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Ein Browser für das Touchscreen-UI

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  1. Ein Browser für das Touchscreen-UI

    Autor: FreiGeistler 16.06.20 - 13:16

    Naja, was soll man davon halten?
    Wäre ein simples UI-Toolkit nicht passender gewesen? FLTK oder so?
    Werden die Daten auch Systemintern via HTTPS verschickt?

  2. Re: Ein Browser für das Touchscreen-UI

    Autor: kaesekuchen 16.06.20 - 14:57

    Man muss halt eingestehen, dass HTML+CSS (wohl oder übel zusammen mit Javascript, man kommt ja nicht wirklich drum herum) längst eins der besten UI-Layout-Systeme ist, die es gibt. Extrem vielseitig, extrem weit verbreitet und mit mehreren sehr hochwertigen und leistungsfähigen Implementierungen.

    Man kann es als Overkill oder als Frickelkram sehen ... oder als *die* Standardlösung für deklarative GUI-Implementierungen. Von JS bin ich auch kein großer Freund, aber HTML und CSS sind schon sehr sehr gut.

    Nicht ohne Grund wurde das Konzept von deklarativer GUI-Beschreibung mit einer XML-basierten (oder XML-ähnlichen) Markup-Sprache und CSS fürs Styling (mehr oder weniger nah am "Original" fürs Web) ja auch schon längst von anderen UI-Toolkit-Bibliotheken übernommen.

    Ich kann die Wahl von SpaceX nachvollziehen. So lange die Software stabil funktioniert, was offenbar der Fall ist, spricht nichts wirklich dagegen und einiges dafür.

    Mir war tatsächlich schon aufgefallen, wie schick und "multimedia-mäßig" das UI des Crew Dragon aussieht und ich hatte mich gefragt, wie man dazu kommt, so viel visuellen "Schnickschnack" einzubauen. Diese Information erklärt es. Mit der Web-Lösung können sie es sich schlicht leisten, es ist kein so großer Aufwand mehr.

  3. Re: Ein Browser für das Touchscreen-UI

    Autor: FerdiGro 16.06.20 - 15:09

    Es steht doch drin, dass nichts relevantes über das Touchscreen funktioniert. Das ist technisch gesehen nice to have. Und es gibt genug Willige die sich damit auskennen.

  4. Re: Ein Browser für das Touchscreen-UI

    Autor: HeroFeat 16.06.20 - 15:15

    Ich würde jetzt vermuten, das damit gemeint ist, das nichts Überlebenswichtiges einzig über die Touchscreens machbar ist. Aber ich kann mir kaum vorstellen, das sie komplett irrelevant sind.

  5. Re: Ein Browser für das Touchscreen-UI

    Autor: kaesekuchen 16.06.20 - 15:54

    Korrekt, das Touchscreen-UI ist relevant, sogar sehr.

    Wer z.B. den Livestream vom Start und Anflug auf die ISS verfolgt hat, hat gesehen, dass die Astronauten in dieser Zeit praktisch ausschließlich über die Touchscreens mit dem Raumschiff interagiert haben. Es soll wohl möglich sein, auch wieder lebendig nach Hause zu kommen, falls das System ausfällt, aber als Normalfall vorgesehen ist das nicht.

  6. Re: Ein Browser für das Touchscreen-UI

    Autor: yoyoyo 16.06.20 - 18:05

    Jup. Gibt die Hardwareknöpfe, aber die Infos halt nicht und steuern nur mit Blick aus dem Fenster ist dann schon eher was für Chuck Norris.

  7. Re: Ein Browser für das Touchscreen-UI

    Autor: HeroFeat 16.06.20 - 18:06

    Man muss aber auch sagen, das die Nutzung von "Web Technologien" den Vorteil hat, dass das Zeug unglaublich viele Nutzungs-stunden hat. Generell stürzen "Browser" ja nicht wirklich häufig ab. Und wenn dann nur etwas genau vorher getestetes angezeigt wird sinkt das Risiko nochmal erheblich. Ich würde vermuten dass das sogar stabiler und zuverlässiger als eine "schlanke" Lösung sein könnte. Aber wenigstens würde ich bezweifeln dass das Risiko höher ist.

    Auch bei den Touchscreens: Wie oft fällt sowas aus? Eher ein geringes Risiko. Und dann haben sie ja noch 3 von den Teilen die garantiert so umkonfiguriert werden können, das "Pilot" und "Co-Pilot" jeweils selber steuern können.

    Und dann bleibt da noch die Tatsache, dass das Ding ja eigentlich automatisch fliegt. Die Wahrscheinlichkeit das überhaupt eingegriffen werden muss ist eher gering. Denn der Bordcomputer hat ja sicherlich eine sehr sehr große Zahl an Möglichen Szenarien mit der perfekten Lösung einprogrammiert bekommen. In der Raumfahrt werden ja sowieso für jedes Mögliche oder Unmögliche Szanrio Ablaufpläne festgelegt. Und diese einfach einzuprogrammieren ist weitaus einfacher, als den Zwischenschritt über den Mensch zu gehen und mit diesem die Szenarien zu trainieren und sich darauf zu verlassen das er beim Befolgen der perfekten Lösungsstrategie keinen Fehler macht.

  8. Re: Ein Browser für das Touchscreen-UI

    Autor: TheNX 16.06.20 - 19:06

    kaesekuchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man muss halt eingestehen, dass HTML+CSS (wohl oder übel zusammen mit
    > Javascript, man kommt ja nicht wirklich drum herum) längst eins der besten
    > UI-Layout-Systeme ist, die es gibt. Extrem vielseitig, extrem weit
    > verbreitet und mit mehreren sehr hochwertigen und leistungsfähigen
    > Implementierungen.

    Ne, echt jetzt? Ich finde, da gabs schon deutlich besseres, z.B. sogar Flash ohne die problematische Laufzeitumgebung. Leider hat man Flash immer nur auf die Laufzeitumgebung reduziert und nie die, immer noch einzigartige, vektorbasierte Grundtechnologie, zusammen mit ActionScript, entsprechend gewürdigt. Da hätte man noch einiges daraus machen können, insb. auf Seiten der Laufzeitumgebung bezgl. Sicherheit usw.

    HTML, CSS und JavaScript sind IMHO dann noch gut, wenn man klassische Webseiten macht oder klassische, textuelle Informationsaufbereitung. Fängt man an, komplexe UIs zu entwickeln, die sich vielleicht wie eine Desktopsoftware oder App anfühlen sollen, wirds eher umständlich und krampfig, was auch klar ist, da der Fokus dieser Technologien ein ganz anderer war. Für mich fühlt sich das in diesen Fällen immer an, als würde man einen Schraubendreher unbedingt zum Löcher bohren, Nägel einschlagen usw. benutzen wollen.

  9. Re: Ein Browser für das Touchscreen-UI

    Autor: FreiGeistler 16.06.20 - 19:14

    TheNX schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > HTML, CSS und JavaScript sind IMHO dann noch gut, wenn man klassische
    > Webseiten macht oder klassische, textuelle Informationsaufbereitung. Fängt
    > man an, komplexe UIs zu entwickeln, die sich vielleicht wie eine
    > Desktopsoftware oder App anfühlen sollen, wirds eher umständlich und
    > krampfig, was auch klar ist, da der Fokus dieser Technologien ein ganz
    > anderer war. Für mich fühlt sich das in diesen Fällen immer an, als würde
    > man einen Schraubendreher unbedingt zum Löcher bohren, Nägel einschlagen
    > usw. benutzen wollen.

    Das auch mein Punkt, ich arbeite gerade an so einer (zum glück simplen) Web-UI.
    Deshalb hatte ich mich gewundert.
    Naja, der der die Entscheidung fällte, wird wohl ein anderer sein, als der der sie implementieren musste.

  10. Re: Ein Browser für das Touchscreen-UI

    Autor: kaesekuchen 16.06.20 - 19:45

    TheNX schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ne, echt jetzt? Ich finde, da gabs schon deutlich besseres, z.B. sogar
    > Flash ohne die problematische Laufzeitumgebung. Leider hat man Flash immer
    > nur auf die Laufzeitumgebung reduziert und nie die, immer noch
    > einzigartige, vektorbasierte Grundtechnologie, zusammen mit ActionScript,
    > entsprechend gewürdigt. Da hätte man noch einiges daraus machen können,
    > insb. auf Seiten der Laufzeitumgebung bezgl. Sicherheit usw.
    >
    > HTML, CSS und JavaScript sind IMHO dann noch gut, wenn man klassische
    > Webseiten macht oder klassische, textuelle Informationsaufbereitung. Fängt
    > man an, komplexe UIs zu entwickeln, die sich vielleicht wie eine
    > Desktopsoftware oder App anfühlen sollen, wirds eher umständlich und
    > krampfig, was auch klar ist, da der Fokus dieser Technologien ein ganz
    > anderer war. Für mich fühlt sich das in diesen Fällen immer an, als würde
    > man einen Schraubendreher unbedingt zum Löcher bohren, Nägel einschlagen
    > usw. benutzen wollen.

    Vielleicht können wir uns ja auf "Geschmacksache" einigen?

    Ich muss sagen, ich finde Electron-Anwendungen wie Discord oder Visual Studio Code super. Sie sehen schick aus, lassen sich prima bedienen, und performant sind sie auch. Da ruckelt nichts, und oft gibt es sogar auch noch schöne und absolut flüssige Animationen. Ich war sogar sehr verblüfft, als ich einmal verglichen habe, wie gut oder schlecht Kate (der Standard-Texteditor von KDE) und VS Code mit einer großen Textdatei (mehrere 100 MB, genau weiß ich es nicht mehr) zurechtkommen. Kate geriet heftigst ins Stocken, VS Code hat man keinerlei Anstrengung angemerkt. Wenn man es nicht wüsste, würde es schwerfallen, zu glauben, dass das letztlich wirklich nichts anderes als eine "Webseite" ist.

    Wo ich Dir mit dem "krampfig" zustimme ist der Entwicklungskomfort und allgemein das Gefühl, einen schlanken, sauberen Ansatz zu haben bzw. es "richtig" zu machen. Da gewinnen traditionelle, dedizierte GUI-Libraries im Vergleich mit den Web-Technologien u.U. haushoch, das seh ich auch so. Der Web-Stack ist halt ein komisches Tier. Ursprünglich für viel reduziertere Anwendungsfälle gedacht, über Jahrzehnte "historisch" und chaotisch gewachsen, und irgendwann zu einer der IT-Mainstream- und -schlüsseltechnologien überhaupt geworden, mit entsprechend riesigem Support durch etliche Großkonzerne. Und dadurch entstand dieses seltsam widersprüchliche Ding - auf der einen Seite anarchische eierlegende Wollmilchsau, die alles ein bisschen kann und nichts richtig, aber gleichzeitig Kernelement einer riesigen Industrie, um nicht sogar zu sagen, der ganzen Gesellschaft.

    Dass man als "Purist" davon nicht zwangsläufig begeistert ist, versteh ich. Man muss aber auch sagen, dass sich ein riesiger Haufen Leute große Mühe geben, die Arbeit damit angenehmer zu machen. Und ich denke man kann ganz klar sagen, dass die Webentwicklung in den letzten Jahren *deutlich* angenehmer und produktiver wurde, z.B. durch TypeScript und moderne Frameworks (damit meine ich v.a. Vue, Angular und React - die ja irgendwie alle fast gleich sind, was auch zeigt, dass da nach vielen Jahren Chaos und Turbo-Evolution inzwischen doch auch eine gewisse Konsolidierung eingesetzt hat). Man kann heute fast jede Art von Anwendung im Browser bauen. Es fühlt sich immer etwas wurschtelig an, und es gäbe oft bessere Lösungen, aber es geht immer besser. Und es hat eben Vorteile, die u.U. schwerer wiegen als rein akademisch-idealistische Aspekte.

  11. Re: Ein Browser für das Touchscreen-UI

    Autor: BoMbY 16.06.20 - 20:44

    Gerade Visual Studio Code würde ich als ein schlechtes Beispiel ansehen - das hat eine grottige Performance auf allen Ebenen.

  12. Re: Ein Browser für das Touchscreen-UI

    Autor: Mandrake 16.06.20 - 20:59

    BoMbY schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Gerade Visual Studio Code würde ich als ein schlechtes Beispiel ansehen -
    > das hat eine grottige Performance auf allen Ebenen.

    Im vergleich zu was?

  13. Re: Ein Browser für das Touchscreen-UI

    Autor: zilti 16.06.20 - 22:02

    Mandrake schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > BoMbY schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Gerade Visual Studio Code würde ich als ein schlechtes Beispiel ansehen
    > -
    > > das hat eine grottige Performance auf allen Ebenen.
    >
    > Im vergleich zu was?

    Emacs z.B.

  14. Re: Ein Browser für das Touchscreen-UI

    Autor: zilti 16.06.20 - 22:08

    kaesekuchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich muss sagen, ich finde Electron-Anwendungen wie Discord oder Visual
    > Studio Code super. Sie sehen schick aus, lassen sich prima bedienen, und
    > performant sind sie auch. Da ruckelt nichts, und oft gibt es sogar auch
    > noch schöne und absolut flüssige Animationen.

    Sie sind hauptsächlich fette Fremdkörper im System. Aber klar, für die Generation "ich mach alles im Browser" macht das natürlich nichts.

    > Wo ich Dir mit dem "krampfig" zustimme ist der Entwicklungskomfort und
    > allgemein das Gefühl, einen schlanken, sauberen Ansatz zu haben bzw. es
    > "richtig" zu machen. Da gewinnen traditionelle, dedizierte GUI-Libraries im
    > Vergleich mit den Web-Technologien u.U. haushoch, das seh ich auch so. Der
    > Web-Stack ist halt ein komisches Tier. Ursprünglich für viel reduziertere
    > Anwendungsfälle gedacht, über Jahrzehnte "historisch" und chaotisch
    > gewachsen, und irgendwann zu einer der IT-Mainstream- und
    > -schlüsseltechnologien überhaupt geworden, mit entsprechend riesigem
    > Support durch etliche Großkonzerne. Und dadurch entstand dieses seltsam
    > widersprüchliche Ding - auf der einen Seite anarchische eierlegende
    > Wollmilchsau, die alles ein bisschen kann und nichts richtig, aber
    > gleichzeitig Kernelement einer riesigen Industrie, um nicht sogar zu sagen,
    > der ganzen Gesellschaft.

    Ja, und wieder werden die genau gleichen Fehler gemacht wie früher. Und ganz nebenbei re-implementieren Browser mittlerweile ein halbes Betriebssystem, mit allen damit zusammenhängenden Sicherheitslücken, die überhaupt erst dazu geführt haben - zusammen mit der unsäglichen Panikmache der Betriebssysteme selbst - dass Nutzer Angst davor haben, Software zu installieren.

    > Dass man als "Purist" davon nicht zwangsläufig begeistert ist, versteh ich.
    > Man muss aber auch sagen, dass sich ein riesiger Haufen Leute große Mühe
    > geben, die Arbeit damit angenehmer zu machen.

    Man stelle sich vor, diese ganze Mühe wäre stattdessen für etwas Sinnvolles eingesetzt worden...

    > Und ich denke man kann ganz
    > klar sagen, dass die Webentwicklung in den letzten Jahren *deutlich*
    > angenehmer und produktiver wurde, z.B. durch TypeScript und moderne
    > Frameworks (damit meine ich v.a. Vue, Angular und React - die ja irgendwie
    > alle fast gleich sind, was auch zeigt, dass da nach vielen Jahren Chaos und
    > Turbo-Evolution inzwischen doch auch eine gewisse Konsolidierung eingesetzt
    > hat). Man kann heute fast jede Art von Anwendung im Browser bauen. Es fühlt
    > sich immer etwas wurschtelig an, und es gäbe oft bessere Lösungen, aber es
    > geht immer besser. Und es hat eben Vorteile, die u.U. schwerer wiegen als
    > rein akademisch-idealistische Aspekte.

    Ja, ich muss sagen, mit ClojureScript und Fulcro handhabt sich das schon deutlich angenehmer als früher. Fast auf JavaFX-Niveau.

  15. Re: Ein Browser für das Touchscreen-UI

    Autor: BoMbY 16.06.20 - 22:09

    Mandrake schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Im vergleich zu was?

    Im Vergleich zu jedem Editor mit welchem ich bisher gearbeitet habe, inklusive dem klassischen Visual Studio. Von der Idee ist Visual Studio Code nicht schlecht, aber aktuell ist das einfach nur ein Krampf.

  16. Re: Ein Browser für das Touchscreen-UI

    Autor: TheNX 16.06.20 - 22:14

    kaesekuchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Vielleicht können wir uns ja auf "Geschmacksache" einigen?

    Nach deinen weiteren Ausführungen, stelle ich fest, dass wir zu diesem Thema, eine sehr, sehr ähnliche Meinung haben.

    Das Einzige wo ich deutlich anderer Meinung bin, ist der "Komfort" der Webentwicklung. Es gibt ja beim Thema JS/Webentwicklung schon eine Weile den running gag von wegen, dass jemand eine Art Hello World in JS realisieren will und als erstes diesem irgendwelche Bibliotheken und Frameworks nahegelegt werden...

    Ich selbst denke, dass es wenig mit dem Bedürfnis nach akademischer Perfektion zu tun hat, wenn eigentlich ungeeignete Technologien, durch zig Abstraktions-Layer irgendwie halbwegs benutzbar gemacht werden. Insb. vor dem Hintergrund, dass gerade im Frontend-Bereich seitens dieser Framework, Library etc. Anbieter alles als der geilste Sch... überhaupt angepriesen wird. IMHO ist insb. die Frontend-Entwicklung im Web derart kaputt, dass kaputt als Beschreibung nicht stark genug ist.

    Etwas Hoffnung setze ich auf webassembly, wenn auch dies wieder eine Reihe von anderen Problemen mit sich bringen dürfte. Aber mit webassembly muss ich mich noch mehr beschäftigen, um konkreter eine Meinung dazu zu haben.

    Vor diesem Hintergrund finde ich die Entscheidung von SpaceX durchaus interessant, das frontend mit Chromium und Webtechnologien zu gestalten, wenn doch ständig die Rede von "Echtzeit" ist. Damit meine ich nicht die Schönheit einer Animation, sondern ganz konkret die Zeit dies es braucht, bis ein Wert von einem Sensor auf dem Display auftaucht. Ich bin geneigt dazu, zu behaupten, dass es länger Dauert, als es z.B. bei einer Segmentanzeige der Fall ist. Anderseits ist es vermutlich eher irrelevant, da die Prozessgeschwindigkeit bei einem Fehler während dem Aufstieg eh jenseits des Menschen möglichen ablaufen werden. D.h. die Steuergeräte ohnehin Automatismen haben müssen, um die Astronauten bei einem Fehler zu retten.

  17. Re: Ein Browser für das Touchscreen-UI

    Autor: yoyoyo 16.06.20 - 23:17

    Dachte ich eigentlich auch. Dann unlängst mal wieder ein Project mit QtQuick gestartet. Ach du Scheiße, wehe man muss auch nur ein Yota über Bare Minimum hinaus. Da drohen sich schnell Wochen an. Also gekickt und kurz Flutter ausprobiert. OMG, was ein Gefrickel. Es sind nur zwei mäßigig komplexe Views, im wesentlichen interaktive Tabellen mit ein paar Animationen, die müssen aber OS übergreifend funktionieren. Sowas ist in Electron in nem halben Tag gemacht.
    Chromium ist ne gute VM und schöne Basis für kleine Value-Projekte. Läuft bestimmt noch in 15 jahren. Würde ich damit ne komplexe IDE machen oder sowas? Sicher nicht, aber es hat seinen Platz, besonders bei fire and forget Themen, wo eigentlich eh keiner Bock drauf hat.

  18. Re: Ein Browser für das Touchscreen-UI

    Autor: flow77 16.06.20 - 23:32

    FreiGeistler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Naja, was soll man davon halten?
    > Wäre ein simples UI-Toolkit nicht passender gewesen? FLTK oder so?

    JS ist nun wirklich simpel und richtig eingesetzt auch richtig schnell und ressourcenschonend.
    Zudem ist FLTK ja nicht wirklich auf touchy, oder ist die Info nur gut versteckt?

    > Werden die Daten auch Systemintern via HTTPS verschickt?

    Du wirst bei jeder anderen Implementierung ebenfalls die Entscheidung haben, ob verschlüsselt oder nicht.
    Ich glaube jedenfalls nicht dass die Frontend-Leute bei SpaceX direkt in die Datenbank oder aufs FS schreiben - das läuft doch alles über eine Abstraktionsebene, Api, Sockets whatever. Und natürlich kann man das innerhalb einer vertrauten Umgebung (die es ja hoffentlich gibt) auch ohne Verschlüsselung machen. Auch wenn die heutigen Systeme eh alle durch HW-Unterstützung das easy nebenbei machen.

  19. Re: Ein Browser für das Touchscreen-UI

    Autor: TheNX 16.06.20 - 23:43

    yoyoyo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >Sowas ist in Electron in nem halben Tag gemacht.

    Kann ich mir in deinem speziellen Fall durchaus gut vorstellen. Aber wenn ich bei Electron schon wieder lese, npm hier, npm da....

    Ehrlich, wenn ich meinem eigenem Softwareerzeugnis nicht über den Weg trauen kann, weil da Code aus irgendwelchen, beliebigen, ggf. obskuren Quellen drin steckt...ja, sicher, theoretisch kann ich den ganzen Code selbst analysieren, ob da irgendwas drin steckt was ich (und der Nutzer) nicht will. Aber in der Zeit kann ich es auch gleich selbst implementieren.

    Mir ist schon klar, dass das Problem erstmal grundsätzlich bei fremden Bibliotheken existiert, aber npm treibt es auf die Spitze mit dem "magischen" Bereitstellen irgendwelcher Bibliotheken.

    Aber in dem heutigen Umfeld der Softwareentwicklung, welches ich bisher kennen lernen durfte, kann ich es verstehen.

  20. Re: Ein Browser für das Touchscreen-UI

    Autor: kaesekuchen 16.06.20 - 23:50

    Die Frage ist:

    Was genau könnte denn an Konzept und Umsetzung von HTML und CSS und deren Nutzung für die Entwicklung von GUIs/Anwendungen eurer Meinung nach anders/besser sein?

    JavaScript blenden wir bitte mal aus. Das hatte ich eigentlich von Anfang an - schon in meinem allerersten Satz zu diesem Thema hier - ausgeklammert, auch wenn ich dann später doch selbst wieder viel davon geredet hab. Das Problem mit dem Web ist doch eigentlich in erster Linie und fast ausschließlich JavaScript, oder nicht?

    Wenn es da statt dessen eine "ordentliche" Sprache gäbe (was auch immer das für den einzelnen genau bedeutet), fändet ihr das Web dann immer noch so kaputt?

    Mir fällt da ehrlich gesagt wenig ein. Das einzige, was ich mir zu HTML und CSS vielleicht noch nativ dazuwünschen würde, wären im Prinzip genau die Dinge, die die modernen Tools und JS-Frameworks mit sich bringen. Das heißt: Etwas mehr Ausdrucksstärke/Kompaktheit bei CSS ( -> Sass/SCSS) und bei HTML Modularität, also die Möglichkeit, neue Elemente zu durch Kapselung von wiederverwendbaren Codestücken zu definieren. Gerade letzteres ist ja für komplexe GUIs enorm wichtig. Und daran, dass es nativ fehlt (oder dass im Lauf der Zeit so gut wie keine nativen Layout- und GUI-Elemente "höherer Ordnung" dazukamen), zeigt schon, dass das Ganze ursprünglich nicht für komplexe Anwendungen gedacht war und in gewisser Weise auch eigentlich bis heute nicht dafür gedacht ist. Das ist schon wahr. Auf der anderen Seite hat HTML/CSS dafür aber eine gewaltige Gestaltungsfreiheit bei gleichzeitig relativ einfacher Verwendung. Und wie ich schon sagte - diejenigen anderen GUI-Libraries, die dem zumindest nahe kommen, sind ganz stark von HTML/CSS inspiriert.

    Ansonsten fällt mir spontan nichts ein, was ich bei anderen GUI-Lösungen so viel besser finde. Und ich hab schon diverse (Qt, GTK, JavaFX, Adobe Flex, Android Standard-GUI und andere) mit verschiedenen Sprachen (C++, Python, Java etc.) verwendet. Wenngleich nichts davon nur annähernd so viel wie HTML+CSS. Liegt es daran?

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