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Simpel=Gut

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  1. Simpel=Gut

    Autor: Crass Spektakel 01.08.16 - 01:44

    In den frühen 1990ern haben wir mit Packet-Protokollen auf X.75 (=ISDN) und ZModem experimentiert.

    Frühe Implementierungen (Xmoden, raw-ISDN, Kermit) arbeiten wirklich stur nach dem Konzept: "Ich schicke ein Päckchen und nach dem ACK schicke ich das nächste Päckchen." Vorteil: Sehr simpel und belegte nur wenig Speicher. Einige Witzbolde kamen damals auf die glorreiche Idee die Frame-Size von 256(? nicht mehr ganz sicher war jedenfalls sehr wenig) auf 2048 Bytes zu erhöhen... bei Verlust sämtlicher Kompatibilität... Der Durchsatz bei 256 Bytes, 25ms und einer 64000bps-Leitung lag bei rund 40.000bps, bei 2048 Bytes waren es rund 55.000bps.

    X.75 und ZModem waren da schlauer, da war es von anfang an üblich einen Buffer für mehrere Frames vorzusehen. Schon ein zusätzlicher Buffer erhöhten die Datenrate auf der gleichen Leitung auf 60.000bps, selbst wenn die Leitung statt 25ms auf einmal 50ms langsam war. Spätestens mit 2048 Byte Frames und insgesamt drei Buffern hatte man immer 95-99% der Leitungskapazität zur Verfügung.

    Alle anderen Optimierungen waren schlicht Augenwischerei, egal ob man statt einem Datenstrom mehrere nutzte, ob man drei oder 100 Buffer verwendete, ob die Framesize jetzt 2048 oder 65536 Bytes ausmachte, ob die Leitung jetzt 64000bps oder 100.000.000bps lieferte, ob die Verzögerung 5ms oder 500ms ausmachte... es war egal. egal. egal. egal. Selbst bei Störungen lagen die Unterschiede im Promillebereich. Und der wirklich entscheidende Grund: Je simpler das Protokoll um so weniger Overhead hatten wir. Darum blieb es bei den meisten letztlich bei Raw-ISDN ohne X.75 mit einem ZModem-Derivat (Simple Wazoo, ZedZap uswusf).

    Ich sage das deshalb so überzeugt weil damals ein Tinfoil-Wettbewerb lief bei dem einige Spindoktoren sündhaft teure Spezialtransferalgorithmen auf den Markt warfen weil diese angeblich effizienter seien. Das dollste war ein Wazoo-Derivat welches auf den damals üblichen Rechnern mit 1-4MB mal locker 500MB für Buffer reservierte und mehrere Transfers gleichzeitig betrieb, d.h. nicht nur "mails-dienstag.uucp" sondern parallel "mails-donnerstag.uucp". Der Aufwand war für damalige Verhältnisse wirklich massiv. Und das Ergebnis? Auf einer 100MBit-Leitung wars 0,2% effizienter. Auf einer 10MBit-Leitung oder darunter war kein Unterschied messbar. Dafür brauchte das Ding 20mal so viel Rechenleistung und 100mal mehr Speicher als der simple Algorithmus.

  2. Re: Simpel=Gut

    Autor: minecrawlerx 01.08.16 - 09:23

    Wir haben heute Speicher in rauen Mengen. Und Kernel Entwickler, die uns das Implementieren dieser kostenlosen Algorithmen abnehmen. Selbst wenn der Vorteil für dich nicht ersichtlich ist, so bin ich mir trotzdem sicher, dass diese Erweiterung sinnvoll sein kann, vor allem in Situationen, in denen viele TByte übertragen werden müssen (also das, was Google jeden Tag auf den eigenen Servern hin und her schiebt).

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