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Warum eigentlich nicht auch für Linux?
Autor: Phil K. 29.06.11 - 17:35
Das ist auf nem Netbook wirklich weniger Resourcen-hungrig...
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Re: Warum eigentlich nicht auch für Linux?
Autor: NIKB 29.06.11 - 19:42
Trotzdem benutzt das in der Praxis...also außerhalb solcher Geek-Ansammlungen wie hier...niemand. Der ganze Netbook-Zug kam erst wirklich ins Rollen, als es die Teile auch mit Windows zu kaufen gab. Das ist zwar traurig, weil es echt eine große Chance gewesen wäre, aber war eben so.
Zumal die UI auch viel zu hübch für Linux ist! ;) -
Re: Warum eigentlich nicht auch für Linux?
Autor: Rost 29.06.11 - 23:06
NIKB schrieb:
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> Trotzdem benutzt das in der Praxis...also außerhalb solcher
> Geek-Ansammlungen wie hier...niemand. Der ganze Netbook-Zug kam erst
> wirklich ins Rollen, als es die Teile auch mit Windows zu kaufen gab. Das
> ist zwar traurig, weil es echt eine große Chance gewesen wäre, aber war
> eben so.
Das liegt imho aber an den Protagonisten selber, ganz vorne Ubuntu. Ubuntu ist kommerziell, aber die sind offensichtlich zu hungrig einen richtigen UI-Designer einzustellen und dann produzieren die solche Peinlichkeiten wie Unity. Es ist zwar wirklich traurig, da Debian aus meiner Sicht das ideale Server-OS ist, aber auf dem Desktop verbreiten die Linux-Distros eher den Charme der späten 90er Jahre. Schuld daran ist mangelnde Professionalität was Software-Ergonomie anbelangt. Bei non-profit communities ist das noch zu verstehen, bei kommerziellen Angeboten wie Ubuntu aber nur noch peinlich. Wenn die mal etwas Geld in die Hand nehmen würden, damit die ganzen nur halb funktionierenden Teile der UI ordentlich zu Ende gebracht und der Rest auf einen zeitgemäßen Stand der Software-Ergonomie gebracht werden, dann würde das mit "Linux auf dem Desktop" auch ein Erfolg werden. So humpelt Windows dem Pinguin weiterhin voraus ... -
Re: Warum eigentlich nicht auch für Linux?
Autor: Seitan-Sushi-Fan 29.06.11 - 23:23
Phil K. schrieb:
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> Warum eigentlich nicht auch für Linux?
Weil bis auf ein paar versprengte Leute doch keiner 20 US-Dollar für einen ollen Mail-Client zahlen will – unter Linux doch erst recht nicht! -
Re: Warum eigentlich nicht auch für Linux?
Autor: theGimp 30.06.11 - 00:11
Rost schrieb:
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> NIKB schrieb:
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> Das liegt imho aber an den Protagonisten selber, ganz vorne Ubuntu. Ubuntu
> ist kommerziell, aber die sind offensichtlich zu hungrig einen richtigen
> UI-Designer einzustellen und dann produzieren die solche Peinlichkeiten wie
> Unity.
Ich habe rein zufällig ubuntu mit unity auf einem dell netbook laufen, und das ist keine peinlichkeit sondern einfach lässig. Der Grund ist, dass es kaum Angebote mit Linux gibt, wieso auch immer. Ich musste für mein Netbook auch die 15 Euronen an MS zahlen, obwohl ich als erstes den Rechner von MS befreit habe..
Für mich ist unverständlich, wie man auf die Idee kommt ein Netbook mit Windows zu benutzern. Meistens ist es so, dass beim "Eigenschaften" Fenster die knöpfe nicht sichtbar sind und man das gute fenster nur mit mühe wegkriegt..
> Es ist zwar wirklich traurig, da Debian aus meiner Sicht das ideale
> Server-OS ist, aber auf dem Desktop verbreiten die Linux-Distros eher den
> Charme der späten 90er Jahre. Schuld daran ist mangelnde Professionalität
> was Software-Ergonomie anbelangt. Bei non-profit communities ist das noch
> zu verstehen, bei kommerziellen Angeboten wie Ubuntu aber nur noch
> peinlich.
Was meinst du mit kommerziellen Angeboten? Dachte Ubuntu wäre frei. Zitat: "Ubuntu is, and always will be, absolutely free. "
> Wenn die mal etwas Geld in die Hand nehmen würden, damit die
> ganzen nur halb funktionierenden Teile der UI ordentlich zu Ende gebracht
> und der Rest auf einen zeitgemäßen Stand der Software-Ergonomie gebracht
> werden, dann würde das mit "Linux auf dem Desktop" auch ein Erfolg werden.
> So humpelt Windows dem Pinguin weiterhin voraus ...
Da hast du natürlich recht, aber so viel geld wie MS haben nicht viele.. -
Re: Warum eigentlich nicht auch für Linux?
Autor: Trockenobst 30.06.11 - 01:33
Rost schrieb:
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> ganzen nur halb funktionierenden Teile der UI ordentlich zu Ende gebracht
> und der Rest auf einen zeitgemäßen Stand der Software-Ergonomie gebracht
> werden, dann würde das mit "Linux auf dem Desktop" auch ein Erfolg werden.
Nun, wenn Du zum Arzt gehst oder zum Automechaniker, werden diese Leute
Dinge machen müssen die nicht witzig sind. Dafür werden sie bezahlt.
In der OS/App-Entwicklung gibt es etwa 30% an Arbeiten, die weder witzig,
noch lustig sind, noch in irgendeiner Weise deinen Skill verbessern. Den
"Grind", das digitale Schaufeln/Putzen. Wenn man Sachen nur zum Spass
macht, werden diese 30% einfach nie erledigt - *wenn* sie niemand bezahlt.
Shuttleworth hat viel gemacht. Er kann aber nicht alles machen. Genau das
selbe Problem haben auch die vielen Behörden, die verzweifelt versuchen
von Windows weg zukommen und dann irgendwie feststellen, wie viele
hardcore Schnittstellen, wie viele Gui-Dialoge, wie viele komplexe fachlichen
Sachen fehlen. Und sich dann fragen: Warum sollen "wir" das lösen? Warum
sollen wir das Geld dafür ausgeben? Für was? Das ewige gejammer von KDE
und Gnome Entwicklern, dass sie keine Mitentwickler/Designer haben kennt
man ja schon seit 10 Jahren.
Die einzige Lösung für einen Linux-Desktop ist, dass sich die Einzelprojekte
finden und zusammenschließen, die wirklich *Lust* haben - gegen Geld
selbstverständlich - diese 30% an Arbeit auch rein zustecken. Ob das nun
Vereinfachungen für USB-Themen, Scan- und Druckerdialoge, Sync sind,
oder Dinge wie ein besseres Frontend für ein fs-unabhängiges Undelete.
Bisher sieht man diese Projekte nicht - und wenn sie sind eher distributions-
abhängig, statt Allgemein. Würden solche Schnittstellen existieren und gepflegt werden, würden sicherlich viel mehr Firmen Anpassungen und Treiber
schreiben, weil die ersten 50% schon erledigt sind. Infrastruktur muss das
System liefern, damit auf diesen "Strassen" dann die "Lastwägen" derer fahren
die sie "nur" benutzen wollen.
In den letzten Jahren merkt aber, das die Leute anscheinend mit dem was
sie auf dem Desktop haben zufrieden sind, und mit Wine und immer perfekteren
VMs ist der Druck auch nicht so groß. Da ist halt dann ein Outlook Fenster auf
dem Gnome Desktop - und es läuft. Fertig. Da investiert man "nichts".
Ich glaube da eher noch daran, das irgendwann Android auf dem Linux-Desktop
einzieht - und mit dem dann auch die komplexeren Apps. Da passiert was, da
sind die Kunden die Entwicklungen auch mit ihrer Geldbörse honorieren.
Die wenige Zielgruppe, die wirklich Unix-Desktops intensiv benutzt, spielt im
großen Bild der Dinge inzwischen keine Rolle mehr. Und es ist ja nicht so, als
wenn Windows oder Mac schlafen. Ich kenne mehr jugendliche "Ich benutze
Linux bis zum mein Lebensende" Wilde, die im Alter dann doch Win7 oder Mac
benutzen und das alles relativer sehen, als das ich Leute kenne die im Alter von
Win auf Linux gewechselt sind.
Eigentlich: niemand. Nichtmal die Admins haben auf ihren Laptops Linux - nur
in VMs. "Für Administrieren werde ich bezahlt" heißt es dann, wenn Win7 startet.



