1. Foren
  2. Kommentare
  3. OpenSource
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Open-Source-Unternehmen: Startups…

Und er propagiert den nächsten Denkfehler

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Und er propagiert den nächsten Denkfehler

    Autor: pioneer3001 05.02.18 - 22:43

    Der Mann behauptet Open Source stünde für Veränderbarkeit. So als ob Closed Source das nicht leisten könnte.

    Doch die Realität hat gezeigt, dass Closed Source, wenn sie z.B. per Plugins oder Scripte erweiterbar ist, wie z.b. MS Office, sehr wohl erweiterbar und trotz unbekanntem Quellcode dennoch kommerziell sehr erfolgreich sein kann.

    Das ewige Propagieren von "Open Source == THE ANSWER!!!" ist Realitätsverweigerung.

  2. Re: Und er propagiert den nächsten Denkfehler

    Autor: eisbart 06.02.18 - 00:28

    Glaube du hängst dich an einer Formulierung auf. Im Prinzip meint er dass man jeden Aspekt mit open source anpassen kann weil man dem vollen Quellcode hat und den auch verändern darf.

    Hat im Prinzip nichts mit Plugins und apps installieren zu tun.

  3. Re: Und er propagiert den nächsten Denkfehler

    Autor: pioneer3001 06.02.18 - 10:03

    Aus KANN ergibt sich noch kein Vorteil. Das ist so als ob jemand sagt: "Kauf mir ein Auto ab, weil du es am Katapult ins Weltall schießen KANNST".

    In der Realität fasst keiner den Quellcode an. Aus der Praxis weiß ich, dass es z.B. Behörden gibt die MS-versäucht sind und nur propritäre Software nutzen. Java lehnen die ab. Und genauso gibt es Behörden die Open Source auf Java wollen und evtl. den Quellcode vom Auftragnehmer kaufen. Aber am Ende fasst keiner, weder Auftraggeber noch Auftragnehmer, Frameworks oder ganze Software von Drittanbietern an, obwohl es Open Source ist.

    Es werden höchstens Icons, Themes, Configfiles, Scripte angepasst oder Plugins erstellt. Der Quellcode selbst bleibt unangetastet.

    Dieser angäbliche Vorteil den Quellcode anzupassen existiert in der Praxis einfach nicht.

    Am Ende geht es nur um Gelt. Open Source kostet erstmal kein Geld und wer Support nicht will zahlt auch dafür nichts. Also ist Open Source im Grunde Freemium. Und das ist wenn man ehrlich ist DER Vorteil von Open Source und nicht der anpassbare Quellcode. Aber wer würde sich auf die Bühne stellen und sagen: "Nehmt unser Zeug, weil es kostet nichts, Sparfüchse willkommen!".

    Man kann Features und Anpassbarkeit seiner Software ja anpreisen, nur das mit dem anpassbaren Quellcode ist einfach falsch als Vorteil. Wenn man den Quellcode veröffentlicht, könnte es jeder kompilieren, wenn man dennoch Kompilate für Geld anbieten würde. Und keiner würde die Kompilate kaufen. Also geht es bei offenem Quellcode nicht um Anpassbarkeit, sondern dass die Software kostenlos ist. Man sollte also nicht sagen "Quellcode ist anpassbar" sondern "Quellcode ist kostenlos". Das wäre ehrlich.

    Wie ich anfangs sagte: "Der Mann propagiert einen Denkfehler".



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.02.18 10:13 durch pioneer3001.

  4. Re: Und er propagiert den nächsten Denkfehler

    Autor: madawi92 06.02.18 - 12:22

    Das Geschäftsmodell meines Arbeitgebers ist es, Open Source Anwendungen an die Wünsche und Bedürfnisse unser Kunden anzupassen ... soviel schonmal zu dem Punkt "macht eh keiner". Direkt im Core herumfummeln will man natürlich vermeiden (blöd für upgrades). Aber wenn der Kunde einen Bug findet muss der natürlich jetzt sofort weg weil er Geld kostet und nicht erst beim Patch Day am St-Nimmerleins-Tag. Und wenn der Kunde was will was der Core so nicht kann oder nicht macht, wird das halt mit einem Plugin überschrieben. Bei proprietären Anwendungen hat du *höchstens* eine Api und was die nicht kann kannst du auch nicht. Fertig. Und wenn der Hersteller entscheidet dass eine Funktion der Software nicht mehr ins Geschäftsmodell passt dann wars das halt. Und wenn du als Extension Entwickler, Agentur oder der Kunde nicht mehr ins Geschäftsmodell passt dann ... tja. Shit happens. Tut uns echt leid. Aber Sie wissen ja, die Aktionäre... Wenn dir das mit Open Source passiert dann ... siehe Nextcloud.

    Als nächstes sollte ich darauf hinweisen dass Open Source != Free Software. Open Source Software kostet nicht selten genau so viel Geld wie proprietäre Software. Open Source ist die Software eben genau deswegen damit man Sie anpassen, debuggen, analysieren und verstehen kann. Selbst wenn du nur ein Plugin schrieben willst ist das schon ein großer Vorteil. Game Engines wie Unreal, Unity z.B liefern dir mit der Lizenz deswegen auch Zugriff auf den Quelltext der Software damit man sein Spiel so effizient wie möglich programmieren kann.
    Mit proprietärer Software hast du hingegen ein Back Box die halt irgendwas macht. Warum weißt du nicht, wie weißt du auch nicht und wenn es knallt hast du keine Ahnung warum. Ruf halt den Support an. Wenn der Hersteller pleite geht stehst du dann mit deinem tollen, teuren, "anpassbaren" Binärblob da, den du nicht mal selbst warten kannst. Wie toll! Hat sich das Geld echt gelohnt.
    Auch in Deutschlands toller Industrie 4.0 stehen noch tonnenweise Werkzeugmaschinen mit Windows XP. Die stehen da seit 17 Jahren und die werden in 17 Jahren immer noch da stehen. Ungepatcht und ungeschützt im Internet. Weil keiner eine Maschine für 30Mio. DM wegschmeißt bloß weil Microschrott das OS für den Steuerungscomputer nicht mehr warten mag. Mit Open Source wäre das nicht passiert. Merken die Kunden irgendwann auch.

    Basierend auf meiner persönlichen Erfahrung würde ich sogar soweit gehen zu sagen, dass die Firmen die sich heutzutage noch weigern ihren (zahlenden) Kunden den Quelltext zu geben das nur deswegen tun weil Ihr Quelltext Mist ist und sie das wissen. Ich hatte erst kürzlich eine PHP Anwendung vor mir, deren Hersteller unbedingt seinen "wertvollen" Quelltext schützen wollte. Geht in PHP natürlich nicht. Für Ihn war die logische Schlussfolgerung alles mit mcrypt zu verschlüsseln (seit 2007 nicht gewartet, seit PHP 7.1 deprecated und seit PHP 7.2 entfernt) und mit einem Code Obfuscator unleserlich zu machen (Das Tool ist von 2003). Im Produktivbetrieb bremst dieser DRM-Murks natürlich unglaublich. Und wenn man sich dann den tollen proprietären Code mal aus dem Ram zieht und anschaut kommt einem das Grausen. Die schreiben heute noch PHP wie vor 15 Jahren und natürlich kümmert sich keiner darum mal den Code aufzuräumen. Die Kunden sehen ja nicht was für einen Mist sie da kaufen, dann interessiert das auch keinen. Das in deiner proprietären Blackbox irgendwas nicht ganz sauber läuft erfährst du als Kunde dann aus den Medien.

    Das ist der Vorteil von Open Source. Du kannst in den Code schauen, als Entwickler und als Kunde. Die Anwendung gehört dir. Du kannst machen was du willst. Du hast sie nicht lizenziert, du hast sie gekauft. Wenn die DRM-Server abgeschaltet werden ist sie nicht tot. Und wenn der Hersteller nicht macht was du willst machst du es eben selber (oder gib uns Geld, dann machen wir das :D).

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Software AG, deutschlandweit
  2. Bezirkskliniken Mittelfranken, Ansbach, Erlangen
  3. operational services GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main
  4. THD - Technische Hochschule Deggendorf, Deggendorf

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Top-Angebote
  1. 266€ inkl. 20-Euro-Steam-Gutschein
  2. (u. a. Die Bud Spencer Jumbo Box XXL (Blu-ray) für 44,97€, Das Boot - Staffel 2 (Blu-ray) für...
  3. (u. a. 4S LED TV 55 Zoll für 545,38€, Redmi Note 9 Pro 128GB für 199,16€, Mi Basic 2 In-ear...
  4. 154,54€ inkl. 20-Euro-Steam-Gutschein


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Google vs. Oracle: Das wichtigste Urteil der IT seit Jahrzehnten
Google vs. Oracle
Das wichtigste Urteil der IT seit Jahrzehnten

Der Prozess Google gegen Oracle wird in diesem Jahr enden. Egal welche Seite gewinnt, die Entscheidung wird die IT-Landschaft langfristig prägen.
Eine Analyse von Sebastian Grüner


    Data-Mining: Wertvolle Informationen aus Datenhaufen ziehen
    Data-Mining
    Wertvolle Informationen aus Datenhaufen ziehen

    Betreiber von Onlineshops wollen wissen, was sich verkauft und was nicht. Mit Data-Mining lassen sich aus den gesammelten Daten über Kunden solche und andere nützliche Informationen ziehen. Es birgt aber auch Risiken.
    Von Boris Mayer


      Elektromobilität: Diese E-Autos kommen 2021 auf den Markt
      Elektromobilität
      Diese E-Autos kommen 2021 auf den Markt

      2020 war ein erfolgreiches Jahr für die Elektromobilität. Dieser Trend wird sich fortsetzen: ein Überblick über die Neuerscheinungen 2021.
      Ein Bericht von Dirk Kunde

      1. Elektromobilität 2020/21 Nur Tesla legte in der Krise zu
      2. Prototyp vorgestellt VW-Laderoboter im R2D2-Style kommt zum Auto
      3. E-Auto VDA-Chefin fordert schnelleren Ausbau von Ladesäulen