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Wo bleibt endlich ein Linux Standard-Desktop

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  1. Wo bleibt endlich ein Linux Standard-Desktop

    Autor: Kernschmelze 14.06.13 - 16:32

    Ich glaube ein Grund warum es Linux nicht auf den Desktop schafft, ist das Fehlen eines Standard-Desktops wie bei OS X oder auch bei Android. Dies würde vielen Firmen animieren ihre Software zu Portieren und Supporten. Damit endlich mal etwas mehr als nur die OpenSource Soße unter Linux läuft. Nicht falsch verstehen, einige Programme finde ich richtig gut, aber die Masse kann einfach nicht als Alternative punkten.

    Das man sich extra Hardware für Linux kaufen muss ist der zweite Punkt, warum es Linux nicht auf den Desktop schafft. Aber gibt es genug Nutzer ziehen auch die Firmen mit ihren Treiber nach.

    So weit ist es leider noch lange nicht. Also, schafft einen Standard-Desktop und Linux wird sich etwas mehr auf dem Desktop etablieren. Ein Standard-Desktop bedeutet ja nicht automatisch, dass man keinen Alternativen installieren kann. Aber es gibt halt ganz vielen Leute die wollen ihr OS installieren, dann ihre Standard-Software nutzen und nicht viel zeit mit dem System an sich verplempern.

  2. Re: Wo bleibt endlich ein Linux Standard-Desktop

    Autor: marsie 14.06.13 - 16:52

    warum sollte man das wollen? ich hab ja nicht auf Linux gewechselt damit ich ein zweites Windows bekomme...

  3. Re: Wo bleibt endlich ein Linux Standard-Desktop

    Autor: Thaodan 14.06.13 - 18:40

    Du brauchst keinen Standard Desktop, deswegen gibt es Freedesktop.org die Dinge die bei jedem gleich sein müssen standardisieren.
    Eher ein Standard Toolkit, wo bei Qt wohl immer mehr dazu werden wird denke ich - einfach weil es modern ist und auch außerhalb der Linux Welt sehr oft genutzt wird.

    Wahrung der Menschenrechte oder Freie fahrt am Wochenende.
    -- Georg Schramm

  4. Re: Wo bleibt endlich ein Linux Standard-Desktop

    Autor: xUser 14.06.13 - 18:41

    Kernschmelze schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich glaube ein Grund warum es Linux nicht auf den Desktop schafft, ist das
    > Fehlen eines Standard-Desktops wie bei OS X oder auch bei Android. Dies
    > würde vielen Firmen animieren ihre Software zu Portieren und Supporten.
    > Damit endlich mal etwas mehr als nur die OpenSource Soße unter Linux läuft.
    > Nicht falsch verstehen, einige Programme finde ich richtig gut, aber die
    > Masse kann einfach nicht als Alternative punkten.

    Bullshit bingo... es gibt http://www.freedesktop.org/

    > Das man sich extra Hardware für Linux kaufen muss ist der zweite Punkt,
    > warum es Linux nicht auf den Desktop schafft. Aber gibt es genug Nutzer
    > ziehen auch die Firmen mit ihren Treiber nach.

    Man muss sich keine "extra" Hardware kaufen. Nur der China-Consumer Mist läuft er nicht. Die Business Geräte laufen fast alle Out-of-the-Box.

    > So weit ist es leider noch lange nicht. Also, schafft einen
    > Standard-Desktop und Linux wird sich etwas mehr auf dem Desktop etablieren.

    Nope, solange MS Office, I-Tunes, another-program-the-user-thinks-he-needs-to-solve-his-task wird kein DAU Linux benutzen. Dafür arbeiten sich DAUs zu sehr an pseudo Problemen ab.

    > Ein Standard-Desktop bedeutet ja nicht automatisch, dass man keinen
    > Alternativen installieren kann. Aber es gibt halt ganz vielen Leute die
    > wollen ihr OS installieren, dann ihre Standard-Software nutzen und nicht
    > viel zeit mit dem System an sich verplempern.

    Jedes X-Windows Programm läuft auf jeden X-Windows Desktop.

    Wenn sich das "Programm" an die üblichen Konventionen hält, dann läuft es einfach ohne dass man dort konfigurieren muss.

  5. Re: Wo bleibt endlich ein Linux Standard-Desktop

    Autor: Wahrheitssager 14.06.13 - 18:51

    > Ich glaube ein Grund warum es Linux nicht auf den Desktop schafft, ist das Fehlen eines Standard-Desktops wie bei OS X oder auch bei Android.

    Wäre mir neu das Android einen Standard Desktop hat. (jeder Hersteller bastelt sich sein eigenes Süppchen)
    Zudem ist Android auch nur ein Linux.

  6. Re: Wo bleibt endlich ein Linux Standard-Desktop

    Autor: DrWatson 14.06.13 - 19:19

    xUser schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bullshit bingo... es gibt www.freedesktop.org

    Toll -.-

    und welchen Paketmanager empfiehlt freedesktop? welche standardbibliotheken müssen installiert sein, auf die man sich als developer verlassen kann?

    > Man muss sich keine "extra" Hardware kaufen. Nur der China-Consumer Mist
    > läuft er nicht. Die Business Geräte laufen fast alle Out-of-the-Box.

    Die meisten Business Geräte laufen meistens, fast alle, wenn man dies und das konfiguriert und sich modul blub aus repo bla installiert, fast immer, unter umständen, irgendwie, so ein bisschen out-of-the-box.

    IRL kauft man sich extra Hardware, bei der man weiß, dass Linux gut drauf läuft.

    > Nope, solange MS Office, I-Tunes,

    Lightroom, Ableton, …

    > another-program-the-user-thinks-he-needs-to-solve-his-task wird kein DAU
    > Linux benutzen. Dafür arbeiten sich DAUs zu sehr an pseudo Problemen ab.

    Welche Pseudo-Probleme? Ein Beispiel wäre hilfreich.


    > Jedes X-Windows Programm läuft auf jeden X-Windows Desktop.

    Wenn die 200 Bibliotheken installiert sind, die es sonst noch braucht…

    > Wenn sich das "Programm" an die üblichen Konventionen hält, dann läuft es
    > einfach ohne dass man dort konfigurieren muss.

    Was sind denn die "üblichen" Konventionen? Für welchen Paketmanager muss ich meine Software bauen? Welche Libs muss ich mitliefern welche UI-Kit benutzen? Wie sieht es mit dem Sound-Server aus? Bekomme ich Realtime?
    Zwischen den Distros ist ja sogar die Ordnerstruktur unterschiedlich.

    Eigentlich ist Linux kein OS sondern ein Kernel. Die Distros sind eigene Betriebssysteme, die manchmal zufällig kompatibel zueinander sind.

  7. Re: Wo bleibt endlich ein Linux Standard-Desktop

    Autor: DrWatson 14.06.13 - 19:25

    Wahrheitssager schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Zudem ist Android auch nur ein Linux.


    Kommt drauf an wie du Linux definierst: Wenn du sagst Linux ist ein Kernel (so würde ich es auch sehen), dann hast du recht.

    Die meisten meinen mit Linux aber GNU/Linux/X11/OpenSSH/Gnome/KDE/Mozilla/etc

  8. Re: Wo bleibt endlich ein Linux Standard-Desktop

    Autor: the_doctor 14.06.13 - 19:33

    Kernschmelze schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das man sich extra Hardware für Linux kaufen muss ist der zweite Punkt,
    > warum es Linux nicht auf den Desktop schafft. Aber gibt es genug Nutzer
    > ziehen auch die Firmen mit ihren Treiber nach.

    Häh? Für was braucht man extra Hardware? Man sollte höchstens darauf achten, nicht jeden Schrott mit Windows-Logo anzuschaffen, ohne vorher zu prüfen, ob Linux das Teil auch unterstützt. Es gibt immer noch Hersteller, denen ist das scheissegal, da kriegt man ja teilweise schon keine XP-Treiber mehr.

    Das hört sich eher an nach: ich will eine Windows-Alternative, aber ohne Microsoft, und kostenlos. Das gibts aber nicht, Linux will gar keine Windows-Alternative sein:

    http://www.felix-schwarz.name/files/opensource/articles/Linux_ist_nicht_Windows/

  9. Re: Wo bleibt endlich ein Linux Standard-Desktop

    Autor: xUser 14.06.13 - 20:55

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > und welchen Paketmanager empfiehlt freedesktop? welche standardbibliotheken
    > müssen installiert sein, auf die man sich als developer verlassen kann?

    Keinen, da dies völlig irrelevant ist.

    Als Developer gibt man einfach seine Abhängigkeiten an. Darum kümmert sich dann der Packet Manager.

    > > Man muss sich keine "extra" Hardware kaufen. Nur der China-Consumer Mist
    > > läuft er nicht. Die Business Geräte laufen fast alle Out-of-the-Box.
    >
    > Die meisten Business Geräte laufen meistens, fast alle, wenn man dies und
    > das konfiguriert und sich modul blub aus repo bla installiert, fast immer,
    > unter umständen, irgendwie, so ein bisschen out-of-the-box.

    Höchstens bei Laptops, aber auch nur bei der Grafik. Wifi klappt seit die Treiber alle im main Tree sind.

    > IRL kauft man sich extra Hardware, bei der man weiß, dass Linux gut drauf
    > läuft.

    Nur bei Laptops muss man noch aufpassen. Desktops laufen schon länger out-of-the-Box.

    > > Jedes X-Windows Programm läuft auf jeden X-Windows Desktop.
    >
    > Wenn die 200 Bibliotheken installiert sind, die es sonst noch
    > braucht…

    Ist bei anderen OS genauso. Nur bringt bei Linux i.d.R. nicht jedes Programm seine veralteten Libs mit.

    > Was sind denn die "üblichen" Konventionen? Für welchen Paketmanager muss
    > ich meine Software bauen? Welche Libs muss ich mitliefern welche UI-Kit
    > benutzen? Wie sieht es mit dem Sound-Server aus? Bekomme ich Realtime?
    > Zwischen den Distros ist ja sogar die Ordnerstruktur unterschiedlich.

    Libs nach /usr/lib, bins nach /usr/bin und der Rest nach /usr/share.
    Oder alles nach /opt, wenn man seine Libs selbst mit bringt (Windows Strategie).

    > Eigentlich ist Linux kein OS sondern ein Kernel. Die Distros sind eigene
    > Betriebssysteme, die manchmal zufällig kompatibel zueinander sind.

    Das ist kein Zufall sonder wegen Posix/Unix so.

  10. Re: Wo bleibt endlich ein Linux Standard-Desktop

    Autor: Dorsai! 15.06.13 - 01:58

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >Toll -.-
    >
    > und welchen Paketmanager empfiehlt freedesktop? welche standardbibliotheken
    > müssen installiert sein, auf die man sich als developer verlassen kann?

    Auch von freedesktop:
    http://www.packagekit.org/

  11. Re: Wo bleibt endlich ein Linux Standard-Desktop

    Autor: SelfEsteem 15.06.13 - 19:03

    Kernschmelze schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich glaube ein Grund warum es Linux nicht auf den Desktop schafft, ist das
    > Fehlen eines Standard-Desktops wie bei OS X oder auch bei Android. Dies
    > würde vielen Firmen animieren ihre Software zu Portieren und Supporten.
    > Damit endlich mal etwas mehr als nur die OpenSource Soße unter Linux läuft.
    > Nicht falsch verstehen, einige Programme finde ich richtig gut, aber die
    > Masse kann einfach nicht als Alternative punkten.
    >
    > Das man sich extra Hardware für Linux kaufen muss ist der zweite Punkt,
    > warum es Linux nicht auf den Desktop schafft. Aber gibt es genug Nutzer
    > ziehen auch die Firmen mit ihren Treiber nach.
    >
    > So weit ist es leider noch lange nicht. Also, schafft einen
    > Standard-Desktop und Linux wird sich etwas mehr auf dem Desktop etablieren.
    > Ein Standard-Desktop bedeutet ja nicht automatisch, dass man keinen
    > Alternativen installieren kann. Aber es gibt halt ganz vielen Leute die
    > wollen ihr OS installieren, dann ihre Standard-Software nutzen und nicht
    > viel zeit mit dem System an sich verplempern.

    Ich fasse zusammen:
    Du hast keine Ahnung, hast dafür jedoch keine Ahnung und kannst außerdem noch mit keinerlei Ahnung dienen. Während du so keine Ahnung hast, hast du gelegentlich auch keine Ahnung und siehst dabei meist relativ ahnungslos aus.

    Standarddesktop, den keiner will, Extra-Hardware ... so ein Blödsinn ...

  12. Re: Wo bleibt endlich ein Linux Standard-Desktop

    Autor: DrWatson 15.06.13 - 19:17

    SelfEsteem schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich fasse zusammen:
    > Du hast keine Ahnung, hast dafür jedoch keine Ahnung und kannst außerdem
    > noch mit keinerlei Ahnung dienen. Während du so keine Ahnung hast, hast du
    > gelegentlich auch keine Ahnung und siehst dabei meist relativ ahnungslos
    > aus.
    >
    > Standarddesktop, den keiner will, Extra-Hardware ... so ein Blödsinn ...


    Lass mich raten:

    Du hast seinen Post weder verstanden noch vollständig gelesen, fühlst dich durch berechtigte Kritik persönlich angegriffen und versuchst nun dein fehlendes Selbstwertgefühl durch wahllose Beleidigungen aufzufrischen?

  13. Re: Wo bleibt endlich ein Linux Standard-Desktop

    Autor: SelfEsteem 15.06.13 - 19:49

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Lass mich raten:
    >
    > Du hast seinen Post weder verstanden noch vollständig gelesen, fühlst dich
    > durch berechtigte Kritik persönlich angegriffen und versuchst nun dein
    > fehlendes Selbstwertgefühl durch wahllose Beleidigungen aufzufrischen?

    Erstmal sehe ich in meinem Post wie so oft keinerlei Beleidigung.
    Sollte der TE sich wirklich beleidigt fühlen, so entschuldige ich mich gerne, aber das möchte ich dann von ihm hören.
    Es ist mir unerklärlich, wie zart besaitet manch Mensch sind ...

    Weiterhin: Warum sollte ich mich persönlich angegriffen fühlen? Er kritisiert eine Software - nicht meine Mama. Auch hier ist es mir ein Rätsel, wie man auf solchen Unfug kommt.

    Zum Inhalt: Ich denke ich verstehe seinen Post - ja. Das ist das allgegenwärtige Gejammer. "Extra-Hardware" ist völliger Unsinn. Ja, es funktioniert nicht alles - wir müssen jetzt aber nicht so tun, als würde man für den Einsatz von Linux irgendwelche exotische Hardware benötigen. Der Großteil der verfügbaren Hardware funktioniert out of the box.

    Der Standard-Desktop ist so das am meisten genannte Jammer-Argument, ist und bleibt aber dennoch Unsinn. Berechtigt ist da garnichts.
    Wie stellt man sich sowas überhaupt vor? Wir definieren einfach, dass XFCE der Standard-Desktop ist. Und nun? Hilft das nun jemandem bei der Auswahl? Ist die Qual der Wahl eines Desktops (bei der Installation einer der üblichen Desktops ist es meist das "1, 2 oder 3, letzte Chance ... vorbeeeeei"-Spielchen. Also bitte ... das sollte wohl niemanden geistig überfordern.

    Was an seiner völlig unsinnigen Kritik berechtigt sein soll ... nun ... die Frage lassen wir wohl besser einfach mal im Raum stehen.

  14. Re: Wo bleibt endlich ein Linux Standard-Desktop

    Autor: motzerator 15.06.13 - 22:27

    marsie schrieb:
    --------------------------
    > warum sollte man das wollen? ich hab ja nicht auf Linux
    > gewechselt damit ich ein zweites Windows bekomme...

    Der Markt wartet auf eine Alternative zu Windows. Weil Microsoft
    seit einiger Zeit am Durchdrehen ist. Da braucht man einfach was
    das Standard ist und nicht von Microsoft stammt!

    Eine Waffe gegen Kacheln!

  15. Re: Wo bleibt endlich ein Linux Standard-Desktop

    Autor: DrWatson 15.06.13 - 23:51

    motzerator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Markt wartet auf eine Alternative zu Windows.

    Alternativen zu Windows gibt es wie Sand am Meer, man muss nur danach greifen.

  16. Re: Wo bleibt endlich ein Linux Standard-Desktop

    Autor: DrWatson 16.06.13 - 00:20

    SelfEsteem schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist Gejammer… völliger Unsinn. …funktioniert out of the box.
    > Jammer-Argument … Unsinn. Berechtigt … garnichts.
    > "1, 2 oder 3, letzte Chance ...vorbeeeeei
    > völlig unsinnig


    Selten so einen gequirlten Quark gelesen. ...

    Typische Linux-Installation auf dem Laptop: ISO runtergeladen, installiert, WLAN-Firmware fehlt out of the box, Grafikkarte funktioniert natürlich auch nicht, Lüfter spackt rum – toll.
    Im Forum nachgelesen (aha – Firmware ist aus ethisch-moralischen Gründen nicht im Repo), Firmware gesucht, heruntergeladen (zum Glück hat man ja noch andere Betriebssysteme), auf USB-Stick gepackt, installiert, dann erstmal schön 3 Stunden lang Updates installieren…

    Zwei frustrierende Tage später: Lüfter mit ekeligem Script abgewürgt, Grafikkarte funktioniert immer noch nicht ("Lad' dir einfach Treiber xy runter. Funktioniert nicht? Probiers mal mit Treiber xz etc…)

    Bis dato hab ich immer noch keine richtige 3D-Beschleunigung auf dem Laptop zum laufen bekommen, aber gut, damit kann man sich abfinden…


    Was macht man wenn man Software entwickelt? Sie für alles Distris einzeln paketieren? Immer die richtigen Abhängigkeiten raussuchen etc? Oder lieber ein unfertiges Teil ausliefern, das der Nutzer dann per Hand installieren muss?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.06.13 02:52 durch gs (Golem.de).

  17. Re: Wo bleibt endlich ein Linux Standard-Desktop

    Autor: baltasaronmeth 16.06.13 - 04:11

    Jeder Artikel über über ein Update einer großen Desktopumgebung erzeugt mindestens einen Thread mit genau dieser Frage. Die Antwort wird auch diesesmal die gleiche sein: Linux ist kein Betriebssystem wie Windows oder OSX, es steckt keine zentrale Macht dahinter, die irgend etwas bestimmmen könnte.

    KDE und Gnome versuchen beide, den Standarddesktop zu sein, den du gerne hättest. Tatsächlich ist man sich schon in vielen Punkten nahe gekommen, beide versuchen, so gut es geht die Spezifikationen von freedesktop.org zu implementieren. Ansonsten gibt es da noch XFCE, das im Prinzip ein Versuch ist, "Gnome ohne Scheiße" zu sein und, da es auf GTK basiert und irgendwie auch freedesktop.org-kompatibel sein will, technisch nicht weit genug aus der Reihe schlägt, um nicht als Gnome-kompatibel durchzugehen. Den Rest kann man getrost vergessen, ich möchte die schöne Arbeit nicht kleinreden, aber eine DE ist mehr, als ein Windowmanager, um den ein paar Tools geschrieben wurden. Wenn ich es schon von Fenstermanagern habe, die meisten bekannten und viel verwendeten sind EWMH-konform (noch eine freedesktop.org-Spezifikation). Mir fällt auf Anhieb keine unter Linux verbreitete Desktopumgebung ein, die nicht irgendwie auf xdg-utils (oder dessen "Backend") zur mime-Verwaltung zurückgreift. Auch das ist, wie man es fast ahnen könnte, eine freedesktop.org-Geschichte (XDG war der alte Name von freedesktop.org).

    Wenn du mir jetzt erzälen willst, es gäbe keinen Quasi-Standarddesktop für Linuxsysteme, dann kann ich beruhigt ins Bett gehen, denn wenn die einzigen Schmerzen der Nutzer die Tatsache ist, dass es zwei Toolkits gibt, bei denen man - Koexistenz angenommen - bei der Anwendung von Themes auf eine bestimmte Reihenfolge achten muss, damit alle Fenster gleich aussehen (komplette Themes, eine Sache, die es anderswo in der Form nur über Software von Drittherstellern möglich ist und dank "Markenidentität" von anderen garnicht gewünscht wird), dann weiß ich nicht, ob ich dieses Abheben, Einschlagen, Durchstarten oder sonstwie Erfolgreichwerden dieses Linuxdesktops wirklich brauche.

    Im Gegenteil: Wenn der Preis für die Verfügbarkeit kommerzieller Software und teilweise höherer Aufmerksamkeit der Treiberprogrammierer in Hardwarefirmen die Flexibilität des Linuxdesktops berührt, möchte ich nicht, dass dieser Weg gegangen wird. Das ist nämlich der einzige Grund, warum all die User, die - brutal ausgedrückt - nur Bandbreite kosten und die Supportforen füllen, ohne auch nur einmal selbst Hilfe zu leisten oder auch nur einen Bug zu melden, überhaupt wahrgenommen werden: Man hätte ja doch schon gerne Treiber für allerhand Hardware, die wird nur geschrieben, wenn der Hersteller erwarten kann, dass genug Kunden die Treiber brauchen, um die Arbeitszeit zu rechtfertigen, die Dinger zu Entwickeln und auf dem neusten Stand zu halten. Dafür muss aber kein Gremium aufgestellt werden, dass irgendwelche Standards erzwingt. User, die einer Markenidentität wegen aufspringen, erzeugen mehr Arbeit, als sie nutzen. Selbst in Gnome-Kreisen spricht man schon von "brand presence": (https://mail.gnome.org/archives/gnome-shell-list/2011-June/msg00116.html)

    > "The point is that it decreases our brand presence. That particular user might understand what it is that they are running, but the person who sees them using their machine or even sees their screenshots on the web will not. The question we have to ask ourselves is: how do we make sure that people recognise a GNOME install when they see one?

    > [...]

    > We've always argued that if it is anything, GNOME is a UX. There might be a case for letting people tweak things here and there, but I really think that every GNOME install should have the same core look and feel. Otherwise, what is it that we are doing in the first place?"

    UX, das IT-Unakronym des Jahres 2012. Dahinter verbirgt sich der tolle Euphemismus "user experience". Du kannst beruhigt sein, auch in Linux-Kreisen benimmt man sich jetzt schon, wie in den großen Konzernen, denen man mit Linux eigentlich aus dem Weg gehen wollte: Programmiert wird nicht mehr Software, programmiert wird die Erfahrung des Benutzers. Ich möchte ein Werkzeug haben. Für ein Werkzeug kann ich entweder bezahlen, oder ich helfe, es zu entwickeln, zu bauen und zu verbreiten, zu warten und zu verbessern. Was ich aber nicht unterstütze, ist ein "Geschäftsmodell", bei dem ich, für meine Gratisnutzung, mit meiner Stimme eine Marke stärke, mit der dann irgendwann, aus heiterem Himmel und in ganz anderem Zusammenhang Geld verdient werden kann. Man hat ja schließlich eine Marke, die kennt man, also warum packt man die nicht irgendwo drauf? Genau solchen Dingen will man ausweichen, wenn man Linux benutzt. Klar, wir haben unsere Idole und Hassfiguren. Unser coolster Typ ist ein Finne mit grenzwertigen Manieren, der irgendwie doch ein netter Kerl zu sein scheint. Wir haben auch unsere kontroversen Gestalten, wie unseren deutschen Geek, der ganz viel Unmut auf sich gezogen hat, weil er eine Soundkomponente geschrieben hat, die plötzlich von allen verwendet wurde, obwohl sie garnicht fertig war und der von einigen als der Teufel an die Wand gemalt wird, weil er es jetzt auch noch gewagt hat, uns mit einem neuen init-System zu beglücken, dass, genau wie beim Soundding, jeder plötzlich nutzen musste, obwohl es noch garnicht fertig war. Verdient der Finne mit seiner Hobbyknipserei Geld, weil er die Fotos als "Linux Imagery" vermarktet? Schreibt der Deutschgeek ein Buch mit dem Titel "Ich hab nie gesagt, das Ding sei fertig! - Ein Manifest der Missverstandenen"? Nein, wir lachen zwar darüber, aber am Ende hat es keinen Einfluss auf unser Leben, ob hinter Linux nun eine Marke steckt oder nicht. Unser Heiland übrigens isst Sachen von seinem Fuß.

  18. Re: Wo bleibt endlich ein Linux Standard-Desktop

    Autor: SelfEsteem 16.06.13 - 10:29

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Selten so einen gequirlten Quark gelesen. ...
    >
    > Typische Linux-Installation auf dem Laptop: ISO runtergeladen, installiert,
    > WLAN-Firmware fehlt out of the box, Grafikkarte funktioniert natürlich auch
    > nicht, Lüfter spackt rum – toll.
    Und ich habe hier drei Notebooks, bei denen alles out-of-the-box läuft. Und nun?
    Wenn du dir exotische China-Ware kaufst, bist du selbst schuld.


    > Was macht man wenn man Software entwickelt? Sie für alles Distris einzeln
    > paketieren? Immer die richtigen Abhängigkeiten raussuchen etc? Oder lieber
    > ein unfertiges Teil ausliefern, das der Nutzer dann per Hand installieren
    > muss?
    Machs, oder hoffe es tut jemand anderes für dich. Im Zweifelsfall: Mach einfach garnichts, wenn du dir zu fein dazu bist.
    Alternativer Weg: Iss ein Snickers ...

  19. Re: Wo bleibt endlich ein Linux Standard-Desktop

    Autor: Schiwi 17.06.13 - 11:12

    Immer wieder der gleiche Unsinn...
    Standarddesktop so ein quatsch, warum sollte man sowas wollen? Noch viel wichtiger, wer sollte das entscheiden? Red Hat? Suse? Canonical? Ubuntu hat übrigens innerhalb seiner Distribution mit Unity einen Standarddesktop, doch ist eben Herstellerabhängig.
    Auch Android hat keinen Standarddesktop, denn Google hat einen, Samsung hat einen, LG hat einen... etc.
    Es ist einfach nicht möglich so etwas durchzusetzen

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