1. Foren
  2. Kommentare
  3. OpenSource-Forum
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Freier Videocodec AV1: Was…

Den Hypezyklen angepasst

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Den Hypezyklen angepasst

    Autor: DADICE 19.12.16 - 10:37

    Mich nervt es schon etwas, dass ein kaum 3 Jahre altes Laptop Youtube nur unter größten Schwierigkeiten bewältigt (von 1080p60 gar nicht zu reden) und mit der Akkulaufzeit derart in die Knie geht, weil sich Google entschlossen hat, alles nur noch in VP9 auszuliefern, das aber nur von der aktuellsten Hardware unterstützt wird.

    Jetzt schon wieder den Nachfolger zu basteln (und wahrscheinlich direkt und ohne Alternative nur noch dieses Format anzubieten) ist nicht kundenfreundlich sondern gierig: Alle mobilen Geräte der vorigen Generation werden massiv Einbußen bei Akkulaufzeit, Temperatur und Performance haben, weil sie keine Fixed Function Einheiten zum Decoding haben. Zudem reduzieren sie den Druck der Telekomanbieter auf die Contentanbieter (Ok Netflix, ihr wollt massig Daten an Telekomkunden schicken? Bezahlt uns dafür) Und die Hardwarehersteller freuen sich natürlich auch, weil die Netflix-App mit AV1 plötzlich nur noch auf dem aktuellsten Galaxy/iphone läuft. Nee, muss nicht sein.

  2. Re: Den Hypezyklen angepasst

    Autor: red creep 19.12.16 - 10:55

    Ich frage mich warum nicht jeder Rechner für solche Aufgaben einen FPGA-Coprozessor hat. Der könnte dann dynamisch je nach Codec den passenden Decoder laden und die CPU kann sich ausruhen.

  3. Re: Den Hypezyklen angepasst

    Autor: Limit 19.12.16 - 11:05

    Fest verdrahtete Dekoder sind deutlich sparsamer und kleiner. Zusätzlich hat man ja noch die reine Softwarelösung als Fallback. Daher macht es aus Herstellersicht nicht viel Sinn FPGAs dafür einzubauen, auch es wenn es für den Nutzer sicherlich interessant wäre. Für den Server-Markt plant Intel ja bereits CPU/FPGA Kombi-Chips. Allerdings dürften Video-Dekoder nicht der Grund dafür sein :)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.12.16 11:05 durch Limit.

  4. Re: Den Hypezyklen angepasst

    Autor: gadthrawn 19.12.16 - 11:07

    red creep schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich frage mich warum nicht jeder Rechner für solche Aufgaben einen
    > FPGA-Coprozessor hat. Der könnte dann dynamisch je nach Codec den passenden
    > Decoder laden und die CPU kann sich ausruhen.

    Für die jeweils aktuelle Generation ist es günstiger (und auch stromsparender) die Codecs relativ fest in Hardware zu gestalten. Die FPGAs werden normal nur genutzt um die späteren ASICs die dann Massenware sind zu "testen". ASICs sidn dann normal noch mal flotter und eben stromsparender ausgelegt. Nebenbei musst du die Dinger relativ gut schützen - gegen Störstrahlungen sind die empfindlicher. Bei Xilinx hast du SRAM - die Dinger brauchen immer einige Sekunden nach Neukonfiguration zum "booten" Jetzt erklär mal Benutzern warum das Starten von Videos noch langsamer ist. Bzw. mal schnell mal langsam je nach Codecwechsel. (geht natürlich mit EEPRoms und Schutzmassnahmen alles flotter und sicherer, kostet dann aber wieder Platz und Geld)

    FPGAs werden auch schneller. Denkst du ein alter wird ewig die passende Geschwindigkeit für neue Codecs bieten?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.12.16 11:08 durch gadthrawn.

  5. Re: Den Hypezyklen angepasst

    Autor: 0x8100 19.12.16 - 11:08

    DADICE schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mich nervt es schon etwas, dass ein kaum 3 Jahre altes Laptop Youtube nur
    > unter größten Schwierigkeiten bewältigt (von 1080p60 gar nicht zu reden)
    > und mit der Akkulaufzeit derart in die Knie geht, weil sich Google
    > entschlossen hat, alles nur noch in VP9 auszuliefern, das aber nur von der
    > aktuellsten Hardware unterstützt wird.

    https://addons.mozilla.org/en-US/firefox/addon/h264ify/
    https://chrome.google.com/webstore/detail/h264ify/aleakchihdccplidncghkekgioiakgal

  6. Re: Den Hypezyklen angepasst

    Autor: eXXogene 19.12.16 - 12:38

    DADICE schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    Und die Hardwarehersteller freuen sich natürlich auch, weil die
    > Netflix-App mit AV1 plötzlich nur noch auf dem aktuellsten Galaxy/iphone
    > läuft. Nee, muss nicht sein.

    Netflix wird wenn überhaupt nur dann diesen Codec verwenden wenn ausreichend kompatible Geräte gibt. Bis das so sein wird, wurden allerdings sehe viel mehr Geräte mit HEVC verkauft.

    Mit anderen Worten deine Netflix App wird noch sehr lange funktionieren.

  7. Re: Den Hypezyklen angepasst

    Autor: _Soulhunter_ 19.12.16 - 13:33

    Contentprovider wie Amazone oder Netflix werden AV1 parallel zu H.265 in ihren Apps einführen und mit jeder Optimierung bei mehr und mehr Geräten automatisch AV1 bevorzugen.

    Jeder User der sich einen AV1 Stream anschaut bringt bares Geld für diese Anbieter da keine Lizenzgebühren bezahlt werden müssen und nur ihre Software angepasst werden muss.

    Ich denke zuerst wird man die neuen Codecs bei Apple TV und Amazone Fire TV sehen um beim eigenen Streaming Dienst Lizenzgebühren zu sparen und damit wird die Verbreitung von Netflix und Co starten

  8. Re: Den Hypezyklen angepasst

    Autor: Bendix 19.12.16 - 13:39

    DADICE schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Zudem
    > reduzieren sie den Druck der Telekomanbieter auf die Contentanbieter (Ok
    > Netflix, ihr wollt massig Daten an Telekomkunden schicken? Bezahlt uns
    > dafür)

    Man soll weiterhin große Datenmengen produzieren, um dem Druck auf Netflix hoch halten zu können anstatt effizientere Algorithmen einzusetzen? Echt jetzt?

  9. Re: Den Hypezyklen angepasst

    Autor: Limit 19.12.16 - 13:40

    Ich tippe auf Google/YouTube als ersten Anbieter. Amazon und Netflix dürften dann aber auch folgen. Bei Apple wäre ich mir nicht so sicher, die sind Mitglied von MPEG LA und nutzen in all ihren Produkten ausschließlich AVC / HEVC.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.12.16 13:41 durch Limit.

  10. Re: Den Hypezyklen angepasst

    Autor: underlines 19.12.16 - 13:59

    Limit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Fest verdrahtete Dekoder sind deutlich sparsamer und kleiner. Zusätzlich
    > hat man ja noch die reine Softwarelösung als Fallback.

    Schon mal nen SW-Encoder für HEVC 4K 60FPS verwendet? -> Diashow sogar auf nem Skylake i7 und 8GB Ram

  11. Re: Den Hypezyklen angepasst

    Autor: Wiggy 19.12.16 - 15:06

    gadthrawn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > red creep schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich frage mich warum nicht jeder Rechner für solche Aufgaben einen
    > > FPGA-Coprozessor hat. Der könnte dann dynamisch je nach Codec den
    > passenden
    > > Decoder laden und die CPU kann sich ausruhen.
    >
    > Für die jeweils aktuelle Generation ist es günstiger (und auch
    > stromsparender) die Codecs relativ fest in Hardware zu gestalten. Die FPGAs
    > werden normal nur genutzt um die späteren ASICs die dann Massenware sind zu
    > "testen". ASICs sidn dann normal noch mal flotter und eben stromsparender
    > ausgelegt. Nebenbei musst du die Dinger relativ gut schützen - gegen
    > Störstrahlungen sind die empfindlicher. Bei Xilinx hast du SRAM - die
    > Dinger brauchen immer einige Sekunden nach Neukonfiguration zum "booten"
    > Jetzt erklär mal Benutzern warum das Starten von Videos noch langsamer ist.
    > Bzw. mal schnell mal langsam je nach Codecwechsel. (geht natürlich mit
    > EEPRoms und Schutzmassnahmen alles flotter und sicherer, kostet dann aber
    > wieder Platz und Geld)
    >
    > FPGAs werden auch schneller. Denkst du ein alter wird ewig die passende
    > Geschwindigkeit für neue Codecs bieten?

    Muss ich mal kurz "reingrätschen" als hauptberuflicher FPGA-Entwickler :)

    1. Die Ladezeit von FPGAs lässt sich auf wenige 10ms reduzieren. Bis dann alle PLLs gelockt sind etc. und das Teil einsatzbereit ist, vergehen vielleicht nochmal ein paar ms. Alles in allem sollte die Ladezeit in der Praxis kaum ins Gewicht fallen. Zudem kann man auch dynamisch nur geänderte Teile des FPGAs laden, was die Menge der zu ladenden Konfigurations-Daten reduziert und das Laden weiter beschleunigt. Was diese Thematik angeht, sehe ich da kein Problem.
    2. Störstrahlung ist auch kein relevantes Problem, zumindest nicht bei gewöhnlichen Anwendungen. Die Strahlung stört z.B. bei Luft- und Raumfahrtanwendungen, aber nicht bei PCs in irgendwelchen Büros, Rechenzentren und Wohnzimmern. Und selbst da, wo Strahlung stört, kann man einfach radiation-hardened FPGAs verwenden. Gibts alles, kostet halt mehr.

    Kommen wir jetzt zu den IMHO wirklich relevanten Problemen:
    Video-Codecs sind recht komplexe Anwendungen, d.h. man braucht einfach viele Logik-Ressourcen. Das wiederum bedeutet, dass man ziemlich grosse FPGAs bräuchte. Und die sind a) scheissteuer (ich rede da vom Mehrfachen dessen, was die CPU kostet!), b) meistens physikalisch gross, d.h. viele Pins (bzw. in dem Fall Balls), dementsprechend wird das Layout eines Mainboards komplizierter und was da sonst noch alles dranhängt und c) fressen die Leistung. Da hat man mal locker 15W zusätzliche Verlustleistung, aktiv kühlen muss man sowieso...
    Gut, wenn man sich vorstellt, dass sowas in Millionenstückzahlen liefe, dann wirds preislich vielleicht günstiger, aber im Verhältnis zur CPU bleibt das uninteressant. Eine Kombi-Lösung wie die von Intel mit CPU- und FPGA-Die auf einem Träger könnte ich mir da eher vorstellen, aber das wird aus o.g. Gründen immer eine Hochpreis-Lösung für Highend-Anwendungen bleiben.
    Zudem ist ein Codec auch nicht mal eben schnell in einem FPGA implementiert. Das geht auch nur unwesentlich schneller als eine ASIC-Implementierung und im Gegensatz zu einer Software-Implemetierung gibt es da nur wenige Leute, die das können und noch weniger, die es z.B. im Rahmen eines OpenSource-Projektes umsonst zur Verfügung stellen würden. Davon hätte sowieso kaum jemand was, weil die FPGA-Tools ordentlich Geld kosten (zumindest die für die Grösse FPGAs, von der wir hier reden), sowas hat Ottonormalentwickler im Gegensatz zum C-Compiler nicht zuhause, mit dem Quellcode kann also fast niemand was anfangen.
    Man würde also fertige Konfigurations-Files ausliefern müssen, und die gehen auf exakt einem Typ und Modell von FPGA. man müsste also prinzipiell immer exakt dasselbe FPGA drauf haben... Das ist nicht wie bei CPUs, wo der gleiche Code halt auf jedem c-beliebigen x86-Prozessor läuft...

    Alles in Allem: ergibt IMHO keinen Sinn, weder technisch noch wirtschaftlich.

  12. Re: Den Hypezyklen angepasst

    Autor: Limit 19.12.16 - 15:15

    underlines schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Schon mal nen SW-Encoder für HEVC 4K 60FPS verwendet? -> Diashow sogar auf
    > nem Skylake i7 und 8GB Ram

    Hab leider kein passendes Material, bei AVC 4k @ 40Mbps kommt mein Ivy Bridge i5 @ 4GHz mit mplayer und 4 Threads auf knapp 90fps.

  13. Re: Den Hypezyklen angepasst

    Autor: Anonymer Nutzer 19.12.16 - 16:24

    DADICE schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mich nervt es schon etwas, dass ein kaum 3 Jahre altes Laptop Youtube nur
    > unter größten Schwierigkeiten bewältigt (von 1080p60 gar nicht zu reden)
    > und mit der Akkulaufzeit derart in die Knie geht, weil sich Google
    > entschlossen hat, alles nur noch in VP9 auszuliefern, das aber nur von der
    > aktuellsten Hardware unterstützt wird.
    >
    > Jetzt schon wieder den Nachfolger zu basteln (und wahrscheinlich direkt und
    > ohne Alternative nur noch dieses Format anzubieten) ist nicht
    > kundenfreundlich sondern gierig: Alle mobilen Geräte der vorigen Generation
    > werden massiv Einbußen bei Akkulaufzeit, Temperatur und Performance haben,
    > weil sie keine Fixed Function Einheiten zum Decoding haben. Zudem
    > reduzieren sie den Druck der Telekomanbieter auf die Contentanbieter (Ok
    > Netflix, ihr wollt massig Daten an Telekomkunden schicken? Bezahlt uns
    > dafür) Und die Hardwarehersteller freuen sich natürlich auch, weil die
    > Netflix-App mit AV1 plötzlich nur noch auf dem aktuellsten Galaxy/iphone
    > läuft. Nee, muss nicht sein.

    Mein Notebook ist von 2014 (Haswell CPU und Maxwell GPU) und kann 4K youtube ohne Probleme und ohne Ruckeln darstellen.

  14. Re: Den Hypezyklen angepasst

    Autor: Lapje 19.12.16 - 16:25

    DADICE schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mich nervt es schon etwas, dass ein kaum 3 Jahre altes Laptop Youtube nur
    > unter größten Schwierigkeiten bewältigt (von 1080p60 gar nicht zu reden)

    Ist das bei allen Browsern so? Bei mir macht z.B. nur Firefox Probleme bei YT, so dass Clips kaum ruckelfrei abspielbar sind. Unter IE und Chrome gibt es dagegen keine Probleme...

  15. Re: Den Hypezyklen angepasst

    Autor: sneaker 19.12.16 - 17:40

    Limit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich tippe auf Google/YouTube als ersten Anbieter. Amazon und Netflix
    > dürften dann aber auch folgen. Bei Apple wäre ich mir nicht so sicher, die
    > sind Mitglied von MPEG LA und nutzen in all ihren Produkten ausschließlich
    > AVC / HEVC.
    Nutzen die überhaupt HEVC? Da scheint Apple sich immer noch rauszuhalten. So wie bei VP8 und VP9 auch, wo selbst Microsoft inzwischen nachgegeben hat. Apple ist H.264-Monokultur.

  16. Re: Den Hypezyklen angepasst

    Autor: sneaker 19.12.16 - 17:42

    _Soulhunter_ schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich denke zuerst wird man die neuen Codecs bei Apple TV und Amazone Fire TV
    > sehen um beim eigenen Streaming Dienst Lizenzgebühren zu sparen und damit
    > wird die Verbreitung von Netflix und Co starten
    Apple ist nicht Mitglied bei AOMedia. Ich denke zuerst kommen Chrome und Youtube. Die können das über ein Software-Update schnell ausrollen. Hardware kommt später.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. IT Manager / Digitalisierungsarchitekt (m/w/d)
    Siedlungswerk GmbH, Stuttgart
  2. Digital Consultant (m/w/d)
    ORBIT Gesellschaft für Applikations- und Informationssysteme mbH, Bonn
  3. Senior Software Developer (m/w/d)
    unimed Abrechnungsservice für Kliniken und Chefärzte GmbH, deutschlandweit (Home-Office)
  4. (Junior) .NET Entwickler (m/w/d)
    dmTECH GmbH, Karlsruhe

Detailsuche


Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers Blu-ray für 6,39€, Captain Marvel Blu-ray für 9...
  2. (u. a. Fire TV Stick 4K für 24,99€, Echo Dot. (4. Gen.) für 29,99€, Fire HD 10 Tablet für 79...
  3. Die Top Deals der Black Friday Woche bei Amazon, Media Markt, Otto & Co.
  4. (u. a. be quiet Shadow Rock Slim CPU-Kühler für 29,99€, Cooler Master V850 Platinum 850-Watt-PC...


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de