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Dieser "Fortschritt" ist Quatsch

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  1. Dieser "Fortschritt" ist Quatsch

    Autor: demon driver 09.07.15 - 14:54

    Würde das Bauwesen die Maßstäbe übernehmen, die aus der kommerziellen Softwarewelt stammen, wo sie der Kapitalverwertungszwang bedingt, was aber offensichtlich auch große Teile der OSS-Community erfolgreich indoktriniert hat, dann wäre der Umstand, dass es nach zehn Jahren noch steht, ganz normal bewohnt wird, und währenddessen ohne bauliche Veränderungen geblieben ist, Grund, ein Haus abzureißen.

    Gerade die Apache Foundation ist, sosehr man ihre Verdienste überhaupt nicht genug schätzen kann, leider ein besonders unrühmliches Beispiel in dieser Richtung, mit ihren Regeln, nach denen ein stabiles, in der Praxis weiter genutztes Produkt automatisch auf den 'Attic' geschoben wird, wenn und nur weil es eine bestimmte Zeitlang keine Veränderungen daran gab. Was soll das?

    Gerade dem OpenOffice-Projekt würde im übrigen mal eine Rückbesinnung auf seine Wurzeln, die da heißen StarOffice, gut tun, mit seiner weiterhin unerreichten Funktionalität, Interoperabilität, Integration und Usability, statt ungebremster "Fortschritts"-Wut um der bloßen Veränderung willen, und damit könnte man sich dann auch womöglich wohltuend von der Tendenz abheben, die LibreOffice fortführt.

    Dass man am Haus zeitig das Schloss auswechselt, wenn einem die Schlüssel geklaut oder möglicherweise nachgemacht wurden, sollte allerdings selbstverständlich sein und ist auch nicht wirklich eine bauliche Veränderung...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.07.15 14:57 durch demon driver.

  2. Re: Dieser "Fortschritt" ist Quatsch

    Autor: Anonymer Nutzer 09.07.15 - 15:18

    Die Welt dreht sich nun mal täglich weiter, besonders in der IT. Langlebigkeit führt nur zur Inkompatibilität. Siehe Theater um XP bei Behörden, großen Unternehmen.

    Und wenn wir schon beim Haus-Vergleich sind. Selbst Häuser die unter Denkmalschutz stehen müssen hin und wieder restauriert werden um den aktuellen Gesetzen nach bewohnbar zu bleiben. Auch in der Baubranche gibt es stetig "Updates", auch wenn diese natürlich langsamer von statten gehen.

  3. Re: Dieser "Fortschritt" ist Quatsch

    Autor: demon driver 09.07.15 - 15:55

    azeu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Welt dreht sich nun mal täglich weiter, besonders in der IT.
    > Langlebigkeit führt nur zur Inkompatibilität. Siehe Theater um XP bei
    > Behörden, großen Unternehmen.

    Das ist Sprücheklopfen und Ideologie, nicht Realität. Ein beträchtlicher Teil der mit Inkompatibilität einhergegangenen "Fortschritte" neuer Windows-Versionen seit NT 4 war keine Notwendigkeit, sondern bloße Willkürentscheidung, um Leute mittelfristig zum Wechsel zwingen zu können. Und noch schlechter sieht es aus, wenn man mal objektiv prüft, welche Veränderungen wirklich bessere Usability gebracht haben...

    Tatsächlich haben sowohl OO als auch LO noch heute Funktionalitäts- und Usability-Nachteile gegenüber dem Ur-Vorgänger StarOffice 5.2 aus dem Jahr 2000. Wenn dieses fortgeführt und darin seitdem nur ein bisschen besser debuggt und auf neueren Betriebssystemversionen stabiler gemacht worden wäre, es wäre heute noch mein einziges Office-Paket.

    > Und wenn wir schon beim Haus-Vergleich sind. Selbst Häuser die unter
    > Denkmalschutz stehen müssen hin und wieder restauriert werden um den
    > aktuellen Gesetzen nach bewohnbar zu bleiben. Auch in der Baubranche gibt
    > es stetig "Updates", auch wenn diese natürlich langsamer von statten gehen.

    Zweifellos. Wie auch bestehende Software zwangsläufig immer mal an neue Betriebssystemanforderungen angepasst werden muss. Aber nicht dadurch automatisch umso mehr gewinnt, je mehr "Fortschritt" es gemessen an der Anzahl von Codeänderungen pro Monat oder Jahr darin gibt...



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 09.07.15 15:58 durch demon driver.

  4. Re: Dieser "Fortschritt" ist Quatsch

    Autor: Anonymer Nutzer 09.07.15 - 16:02

    > Das ist Sprücheklopfen und Ideologie, nicht Realität.

    Das kommt auf den Einzelfall an. Es gibt durchaus "sinnvolle" Weiterentwicklungen.

    Was XP angeht, ein OS besteht nicht "nur" aus Usability. Der große Teil eines OS ist für Performance/Stabilität/Sicherheit etc. zuständig. Und da gibt es ständig neue Erkenntnisse/Verbesserungen und somit auch neue Updates.

  5. Re: Dieser "Fortschritt" ist Quatsch

    Autor: Moe479 09.07.15 - 16:12

    idealer weise, ist ein gut designtes und hergestelltes produkt, eines das etwas offensichtlich so gut tut, dass es lange ebend keiner aufwendigen pflege oder veränderung bedarf ... nur bringt das was ewig hält kein geld. ;)

  6. Re: Dieser "Fortschritt" ist Quatsch

    Autor: NIKB 10.07.15 - 04:21

    Also wir arbeiten regelmäßig zu viert an komplexen Word-Dokumenten und as funktioniert phantastisch. Von sowas ist OOo unendlich weit weg. Im direkten Vergleich ist das irgendwie immernoch Office 2000. Das ist schade.

  7. Re: Dieser "Fortschritt" ist Quatsch

    Autor: matbhm 10.07.15 - 05:08

    Was heißt Ur-Vorgänger StarOffice 5.2? Ich hatte bereits 1996 mit StarOffice gearbeitet. Damals wurde eine komplette GUI geliefert. Und das Besondere: Man konnte am Admin vorbei installieren. Ich fand StarOffice absolut top - es wurde erst verhunzt, als die Hamburger Erfinder es an Sun verkauften. Schade, dass die User auch in Deutschland voll auf Winzigweich mit seinem Büroprogramm "Büro" fixiert waren. Es war im Grunde genommen das Schlechteste aller Office-Programme, eigentlich nur für den Home-User geplant. Für den Profi-Bereich war WordPerfect unschlagbar. Aber Winzigweich mit seiner Marktmacht hat sie alle platt gemacht.

    Heute nutze ich LibreOffice - und ärgere mich über soviel Unzulänglichkeiten! Es stellt sich die Frage, weshalb die Kompatibilität zum Monopol-Word nicht besser ist. Ein Beispiel für bessere Kompatibilität ist Softmaker! Wenn für Linux dieselbe Variante wie jetzt für Windows rauskommt, steige ich wohl um. Und wenn man sich bei Softmaker noch ein wenig mehr auf die Kompatibilität des Tabellenprogramms konzentiert, dann ist es nicht zu toppen!

  8. Re: Dieser "Fortschritt" ist Quatsch

    Autor: demon driver 10.07.15 - 05:41

    azeu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Das ist Sprücheklopfen und Ideologie, nicht Realität.
    >
    > Das kommt auf den Einzelfall an. Es gibt durchaus "sinnvolle"
    > Weiterentwicklungen.

    So ist es, und deswegen war deine Pauschalaussage falsch und ideologisch, und mein Einwand bezog sich genau darauf, dass sie eben keine allgemeingültige Regel sein kann.

    > Was XP angeht, ein OS besteht nicht "nur" aus Usability. Der große Teil
    > eines OS ist für Performance/Stabilität/Sicherheit etc. zuständig. Und da
    > gibt es ständig neue Erkenntnisse/Verbesserungen und somit auch neue
    > Updates.

    Schön und gut – offen bleibt, inwieweit diese denn gleich zwangsläufig die Kompatibilität brechen. So oft, wie es Microsoft beim Windows-Versionswechsel zugelassen hat? Unwahrscheinlich.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 10.07.15 05:42 durch demon driver.

  9. Re: Dieser "Fortschritt" ist Quatsch

    Autor: demon driver 10.07.15 - 06:02

    matbhm schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was heißt Ur-Vorgänger StarOffice 5.2? Ich hatte bereits 1996 mit
    > StarOffice gearbeitet

    Ich 1994 mit StarWriter 2.0 ;-)

    Mit "Ur-Vorgänger", vielleicht etwas ungeschickt formuliert, meinte ich das letzte "integrierte" StarOffice, das als Codebasis für die erste OpenOffice-Version diente, wobei damals vieles über Bord geworfen wurde, was es die ganzen Jahre Microsoft an Funktionalität und Usability voraus gehabt hatte.

    Die 5.2 läuft, mit Ausnahme des E-Mail-Moduls, das anscheinend mit heutigen Exchange-Servern nicht mehr klarkommt, immer noch gut auf 32-Bit-Systemen, und ich nutze es weiter auf meinem Netbook; nur auf 64-Bit-Systemen ist es mit keiner der Kompatibilitätsoptionen noch zum stabilen Durchlaufen zu bewegen. Dort bleibe ich einstweilen beim OpenOffice 3.3 – die letzte Open/LibreOffice-Version, die noch die StarOffice-Binärformate schreiben kann.

    Als Trost gegenüber den Fehlern, die Open/LibreOffice haben, bleibt mir, dass ein halbwegs aktuelles MS-Office heute demgegenüber für mich nahezu unbenutzbar ist. Wie bei Windows ist das Benutzerinterface auch bei Office im Laufe der Zeit in vielerlei Hinsicht immer schlechter geworden.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 10.07.15 06:07 durch demon driver.

  10. Re: Dieser "Fortschritt" ist Quatsch

    Autor: FreiGeistler 10.07.15 - 13:55

    > ... nur bringt das was ewig hält kein geld. ;)
    Das ist ja das was der TO anklagt: Warum operiert ein Open-Source-Projekt nach Marktkriterien?
    Klar; Änderung bringt Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit bringt spenden.
    Aber: Weniger Änderung benötigt weniger Spenden, das Maintainer-Team kann kleiner sein.

    Naja, Abiword/Gnumeric portable tun noch ihren Dienst.

    > Es stellt sich die Frage, weshalb die Kompatibilität zum Monopol-Word nicht besser ist
    Reverse-Engineering ist aufwendig. Kannst ja die Open-Document-Formate nutzen.

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