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Ist BSD wirklich nutzbar?
Autor: peter_pan 24.04.14 - 12:10
Als ich vor Jahren mal OpenBSD ausprobierte, war da kaum etwas mit Medien zum laufen zu bekommen.
Viele Video-Codecs gab es einfach nicht. Wichtige Programme für mich wie encfs, ein aktuelles Office-Paket, einen aktuellen Browser.... die gab es entweder nicht oder nur veraltete Sachen.
Welchen Vorteil würde mir ein BSD gegenüber (m)eines Linux bringen? -
Re: Ist BSD wirklich nutzbar?
Autor: Seitan-Sushi-Fan 24.04.14 - 13:17
peter_pan schrieb:
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> Als ich vor Jahren mal OpenBSD ausprobierte, war da kaum etwas mit Medien
> zum laufen zu bekommen.
OpenBSD ist nun wirklich nicht primär als Desktop-System gedacht. Damit laufen eher Router und so.
> Welchen Vorteil würde mir ein BSD gegenüber (m)eines Linux bringen?
BSD ist nicht BSD.
Bei FreeBSD (und damit auch PC-BSD und FreeNAS) haste z.B. erstklassigen ZFS-Support. Das wirste bei Linux niemals haben, solang ZFS unter CDDL steht. -
Re: Ist BSD wirklich nutzbar?
Autor: Dadie 24.04.14 - 13:17
peter_pan schrieb:
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> Welchen Vorteil würde mir ein BSD gegenüber (m)eines Linux bringen?
Letztlich ist ein Computer und auch die Software nur ein Werkzeug, für jede Aufgabe das richtige Werkzeug. Darum sollte man ein Betriebssystem immer nach seiner Aufgabe wählen. Hat ein Betriebssystem alle Werkzeuge die man benötigt und erfüllt es auch sonst alle Kriterien (Sicherheit z.B.) dann ist es für die Aufgabe genau richtig. Darum sollte man auch meiner Meinung nach Flexibel sein und je nach Aufgabe das für diese Aufgabe beste Betriebssystem wählen.
Ich selber habe mich damals Pro-(Free)BSD und Contra-Linux entschieden, weil (Free)BSD im allgemein mehr Wert auf Konsistenz und Beständigkeit legt. Wenn du einmal weißt wie man etwas bei (Free)BSD einrichtet, kannst du das in der Regel auch die nächsten Jahre genau so machen. Bei Linux kommt es dann doch etwas häufiger vor, dass man bestimmte Dinge neu erlernen muss weil alte Wege nicht mehr klappen oder sogar ganze Tools ersetzt wurden. Bei Linux kommt es dann doch häufiger vor, dass man Dinge vollkommen neu erlernen muss.
Auch bieten die meisten BSD Betriebssysteme eher ein rudimentäres Basis-System. Frei nach dem "Motto, so wenig wie möglich, so viel wie nötig" wird man nicht von unglaublich vielen Tools erschlagen. Das ist gerade dann hilfreich wenn man ein System seinen Bedürfnissen anpassen will. Die Anleitungen von OpenBSD und FreeBSD sind auch derartig gut, dass es gar nicht schlimm ist wenn man etwas mehr selber machen muss. Es gibt gute Schritt für Schritt Anleitungen die einem Helfen, Erklären und einem Tipps geben. Gerade die FreeBSD Dokumentation gehört meiner Meinung zu den schönsten die ich kenne.
Aus diesem Grund bin ich auch der Meinung dass für Menschen die sich für Computer interessieren FreeBSD ein super Betriebssystem ist. Hat man einmal gelernt wie man etwas löst kann man es in der Regel die nächsten Jahren genau so lösen. Die Anleitungen sind gut, durchdacht und erklärend. Und ein BSD Betriebssystem ist häufig minimal genug, dass man nicht erschlagen wird von einem Wust von Tools. Man lernt beim Einrichten das System zu bedienen. So traut man sich dann doch häufiger mal in Konfigurations-Datein oder versteht mehr von einem Fehler wenn er auftaucht.
Der Nachteil ist natürlich das Änderung nicht so schnell und nicht so häufig bei BSD passieren. Das nicht weil BSD gerne langsam ist, sondern weil man auf langfristige Designs und Ideen setzt. Und dann muss man eben ein paar Jahre mehr über z.B. den Aufbau einer Lösung denken. Und wenn man sich nicht für das Betriebssystem interessiert sondern "nur irgendwas will" kann BSD "umständlich", "alt", "langsam", "unfreundlich" wirken (muss aber nicht gerade PC-BSD versucht das zu vermeiden).
Viele Ideen oder Konzepte von BSD findet man aber auch in der Linux Welt. Wer mit Arch, Gentoo oder Slackware zu recht kommt wird mit ziemlicher Sicherheit seinen Spaß an (Free|Open)BSD. Letztlich sollte man jedoch das Betriebssystem auswählen welches die Notwendigen Werkzeuge besitzt die man benötigt. Den letztlich will man mit den Werkzeugen etwas erarbeiten und darauf kommt es an.
Man muss bei BSD nur teilweise damit leben dass es relativ wenige proprietäre Treiber gibt. Gewisse Broadcom W-Lan Karten kriegt man nicht zum laufen. Und auch UEFI Support ist häufig nur rudimentär oder gar nicht vorhanden. Notebooks und insbesondere Hintergrundbeleuchtung sind auch häufig ein Problem. Man sollte sich also vorher Informieren ob das Gerät das man kaufen will kompatibel mit dem BSD der eigenen Wahl ist. Diese Probleme liegen aber in der Regel daran, dass die meisten BSD Projekte wenige Entwickler haben, kaum Spenden bekommen und wegen dem GPL/BSD-Problem Code kaum zurück fließt oder fließen kann. -
Re: Ist BSD wirklich nutzbar?
Autor: pythoneer 24.04.14 - 13:18
peter_pan schrieb:
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> Welchen Vorteil würde mir ein BSD gegenüber (m)eines Linux bringen?
Du hast was neues zum lernen. Vielleicht würde der eine oder andere sagen, dass BSD's ein wenig stabiler sind was API's aber auch Systemstabilität betrifft – aber das ist sehr subjektiv, für mich als Arch Nutzer ist wohl sowiso alles andere stabiler ;) *kleiner Scherz*
Ich bin auch immer noch auf der Suche nach einem BSD für mich – einfach so aus Spaß – habe leider noch nicht so viel Zeit in dieses schöne System investieren können. -
Re: Ist BSD wirklich nutzbar?
Autor: tux. 24.04.14 - 13:22
Seitan-Sushi-Fan schrieb:
> OpenBSD ist nun wirklich nicht primär als Desktop-System gedacht.
Je nachdem.
OpenBSD ist Exklusivdesktop auf einem meiner Laptops, auf dem FreeBSD und seine Derivate partout nicht mit dem WLAN (oder gar der Festplatte) zusammenarbeiten wollten. :-) -
Re: Ist BSD wirklich nutzbar?
Autor: SagIchNich 24.04.14 - 13:46
> Als ich vor Jahren mal OpenBSD ausprobierte, war da kaum etwas mit Medien
> zum laufen zu bekommen.
OpenBSD ist in meinen Augen ein wirklich gelungenes Betriebssystem, was sich nicht nur für Serverlösungen eignet. Ich hatte es selbst einige Monate als Desktop Betriebssystem, mir fehlten aber aktuelle(re) Paketsoftware und explizite Unterstützung für Features wie z. B. TRIM für SSDs. Die kommenden Monat erscheinende v5.5 bietet USB-Disk-Images, eine Implementierung von tmpfs und hat an Performance erheblich zugelegt. Wenn Du OpenBSD vielleicht noch einmal eine Chance geben möchtest, ist jetzt nicht der schlechteste Zeitpunkt, finde ich. Die angesprochene "Medien-"problematik dürfte sich in der Zwischenzeit zerschlagen haben. Aktuellere Browser- und MediaPlayer-Paketen sei Dank. Auf was es weiterhin zu verzichten gilt ist Flash. Es gibt schräge Workaroundansätze dafür, welche ich damals auch im Einsatz hatte, von denen möchte ich aber weiterhin dringend abraten. Ich selbst komme schon eine ganze Weile ohne Flash aus - aber das muss jeder für sich entscheiden, abhängig davon wo ihn/sie seine/ihre Wege im Netz hinziehen...
> Viele Video-Codecs gab es einfach nicht. Wichtige Programme für mich wie
> encfs, ein aktuelles Office-Paket, einen aktuellen Browser.... die gab es
> entweder nicht oder nur veraltete Sachen.
Da ist OpenBSD vielleicht auch nicht die allerbeste Wahl, wenn es Dir darauf ankommt. Dafür bestens geeignet finde ich persönlich FreeBSD und alternativ DragonFlyBSD, da Letzteres im Grunde auf ähnlich aktuelle Repositories zugreift.
PCBSD finde ich persönlich viel zu überladen. Es bringt tausend vorkonfigurierte Dinge mit, welche nicht jeder braucht - ähnlich einer nutzerfreundlichen Linux-Distribution. Dagegen habe ich grundsätzlich nichts, ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, ein FreeBSD, (gerne auch unter Zuhilfenahme der Konfigurationsdateien von PCBSD) auf die eigenen Bedürfnisse hochzukonfigurieren, als in PCBSD die Features, die man nicht brauch (mehr oder wenige Mühsam) zu deaktivieren.
> Welchen Vorteil würde mir ein BSD gegenüber (m)eines Linux bringen?
Schwer pauschal zu beantworten. Vielleicht gar keine, vielleicht sogar Nachteile. Ich persönlich finde den Ansatz von BSD - und damit meine ich nicht nur den Lizenzansatz - besser als bei Linux, bzw. der Vielfalt an Distributionen. Ich bin beispielsweise zwiegespalten darüber, dass der Großteil von Linux Kernel-Entwicklern ihren Code bezahlt als (voreingenommene) Angestellte (meist größerer) Unternehmen in den Kernel mergen, (Quelle: https://www.golem.de/1001/72588.html) und dann keine Community-, sondern eine einzige Person (Linux Torvalds) als End-Committer entscheidet ob der Code auch in den Kernel aufgenommen wird.
Die Seite http://www.selenic.com/bloatwatch/ gibt es ja nun nicht mehr, mein letzter Wissensstand war jedoch, dass ein jeder neuer Linux Kernel Release gut 2% Performanceverlust mit sich bringt (Quelle:
http://www.heise.de/open/meldung/Torvalds-Der-Linux-Kernel-ist-aufgeblaeht-789564.html).
Dann höre ich hin und wieder von Leuten, dass es als vorteilhaft empfunden wird, dass das Betriebssystem "wie aus einem Guss" daherkommt, und nicht eine zusammengewürfelte Kernel/Userland-Kombination sei.
Aber lange Rede kurzer Sinn - die Frage kann ich nicht, (insbesondere nicht pauschal) beantworten. Hier noch ein Link mit selber Fragestellung von FreeBSD: http://docs.freebsd.org/doc/de/articles/explaining-bsd/comparing-bsd-and-linux.html
Vielleicht überzeugen Dich aber auch ein paar Benchmarks: http://www.phoronix.com/scan.php?page=article&item=pcbsd_10_benchmarks&num=1
Oder wenn Du dich zu einem BSD eher hingezogen fühlst, kann ich entsprechende Podcasts empfehlen, z. B.:
http://cre.fm/cre048-freebsd
http://cre.fm/cre105-openbsd
Ich würde es an Deiner Stelle aber auf jeden Fall noch einmal probieren, ob ein BSD nicht vielleicht doch das Richtige(re) für Dich ist.
In diesem Sinne viel Spaß am Gerät!
1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.04.14 13:51 durch SagIchNich. -
Re: Ist BSD wirklich nutzbar?
Autor: peter_pan 24.04.14 - 13:50
Ich installiere gerade auf einer anderen Festplatte PCBSD auf meinem Thinkpad X200. Ich bin gespannt.
Mobil brauche ich nicht wirklich viel, nur ein gutes Textprogramm und Internet mit Java und (leider) Flash Unterstützung. Ich bin mal gespannt, aktuell warte ich 1,5h, dass die Installation voranschreitet.
Bin ich froh, dass ich die Festplatte nicht mehr händisch einrichten muss (ich erinnere mich noch dunkel an HP Unix Zeiten, das war furchtbar, die Cluster selbst zu erstellen). -
Re: Ist BSD wirklich nutzbar? JA, aber...
Autor: /gT/ 24.04.14 - 17:01
peter_pan schrieb:
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> Viele Video-Codecs gab es einfach nicht. Wichtige Programme für mich wie
> encfs, ein aktuelles Office-Paket, einen aktuellen Browser.... die gab es
> entweder nicht oder nur veraltete Sachen.
>
> Welchen Vorteil würde mir ein BSD gegenüber (m)eines Linux bringen?
Nimm PC-BSD, ein FreeBSD für Faule :-) Die Installation dauert unter einer halben Stunde und lief auf 2 älteren Rechnern problemlos durch.
Firefox und LibreOffice sollten aktuell sein. Über Video-Codecs kann ich leider nicht sagen.
Zur Zeit habe ich ein AMD785er System mit einem Quadcore 2GHz Prozessor als Surfstation und ein Sockel 1156er Board mit einem I7-860er Prozessor für die virtuellen Maschinen unter VirtualBox.
ABER: Wenn Du einen neuen Rechner dafür kaufst, schau Dir genau die Hardware an. Die Intel Haswell Graphik wird noch nicht unterstützt. Du brauchst also eine Graphik-Karte; und dann am besten eine mit einem AMD/ATI - Radeon Chip.
Ein weiteres Problem sind die Netzwerkchips von Atheros, speziell der AR8171 wird (noch) nicht unterstützt.
D.h., wenn Du, so wie ich, ein AsRock H87M-ITX kaufst (das Ding verbraucht nur 15W im Leerlauf, brauchst Du 2 zusätzliche Karten, hast aber nur einen PCI-E-Slot.
Mal sehen, ob ich W-Lan zum laufen kriege. Die drei rumliegenden USB-W-Lan-Sticks (Fritz USB, Medion USB und eine interne Karte mit VIA Chipsatz) wurden leider nicht erkannt.
Aber das wird schon....
/gT/
P.S. Auf YouTube gibt es diverse Videos, die zeigen, wie man FreeBSD oder PC-BSD aufsetzt. -
Re: Ist BSD wirklich nutzbar? JA, aber...
Autor: peter_pan 24.04.14 - 17:08
Das installieren war kein Problem. Hat etwas länger als eine halbe Stunde gedauert, habe aber auch alles installiert was möglich war.
Nach ca. 2h Testzeit kann ich sagen, es gibt mir nichts, was mit Manjaro nicht auch gibt. Und es ist recht behäbig in der Bedienung, abgesehen von der (heutzutage) echt langen Startzeit von gut einer Minute.
Ich gebe dem PCBSD noch ein paar Tage dann schau ich, ob ich einen Mehrwert für mich gegenüber meinem Linux erkenne.
Blöde Frage zum Schluss: selbst mit Google konnte ich nicht herausfinden, wie ich den Paketmanager über die Konsole starte...und ich fühle mich gerade wie der letzte Anfänger. :D -
Re: Ist BSD wirklich nutzbar? JA, aber...
Autor: xcvb 24.04.14 - 20:58
Unter FreeBSD gibt es die Ports, über die Pakete im Quellcode übertragen werden (die anschließend noch kompiliert werden müssen, was aber automatisch passiert) und die Packages, über die es die Programme schon für viele Architekturen fertig gibt. Der Befehl zur Installation von Packages lautet "PKG_ADD". Zusätzlich gibt es unter PC-BSD noch die PBIs, wobei es sich um fertige Pakete mit allen Abhängigkeiten handelt, da das PBI-System keine Abhängigkeitenprüfung unterstützt. Diese Programme landen dann in einem separaten Verzeichnis.
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Re: Ist BSD wirklich nutzbar? JA, aber...
Autor: tux. 24.04.14 - 21:07
xcvb schrieb:
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> Der Befehl zur Installation von Packages
> lautet "PKG_ADD".
Nein, unter FreeBSD ab 10.0 nicht mehr. -
Re: Ist BSD wirklich nutzbar? JA, aber...
Autor: peter_pan 24.04.14 - 22:40
tux. schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> xcvb schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Der Befehl zur Installation von Packages
> > lautet "PKG_ADD".
>
> Nein, unter FreeBSD ab 10.0 nicht mehr.
Und, wie heißt es dann? -
Re: Ist BSD wirklich nutzbar? JA, aber...
Autor: /gT/ 24.04.14 - 23:34
peter_pan schrieb:
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> tux. schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > xcvb schrieb:
> >
> ---------------------------------------------------------------------------
>
> > -----
> > > Der Befehl zur Installation von Packages
> > > lautet "PKG_ADD".
> >
> > Nein, unter FreeBSD ab 10.0 nicht mehr.
>
> Und, wie heißt es dann?
Einfach nur pkg. Siehe auch "man pkg".
Da bin ich auch drauf reingefallen. Das deutsche Handbuch geht an dieser Stelle anscheinen nur bis FreeBSD 9 3/4. Im englischen Handbuch ist es dann aber sehr gut beschrieben.
Siehe auch http://www.freebsd.org/doc/en_US.ISO8859-1/books/handbook/ports.html
Kurzzusammenfassung: Das was bis FBSD 9 als pkgng erhältlich war, heißt ab FBSD10 nur noch pkg. Also mich hat das erst mal kollosal irritiert.
Als erstes muß einmalig "pkg" eingegeben werden. pkg stellt fest, daß es noch nicht installiert ist und installiert sich dann selbst.
Mit "pkg install Programmname" kann ab sofort ein Programm installiert werden.
Mit "pkg info" kann ich mir installierte Pakete anschauen. Mit "pkg help install" erfahre ich alles über das "install" Kommando.
Genauer und schöner ist es im Handbuch beschrieben. Und möglicherweise ist es bei PC-BSD noch anders; ich weis es (noch) nicht ...
Zur Zeit habe ich, wie schon 4 Postings weiter oben beschrieben, 2 PC-BSD Systeme die ich einfach nur nutze. Das dritte System ist ein reines FreeBSD System zum Testen. Mein Ziel ist es, das minimalste FreeBSD System aufzubauen, auf dem VirtualBox läuft.
Gruß
/gT/ -
Re: Ist BSD wirklich nutzbar? JA, aber...
Autor: /gT/ 25.04.14 - 00:07
peter_pan schrieb:
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> Das installieren war kein Problem. Hat etwas länger als eine halbe Stunde
> gedauert, habe aber auch alles installiert was möglich war.
>
> Nach ca. 2h Testzeit kann ich sagen, es gibt mir nichts, was mit Manjaro
> nicht auch gibt. Und es ist recht behäbig in der Bedienung, abgesehen von
> der (heutzutage) echt langen Startzeit von gut einer Minute.
Stimmt, da empfinde ich ein reines FreeBSD als schneller. Und erst ein TinyCore-Linux...
> Ich gebe dem PCBSD noch ein paar Tage dann schau ich, ob ich einen Mehrwert
> für mich gegenüber meinem Linux erkenne.
Jupp, da kann Dir keiner helfen. Das ist wie mit den Lebensabschnittsgefährten, manche mögen die kleinen Dicken, andere die langen Dürren.
/gT/
P.S. Fast hätte ich zum Mehrwert-Satz meine Meinung geschrieben. Allerdings ist es in dieser Minute Freitag geworden. Und Freitage sind doch immer noch für die großen, heiligen Kriege(*) da, oder?
(*) big Endian vs little Endian, Pascal vs C, BSD vs Linux, Schokoeis vs Zitrone -
Re: Ist BSD wirklich nutzbar?
Autor: eduardo55 16.08.14 - 05:14
Ich nutze FreeBSD nun seit einiegen Jahren für Desktop, Router und Server. Besonders letztere beide sind gute Anwendungsgebiete für FreeBSD. Beim Desktop muss man halt ein paar Dinge berücksichtigen. Grundsätzlich läuft FreeBSD mit moderner Hardware. Dennoch würde ich zum Beispiel auf eine NVIDIA GPU setzen. Weil es dafür native Treiber gibt. Grob gesagt, kannst du mit FreeBSD das selbe tun wie mit Linux. Das Installationsprogramm sieht halt etwas Old School aus, erfüllt aber seinen Job bestens. Besonders wenn du Installationen über Fernwartung machst und kein X11 starten kannst. Moderne Fenstermanager wie Gnome, KDE, i3, usw. lassen sich aber leicht installieren. Und mit NVIDIA GPUs solltest du auch Multi-Monitor support haben.
Grundsätzlich geht probieren über studieren. Um zu prüfen ob dir die FreeBSD spezifischen Arbeitsabläufe ansprechen. Zum Beispiel hat FreeBSD mehrere Firewalls. Da musst du halt testen ob dir PF, IPFW oder PFILTER (IPF) besser gefallen als iptables von Linux. FreeBSD hat auch unterschiedliche Framework für Massenspeicher. Zum Beispiel das GEOM Framework. Dazu gehört GELI für Disk Encryption (Root, Swap, ...), RAID Solutions (gmirror; graid3, ...) oder das lustige Tool gshsec(8) für Shared Secret, usw. Du kannst zum Beispiel das ZFS Dateisystem direkt auf GELI betreiben. Auch gehört das Full Disk Encryption zum Lieferumfang dazu, inklusive Pre-Boot Authentication via USB-Stick. Bei mobilen Geräten ein wichtiges Kriterium, zum Schutz vor Diebstählen. Oder du nimmst das Private Encrypted File System (PEFS) welches direkt oberhalb der Dateisystem-Ebene verschlüsselt (UFS, ZFS, ...). Bei FreeBSD führen viele Wege nach Rom :-)
Auch mag ich persönlich diese leichtgewichtige Virtualisierungslösung namens Jails, zur isolierung von Diensten. Das neue pkgng zur Installation und Wartung von Drittsoftware gefällt mir auch. Oder das RC System das Dienste startet ist leicht verständlich und wartbar. Sowohl auch die Bootkonfiguration durch die /boot/loader.conf Datei. Desweiteren kennt FreeBSD drei Basis Shells: sh, csh und tcsh. Weitere Shells wie bash oder zsh können installiert werden. FreeBSD kennt den Superuser "toor", der besonders bei alternativen Shells Verwendung findet. Bspw. bei der bash, die nicht zum Lieferumfang von FreeBSD gehört (siehe FAQs).
Du kannst FreeBSD auf unterschiedliche Architekturen laufen lassen. Für bastler wäre Raspberry Pi interessant. FreeBSD hat eine Linux-Binärkompatibilität. Dies erlaubt die Ausführung von ca. 90% aller Linux-Anwendungen ohne Code-Änderungen. Zum Beispiel Maple, MATLAB, Mathematica, Doom, Quake, RealPlayer, Oracle 8 usw. Auch sehr nett ist das Tool dtrace zur Analyse von Performance-Problemen. Für Server währen auch noch die Access Control Lists (ACLs) erwähnenswert oder Process Accounting. Was sonst noch? Achja, FreeBSD hat eine andere Lizenz als Linux.
Ich glaube das die Arbeitsabläufe entscheiden werden. Jemand der sich gewohnt ist, dass alles auf anhieb unterstütz wird. Ohne komplexe Rechteverwaltung. Der fährt mit Windows bestimmt am besten. Bei FreeBSD muss schon etwas genauer recherchiert werden, besonders bei mobilen Geräten. Für mich hat sich FreeBSD, nach Jahren, als stabiles, wartungsfreudiges Betriebsystem herausgestellt. Mit interessante Features. -
Re: Ist BSD wirklich nutzbar?
Autor: Schlitzauge 19.03.19 - 19:20
Wie ist denn der Stand von FreeBSD und OpenBSD heute?
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Nein. Uralter langsamer Kram, langweilig.
Autor: si 11.04.19 - 08:37
wer glaubt, aus Berkeley, Kalifornien, kommt nur hipper hi-tech Kram, der ist auf den hype der Apple fainbois reingefallen.
Es gibt immer wieder Amerikaner, die nicht damit klarkommen, dass das beste UNIX nun mal aus Finnland kommt und behaupten, mit dem BSD Kernel sei man sicherer.
Auf jeden Fall ist man langsamer, z.B. mit Geschwindigkeit = Null, wenn alles abstürzt oder gar nicht erst bootet oder eine App gleich ganz fehlt.
freeBSD mit den vielen Namen (True OS , Trident, PC-BSD usw.) ist sehr unattraktiv und fast überall viel schlechter als GNU-Linux, allein schon was Doku angeht.
Ich sehe keinen Anwendungsfall oder Umstiegsgrund für normale user.
Vielleicht glaubt man, dass es weniger exploits für den BSD Kern gibt als für den Linuxkern, aber dann macht einem spectre-meltdown sofort einen fetten Strich durch die Rechnung.
Man findet auch selten ehrliche kritische Beschreibungen zu BSD, stattdessen viel dümmliches fanboi hype Geschwätz.
Wer BSD nicht kennt, hat nichts versäumt und sollte sich davor hüten, mit BSD die Zeit zu verschwenden. Es -
Nein. Vergeßt BSD, nehmt lieber echte Software
Autor: si 11.04.19 - 08:43
wer glaubt, aus Berkeley, Kalifornien, kommt nur hipper hi-tech Kram, der ist auf den hype der Apple fainbois reingefallen.
Es gibt immer wieder Amerikaner, die nicht damit klarkommen, dass das beste UNIX nun mal aus Finnland kommt und behaupten, mit dem BSD Kernel sei man sicherer.
Auf jeden Fall ist man langsamer, z.B. mit Geschwindigkeit = Null, wenn alles abstürzt oder gar nicht erst bootet oder eine App gleich ganz fehlt: betrachte z.B. original BSD "mailx", völlig unbrauchbar. Und so geht es immer weiter.
freeBSD mit den vielen Namen (True OS , Trident, PC-BSD usw.) ist sehr unattraktiv und fast überall viel schlechter als GNU-Linux, allein schon was Doku angeht.
Ich sehe keinen Anwendungsfall oder Umstiegsgrund für normale user.
Vielleicht glaubt man, dass es weniger exploits für den BSD Kern gibt als für den Linuxkern, aber dann macht einem spectre-meltdown sofort einen fetten Strich durch die Rechnung.
Man findet auch selten ehrliche kritische Beschreibungen zu BSD, stattdessen viel dümmliches fanboi hype Geschwätz. Beweis: youtube Suche zeigt nur wertloses Gelaber zu BSD.
Wer BSD nicht kennt, hat nichts versäumt und sollte sich davor hüten, mit BSD die Zeit zu verschwenden. Es bringt einfach nix. Alle Verbesserungen in Linux fehlen bei BSD und man fühlt sich wie in den 80'ern mit einem Ostblock-home-computer beim Kindergeburtstag im Heim für körperlich-Herausgeforderte. Nicht mal das touchpad läßt sich abstellen und man postet immer doppelt. Bah, wat 'n Müll.
4 mal bearbeitet, zuletzt am 11.04.19 08:52 durch si. -
BSD für Anti - Linuxisten
Autor: si 11.04.19 - 11:46
Anscheinend wird BSD nur von Verwirrten benutzt. Die posten dann Sachen wie: "Vermeidet KDE denn KDE enthält versteckte Linuxismen".
Bei solchen Leuten ist Hopfen und Malz verloren. Sie WOLLEN ein schlechtes OS, je mieser desto besser für sie. Aluhut-BSD sollte man es nennen. MirOS (openBSD Klon) hat auch viel zu lange Webseitenplatz verschwendet, aber nun ist es endlich tot für immer.



