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Zur Lage der Instant Messenger
Autor: Beazy 25.09.13 - 16:33
Ich bin genervt: es gibt -- selbst wenn man nur Open Source Projekte betrachtet -- eine unglaublich erdrückende Auswahl von IM Clients. Aber ist auch nur einer davon richtig gut?
Damit meine ich:
- Auch von nicht-technischen Personen in 30 Sekunden eingerichtet
- mit Audio/Videochat und Desktopsharing integriert
- Plattformübergreifend auf allem von Smartwatch bis SunOS-Server
Kein Wunder dass sich so ein Murks wie WhatsApp durchsetzt.
Wäre es nicht besser ein quelloffenes, portables Clientbackend zu haben, auf das die einzelnen Projekte jeweils ihr eigenes GUI draufflanschen können? -
Re: Zur Lage der Instant Messenger
Autor: humpfor 25.09.13 - 16:54
Jop.. Wenn es sowas geben würde, hätte ich sowas schon auf meinem Server installiert und jedem wichtigen Freund die App + Userdaten zugeschickt und wir würden über MEINEN Server kommunizieren..
Keine Ahnung warum das keiner macht.. Maybe weil die richtigen Linux-Alu-Hut Fraktion sowieso kein Smartphone haben und Usenet benutzen.. -
Re: Zur Lage der Instant Messenger
Autor: violator 25.09.13 - 16:55
Es macht keiner weils ja viel toller ist seinen eigenen OS-IM zu bauen oder zu forken statt zusammen mit anderen mal was gutes auf die Beine zu stellen. ;)
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Re: Zur Lage der Instant Messenger
Autor: Dystopia 25.09.13 - 17:00
Beazy schrieb:
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> Damit meine ich:
> - Auch von nicht-technischen Personen in 30 Sekunden eingerichtet
> - mit Audio/Videochat und Desktopsharing integriert
Da sind wir schon beim ersten Problem: Komfort und Sicherheit beissen sich. Angefangen bei Portweiterleitung bis hin zur Übertragung der Schlüssel.
> - Plattformübergreifend auf allem von Smartwatch bis SunOS-Server
Da gibts XMPP (früher Jabber).
> Wäre es nicht besser ein quelloffenes, portables Clientbackend zu haben,
> auf das die einzelnen Projekte jeweils ihr eigenes GUI draufflanschen
> können?
Das wird mit XMPP schon länger gemacht. -
Re: Zur Lage der Instant Messenger
Autor: anonym 25.09.13 - 17:19
also ich finde eine ganze reihe von im-clients gut. jedoch hat jeder seine feinheiten und das ist auch gut so. KDE telepathy, z.T. auch Kopete sind z.b. gut in den desktop integriert, pidgin funzt ansich überall usw.
und warum will ich nun einen client haben, der aufm desktop und auf ner uhr läuft? ich würd da eher 2 angepasste programme bevorzugen, die dann nach der gleichen spezifikation kommunizieren, z.b.: http://de.wikipedia.org/wiki/Telepathy -
Re: Zur Lage der Instant Messenger
Autor: mingobongo 25.09.13 - 17:24
Im Grunde wird ja schon Gemeinsam zusammen gearbeitet. Viele OpenSource Multimessenger verwenden das Telepathy Framework. D.h. die Basis ist da, hierauf setzen dann größere Projekte wie KDE mit KDE-Telepathy und Gnome mit Empathy auf.
Es müsste in den Medien (auch im TV) mehr aufgeklärt werden über offene Standards und den Möglichkeiten. Nur eine kleine Anzahl beschäftigt sich damit, dem Rest bleibt es unbekannt. -
Re: Zur Lage der Instant Messenger
Autor: Dorsai! 25.09.13 - 17:40
Der Punkt den du außer acht lässt ist, dass die wirklich wirklich einfachen out-of-the-box funktionierenden Lösungen (Skype, Whatsapp, Appledingens, Microsoftdingens) alle stark zentralisierte Server, im Regelfall beim Hersteller der Software und geschlossen, voraussetzen.
Skype wäre nicht so einfach, wenn die dort nicht alles, aber auch alles zentral über ihren Server abwickeln würden.
Clients wie Telepathy (KDE oder was auch immer) implementieren freie Standards. Jeder kann einen Server aufsetzen, jeder kann eine Serversoftware implementieren. Klar, dass es da die Notwenigkeit gibt ein paar dinge zu konfigurieren. Jabber/XMPP ist ne tolle Sache und schon so out-of-the-box wie es ohne Aufgabe der (unbedingt notwendigen) Freiheiten geht. -
Re: Zur Lage der Instant Messenger
Autor: mingobongo 25.09.13 - 18:07
XMPP könnte der neue E-Mail Standard werden. Die E-Mail ist ein offener Standard und hat weite Verbreitung gefunden. Jeder kann auch seinen eigenen E-Mail oder XMPP-Server aufsetzen. XMPP bietet VoIP,Chat,Präsens-Status usw.
Die E-Mail verliert noch gegen die großen US-Unternehmen, vllt. ist bald ein Account bei Facebook/Google/Microsoft Pflicht, wenn man kommunizieren möchte. Hoffe es kommt anders und XMPP findet freie Verbreitung in der Masse und nicht kastriert in Form von Whatsapp und FB. -
Re: Zur Lage der Instant Messenger
Autor: violator 25.09.13 - 18:43
mingobongo schrieb:
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> Es müsste in den Medien (auch im TV) mehr aufgeklärt werden über offene
> Standards und den Möglichkeiten.
Und wer soll das zahlen? ^^
Naja das Problem ist ja eben dass es nicht nur auf die Technik auf dem Papier ankommt, sondern auch auf die Verbreitung und daran sind schon viele IMs gescheitert. Was "in" ist, wird genutzt und was genutzt wird, etabliert sich. Und dann kann man nicht einfach mit nem weiteren IM ankommen und erwarten dass die Leute alle freudig wechseln. -
Re: Zur Lage der Instant Messenger
Autor: triplekiller 25.09.13 - 20:02
wie wäre es, wenn wir, die golem-user, einen messenger entwickeln, der auf alle bedürfnisse angepasst ist.
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Re: Zur Lage der Instant Messenger
Autor: mingobongo 25.09.13 - 20:37
Nö nö, da suche ich mir lieber einen der bestehenden aus, welcher mir am meisten zusagt :-)
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Re: Zur Lage der Instant Messenger
Autor: RipClaw 25.09.13 - 20:53
Beazy schrieb:
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> Ich bin genervt: es gibt -- selbst wenn man nur Open Source Projekte
> betrachtet -- eine unglaublich erdrückende Auswahl von IM Clients. Aber ist
> auch nur einer davon richtig gut?
Kommt drauf an was man will.
> Damit meine ich:
> - Auch von nicht-technischen Personen in 30 Sekunden eingerichtet
Damit schliesst du alle Messenger aus bei denen die Einrichtung mehr als 2 Schritte braucht. Da bleibt höchstens WhatsApp übrig und selbst da bin ich mir nicht sicher ob das jeder hinbekommt.
Wenn ich mich in meiner eigenen Umgebung umsehe dann sind "nicht-technische" Personen bereits verwirrt wenn ein Icon nicht mehr an der gleichen Stelle ist wie gestern. Traurig aber wahr.
> - mit Audio/Videochat und Desktopsharing integriert
Wurde durch WebRTC im Grunde schon obsolete.
> - Plattformübergreifend auf allem von Smartwatch bis SunOS-Server
Komplett Plattformübergreifend ist kaum möglich da man immer mit Unterschieden und Einschränkungen zu kämpfen hat z.B. ein Videochat bei einem Konsolenclient ist ziemlich witzlos.
> Kein Wunder dass sich so ein Murks wie WhatsApp durchsetzt.
WhatsApp setzt sich aus 3 Gründen durch
1) Sie waren früh dran und haben sich als kostenloser Ersatz für die teuere SMS präsentiert.
2) Die Einrichtung wurde so sehr vereinfacht das fast jeder damit klarkommt, was aber auf Kosten der Sicherheit geht.
3) Jeder der sich ein Smartphone zulegt hat in der Regel Bekannte die bereits WhatApp haben und nicht wegen dir wechseln. Also musst du dir wohl oder übel auch WhatApp draufhauen.
> Wäre es nicht besser ein quelloffenes, portables Clientbackend zu haben,
> auf das die einzelnen Projekte jeweils ihr eigenes GUI draufflanschen
> können?
Genau das wird mit Telepathy versucht. Auch libpurple geht in die Richtung.
Nur sagt das dann immer noch nichts über die Benutzerfreundlichkeit der Clients aus.
Der Vorteil von solchen Lösungen ist einfach das man sich doppelte Arbeit spart aber das ist auch alles.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 25.09.13 20:54 durch RipClaw. -
Re: Zur Lage der Instant Messenger
Autor: Anonymer Nutzer 25.09.13 - 21:29
Beazy schrieb:
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> Kein Wunder dass sich so ein Murks wie WhatsApp durchsetzt.
Ist einfach und leicht ... im Gegensatz zu den Frickel-OpenSource-Multi-IM Clients.
Wenn ich mich an die Horror Miranda Zeiten erinnere ... igit. -
Re: Zur Lage der Instant Messenger
Autor: tundracomp 27.09.13 - 16:28
https://xkcd.com/927/
Genau so passiert das leider ;-)
“We all know, once you connect something to the Internet — magic happens.”



