >
    > Meine Vermutung ist leider das eine Hersteller fortlaufend Zeit und damit
    > Geld in seinen Treiber stecken muß damit der mit den oft ideologischen
    > Hirnfürzen der Kernelentwickler mithalten kann. Ich kann verstehen wieso
    > viele Firmen keinen Bock haben ihre Linux oder Androidtreiber zu pflegen.

    Ähm, nein? Der Kernel ist im Wandel, aber glaubst du wirklich, dass sich essentielle Schnittstellen direkt von einer Version zur Nächsten verändern? So ein Unsinn. Im Gegenteil: Es wird hinzugefügt und irgendwann wird die Schnittstelle vielleicht als obsolet definiert und viel später wird sie dann auch entfernt. Dinge verändern sich, ja. Deine Argumentation ist aber entsprechend abseits! :)

    GNU/Linux: Eine Wahlfreiheit zu haben ist besser als sich der reinen Bequemlichkeit hinzugeben, auch wenn das nicht immer einfach ist!

    Kein Freund von Schubladen, nimmt aber gern Hafermilch und Kekse, sofern er in eine Solche gestopft werden soll. Danke vorab dann!

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