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Gleich mal ausprobieren
Autor: a 11.08.09 - 15:13
Bin mal gespannt, ob sie es in der neuesten Dev-Version endlich geschafft haben, einen sinnvollen Blocksatz oder wenigstens einen ordentlichen Absatzvorlagen-Editor auf die Beine zu stellen. In den vorigen Versionen waren die Format- und Absatzvorlagen quasi nicht zu gebrauchen, in dem Punkt konnte man sogar mit MS Word mehr machen.
Natürlich, für eine kostenlose Software nicht schlecht, aber bevor ich Scribus ernsthaft als Alternative zu Giganten wie InDesign betrachte, hat es noch Einiges vor sich. Na gut, erstmal die neueste Version testen. -
Re: Gleich mal ausprobieren
Autor: uSedUser 11.08.09 - 15:29
Ja, auch ich bin gespannt - aus Inkscape ist mittlerweile ja auch schon ein kleiner Gigant geworden :)
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Re: Gleich mal ausprobieren
Autor: eliotmc 11.08.09 - 15:30
Warum wird freie Software eigentlich immer sofort mit dem
Branchen Primus verglichen? Nicht jeder wird sich InDesign kaufen/leisten
können. Es kommt wohl ebenfalls ein wenig darauf, was man eigentlich machen
will! -
Tatsächlich besser geworden
Autor: a 11.08.09 - 15:30
Der Absatz- und Zeichenvorlageneditor ist tatsächlich nicht nur übersichtlicher, sondern auch umfangreicher geworden - die Blocksatzeinstellungen lassen zwar immernoch zu wünschen übrig, sind aber - im Gegensatz zu früheren Versionen von Scribus - mittlerweile benutzbar, da endlich Glyphenstauchung und variable Leerzeichenabstände ihren Weg in die Software gefunden haben. Variable Zeichenabstände fehlen leider komplett. Die automatische Silbentrennung hat auch einige Tricks dazugelernt und die "An Grundlinie ausrichten"-Option für Absätze ist endlich auch ohne Dokumentation auffindbar.
Scheinbar entwächst Scribus langsam den Anforderungen von Schülerzeitungen - und das ist auch gut so. Ich wünsche dem Projekt alles Gute und werde auch weiterhin ein Auge drauf haben. -
Ganz schön arrogant
Autor: so-isses 11.08.09 - 15:35
> Bin mal gespannt, ob sie es ... endlich geschafft haben ... quasi nicht zu gebrauchen.
Sagt mal, wisst Ihr überhaupt, was Ihr da schreibt? Ich finde eure Haltung gegenüber einem Produkt, das es GRATIS / KOSTENLOS / für UMME gibt, extrem arrogant.
Könnt Ihr sowas auch nur ansatzweise selber auf die Beine stellen? Ich glaube nicht.
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Re: Ganz schön arrogant
Autor: Schelm 11.08.09 - 15:41
Nur weil es kostenlos ist, heisst das noch lange nicht, dass man es mit offenen Armen in Empfang nehmen muss. Bei kostenloser/Open Source Software bin ich gern bereit, ein paar Einschränkungen in Kauf zu nehmen, in den 9. Ring der Hölle begebe ich mich aber nicht freiwillig.
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Re: Gleich mal ausprobieren
Autor: a 11.08.09 - 15:44
Das ist richtig - aber mit welcher sonstigen DTP-Software würdest Du Scribus denn sonst vergleichen? Mit Quark? Welche Open Source DTP-Software gibt es denn, die außer Scribus noch nennenswert wäre? Word ist in dem Sinne kein DTP, sondern Textverarbeitung - und da gibt es als (meiner Meinung nach beinahe vollwertige) Alternative bereits OpenOffice.org.
Übrigens muss sich jede Open Source Software, die eine bestimmte Nische besetzt, zwangsläufig mit dem Platzhirschen vergleichen lassen, denn dieser Vergleich ist der Naheliegenste. Wenn die Software einen anderen Zweck erfüllen soll, besetzt es eine andere Nische und die Vergleiche fangen an, zu hinken. Aber in diesem konkreten Fall heißt es "DTP vs. DTP".
Inkscape lässt sich vom Funktionsumfang sehr gut mit Illustrator oder CorelDraw vergleichen und ich verwende es leidenschaftlich gerne, obwohl mir von der Arbeit eine Illustrator-Lizenz zur Verfügung steht. Dass GIMP für professionelle Zwecke Photoshop noch nicht das Wasser reichen kann, ist hinreichend bekannt, aber Fortschritte sind immer zu begrüßen.
Blub, über das Thema könnte ich stundenlang reden, aber das erspar ich Euch. :-) -
Re: Ganz schön arrogant
Autor: a 11.08.09 - 15:54
Solange ich im professionellen Kontext täglich mit der Materie zu tun habe, werde ich nicht auf ein Paket umsteigen, das meiner Meinung nach grundlegend wichtige Features nicht beherrscht. Ich habe allerdings damit gerechnet, dass es diese Features eines Tages geben wird, darum "endlich" - ich verfolge die Entwicklung der Software seit ca. drei Jahren.
Wäre ich dazu gezwungen gewesen, auf kostenlose DTP-Software umzusteigen, hätte ich zuallererst Scribus gewählt, denn es ist in seinem Feld die beste Alternative. Aber wie gesagt, für den professionellen Einsatz haben bisher kritische Features gefehlt, die jetzt aber langsam ihren Weg in die Software finden und damit Scribus auf das nächste Level heben.
Übrigens, Inkscape hat bei mir Illustrator und CorelDraw bereits abgelöst und auch bereits Jobs erledigt, die mit Illustrator nicht möglich waren.
Zum Thema Arroganz: Ich glaube, dass ich mir aufgrund meiner Ausbildung in diesem Bereich und meiner aktuellen beruflichen Stellung eine halbwegs qualifizerte Meinung erlauben kann. Falls es Dir nicht aufgefallen ist, habe ich nicht sinnlos drauflos getrollt, sondern Details angesprochen, die der bereits sehr guten Software zur Professionalität noch fehlten. -
Re: Ganz schön arrogant
Autor: cl 11.08.09 - 15:55
Das geht mir tierisch auf den Sack, immer entschuldigen sich die OpenSource Fanboys damit, es sei ja kostenlos deshalb dürfe man auch nicht kritisieren...
Dann gebe ich lieber Geld aus und bekomme etwas was funktioniert und vor allem auch bedienbar ist.
Ich muss auch nicht selber programmieren können um beurteilen zu können ob die Software funktioniert und bedienbar ist.
Erweitere mal deinen Horizont etwas und schaue auch mal über den Tellerrand. -
Re: Ganz schön arrogant
Autor: Flying Circus 11.08.09 - 15:58
so-isses schrieb:
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> Könnt Ihr sowas auch nur ansatzweise selber auf
> die Beine stellen? Ich glaube nicht.
Die Tatsache, daß ich keine Eier legen kann, hält mich nicht davon ab, ein Omelette zu kritisieren. -
Re: Ganz schön arrogant
Autor: a 11.08.09 - 16:02
Richtig. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass ich nur einen speziellen Teil der Software kritisiert habe, aber "so-isses" meinen Wortlaut zerstückelt und aus dem Kontext gerissen hat. Bei seinem Zitat liest es sich so, als hätte ich behauptet, die gesamte Software wäre nicht zu gebrauchen.
Übrigens: ja, ich kann programmieren und wäre möglicherweise sogar in der Lage, ein simples DTP-Programm zu schreiben, aber Scribus ist ja auch kein Solo-Projekt - da steckt viel mehr Manpower drin. -
Re: Gleich mal ausprobieren
Autor: Profimeinung 11.08.09 - 16:04
a schrieb:
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> Dass GIMP für professionelle Zwecke
> Photoshop noch nicht das Wasser reichen kann, ist
> hinreichend bekannt, ...
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Hier wird doch wahrscheinlich nur nachgebabbelt, was andere vorsagen. Ich hab noch keinen wirklichen Grafikprofi getroffen, der den GIMP nicht als ausreichend bewertet.
Hier spricht mal ein Profi über Photoshop und GIMP:
http://www.galileodesign.de/artikel/gp/artikelID-352
Einzig die kleinen privaten Raubkopierer sind der Meinung, dass sie Photoshop zum Bearbeiten Ihrer Urlaubsbilderbilder bräuchten. Letzten hat jemand Photoshop haben wollen, um ein BMP in ein JPG zu konvertieren. Von IrfanView, Paint.NET und GIMP hatte er noch nix gehört bzw. hatte von Leuten gehört, die von Leuten gehört hatte, dass man dazu Photoshop bräuchte. Ich hoffe, dass die "Platzhirsche" mal endlich die Raubkopierer ausheben. Dann arbeiten nur noch die Profis, die wissen, warum sie so ein teures Programm brauchen, damit. Die Privatanwender werden mit Fülle an kostenlosen und freien Lösungen bestens bedient. Immerhin ist der GIMP in den Downloadcharts bei CHIP gut dabei, was auf einen Erlösung der Massen vom Raubkopierwahn hindeutet:
http://www.chip.de/Downloads_13649224.html?tid1=38907&tid2=0
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Re: Ganz schön arrogant
Autor: OSS_rocks 11.08.09 - 16:10
a schrieb:
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> Übrigens, Inkscape hat bei mir Illustrator und
> CorelDraw bereits abgelöst und auch bereits Jobs
> erledigt, die mit Illustrator nicht möglich
> waren.
Sauber! Inkscape ist echt ein fixes Schweizer Taschenmesser. Das kommt auch bei meinen Studenten gut an. Hier zeigen Profis, was mit Inkscape, GIMP & Co. geht:
http://chrisdesign.wordpress.com/codefree/
Warum sollte ich da einen Cent für teure Software ausgeben. Lieber spende ich für diese Projekte. Dann spar ich mir auch in Zukunft die Upgradekosten. :-)
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Re: Ganz schön arrogant
Autor: so-isses 11.08.09 - 16:11
Na, das hört sich ja ganz anders an.
Ich versteh nicht, warum die Leute immer die höchstmöglichen Ansprüche an OSS haben. Mir persönlich reicht OSS völlig aus, wenn es das macht, was ich brauche. Manchmal gilt sogar das Gegenteil (weniger ist mehr), was man z.B. an der Entwicklung von KDE sieht - imho eine Verschlimmbesserung von KDE4 gegenüber KDE3 bei aller Hochachtung vor dem Entwicklerteam.
Wenn ich Produkte mit maximal professionellem Anspruch habe, mache ich in der Regel immer ein paar Kröten locker. Das ist auch völlig in Ordnung, die Firmen sollen ja auch was verdienen. Und als Profi brauche ich auch professionellen Support, und das ist etwas, was die OSS-Entwickler in ihrer Freizeit einfach nicht leisten können.
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Re: Ganz schön arrogant
Autor: OSS_rocks 11.08.09 - 16:14
a schrieb:
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> Richtig. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass
> ich nur einen speziellen Teil der Software
> kritisiert habe, aber "so-isses" meinen Wortlaut
> zerstückelt und aus dem Kontext gerissen hat. Bei
> seinem Zitat liest es sich so, als hätte ich
> behauptet, die gesamte Software wäre nicht zu
> gebrauchen.
>
> Übrigens: ja, ich kann programmieren und wäre
> möglicherweise sogar in der Lage, ein simples
> DTP-Programm zu schreiben, aber Scribus ist ja
> auch kein Solo-Projekt - da steckt viel mehr
> Manpower drin.
Hört auf auf "a" rumzuhacken. Ich finde es wichtig, dass OSS-Projekte konstruktive Kritik bekommen. OSS wird nie einen Zenit erreichen und sich nicht mehr vorwärts entwickeln. Proprietäre Software wird dagegen auf der Stelle trampeln (siehe Microsoft). OSS lebt u.a. von Kritik und Vorschlägen. Hier zählt der Nutzer noch etwas.
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Re: Ganz schön arrogant
Autor: so-isses 11.08.09 - 16:16
> es sei ja kostenlos deshalb dürfe man auch nicht kritisieren...
Einem geschenkten Gaul schaut man aber nicht ins Maul. Wenns einem was nicht gefällt, muß man nicht gleich OSS pauschal niedermachen. Konstruktive Kritik ist immer willkommen, nur mit Polemik erreicht man nichts.
> Erweitere mal deinen Horizont etwas und schaue auch mal über den
> Tellerrand.
Na na, nun werd mal nicht gleich ausfallend :-)
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Re: Ganz schön arrogant
Autor: so-isses 11.08.09 - 16:19
> Bei seinem Zitat liest es sich so, als hätte ich behauptet, die gesamte
> Software wäre nicht zu gebrauchen.
Ich habe überhaupt nichts "aus dem Kontext gerissen". Du selber hast weiter oben dein eigenes Statement korrigiert:
Vorher:
https://forum.golem.de/read.php?34324,1885747,1885747#msg-1885747
Nachher:
https://forum.golem.de/read.php?34324,1885747,1885888#msg-1885888
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Re: Gleich mal ausprobieren
Autor: a 11.08.09 - 16:20
Gut, dann liefere ich Dir gleich mal Beispiele, um zu beweisen, dass ich kein kleiner Photoshop-Kopierer mit Urlaubsfotos bin:
GIMP hat noch keinen CMYK-Support - für den Printbereich also mehr oder weniger nicht zu gebrauchen, da Druckereien präzise kalibrierte Farben und Dokumente mit eingebetteten Farbprofilen erfordern. Die rudimentäre Farbprofilanpassung steckt leider auch noch in den Kinderschuhen - in Bildern eingebettete Profile werden beim Öffnen der Dateien zwangsläufig in sRGB umgewandelt. Mittlerweile bekommt man wenigstens eine Meldung darüber. Die Ebenenverwaltung von GIMP ist umständlich, man kann Ebenen nicht in Ordnern gruppieren. Es gibt keine Möglichkeit zu Ebenensichtbarkeits-Sets. Die Speicherverwaltung vom GIMP macht schon bei relativ kleinen Dateien schlapp. Ein Projekt, das vor kurzem fertig geworden ist, hat erfordert, dass ich in Auflösungen jenseits der 41.000 x 21.000 Pixel auf vielen Ebenen arbeite - die Dateigröße der PSB-Datei ("Photoshop Big"-Format) hat nicht selten 6 GB überschritten. Eine Kollegin hatte mit 20-GB-Dateien zu tun, die mehrere Stunden jeweils (!) zum Öffnen oder Speichern gebraucht haben. Mit Bildern, die mehr als 8bit Farbtiefe pro Kanal haben, kann GIMP leider auch nichts anfangen, was bedeutet, dass ich damit meine 48bit-Renderings aus 3ds max nichtmal öffnen kann.
Na gut, soviel dazu. -
Re: Ganz schön arrogant
Autor: so-isses 11.08.09 - 16:23
> Ich finde es wichtig, dass OSS-Projekte konstruktive Kritik bekommen.
Ich hab früher auch mal den Fehler gemacht, Leute zu heftig zu kritisieren (KDE). Später hat mir das leid getan. Es war einfach unverschämt, zu kritisieren, ohne etwas zur Sache beigetragen zu haben. Verbesserungsvorschläge sind ok, Kritik nicht. Die Leute werden ja nicht dafür bezahlt, die machen das alles in ihrer Freizeit.
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Re: Ganz schön arrogant
Autor: ahm 11.08.09 - 16:27
nicht wirklich alle machen das NUR in ihrer Freizeit :) Gibt schon einige die damit ihr Geld verdienen... ;)



