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Anmerkung zu Java

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  1. Anmerkung zu Java

    Autor: pythoneer 02.01.17 - 10:55

    Nur mal was zum drüber lesen, hat keine Wertung meinerseits.

    http://www.theregister.co.uk/2016/12/16/oracle_targets_java_users_non_compliance

  2. Re: Anmerkung zu Java

    Autor: theuserbl 02.01.17 - 11:15

    Ich möchte zwei Anmerkungen zu Deiner hinzufügen:

    > Unter dem Namen OpenJDK stellte Sun das JDK nach und nach unter die GPL.

    Sun stellte es unter die GPL + GNU Classpath Exception!
    Die LGPL erlaubt gegenüber der GPL das dynamische Linken vom Programmen beliebiger Lizenz gegen LGPL Bibliotheken.
    Die GNU Classpath Exception hingegen erlaubt selbst das statische Linken.
    Daher ist mit der GPL + GNU Classpath Exception _mehr_ erlaubt, als mit der LGPL.

    > Es gibt aber durchaus Anwendungen, die nur mit Oracle Java laufen,
    > da die beiden Varianten untereinander nicht ganz kompatibel sind.

    Insbesondere ist hier JavaFX zu nennen, das noch immer nicht vollständig geöffnet wurde und daher auch nicht Teil des OpenJDK in den Linux-Distributionen ist.
    Oracle empfielt für die GUI-Entwicklung JavaFX. Die OpenSource-Community empfielt dafür Swing, auch wenn Oracle es nicht mehr weiterentwickelt. Und die Eclipse-Leute empfehlen SWT.
    Und ich selber empfehle auch Swing. Wenn man will, daß seine Anwenung ohne externe native Bibliotheken, auf jedem Java/OpenJDK laufen soll, dann ist Swing das GUI-Toolkit der Wahl.

  3. Re: Anmerkung zu Java

    Autor: HerrLich 02.01.17 - 13:22

    Java wird so schnell nicht sterben, das ist klar. Es ist das Cobol der nächsten Jahrzehnte.

    Aber neue Software damit entwickeln? Da würde ich doch wenigstens einen Blick auf Alternativen werfen. Braucht man im konkreten Fall wirklich eine Allzweckwaffe wie Java? Kann die Entwickler-Mannschaft wirklich nichts anderes als Java? Geht es nicht auch leichtgewichtiger als Java?

    Java war cool, als es in den 1990ern erschien. Die interessantesten Aspekte sind allerdings inzwischen irrelevant. Plattformunabhängigkeit? Können andere auch und außer x86 und ARM sind andere Architekturen reine Nischenlösungen. Unterstützt alle möglichen Deployment-Modelle: IoT, mobile, Cloud, Client-Server, Desktop, Browser usw. Davon sind im Grunde nur zwei relevante Szenarien übrig geblieben: Android (was Google inzwischen womöglich bereut) und "Enterprise" Software auf Client-Server bzw. Cloud. Wobei ich Java gerade für die Cloud nicht einmal als erste Wahl sehe. Das ist nicht nichts und wird auf absehbare Zeit für das Java-Überleben sorgen. Aber andere Java-Technologien sind mausetot oder vegetieren so vor sich hin, also etwa JavaFX, Java Applets, Java Micro Edition, Swing. Selbst um die Zukunft von JEE muss man sich sorgen. Und kreativer Gebrauch von Java, etwa in Android wird von Oracle auf Patentgebühren verklagt.

  4. Re: Anmerkung zu Java

    Autor: tha_specializt 02.01.17 - 14:10

    JavaFX benötigt keine externen Bibliotheken - jede Oracle JRE hat alles Notwendige eingebaut. Swing ist schon lange tot ... wer das heutzutage noch nutzt baut somit automatisch eine Anwendung die irgendwann nicht mehr funktionieren wird - auch wenn das noch lange dauert ... es wird passieren.

  5. Re: Anmerkung zu Java

    Autor: tha_specializt 02.01.17 - 14:12

    du demonstrierst geradezu herrlich eine ausgeprägte Unwissenheit in Bezug auf Java.

  6. Re: Anmerkung zu Java

    Autor: FibreFoX 02.01.17 - 14:14

    tha_specializt schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > JavaFX benötigt keine externen Bibliotheken - jede Oracle JRE hat alles
    > Notwendige eingebaut. Swing ist schon lange tot ... wer das heutzutage noch
    > nutzt baut somit automatisch eine Anwendung die irgendwann nicht mehr
    > funktionieren wird - auch wenn das noch lange dauert ... es wird passieren.


    Man muss allerdings für den JavaFX-Kram auch openjfx installieren (z.b. unter Debian), weil hier die Pakete getrennt sind ;) ist aber auch wieder eine Hürde, die mit dem Oracle-JRE/JDK Paket (z.b. über das Ubuntu PPA) zusammen mitkommen.

    Es ist schade, dass hier nicht mal die gesamte Community nach JavaFX migriert, allerdings muss dafür noch einiges von Swing/AWT nach JavaFX übersetzt/migriert werden...

    ----
    www.dynamicfiles.de - Projekt- und Portfolio-Seite

  7. Re: Anmerkung zu Java

    Autor: tha_specializt 02.01.17 - 14:30

    welchen Teil von "Oracle JRE" hab ich versehentlich in Kisuaheli geschrieben? Die JRE und die JDK sind immernoch komplett frei nutzbar - auch für kommerzielle Software, es gibt 0 komma garkeine Gründe für das OpenJDK-Geschwurbel.

    Es muss übrigens rein garnichts mehr nach JFX übersetzt werden, die wenigen, extrem seltenen nativen Aufrufe lassen sich prima mit AWT gestalten ABER JFX müsste endlich mal für touch-input optimiert und fertiggestellt werden, da fehlt noch ein bischen was und auch die Paketierung ist nicht wirklich sauber aber ansonsten ... kein Swing vonnöten

  8. Re: Anmerkung zu Java

    Autor: nicoledos 02.01.17 - 15:43

    Java verteufeln ist immer einfach und in Mode, nur muss man dann auch alternativen nennen. Da gibt es bisher kaum vergleichbares mit ähnlicher Anwendungsbreite. Soll es unabhängig von einem Konzern sein, ist noch weniger in verfügbar.

    Dann landet man ganz schnell bei den alten C, C++, Perl. Die man aus diversen Gründen aber auch nicht mehr nutzen mag.

  9. Re: Anmerkung zu Java

    Autor: HerrLich 02.01.17 - 16:21

    Java ist eine eierlegende Wollmilchsau. Braucht man das in allen Projekten? Oder ist man nicht besser bedient, die beste Programmiersprache für ein konkretes Projekt auszuwählen?

    Wir sind in 2017 - es gibt nur mobile, Web, IoT und Cloud. Der Rest (Client-Server, Desktop) ist legacy oder Nische (embedded), finde dich damit ab. Davon kann ein Java-Programmierer zwar noch viele Jahre überwintern, spannend geht aber anders. Ich würde allenfalls für mobile (Android) Java wählen. Aber für den Rest?

    Web: Java Applets und cross-compiler wie GWT sind tot. JSP, JSF und die ganzen anderen auf dem Servlet-API aufbauenden Technologien sind umständlich und over-engineered. Davon abgesehen ist server-side Rendering tot.

    IoT: JME ist tot

    Cloud: micro services sind der Stand der Technik. Die kannst du in Java entwickeln, aber um Gotten Willen warum? JEE spielt in der Cloud jedenfalls keine Rolle. Das ist klassische Client-Server-Programmierung. Es ist Quatsch, dass es abseits Java nur "Perl, C, C++" gibt. Kein Mensch mit Verstand würde daraus einen Cloud-Service entwickeln. Man muss auch noch nicht einmal C# bemühen (meine Meinung zu C# ist nur unwesentlich anders - besseres Sprachdesign als Java, aber immer noch zu viele Kompromisse). Mit Python, Go, Ruby, Javascript, den ganzen funktionalen Sprachen kommt man meiner Erfahrung nach in der Cloud deutlich schneller zu Ergebnissen.

  10. Re: Anmerkung zu Java

    Autor: Dino13 02.01.17 - 18:19

    So ziemlich alles in der Cloud ist mehr oder weniger Client - Server. Ganz selten ist da P2P anzutreffen und von Spaces wie zB den MozartSpaces will ich erst gar nicht reden. Eine tolle Idee die eben keinen großen Anklang findet. Daher ist JEE durchaus auch heute noch gut zu gebrauchen.
    Und was schafft man den besser mit all diesen Sprachen? Wer JavaScript als Lösung sieht, ist für mich das Problem.
    Go ist eine tolle effiziente Sprache aber in größeren Projekten wird das ganz sehr schnell sehr unübersichtlich.
    Wenn du von all den funktionellen Sprachen redest. Welche meinst du da?
    Scala? Das ist der Hipster unter den Sprachen. Ganz nett um Sachen aus einem in den anderen Zustand zu überführen. Erlang und Haskell kommen auch nicht in Frage. Damit lernt man vielleicht die Prinzipien von funktioneller Programmierung aber mehr auch nicht. Was bleibt da noch großartig übrig?

  11. Re: Anmerkung zu Java

    Autor: picaschaf 02.01.17 - 18:27

    theuserbl schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich möchte zwei Anmerkungen zu Deiner hinzufügen:
    >
    > > Unter dem Namen OpenJDK stellte Sun das JDK nach und nach unter die GPL.
    >
    > Sun stellte es unter die GPL + GNU Classpath Exception!
    > Die LGPL erlaubt gegenüber der GPL das dynamische Linken vom Programmen
    > beliebiger Lizenz gegen LGPL Bibliotheken.
    > Die GNU Classpath Exception hingegen erlaubt selbst das statische Linken.
    > Daher ist mit der GPL + GNU Classpath Exception _mehr_ erlaubt, als mit der
    > LGPL.
    >
    > > Es gibt aber durchaus Anwendungen, die nur mit Oracle Java laufen,
    > > da die beiden Varianten untereinander nicht ganz kompatibel sind.
    >
    > Insbesondere ist hier JavaFX zu nennen, das noch immer nicht vollständig
    > geöffnet wurde und daher auch nicht Teil des OpenJDK in den
    > Linux-Distributionen ist.
    > Oracle empfielt für die GUI-Entwicklung JavaFX. Die OpenSource-Community
    > empfielt dafür Swing, auch wenn Oracle es nicht mehr weiterentwickelt. Und
    > die Eclipse-Leute empfehlen SWT.
    > Und ich selber empfehle auch Swing. Wenn man will, daß seine Anwenung ohne
    > externe native Bibliotheken, auf jedem Java/OpenJDK laufen soll, dann ist
    > Swing das GUI-Toolkit der Wahl.


    Die L-GPL verbietet das statische Linken *nicht*! Die Classpath Exception hat damit auch nichts zu tun und ist eine Java spezifische Ausnahme.

  12. Re: Anmerkung zu Java

    Autor: mxrd 02.01.17 - 18:36

    HerrLich schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Java wird so schnell nicht sterben, das ist klar. Es ist das Cobol der
    > nächsten Jahrzehnte.
    >
    > Aber neue Software damit entwickeln? Da würde ich doch wenigstens einen
    > Blick auf Alternativen werfen. Braucht man im konkreten Fall wirklich eine
    > Allzweckwaffe wie Java? Kann die Entwickler-Mannschaft wirklich nichts
    > anderes als Java? Geht es nicht auch leichtgewichtiger als Java?
    >
    > Java war cool, als es in den 1990ern erschien. Die interessantesten Aspekte
    > sind allerdings inzwischen irrelevant. Plattformunabhängigkeit? Können
    > andere auch und außer x86 und ARM sind andere Architekturen reine
    > Nischenlösungen. Unterstützt alle möglichen Deployment-Modelle: IoT,
    > mobile, Cloud, Client-Server, Desktop, Browser usw. Davon sind im Grunde
    > nur zwei relevante Szenarien übrig geblieben: Android (was Google
    > inzwischen womöglich bereut) und "Enterprise" Software auf Client-Server
    > bzw. Cloud. Wobei ich Java gerade für die Cloud nicht einmal als erste Wahl
    > sehe. Das ist nicht nichts und wird auf absehbare Zeit für das
    > Java-Überleben sorgen. Aber andere Java-Technologien sind mausetot oder
    > vegetieren so vor sich hin, also etwa JavaFX, Java Applets, Java Micro
    > Edition, Swing. Selbst um die Zukunft von JEE muss man sich sorgen. Und
    > kreativer Gebrauch von Java, etwa in Android wird von Oracle auf
    > Patentgebühren verklagt.

    Und ich wette sehr viel darauf, das du bisher weder mit Java, Python, C# noch mit C++ jemals eine platfformunabhängige (x64/86 osx/windows/linux) geschrieben hast.
    Sonst würdest du nicht so einen Unfug von dir lassen.

    Braucht man eine typisierte Sprache, die in einer Virtual Runtime läuft ( Thema Bibliotheken x-platform in C++ .. sehr lustig - nicht ), bei der man sich weder um das Instruktionsset der CPU kümmern will ( wink an Haswell + OSX + openssl / qt ) und andere lustige Eigenschaften, kommt man an Java fast nicht vorbei.

    C++ ist unfassbar komplex x-platform zu handhaben, hat aber ganz klar die besten Bindings für eine x-platform GUI. Wenn man das nicht braucht, dann sollte man auf keinen Fall C++ nehmen.

    C# kommt langsam ( 1.0 core / .net im Moment ) aber halt GUI technisch sehr schlecht.

    Java und GUI ist wie oben beschrieben, so eine Sache, aber sicherlich noch robuster als C#.

    Vergleicht man die Bibliotheken von Cpp/Java/C# verliert Cpp fast auf ganzer Linie, und Java schneidet verdammt gut ab.

    Ich bin kein Java Evangelist, noch von einer der anderen Sprachen, aber bevor ich eine der Sprachen als nutzlos, tot oder sterbend bezeichne, sollte ich davon eine Ahnung haben und nicht aus meinem eigenen Mikrokosmos auch noch auf die Welt schließen.

    Aber wie viele schon sagten, man muss sich damit abfinden, Golem ist nicht für IT-Profis, sondern IT News für was auch immer Profis.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.01.17 18:37 durch mxrd.

  13. Re: Anmerkung zu Java

    Autor: Hello_World 02.01.17 - 18:46

    Dino13 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Scala? Das ist der Hipster unter den Sprachen. Ganz nett um Sachen aus
    > einem in den anderen Zustand zu überführen.
    Wenn man keine Argumente hat, wirft man mit Wörtern wie Hipster um sich. Ich bin Softwareentwickler in einem Scala-Projekt, und die Sprache ist Java so haushoch überlegen, dass ich nur noch die armen Wichte bedauern kann, die sich noch mit letzterem herumschlagen müssen. Scheiß-Sprache, Scheiß-Typsystem, Scheiß-Tools, Scheiß-Kultur.

    > Erlang und Haskell kommen auch
    > nicht in Frage. Damit lernt man vielleicht die Prinzipien von funktioneller
    > Programmierung aber mehr auch nicht.
    Bullshit, beides wird erfolgreich produktiv eingesetzt.

  14. Re: Anmerkung zu Java

    Autor: Oktavian 02.01.17 - 19:26

    > Java wird so schnell nicht sterben, das ist klar. Es ist das Cobol der
    > nächsten Jahrzehnte.

    In gewisser Weise bestimmt. Es ist sehr verbreitet und sehr universell nutzbar.

    > Aber neue Software damit entwickeln? Da würde ich doch wenigstens einen
    > Blick auf Alternativen werfen.

    Meine Anforderungen an jede Alternative:
    - Sie ist weit verbreitet, ich finde jederzeit Entwickler, Community, Literatur.
    - Sie hat über einen langen Zeitraum bewiesen, dass sie überleben wird. Was nützt mir eine ach so hippe Sprache, die in 5 Jahren nicht mehr weiterentwickelt wird? Oder deren Verbreitung abstürzt, weil es den nächsten großen Hype gibt?
    - Sie hat Bibliotheken für alles und jedes. Kein noch so abstruser Anwendungsfall ist zu kurios, als dass es einem Kunden nicht einfällt, das auch noch einbauen zu wollen.
    - Sie abstrahiert weitgehend die unterliegende Plattform, denn Plattformen wecheln gerne mal.
    - Sie ist stark typisiert, denn das erleichtert das finden von Fehlern bereits zur Entwicklungszeit ungemein.

    Quasi alle Alternativen scheitern an diese Kriterien. Eine Sprache, die nicht mindestens 10 Jahre auf dem Buckel hat, ist es einfach nicht wert für ein Projekt eingesetzt zu werden, dessen Ergebnis vielleicht auch 10 Jahre läuft. Natürlich stibt in den 10 Jahren mal die eine Bibliothek und die andere Technik wird eingeführt. Aber der Kern bleibt.

    > Braucht man im konkreten Fall wirklich eine
    > Allzweckwaffe wie Java? Kann die Entwickler-Mannschaft wirklich nichts
    > anderes als Java?

    In aller Regel ist Java bei heterogenen Entwicklermannschaften der kleinste gemeinsamme Nenner. Und es ist kein schlechter Nenner.

    > Wobei ich Java gerade für die Cloud nicht einmal als erste Wahl
    > sehe.

    Dann mal Butter bei die Fische. Was ist es denn dann? Welche Sprache soll ein Entwicklerteam benutzen, mit der man sowohl Kleinprojekte mit vielleicht 50PT erledigen kann als auch Enterprise-Anwendungen mit einigen 10.000PT?

    Und nein, für jedes Problem die eine passende Sprache zu suchen ist keine Lösung. Der Aufwand der Einarbeitung ist zu hoch, die Expertise wird nie sehr groß, es bleibt immer ein gefummel. Ein Entwickler beherrscht eine Sprache zur Perfektion, ein paar andere noch nebenbei. Aber für 20 Projekt 10 Sprachen zu lernen ist albern.

    > Selbst um die Zukunft von JEE muss man sich sorgen.

    Wo siehst du die Probleme?

    Ich sehe zu Java als Alternative im Wesentlichen noch C# und anverwandte .net-Techniken. Allem anderen fehlt einfach die nötige Reife.

  15. Re: Anmerkung zu Java

    Autor: Hello_World 02.01.17 - 20:17

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Meine Anforderungen an jede Alternative:
    > - Sie ist weit verbreitet, ich finde jederzeit Entwickler, Community,
    > Literatur.
    Was nützen dir Entwickler, wenn es nur irgendwelche Drohnen sind, die nie über den Java-Tellerrand hinausgeblickt haben? Gute Entwickler neigen dazu, bessere Sprachen zu erkennen, und dann suchen sie sich einen Job, wo sie solche Sprachen einsetzen können. Ich würde mich jedenfalls kaum freiwillig an einem java-Projekt beteiligen. Außerdem: gute Entwickler sind lernfähig. Eine neue Programmiersprache zu lernen, sollte nicht länger als ein paar Wochen dauern. Und keinen Entwickler zu haben ist besser als ein schlechter Entwickler, denn letztere verursachen mehr Schaden als Nutzen.

    > - Sie hat über einen langen Zeitraum bewiesen, dass sie überleben wird. Was
    > nützt mir eine ach so hippe Sprache, die in 5 Jahren nicht mehr
    > weiterentwickelt wird? Oder deren Verbreitung abstürzt, weil es den
    > nächsten großen Hype gibt?
    > - Sie hat Bibliotheken für alles und jedes. Kein noch so abstruser
    > Anwendungsfall ist zu kurios, als dass es einem Kunden nicht einfällt, das
    > auch noch einbauen zu wollen.
    > - Sie abstrahiert weitgehend die unterliegende Plattform, denn Plattformen
    > wecheln gerne mal.
    > - Sie ist stark typisiert, denn das erleichtert das finden von Fehlern
    > bereits zur Entwicklungszeit ungemein.
    >
    > Quasi alle Alternativen scheitern an diese Kriterien.
    Unter anderem Java. Das Typsystem ist einfach schlecht. Use-site variance? Covariante Arrays? Primitive Typen? WTF? Und natürlich keine type classes, keine higher kinds, gar nichts...

    > Eine Sprache, die
    > nicht mindestens 10 Jahre auf dem Buckel hat, ist es einfach nicht wert für
    > ein Projekt eingesetzt zu werden, dessen Ergebnis vielleicht auch 10 Jahre
    > läuft. Natürlich stibt in den 10 Jahren mal die eine Bibliothek und die
    > andere Technik wird eingeführt. Aber der Kern bleibt.
    Na schauen wir mal. Scala 2 ist vor 10 Jahren erschienen. Java-Bibliotheken sind nutzbar, meist wird man allerdings trotzdem eine Scala-Bibliothek verwenden, weil die meisten Java-APIs umständlich bis zum geht-nicht-mehr sind. Und im Gegensatz zu java ist das Typsystem brauchbar, Plattformunabhängigkeit ist heute ohnehin Standard. Also, woran scheitert Scala jetzt konkret? Fakt ist, dass sich Scala im Big-Data-Bereich zum Quasistandard entwickelt. Apache Kafka und Flink sind da nur zwei Beispiele...

    > In aller Regel ist Java bei heterogenen Entwicklermannschaften der kleinste
    > gemeinsamme Nenner. Und es ist kein schlechter Nenner.
    So etwas kann nur jemand sagen, der entweder nie etwas besseres gesehen hat, oder es nicht verstanden hat.

    > Dann mal Butter bei die Fische. Was ist es denn dann? Welche Sprache soll
    > ein Entwicklerteam benutzen, mit der man sowohl Kleinprojekte mit
    > vielleicht 50PT erledigen kann als auch Enterprise-Anwendungen mit einigen
    > 10.000PT?
    Scala.

    > > Selbst um die Zukunft von JEE muss man sich sorgen.
    >
    > Wo siehst du die Probleme?
    Dass die Entwicklung über Monate quasi vollständig zum Erliegen kam, ist in deinen Augen kein Problem? Ich weiß nicht einmal, ob sie mittlerweile wieder aufgenommen wurde. Ist aber auch egal, weil das JEE-Geraffel ohnehin unbrauchbar ist.

    > Ich sehe zu Java als Alternative im Wesentlichen noch C# und anverwandte
    > .net-Techniken. Allem anderen fehlt einfach die nötige Reife.
    Wenn man keine technischen Argumente hat, faselt man von „Reife“, schon klar.

  16. Re: Anmerkung zu Java

    Autor: freebyte 02.01.17 - 20:24

    Hello_World schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich bin Softwareentwickler in einem Scala-Projekt, und die Sprache ist Java
    > so haushoch überlegen, dass ich nur noch die armen Wichte bedauern kann,
    > die sich noch mit letzterem herumschlagen müssen.

    Darf ich fragen, was das älteste Projekt ist wo Du irgendwann eingestiegen bist und es bis heute noch in der Wartung hast?

    fb

  17. Re: Anmerkung zu Java

    Autor: Trockenobst 02.01.17 - 20:43

    Dino13 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Go ist eine tolle effiziente Sprache aber in größeren Projekten wird das
    > ganz sehr schnell sehr unübersichtlich.

    Nicht wirklich, wenn man die Software gut aufteilt. Da gibt es sich nichts zu C# oder C++. Man muss da natürlich einen Plan haben.

    Wir nutzen es für kleine Server Backends mit Bootstrap+Angular die WebGuis sind rasend schnell, und die C# Freunde kennen VisualStudio schon. Node, Python und Ruby sind raus, und Java hat gar nicht erst begonnen. Ich bin seit Jahrzehnten Java Entwickler, aber Go(lang) hat mich seit langem wirklich überzeugt. Ein Code, der läuft rasend schnell auf zwei verschiedenen Systemarchitekturen, und schneidet alte Zöpfe ab. Und es gibt nicht die Dependency Hell von Python oder Node. "One Binary One Version Goodness". Und die Sachen sind alle absolut Cloud-Freundlich.

    > Wenn du von all den funktionellen Sprachen redest. Welche meinst du da?
    > Scala? Das ist der Hipster unter den Sprachen.

    Ich kenne niemanden der Scala angefangen hat und dann freiwillig zu Java zurück kehrt. Scala ist "der Fix" für die JavaVM, wenn man große, reaktive Systeme baut. Da hilft alles nichts, ich kenne Leute mit stoisch >200 Webservices als halbe Microservices, und Guis mit >200 Formularen (die alle irgendwie zusammenhängen). Seit 10 Jahren am Markt, verdienen gutes Geld, alle zwei Jahre rennt der Lead Architekt davon.

    Java ist nicht mehr zeitgemäß so was zu fackeln. Was will man da machen? Pures Java hat sich nicht weiterentwickelt, weil Oracle der Falsche dafür ist und die großen Firmen schon längst für andere Usecases woanders hin gewandert sind. In den Sprachenzoo.

    Java 9 wird ja gerade diskutiert, während in meinen Großprojekten in zwei Konzernen Tools aktiv sind, die alle Java 8 Neuerungen abgefangen werden. Man soll also Java 7 für mindestens noch 2-3 Jahre fahren. Java ist hier das neue Cobol und so wird es auch behandelt, mit Nachdruck.

    Zu tun wird es da noch lange geben. Mein Konto bestätigt dies :) Das ist aber nicht der Punkt. Das Ding fängt an zu Stinken.

  18. Re: Anmerkung zu Java

    Autor: pythoneer 02.01.17 - 20:56

    tha_specializt schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die JRE und die JDK sind immernoch komplett frei nutzbar -
    > auch für kommerzielle Software, es gibt 0 komma garkeine Gründe für das
    > OpenJDK-Geschwurbel.

    http://www.oracle.com/technetwork/java/javase/documentation/otn-bcl-02april2013-1966219.pdf

    "Use of the Commercial Features for any commercial or production
    purpose requires a separate license from Oracle."

    http://www.oracle.com/technetwork/java/javase/documentation/java-se-product-editions-397069.pdf
    "Some of the packages described in the Installation of Oracle Java SE Product Editions section above install Commercial Features that are restricted to Oracle Java SE Advanced, Oracle Java SE Advanced Desktop and/or Oracle Java SE Suite. This means that even if you download an Oracle Java SE package for free under the Java BCLA, you must separately license from Oracle (and pay the appropriate license fee) the right to use any Commercial Features, described in Table 1-1 below, included in these packages."

  19. Re: Anmerkung zu Java

    Autor: freebyte 02.01.17 - 21:06

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Scala ist "der Fix" für die JavaVM, wenn man große, reaktive
    > Systeme baut. [...]
    >
    > Java ist nicht mehr zeitgemäß so was zu fackeln. Was will man da machen?

    Darf ich fragen (Antwort auch gerne per PM) was Du da entwickelst dass Scala so interessant ist? Ich hab mir das angeschaut und finde es für meinen Bereich (Kaufmännische Software die 10-20 Jahre leben muss) etwas gruselig.

    Meine "Idealsprache" wäre eher imperativ mit funktionalen Ansätzen (wie zb. moderne Basic-Dialekte) und würde einen Templatemechanismus für numerische Variablen haben in denen das Ein/Ausgabeverhalten festgelegt wird.

    Hatte das mal in Java angefangen zu programmieren, mangels Operator-Overloading (oder Möglichkeiten _add() / _substract() etc.. zu überschreiben) bin ich es dann leid geworden.

    fb

  20. Re: Anmerkung zu Java

    Autor: zilti 02.01.17 - 21:26

    Ich habe auch eine Weile mit Scala gearbeitet, mein Fazit ist aber: gottseidank nicht mehr! Scala ist ein Durcheinander. Ein Turingvollständiges Typsystem, x Arten die Syntax zu schreiben, und jede Furz-Library bringt irgend eine vermurkste DSL mit. Es ist, als hätte man die schlechtesten Sachen von Haskell genommen und in eine Java-ähnliche Syntax gestöpselt.

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