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Proprietäre Hard- und Software

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
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  1. Re: Proprietäre Hard- und Software

    Autor: throgh 17.05.16 - 22:08

    unbuntu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Na und? Das hat absolut nichts mit Linux zu tun, sondern nur mit irgendner
    > Ideologie deinerseits, die du gerne auch von anderen sehen willst. Es ist
    > ein Linuxsystem, fertig.

    Ganz simpel gesprochen: Nein. Sicherlich ist das auch eine Ideologie, aber wenn du nur immer den Weg des geringsten Widerstandes beschreitest bekommst du letztendlich auch nichts Anderes als ein quelloffenes Windows. Sinn? Ziel? Nicht wirklich!

  2. Re: Proprietäre Hard- und Software

    Autor: throgh 17.05.16 - 22:11

    Das klingt in den Erläuterungen aber auch eher anders. So ist es doch auch die "Intel Management Engine" wie auch der "Intel Boot Guard", die ein Problem darstellen (siehe hier: https://libreboot.org/faq/#intel). Außerdem sind Intel wie auch AMD nebst den anderen Chipherstellern nicht willens diese Probleme zu beseitigen. Andernfalls könnte man ja auch WiFi-Chips von Intel beispielsweise mit quelloffenen Treibern ausstattetn und müsste nicht Thinkpads entsprechend mit einer anderen WiFi-Karte ausstatten.

  3. Re: Proprietäre Hard- und Software

    Autor: throgh 17.05.16 - 22:12

    [Doppelter Beitrag]



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.05.16 22:13 durch throgh.

  4. Re: Proprietäre Hard- und Software

    Autor: throgh 17.05.16 - 22:22

    kater_karlo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da du Linux nutzt, sollte man ja davon ausgehen, dass du das schon ein paar
    > Mal gemacht hast. Dann ist es mir aber auch echt schleierhaft, wie du auf
    > die Idee kommen kannst, dass das trivial ist? Es ist extrem nervig Hardware
    > zu finden, die auch wirklich *komplett* unterstuetzt wird (jaja,
    > Thinkpads). Da kann man hundert mal in irgendwelchen Foren schauen oder
    > Wikis studieren, nachher geht dann halt doch wieder irgendetwas nicht
    > richtig, an das man nicht gedacht hat. SD-Kartenleser, irgendwelche
    > Funktionstasten auf der Tastatur, oder der Soundchip hat dauernd
    > Knackgeräusche, das WLAN ist sau lahm, beschissene Unterstützung von
    > Stromsparfeatures oder was weiß ich.

    Ich habe nicht behauptet, dass dies Alles trivial ist. Wo konkret hast du das bitte bei meinen Ausführungen gelesen? Was ich aber fortwährend interessant finde: Ähnliche Probleme kennt man auch unter Windows. Es gibt unzählige Forenbeiträge, die über all das berichten und dort ist das dann Alles was konkret? Normal? Akzeptabel? In Ordnung? Änderbar? Man muss dann ebenso auf die Suche gehen und sich mit den Problemen befassen. Die Schritte sind die absolut Gleichen: Bekannte fragen, Internet durchsuchen, Einträge lesen und Lösungsmöglichkeiten ausprobieren. Angefangen von neueren Treibern oder gar auch älteren Versionen bis hin zu illustren Registry-Einträgen und Konfigurationen. Aber bei Linux ist dies dann auf einmal ein großes Problem? Was ich schon für nette Kommandozeilen-Hacks auch unter Windows gesehen habe, die sich dann die Leute gegenseitig schicken als Tipps. Aber bei Linux wird umgehend der Generalaufstand geprobt wenn eine Konfigurationsdatei angepasst werden muss? Ja, es ist nicht Gold was glänzt und sowohl Linux als Windows haben ihre eigenen Herausforderungen. Aber man sollte auch die Kirche im Dorfe lassen: Für Hilfe ist gesorgt und es gibt ganze Wiki-Seiten, die hier auch Tipps zur Verfügung stellen (http://www.linlap.com/). Jeder kann seine Erfahrungen machen und Lösungen zur Verfügung stellen, aber dazu gehört auch etwas Engagement. Wer sich nur hinsetzen möchte und mundgerechte Lösungen benötigt könnte da durchaus Probleme bekommen. Das klingt arrogant und ist mit Sicherheit auch keine allumfassende Antwort, kann es auch gar nicht sein. Allerdings ist diese Haltung auch nun wirklich sehr stark vertreten, warum?

    kater_karlo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich bin ohne weiteres bereit einen Aufpreis alleine dafür zu zahlen, dass
    > mir garantiert wird, dass wirklich *alles* zufriedenstellend funktioniert.
    > Und damit ist es dann eben nicht das exakt gleiche, wie aus der Unmenge an
    > vorhandener Hardware selbst etwas kompatibles herauszufischen.

    Wie gesagt: Vorher informieren spart im Nachgang auch etwas Ärger. Alle Probleme wird man so oder so nicht vorab lösen können, aber man kann Vieles minimieren! :)

  5. Re: Proprietäre Hard- und Software

    Autor: unbuntu 17.05.16 - 22:51

    Auch wenn du es nicht willst, da steht nirgendwo was von "freiem Laptop", sondern von "Linux Laptop" und genau das ist es nunmal. Alles weitere ist nur Ideologie und Wunschdenken.

    "Linux ist das beste Betriebssystem, das ich jemals gesehen habe." - Albert Einstein

  6. Re: Proprietäre Hard- und Software

    Autor: kater_karlo 18.05.16 - 00:00

    throgh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich habe nicht behauptet, dass dies Alles trivial ist. Wo konkret hast du
    > das bitte bei meinen Ausführungen gelesen?

    Du hast es nicht wortwörtlich so gesagt. Du hälst das Angebot aber offensichtlich für unnötig, da es ja nur Standardhardware ist und man sich auch sonst was kaufen kann. Das sehe ich halt anders, da "läuft einfach" ein super Verkaufsargument für mich ist.

    > Ähnliche Probleme kennt man auch unter Windows.

    Ja, hatte ich zwischen Windowsversionswechseln. Wenn die Treiberunterstützung halt scheiße ist, gibt's überall Probleme. Dafür funktioniert das Ding meistens, wenn es fabrikneu ist - der Hersteller verkauft's ja zumindest mit Windowsunterstützung. Wenn du irgendwo einfach Linux installierst interessieren deine Probleme zumindest den Hersteller gar nicht (bei Windows je nach Gerätepreis schon).

    > Das klingt arrogant und ist mit Sicherheit auch
    > keine allumfassende Antwort, kann es auch gar nicht sein.

    Ja, das klingt arrogant. Es gibt für mich nach acht Jahren Linux nichts uninteressanteres als Lösungen für Hardwareprobleme zu suchen. Das ist für mich einfach nur verschwendete Zeit. Die stecke ich lieber in meine Softwarekonfiguration.

    Und wenn die Treiberunterstützung passt, musst du nichts unter Linux anpassen. Wenn sie nicht passt, dann kannst du viel rummachen, aber am Ende ist die Unterstützung dann häufig doch wieder nur halbgar. Weil der Treiber halt zum Beispiel einfach scheiße ist. Mein aktuelles Notebook hat glaube ich keine einzige angepasste Hardwarekonfigurationsdatei - so will ich das auch in Zukunft haben.

    > Allerdings ist diese Haltung auch nun wirklich sehr stark vertreten, warum?

    Weil manche Leute halt gerne einfach loslegen möchten? Zumal dir niemand garantiert, dass du fuer deine Hardwareprobleme nach ewiger frustrierender Googelei ueberhaupt eine Loesung findest.

    > Wie gesagt: Vorher informieren spart im Nachgang auch etwas Ärger.

    Mein erster Laptop hatte eine VIA-Grafikkarte - das musst du mir nach der Erfahrung nicht erzählen ...

    > Alle Probleme wird man so oder so nicht vorab lösen können, aber man kann
    > Vieles minimieren! :)

    Doch, kann man ja hoffentlich - indem man von einem Händler wie Tuxedo ein Linuxnotebook kauft. Das läuft hoffentlich einfach. Wenn es dir Spaß macht über linlap.com und andere Ressourcen nach einem kompatiblen Gerät zu suchen - bitteschön. Meine Erfahrung ist, dass man da extrem viel Zeit verbrät und am Ende dann doch wieder irgendetwas nicht zufriedenstellend funkioniert. Denn selbst auf linlap und co. findest du häufig keine vollen Funktionsreports - so Zeug wie Bluetooth, Kartenleser, Webcam oder Hibernation werden gerne nicht getestet.

    Kurz: Mein aktueller Laptop läuft ziemlich gut und ich habe ihn bewusst mit Linuxkompatibilität im Hinterkopf selbst ausgesucht. Trotzdem werde ich für mein nächstes Gerät definitiv einen Shop wie tuxedo zumindest in Betracht ziehen, wenn er mir volle Funktionalität garantieren kann. Das ist einfach so unglaublich viel bequemer.

  7. Re: Proprietäre Hard- und Software

    Autor: cpt.dirk 18.05.16 - 00:36

    Ich pflichte through bei:

    Wir haben de facto keine Wahlfreiheit in Bezug auf Open Source bei der Hardware (i. d. R. können wir bei Notebooks nicht einmal darüber entscheiden, ob wir Windows haben wollen oder nicht) und schon gar nicht bei der Firmware dazu - die wird im Grunde für sämtliche Rechner weltweit von genau zwei US-Firmen als magischer binärer Blob mitgeliefert.

    Auch das Librem 13 bzw. 15 enthält im Kern noch das proprietäre UEFI-BIOS die ME Binaries von Intel. Man will angeblich daran arbeiten, diese zu entfernen, allerdings braucht es dazu den guten Willen Intels und offenbar noch nicht verfügbarer personeller Resourcen.

    Ich persönlich weigere mich, ein Gerät zu kaufen, von dem ich nicht einmal sicher sein kann, ob es deaktivierbares Secure Boot bietet oder ob es einen Computrace-Firmwaretrojaner ab Werk enthält (was heute offenbar Standard ist).

    Solange die Konsumentenherde brav ohne groß nachzufragen einfach nur kauft, was da auf den Ladentisch kommt, bekommt sie auch nichts anderes.

  8. Re: Proprietäre Hard- und Software

    Autor: TheArchive 18.05.16 - 08:35

    Was wäre denn hier die Lösung? Hersteller zwingen ihre Soft- und Hardware zu öffnen? Kunden, die an Linux kein Interesse haben, sollen es dennoch kaufen, um den Gedanken von "freier und offener" Hard- und Software zu unterstützen?

    Diese Diskussion driftet am Ende dann doch immer ins ideologische ab. Menschen die kein Linux einsetzen und nicht für dessen Verbreitung "kämpfen" sind dumm und lassen sich was vorschreiben. Sie sind ignorant und würden, wenn sie sich wirklich bemühen würden, doch sehen können, dass Linux alles besser kann, als Windows.

    Es ist echt ermüdend. Aber wenn man Feindbilder im Leben braucht, dann findet man auch welche.

  9. Re: Proprietäre Hard- und Software

    Autor: throgh 18.05.16 - 09:06

    Also nur um das klarzustellen: Ich halte es nicht für "unnötig" sondern eben für "bedenklich" oder "überdenkenswert" wenn der Großteil nur suggerierte Freiheit an einer etwas längeren Leine ist. Darauf möchte ich hinweisen! Natürlich kann Jeder sein nächstes Notebook mit entsprechender Kompatibilität aussuchen und muss sich dann weniger Gedanken machen, keine Frage. Aber es ist weiterhin so, dass man auf den Gutwill der Hersteller angewiesen ist und keine Community vorfindet falls neuere Versionen oder spezielle Konfigurationen nötig werden. Geschlossene Treiber? Es bleibt ein Problem, auch unter Linux.

  10. Re: Proprietäre Hard- und Software

    Autor: throgh 18.05.16 - 09:08

    unbuntu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Auch wenn du es nicht willst, da steht nirgendwo was von "freiem Laptop",
    > sondern von "Linux Laptop" und genau das ist es nunmal. Alles weitere ist
    > nur Ideologie und Wunschdenken.

    Es ist also Wunschdenken, dass man die Hersteller als Kunde durchaus zu freien Standards und Definitionen drängen könnte? Schau dir doch einmal die Windowswelt konkreter an. So wirklich "frei" und "quelloffen" ist da nicht viel. Und wenn diese Gedanken weiter nach Linux transportiert werden und kein Gleichgewicht hergestellt wird, haben wir eine quelloffene Kopie mit gleichen Paradigmen. o.O

  11. Re: Proprietäre Hard- und Software

    Autor: throgh 18.05.16 - 09:15

    TheArchive schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was wäre denn hier die Lösung? Hersteller zwingen ihre Soft- und Hardware
    > zu öffnen? Kunden, die an Linux kein Interesse haben, sollen es dennoch
    > kaufen, um den Gedanken von "freier und offener" Hard- und Software zu
    > unterstützen?
    >
    > Diese Diskussion driftet am Ende dann doch immer ins ideologische ab.
    > Menschen die kein Linux einsetzen und nicht für dessen Verbreitung
    > "kämpfen" sind dumm und lassen sich was vorschreiben. Sie sind ignorant und
    > würden, wenn sie sich wirklich bemühen würden, doch sehen können, dass
    > Linux alles besser kann, als Windows.
    >
    > Es ist echt ermüdend. Aber wenn man Feindbilder im Leben braucht, dann
    > findet man auch welche.

    Nein, diese Diskussion muss nicht in das Ideologische abdriften, wenn wir gemeinsam dafür Sorge tragen, dass nicht stetig Überinterpretationen vorgenommen werden. Die Feststellung ist doch klar und deutlich gewesen, oder nicht? Das Ungleichgewicht zwischen Hersteller und Kunde ist ebenso klar und deutlich. Also wo konkret ist das Problem? Auf dem Papier bestimmt der Kunde durch seinen Bedarf. In der Realität aber bestimmt der Hersteller durch Tricks den Bedarf der Kunden. Und das ist nicht in Bezug gesetzt auf Tuxedo sondern auf das was sie nur verbauen können sofern sie sehr aktuelle Komponenten nutzen möchten. Feindbilder braucht man dafür nicht zu suchen. Aber wir müssen das Konzept auch nicht schöner reden als es in Wirklichkeit ist. Genau den Eindruck habe ich hier inzwischen: Lieber wird relativiert statt einfach und schlicht den Tatsachen ins Auge zu schauen.

    Ja, das ist ein Ultrabook mit proprietärer Hardware. Ja, dafür braucht es proprietäre Treiber. Nein, die dort dann installierte Linuxdistribution ist weder frei noch quelloffen. Das wären die Nachteile. Die Vorteile sind eben, dass man abgestimmte Komponenten bekommt, für die keine weitere Konfigurationseinstellungen notwendig werden. Also funktioniert ein Ubuntu-Derivat dort beispielsweise weitestgehend direkt, sofern es nicht auf "libre" setzt wie Trisquel beispielsweise. Das ist verbesserungswürdig, aber wenn es reicht? Niemand hat behauptet, dass dieses Angebot überflüssig wäre. Wir müssen uns nur darüber klar werden wie lang die Leine der Hersteller ist oder vielleicht auch sein sollte. Ganz simpel und einfach!

    EDIT: Und tatsächlich ist natürlich auch etwas Ideologie mit in dieser Diskussion dabei. Jeder hat seine ganz eigenen Gründe für den Einsatz von Linux. Aber eine Distribution wie beispielsweise Trisquel setzt nicht ohne Grund auf FLOSS statt auf FOSS. Nicht ohne Grund gibt es die FSF und ihre Appelle. Jedoch lässt sich immer wieder feststellen - und das nicht in Bezug auf die Teilnehmer dieser Diskussion sondern allgemein: Oftmals gibt es eben harsche Anfeindungen zwischen "Open-Source" und "Libre / Free". Es scheint eben auch so zu sein, dass "quelloffen" dann als Status Quo ausreichend ist, selbst wenn die Lizenz dahinter dennoch nur Einschränkungen vorsieht. Solange sich das Ganze die Waage halten kann und im Gleichgewicht ist? Okay. Aber genau darum geht es: Das liebe, werte Gleichgewicht! :)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.05.16 09:21 durch throgh.

  12. Re: Proprietäre Hard- und Software

    Autor: TheArchive 18.05.16 - 09:17

    Es wird hier unterschätzt (bzw. überschätzt je nach Standpunkt), wie viele Menschen sich dafür interessieren. Für die meisten ist ein Computer ein Werkzeug, wie ein Hammer etc. Es gibt eine Zielgruppe hier, aber sie ist halt nicht die Masse. Aber weil die Masse anderes denkt, ist sie nicht doof oder eine tumbe Herde. Wünschenswert? Aus Deiner Sicht sicherlich. Aus meiner vielleicht auch. Aus der Sicht vieler anderen unwichtig.

    Warum fällt es so schwer dies zu akzeptieren. Die Welt ist unterschiedlich und wenn Dir und anderen dieses Thema ein solches Anliegen ist, ihr viel Potential dort seht, dann kämpft weiter dafür. Das ist ne gute Sache. Niemand mag aber bewaffnete Missionare, wobei die Waffe hier die Unterstellung des Nichtwissens bzw. der Dummheit ist.

    Überzeugt die Leute mit Argumenten anstatt sie zu beleidigen und euer Fachwissen zu rühmen. Sorgt dafür, dass Barrieren abgebaut werden, damit mehr Menschen Zugang zu diesem Wissen haben. Barrierefreiheit bedeutet z.B. auch, einfache Sprache zu verwenden. Wer die USPs von offener Soft- und Hardware nicht in einfachen Sätzen erklären kann, ohne sich hinter zich Fachtermini zu verstecken, der hat es meist selbst nicht ganz verstanden. Das ist jedenfalls meine Erfahrung.

    Akzeptanz schafft man durch Erklärung und nicht durch Vorgaben, Belehrung und Arroganz. Just my2cents

  13. Re: Proprietäre Hard- und Software

    Autor: throgh 18.05.16 - 09:30

    TheArchive schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es wird hier unterschätzt (bzw. überschätzt je nach Standpunkt), wie viele
    > Menschen sich dafür interessieren. Für die meisten ist ein Computer ein
    > Werkzeug, wie ein Hammer etc. Es gibt eine Zielgruppe hier, aber sie ist
    > halt nicht die Masse. Aber weil die Masse anderes denkt, ist sie nicht doof
    > oder eine tumbe Herde. Wünschenswert? Aus Deiner Sicht sicherlich. Aus
    > meiner vielleicht auch. Aus der Sicht vieler anderen unwichtig.

    Es geht gar nicht darum, dass die Masse einfach ein Werkzeug nutzen möchte. Das verstehe ich, aber ich habe auch mehrfach dazu angesetzt in dieser Debatte die Argumentation auszuweiten. Beispielsweise den Bezug zu den Herstellern von Hard- und Software. Allerdings sollte auch beachtet werden, dass es dazu auch Spielraum braucht derlei Argumentationen anzunehmen und mit ihnen zu arbeiten. Wenn wir das hier machen möchten, gerne.

    TheArchive schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Warum fällt es so schwer dies zu akzeptieren. Die Welt ist unterschiedlich
    > und wenn Dir und anderen dieses Thema ein solches Anliegen ist, ihr viel
    > Potential dort seht, dann kämpft weiter dafür. Das ist ne gute Sache.
    > Niemand mag aber bewaffnete Missionare, wobei die Waffe hier die
    > Unterstellung des Nichtwissens bzw. der Dummheit ist.
    >
    > Überzeugt die Leute mit Argumenten anstatt sie zu beleidigen und euer
    > Fachwissen zu rühmen. Sorgt dafür, dass Barrieren abgebaut werden, damit
    > mehr Menschen Zugang zu diesem Wissen haben. Barrierefreiheit bedeutet z.B.
    > auch, einfache Sprache zu verwenden. Wer die USPs von offener Soft- und
    > Hardware nicht in einfachen Sätzen erklären kann, ohne sich hinter zich
    > Fachtermini zu verstecken, der hat es meist selbst nicht ganz verstanden.
    > Das ist jedenfalls meine Erfahrung.

    Sehr gerne: Wir können beispielsweise konkreter auf die Probleme hinsichtlich Libreboot eingehen und auch hier klären, ob nun nur die Mainboard- oder auch Chiphersteller das Kernproblem sind, wie sich das dann in Bezug auf die Geräte ausweitet usw. und das ist mitnichten sarkastisch gemeint.


    TheArchive schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Akzeptanz schafft man durch Erklärung und nicht durch Vorgaben, Belehrung
    > und Arroganz. Just my2cents

    Ein stabiles Fundament, klare Definition. Absolut einverstanden! Allerdings ist hier meine Erfahrung eine vollkommen Andere: Ich kann soviel erklären wie ich möchte wenn mein Gegenüber aber stetig nur Relativierungen bringt und sich auf einen Standpunkt zurückzieht bringt es nicht viel und das lässt mich beispielsweise natürlich dann auch ab einem gewissen Punkt "arrogant", "schulmeisterisch" oder "belehrend" wirken. Ich kann dann noch so gut versuchen meine Perspektive in Worte zu fassen: Das ist eine beiderseitige Aufgabe! :)

  14. Re: Proprietäre Hard- und Software

    Autor: Schnarchnase 18.05.16 - 10:17

    TheArchive schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was wäre denn hier die Lösung? Hersteller zwingen ihre Soft- und Hardware
    > zu öffnen?

    Ja, mindestens die Hardwarespezifikation, so dass man eigene Software dafür schreiben kann. Als Kunde erwarte ich eigentlich auch mit meinem Eigentum tun und lassen zu können was ich will, das kann ich aber nicht wenn es eine Blackbox ist.

    > Kunden, die an Linux kein Interesse haben, sollen es dennoch kaufen, um
    > den Gedanken von "freier und offener" Hard- und Software zu unterstützen?

    Das ist doch Quatsch, es geht um die Wahlfreiheit. Ich möchte als Kunde bestimmen welches System ich kaufe, sei es Linux, keines oder auch Windows. Aktuell gibt es einfach mal keine (oder nur sehr sehr beschränkte) Wahlmöglichkeiten.

    > Diese Diskussion driftet am Ende dann doch immer ins ideologische ab.

    Wenn Freiheit für dich Ideologie ist, dann ja.

    > Es ist echt ermüdend. Aber wenn man Feindbilder im Leben braucht, dann
    > findet man auch welche.

    Hast du seit den Snowden-Enthüllungen unter einem Stein gelebt? Wie kannst du deiner Hard- und Software dann immer noch blind vertrauen? Die Zeiten wo man Vertrauen noch rechtfertigen könnte sind vorbei, jetzt muss Offenlegung her und zwar für alle Komponenten eines Rechners.

  15. Re: Proprietäre Hard- und Software

    Autor: TheArchive 18.05.16 - 13:05

    An des Nerdes Wesen möge die Welt usw....

    Leute, fordern kann man viel. Kann auch berechtigt sein. Aber ich gehe mal davon aus, dass wir alle älter als 12 sind und nicht auf Basis von 4 Std. Sozialkundeunterricht hier diskutieren.

    Es ist Deine Ansicht, dass Du alles mit den von Dir erworbenen Dinge machen kannst, wie es Dir beliebt. Ja, kann man so sehen, ist aber nicht die Realität. Ich werde mich jetzt auch aus dieser Diskussion ausschalten, da solche Gespräche nie zielführend sind.

    Ich vertraue keinem Hard- oder Softwarehersteller. Auch nicht der Linux-Community, btw. Jeder muss hier seine Abwägung treffen und dann sein Produkt erwerben und ggf. anpassen. Wenn bemängelt wird, dass die Auswahl zu gering ist, dann mach was dagegen. Finde Unterstützer. Baue ein Notebook, welches anders ist. Wenn es so viele Interessenten gibt, dann steht Dir hier ja ein guter Geschäftserfolg offen.

    Andere Hersteller zu etwas zwingen zu wollen, finde ich ehrlich gesagt immer etwas billig. Mach Dein Ding, finde Unterstützer. Gründe ne Partei und setze Dich für die Änderung der Gesetze ein, dann werden Hard- und Software vielleicht wirklich offen. Die aktuelle Gesetzeslage ist da leider nicht in Deinem Sinne.

    Und wozu brauchst Du diese Vielfalt? Wenn es eine Lösung gibt, die Deine Interessen darstellbar macht, dann reicht die doch, oder? Ist es denn wünschenswert, wenn Media Markt solche Soft- und Hardware vertreiben würde? Widerspricht das nicht jedem Deiner Grundsätze?

    Ich klinke mich hier wie gesagt aus. Wir sind jetzt an dem ideologischen Teil angelangt, der für mich nicht von Interesse ist. Könnt mich gern im Nachgang fertig machen ;-)

  16. Re: Proprietäre Hard- und Software

    Autor: throgh 18.05.16 - 13:30

    Das ist doch dein gutes Recht dich aus der Diskussion herauszuziehen. Warum sollte dich irgendwer "fertig machen" wollen? Davon stellt sich mir auch wieder die Frage über die Art von Diskussionskultur in Foren und Kommentarbereichen wie diesem. Ist da so viel "verbrannte Erde" bereits hinterlassen worden? Ich habe hier auch wieder zahlreiche unterschwellige Vorwürfe und Relativierungen gelesen: Es geht ja nicht nur um eine Ideologie sondern den gemeinsamen Gedankengang. Vollkommen berechtigt zu sagen, dass dieses Notebook oder Ultrabook eben auch nur an Linux angepasst aber nicht vollkommen frei ist. Dennoch verbleibt natürlich wieder der Gedankengang wie "frei" wir wirklich im Linuxumfeld sind oder auch sein wollen. Zumindest das konnten wir in der Debatte durchaus weiter vertiefen. Natürlich kann man das rein technisch betrachtet auf den Werkzeuggedanken setzen. Nur bleibt es eben nicht nur dabei aufgrund zahlreicher Methoden und Praktiken gerade im Umfeld mobiler Endgeräte! Aber das wäre ein anderes Thema.

    Danke für den Austausch, TheArchive. :)

  17. Re: Proprietäre Hard- und Software

    Autor: Schnarchnase 18.05.16 - 13:59

    Es geht mir ganz sicher nicht darum jemanden fertigzumachen, ich bin nur erschrocken wie wenig Freiheit heutzutage offensichtlich zählt. Freiheit beinhaltet übrigens auch von der Hardwarespezifikation keinen Gebrauch zu machen, einfach Windows zu nutzen und damit glücklich zu sein. Alleine das für alle als den richtigen Weg zu deklarieren prangere ich an.

    Mag sein, dass Zwang nicht gerade die wünschenswerte Art und Weise ist, aber wer ein Produkt verkauft muss halt dafür sorgen, dass der Käufer es uneingeschränkt nutzen kann. Also entweder legt man die Spezifikation offen, oder man sorgt selbst dafür, dass es immer aktuelle Software dafür gibt. Das Problem ist, dass sich Hersteller hier gerne rausziehen, nichts offenlegen und den Support nach X Jahren einstellen. Das ist aktuell Usus, deckt sich aber nicht unbedingt mit unseren Gesetzestexten.

  18. Re: Proprietäre Hard- und Software

    Autor: cpt.dirk 18.05.16 - 23:48

    Schnarchnase schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Problem ist, dass sich Hersteller hier gerne rausziehen, nichts
    > offenlegen und den Support nach X Jahren einstellen. Das ist aktuell Usus,
    > deckt sich aber nicht unbedingt mit unseren Gesetzestexten.

    Und gerade da liegt ein Knackpunkt: ich finde es ermüdend, dass es selbst viele Leute, denen man es eigentlich zutrauen können müsste, offenbar nicht verstanden haben, dass die Zeit seit der XT/AT nicht halt gemacht hat.

    Seit wenigen Jahren wird in sämtlichen PCs ein Hard- und Softwarestack verbaut - analog dazu in den Mobilgeräten - der ursprünglich für Server-Fernwartungen entwickelt wurde und der völlig unabhängig vom Betriebssystem läuft (OOB in Form von vPro, bzw. Dash z. B., in Kombination mit WfM bzw. UEFI).

    Das heißt: unterhalb des OS, ob nun Windows oder etwas anderes, läuft ein zweites Betriebssystem, welches ständigen Netzwerkzugang hat und bereits nach kurzer Zeit keine Updates mehr erhält. Haben wir dazu von Android & Co. etwas gelernt?

    Heutige Firmwareblobs haben mehrere MB, die es in sich haben. Da wird allerhand reingepackt, worüber zumindest ich als Endanwender genauestens Bescheid wissen will, denn es stellt sich die Frage, ob das zu meinem Vorteil integriert wurde, bzw. ob und welche Nachteile mir dadurch entstehen:

    - OOB-Schnittstellen, die, wenn überhaupt, nur 1 bis 2 Jahre Updates erhalten
    - Firmware- und Treiberbugs, für die das gleiche gilt
    - Unnötige Obsoleszenz der Hardware durch EoL der Firmware
    - Unerwünschte Limitierungen der Hardware durch beschnittene Firmware
    - DRM-Informationen, die im Firmware-Flashchip gespeichert werden
    - Hardwarebindung von Software durch das selbe Prinzip
    - Ausschlussmöglichkeiten alternativer Betriebssysteme (u. a. SecureBoot)
    - Hardwarevirtualisierung, die auch von Malware genutzt werden könnte
    - Standardmodule wie ME oder Computrace, die teils Eigenschaften haben, welche auch den Durchschnittsnutzer das Gruseln lehren würden

    Das Problem:

    1. die meisten WISSEN davon nichts!

    2. WENN sie dann davon erfahren, kommen oft reflexhaft völlig unreflektierte Sprüche, wie "ich hab ja nichts zu verbergen!" oder einfach blanke Ratlosigkeit auf.

    3. Diese Ignoranz und Trägheit ist aber genau der Grund, WARUM sich die Situation heute so darstellt wie sie es tut, und WESHALB es so enorm schwer ist, positive Veränderungen herbeizuführen!

    Wenn man den Leuten sagt: kauft den Krempel nicht, und sagt auch den Grund dafür (so ziemlich mögliche das Minimum an passivem Engagement, nennt sich "Käuferverhalten"), erntet man i. d. R. lediglich blanke Verständnislosigkeit und dann WILL plötzlich kaum noch jemand etwas davon wissen, weil schon diese minimalste Aktionsform zu viel verlangt ist.

    Wobei wir wieder bei Punkt 1 wären.

    Dass eine derart unbedarfte Denkweise bereits an der eigenen EC-Pin scheitern würde, liegt wohl auf der Hand. Es auch soll Menschen geben, die dem Facebook-Hype nicht das Wort reden, und ihr Recht auf Privatsphäre gewahrt wissen wollen. Ganz zu schweigen von Ländern, in denen u. U. MenschenLEBEN davon abhängen, ob Hintertüren und Sicherheitlücken in ihren Geräten stecken oder nicht.

    Auch der Umweltaspekt kann nicht außer acht gelassen werden, durch derart künstlich verkürzte Produktlebenszeiten.

    Das dies alles Folgen auch für die nachkommende Generation hat, sollte eigentlich einleuchten, sofern man bereit ist, einen Schritt weiter zu denken.

    Es ergibt sich nun aber leider automatisch für den Rest der aufgeklärteren User die äußerst ungünstige Situation, als kleines Häuflein unter großen Mühen versuchen zu müssen, durch "übertriebenen" Aktionismus das Phlegma der Masse auszugleichen, sofern sie überhaupt irgendetwas wenigsten für sich zum Besseren bewegen wollen. Haben sie allerdings Erfolge, profitiert dann das Gros der Nutzer zumeist doch mit.

    Da wirkt es für mich schon relativ zynisch, wenn manche mit einer mehr oder weniger bewusst zur Schau gestellten Abschätzigkeit (sofern es nicht Dummheit oder Lobbyismus ist) diese Probleme und Bestrebungen zu ihrer Lösung kleinzureden, zu marginalisieren, oder schlimmer noch, ins Lächerliche zu ziehen.

    Die meisten dieser Leute werden vermutlich nie verstehen, dass politische Entscheidungen und Entwicklungen genau hier ihren Ursprung haben, so klein dieser auch sein mag.

  19. Re: Proprietäre Hard- und Software

    Autor: DigitPete 19.05.16 - 13:34

    Um das Ganze für mich nochmal zusammenzufassen:
    Ich sehe die ganzen Probleme in Sachen Blackbox FW, Treiber Binär-Blobs und hoffe auf Lösungen und Besserung der Situation.

    Was mich an der Diskussion gestört hat ,ist das rumgereite auf dem Linux Notebook von Tuxedo.

    Ist es die beste Lösung in Sachen Offenheit und offene HW und SW? Nein
    Ist es ein Angebot für jederman? Nein
    Hat Tuxedo das behauptet? Nein
    Sollte man was an der Situation (geschlossene FW, Treiber-Blobs) ändern? Definitiv ja
    Ist es ein Linux Notebook? Ja
    Das ist kein geschützer ISO-zertifizierter Begriff, es ist einfach ein Notebook auf dem Linux läuft, nicht mehr nicht weniger.

    Wenn ich mir ein Windows Notebook kaufe, Windows runterschmeiße und Linux installiere, ist das für mich ein Linux Notebook, fertig.

  20. Re: Proprietäre Hard- und Software

    Autor: throgh 19.05.16 - 22:31

    Ein willkommenes Feedback. :) Es ist ja nicht so als wäre dieses Notbook ein Alleinstellungsmerkmal. Nur war und ist diese Diskussion einmal mehr ein wichtiger Punkt um auf Problemstellungen und Herausforderungen aufmerksam zu machen, die wir so allein als Kunden nicht lösen können. Wir können uns Abhilfe verschaffen, aber wirklich "frei" sind wir nicht und unendlich "Linux" gibt es auch nicht. Denn die Freiheit endet dort wo derzeit die Hersteller ihren Strich ziehen oder die Distribution keine anderen Möglichkeiten mehr anbietet. Und dieses Bewusstsein zu schärfen wäre das Anliegen dieser Debatte zu sein. Es war und ist nicht die Zielsetzung Tuxedo deswegen persönlich verbal zu attackieren. Sie haben ebenso nur wenig Möglichkeiten und wenn sie dann wirklich zu älterer Hardware greifen riskieren sie gleichsam ignoriert zu werden. Das ist meines Erachtens ein "Ungleichgewicht" denn mit der aktuellen Hardware ist man mitnichten frei oder / und sicher. So simpel, so einfach, so traurig!

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