1. Foren
  2. Kommentare
  3. OpenSource
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Displayserver: Wayland statt X.org

Wayland wie weiland directX?

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Wayland wie weiland directX?

    Autor: yaelle.schlichting 10.05.11 - 22:16

    Ich sag' ja nichts, wenn einer mal herumbastelt, aber es widerspricht einfach grundlegenden UNIX-Konzepten, wenn eine Anwendung direkt auf's Gerät zugreifen kann. Da hat sie nix zu suchen.
    >
    > Wayland setzt dabei komplett auf die Hardwarebeschleunigung per OpenGL.
    > Eine OpenGL-Applikation verzichtet dann auf den Umweg über den X-Server,
    > sondern kommuniziert direkt mit der Grafikkarte.
    >
    Das kommt mir ziemlich daneben vor und öffnet geschickten Programmierern alle möglichen Hintertürchen. Der richtige Weg ist Profiling und niedrige Komplexität, also nicht die Rechenleistung verbraten sondern's Programmieren lernen.

    Daher werde ich mir eine Distribution suchen, die weiterhin ein sauberes X liefert. Wenn die halbwegs guten Linux-Distributionen so ein Zeug machen, dann wird mein erster Weg zu ScientificLinux und dann wieder zu FreeBSD führen.

  2. Re: Wayland wie weiland directX?

    Autor: Der Kaiser! 11.05.11 - 02:03

    > "Wayland setzt dabei komplett auf die Hardwarebeschleunigung per OpenGL. Eine OpenGL-Applikation [..] kommuniziert [dann] direkt mit der Grafikkarte."

    > Das kommt mir ziemlich daneben vor und öffnet geschickten Programmierern alle möglichen Hintertürchen.
    Ich hab auch so meine Bedenken bezüglich Sicherheit.

    > Der richtige Weg ist Profiling und niedrige Komplexität, also nicht die Rechenleistung verbraten sondern das Programmieren lernen.
    Was meinst du mit "Profiling"?

    > Daher werde ich mir eine Distribution suchen, die weiterhin ein sauberes X liefert.
    Ich werd Wayland ausprobieren und dann sehen.

    ___

    Die ganz grossen Wahrheiten sind EINFACH!

    Wirkung und Gegenwirkung.
    Variation und Selektion.
    Wie im grossen, so im kleinen.

  3. Re: Wayland wie weiland directX?

    Autor: teleborian 11.05.11 - 08:35

    Weshalb hat den eine Grafikkarte überhaupt die Erlaubnis solche Dinge mit einem PC zu tun? Eine Grafikkarte soll ja Grafik berechnen und/oder Resultate für Berechnungen liefern. Warum sollte man der Grafikkarte so hohe Rechte gegenüber dem System einräumen?

  4. Re: Wayland wie weiland directX?

    Autor: yaelle.schlichting 11.05.11 - 17:55

    Was ich mit Profiling meine?

    Naja, sowas wie gprof oder pixie und bitteschön mal die Komplexität berechnen und so'n Zeug. Dann flitzt der Code auch ordentlich!!!

  5. Re: Wayland wie weiland directX?

    Autor: yaelle.schlichting 11.05.11 - 18:02

    Warum eine Grafikkarte überhaupt die Erlaubnis hat solche Dinge zu tun?

    Da geht's um grundlegende Konzepte, wie man ein Gerät, naja, eher den Gerättreibe (device driver) in ein Betriebssystem einbindet. Ich bin da auch nicht auf dem neuesten Stand. Aber an dieser Stelle kann man viel Schaden anrichten und eben auch Systemrechte für sich kriegen.

    Normlerweise geht's unter UNIX so, daß das Betriebssystem darum gebeten werden muß eine Sache, wie etwa einen Plattenzugriff oder eine Graphikoperation auszuführen. Das wird über X im Wesentlichen genauso erledigt. Die Anwendung fragt X um eine Handreichung z. B. male mir mal ein Kästchen, daundda hin.... und X erledigt das dann.

    Dadurch werden die grundlegenden Treiberkonzepte von UNIX berücksichtigt. Man hat lange genug am X herumgearbeitet, bis man die Netzwerktransparenz sicher hatte. Heute haben wir's endlich im Griff und jetzt kommt einer daher und meint, er müsse die gleichen Löcher wie unter Windows aufreißen.

    Das ist bitter!

  6. Re: Wayland wie weiland directX?

    Autor: yaelle.schlichting 11.05.11 - 18:10

    Doch noch 'n Wort zu Profiling.

    Du kannst den Code mit einem "compile time flag" übersetzen. Dann wird zusätzlicher "profiling-code" erzeugt. Man spricht von "code insertion". Dieser Code ist natürlich weniger effizient als wenn Du ihn einfach so oder mit -O oder -O2 übersetzt.

    Beim ablauf erzeugt das Programm dann eine Datei mit Rohdaten, aus denen hervorgeht wie oft eine Funktion/Prozedur ausgeführtu wurde und wieviel Ausführungszeit dafür verbraten wurde.

    Mit einem sog. "profiling pretty printer" kannst du Dir diese Datei schönrechnen lassen, denn sonst kannst Du's schlicht nicht lesen.

    Profiler wie Pixie und Atom führen die code-insertion auch am fertig kompilierten Binary durch. Du mußt freilich darauf achten, daß Du auch die Profiling-Versionen der Libraries ansaugst und nicht mit denen ohne Profiling-Code arbeitest.....

    Alles in allem empfehle ich "RTFM" (read the fucking manual)

    Wenn Du noch fragen hast, kannst Du mich ja googeln.

  7. Re: Wayland wie weiland directX?

    Autor: Der Kaiser! 12.05.11 - 00:19

    > Weshalb hat den eine Grafikkarte überhaupt die Erlaubnis solche Dinge mit einem PC zu tun?

    Man macht das um dem ganzen Geschwindigkeit zu geben. Auf Kosten der Sicherheit.

    ___

    Die ganz grossen Wahrheiten sind EINFACH!

    Wirkung und Gegenwirkung.
    Variation und Selektion.
    Wie im grossen, so im kleinen.

  8. Re: Wayland wie weiland directX?

    Autor: Der Kaiser! 12.05.11 - 03:07

    Danke für die ausführliche Erklärung. :)

    ___

    Die ganz grossen Wahrheiten sind EINFACH!

    Wirkung und Gegenwirkung.
    Variation und Selektion.
    Wie im grossen, so im kleinen.

  9. Re: Wayland wie weiland directX?

    Autor: Workoft 12.05.11 - 06:10

    Ich bin da jetzt nicht ganz sicher, nagelt mich deshalb bitte nicht an meiner Aussage fest.

    3D-Anwendungen dürften heute schon relativ direkten Hardwarezugriff haben, zumindest sollte sich dabei mit Wayland nicht viel ändern. X ist ebensowenig wie Wayland für das rendern der Anwendung zuständig - meist zeichnen Toolkits das gesamte Anwendungsfenster, die Zeichenmethoden von X werden kaum noch verwendet; bei OpenGL dürfte das ähnlich sein. Lediglich die Darstellung der fertig gerenderten Anwendung auf dem Schirm ist unter Wayland anders. Dort wird auf einige Umwege verzichtet.

  10. Re: Wayland wie weiland directX?

    Autor: tingelchen 12.05.11 - 12:49

    Jetzt mal ruhig mit den jungen Pferden :) Wayland kommuniziert nicht direkt mit der Hardware. Das geht auch gar nicht, weil die Hardware dann nicht mehr geteilt werden kann. Das OS verteilt hier schon noch die Resourcen.

    Es gibt allerdings immer ein Stück Software das direkt mit der Hardware kommuniziert. Nennt sich Treiber. Dieser muss auch. Das OS weis ja nicht, wie es mit einem Stück Hardware umzugehen hat.

    Was hier gemeint ist, ist das Wayland der Anwendung ermöglicht, über OpengL, direkt zu rendern, ohne Wayland da zwischen. Das Fenster selber, Clipping und Co. wird auch weiterhin von Wayland übernommen.

  11. Re: Wayland wie weiland directX?

    Autor: yaelle.schlichting 13.05.11 - 23:05

    Ja, das ist doch 'n Käse. Dann schreib' doch Deine Anwendung in GL ! wozu brauch' ich dann Wayland? GL gibt's schon ewig. Das Problem liegt auch nicht an GL sondern daran, daß die Entwickler es nicht gelernt haben.

    Schaut Euch mal an, in was denn Graphik programmiert wird! Eine reine GL Anwendung findet Ihr in der Wissenschaft und sonst legen die Entwickler ihre eigene Bibliothek drüber, mit der sie ihre Spielchen und ihre typischen Anwendungsfälle schön kapseln können. Meistens sind die Interfaces, die sie sich da stricken auch noch schlechter als das was sie von GL geboten kriegen. Auf jeden Fall sind sie schlechter dokumentiert als GL. Und auch für Wayland dürfte es in absehbarer Zeit keine anständige Doku geben.

    Also ran an GL und last das halbgare Zeug links liegen, wenn ihr anspruchsvolle Graphik entwickeln wollt. Und wenn ihr nur animierte Fensterl haben wollt, dann reicht auch eine schnellere Graphikkarte.

  12. Re: Wayland wie weiland directX?

    Autor: Workoft 14.05.11 - 05:18

    yaelle.schlichting schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja, das ist doch 'n Käse. Dann schreib' doch Deine Anwendung in GL ! wozu
    > brauch' ich dann Wayland? GL gibt's schon ewig. Das Problem liegt auch
    > nicht an GL sondern daran, daß die Entwickler es nicht gelernt haben.
    Weißt du eigentlich, was ein Displayserver macht? Und was die Kritikpunkte von X sind? mit GL hat das nur indirekt zu tun.
    > Und auch für Wayland dürfte es in absehbarer Zeit keine anständige Doku
    > geben.
    Haltlose Behauptung.
    > Also ran an GL und last das halbgare Zeug links liegen, wenn ihr
    > anspruchsvolle Graphik entwickeln wollt. Und wenn ihr nur animierte
    > Fensterl haben wollt, dann reicht auch eine schnellere Graphikkarte.
    Nochmal die Frage: Weißt du überhaupt, worum es hier geht?

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Zum Login

Stellenmarkt
  1. ERGO Group AG', München
  2. AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG, Ludwigshafen
  3. Howmet Fastening Systems / Fairchild Fasteners Europe - Camloc GmbH, Kelkheim (Taunus)
  4. Deutsches Patent- und Markenamt, München

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 9,99€
  2. 27,99€
  3. 27,99€
  4. 19,99€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de