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"Warum der Behälter aufwendig sprengplattiert wird"

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  1. "Warum der Behälter aufwendig sprengplattiert wird"

    Autor: Ach 08.01.15 - 15:28

    Explosionsschweißen ist eine von 2 Techniken um materialschlüssige und vor allem flächige Verbindungen zweier Metalle zu erzeugen. Auf diese Weise hergestellte Bleche werden vor allem in der Chemie zur Herstellung von Fässern für gefährliche und aggressive Flüssigkeiten verwendet. Mit den zwei Metallen hat man quasi eine doppelte Sicherheit gegen das Reagieren mit und/oder gegen das Durchfressen einer Säure oder Base durch die Behälterwände. Die Andere Möglichkeit ist das Ultraschallschweißen zur Verbindung kleiner Metallteile zu etwa den Bimetallstreifen in Tempraturschaltern, damit bekommt man aber keine größeren Flächen hin, und soviel ich weiß war´s das dann auch schon. Eine andere Technik gibt es zur Herstellung solcher Verbindungen nicht.

    Der Wärmetransportmäßige Nutzen ist dabei ja nicht so schwer nachzuvollziehen. Besser als jede Kühlleitpaste, jeder Kühlleitklebstoff, jede Löt- oder Druckverbindung überträgt eine metallische Schmelzverbindung, also eine Schweißverbindung die auch keinerlei dritter Materialkomponente bedarf, die Wärme. Gleichzeitig ist es auch die stabilste und mechanisch am einfachsten zu handhabende Verbindung.

    Warum Titan?

    Ich bin kein Chemiker, aber von Titan weiß ich soviel, dass es nicht nur mechanisch einem Wunder an Stabilität ähnelt sondern auch chemisch. Unglaublich welchen Säuren und Basen dieses Material die Stirn bietet. Titan geht aber auch extrem ungern Verbindungen mit anderen Metallen ein, weshalb die Explosionsschweißtechnik hier eine der wenigen Lösungen darstellt Titan eben genau zu solchen Verbindungen zu "überreden". Was ich mir bei Titan ebenfalls denke ist, dass es sich ebenso erfolgreich gegen die allmähliche Zersetzung innerhalb der elektrochemischen Spannungsreihe wert(ist ja auch nur Chemie), was aber gerade bei Aluminium und Kupfer nicht der Fall ist, die machen sich in kürzester Zeit gegenseitig fertig. Also dient das Titan in dem Kühler vielleicht einfach als chemischer Puffer zwischen den beiden "Streithänen"?

    Zur schwachen Wärmeleitfähigkeit von Titan

    Das Nadelöhr bei der Wärmeübertragung stellen ja immer die Kontaktflächen zwischen den beiden Materialien dar, die man in der Regel mit Wärmeleitpaste überbrückt. Die Schweißverbindung überwindet aber dieses Problem und könnte damit die schwächeren Wärmeleiteigenschaften von Titan erfolgreich nivellieren. Die Fläche selber ist ja immer noch ein Vielfaches der Kontaktfläche zwischen CPU-Die und Heatspreader, theoretisch also mehr als ausreichend.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 08.01.15 15:34 durch Ach.

  2. Re: "Warum der Behälter aufwendig sprengplattiert wird"

    Autor: scinaty 08.01.15 - 15:49

    Und warum genau schreibst du hier nicht die Artikel? Sehr interessant!

  3. Re: "Warum der Behälter aufwendig sprengplattiert wird"

    Autor: Flobo.org 08.01.15 - 16:03

    Die Frage bleibt aber: WOZU Titan?
    Im Artikel steht ja das keinen Vorteil bringt, höchstens den Nachteil das es eine schlechtere Wärmeleitfähigkeit hat.

    Klingt dann doch mehr nach PR Gag für das Sprengplattieren, mit dementsprechend höheren Kosten.

  4. Re: "Warum der Behälter aufwendig sprengplattiert wird"

    Autor: Ach 08.01.15 - 16:23

    Ja, das habe ich mich auch gefragt, warum wird nicht einfach der gesamte Kühler aus Kupfer gefertigt und gut? Ich kann es mir nur mit einem Problem zwischen Kupfer und dem Kühlmedium, dem Lösungsmittel von 3M erklären, dass dieses Mittel eben das Kupfer angreift, oder auch umgekehrt das Kupfer die Wirkung des Lösungsmittels mit der Zeit aufhebt.

    Wenn aber dieses Mittel so unglaublich effektiv funktioniert wie im Artikel beschrieben, dann lohnt es sich schon eine Lösung zur Umgehung dieses Problems zu bauen. Wenn also Aluminium die einzige Alternative darstellt, dann bestünde die optimale "Wärmeübertragungsreihe" aus:

    Headspreater | Wärmeleitpaste | Kupfer-Aluminium

    Das geht aber nicht weil bei Kupfer und Aluminium wie gesagt eines der Metalle das andere zersetzt. Also verbleiben die noch zwei besten Alternativen:

    Headspreater | Wärmeleitpaste | Aluminium oder

    Headspreater | Wärmeleitpaste | Kupfer-Titan-Aluminium

    Die Erfinder scheinen dabei letzteres als die effektivste Technik erkannt zu haben, vielleicht weil der Übergang von Wärmeleitpaste zu Aluminium sich als wirkliches Nadelöhr herausgestellt hat? Ich weiß das leider auch nicht, ich war nicht dabei :]. Aber das ganze ist so aufwendig und technisch herausfordernd, dass ich mir darunter nur schwer einen Marketinggag vorstellen kann. Auch spricht ja die angeblich phänomenale Kühlleistung dagegen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 08.01.15 16:38 durch Ach.

  5. Re: "Warum der Behälter aufwendig sprengplattiert wird"

    Autor: MarioWario 08.01.15 - 16:30

    DAs könnte eine Antwort sein (steht bei Wikipedia): Bildung von intermetallischen Phasen (Ni3Ti) in hochwarmfesten Nickellegierungen.
    Zudem hat Titan in einigen Temparaturbereichen die höchsten Festigkeitseigenschaften.

  6. Re: "Warum der Behälter aufwendig sprengplattiert wird"

    Autor: Ach 08.01.15 - 16:57

    Oh, danke :]. Ich muss aber sagen, dass ich es ebenso bewundere, wenn sich ein Reporter aus Interesse und trotz der latent im Netz lauernden Kritik in Gebiete wagt, in denen er eben nicht zufällig eine Lehre absolviert hat und einfach nur weil das Thema so spannend ist. Ohne das wäre das Netz viel ärmer. Vielleicht ist ja gerade auch die Community für das Nähere da. Auch ist mein beigetragen ja nur eine Theorie, eine Reengineering Theorie sozusagen, also mal abwarten was am Ende das Tages die verschiedenen Kühlerreviews aus dem Thema herauskramen, wenn der Kühler denn einmal angeboten wird :].

    LG, Ach

  7. Re: "Warum der Behälter aufwendig sprengplattiert wird"

    Autor: EvilSheep 09.01.15 - 00:46

    Ich muss gestehen, ich hatte diesen Thread noch nicht gelesen und auch wenn er mich auf eine Idee gebracht hat, so kann ich MArioWario's Argument nicht ganz nachvollziehen.

    Weder braucht es an dieser Stelle hochfeste noch hochwarmfeste oder hitzebeständige Legierungen. Von Nickel konnte ich auch nirgends etwas lesen, nur Kupfer, Aluminium und Titan.

    (An dieser Stelle ändere ich jetzt zum x-ten mal meinen Beitrag, da ich ständig auf neues stoße ;-)
    Wie "Ach" auch, kam mir die Idee, HFe + Kupfer könnte ne instabile Sache ergeben die vermutlich das HFE "zerstört". HFE ist rein synthetisch und nach kurzer Zeit in der Atmorsphäre komplet verschwunden (Aber bis dahin ein starkes Treibhausgas), also wohl gerne instabil.

    Noch dazu scheint mir im Golem Artikel ein darstellungs Fehler.

    Der Deckel besteht nicht aus Titan. Vermutlich kommt das HFE nicht mal in Kontakt mit dem Titan.
    "Captherm place 1x1m square plates of copper, titanium, various grades of aluminium and stainless steel on top of each other and then place on top of that ~500lb of high explosives" http://www.eteknix.com/captherm-systems-mp1120-cpu-cooler-debuts-ces-2014/

    Das Titan bildet also nur die zwischen Schicht.

    Damit erledigt sich auch die vorherige Vermutung die Kammer müsse aus Titan sein weil HFE alles andere "zerfrisst und die Frage aus was dann die Pipes wären.

    Ich frage mich allerdings nach wie vor warum.
    Hier wurde zwar geschrieben Alu und Kupfer würden sich gegenseitig zerstören, aber das ist meines Wissens so allgemein nicht gültig. Es wird eine Stromleitende Flüssigkeit (oder etwas vergleichbares) gebraucht.
    Werden Alu und Kupfer ohne Kriechstrecken direkt miteinander verbunden gibt es kein Problem.
    Ich selbst habe mehrere Kühler zuhause, die direkt über die DIE des CPU einen Kupferkern besitzen um den nahtlos ein Aluminium "Mantel" geht an dem die Alulamellen sitzen. (Hier könnte natürlich noch eine dünne Schicht dazwischen sein von der ich ncihts weis)
    http://www.klauke.com/de/elektro/fachberichte/aluminium-und-kupfer-richtig-verbinden/ hier wird das Problem auch ganz gut beschrieben und auch erklärt wie Alu und Kupfer verbunden sein müssen damit nichts passiert.

    Vorgestellt wurde das ganze allerdings schon vor einem Jahr, das jetzt ist nur der Nachfolger, aber gleiche Technik, ohne den C4 Anteil hätte er es wohl kaum in die News geschafft.

    Was mir bei den Bildern noch aufgefallen ist, der Deckel ist eigentlich gar nicht aus Titan, der hat n Sichtfenster drin. http://cdn.eteknix.com/wp-content/uploads/2014/01/IMG_8621.jpg

    http://cdn.eteknix.com/wp-content/uploads/2014/01/IMG_8615.jpg So sieht wohl der Aufbau des Kühlerblocks aus

    Dieses Jahr wurde er wohl rot beleuchtet ^^

  8. Re: "Warum der Behälter aufwendig sprengplattiert wird"

    Autor: EvilSheep 09.01.15 - 01:07

    Kleiner Nachtrag dank neuer Infos.
    HFE zersetzt sich nicht, es "sinkt" in den Boden ein da es dichter ist als Luft.
    Ursprünglich von 3M entwickelt und wird unteranderem als Schutzschicht für Kupfer verwendet -.-
    Verdampft aber erst bei ~50°

    Wird schon länger für genau solche Kühllösungen verwendet.
    Unteranderem: http://www.heise.de/ix/meldung/Fluessigkeitskuehlung-fuer-100-Kilowatt-Racks-2133852.html Verdampft schon bei 34°, Hautkontakt könnte also reichen. Zerfrisst aber kein Kupfer ^^

    Entweder ist also das HFE von Captherm entscheidend anders und verträgt sich nicht mit Kupfer, hat den besseren Wärmeübergang zu Aluminium oder Titan als zu Kupfer, es handelt sich doch um einen PR-Gag oder irgendwas habe ich übersehen.

    Viele neue Infos gefunden, aber schlauer fühle ich mich nicht was deren Kühler angeht.

  9. Re: "Warum der Behälter aufwendig sprengplattiert wird"

    Autor: Ach 09.01.15 - 04:34

    Hey Evil Cheap

    Deine schön klaren Schlüsse die du ziehst, kann man wenn man etwas ins Detail geht schon etwas nivellieren, und ich probiere das jetzt mal :]. Nichtsdestotrotz eine echt informative Recherche die total Spaß gemacht hat nachzuverfolgen!

    Vorweg scheint mir die Konstruktion ohne technische Notwendigkeit und aus rein optischen Gründen vernickelt, kann man also getrost ignorieren. Ebenfalls sehe ich in der besonderen Wärmefestigkeit von Titan kein konstruktives Argument, da sich die Arbeitstemperatur von einem Prozessorkühler in Temperaturbereichen bewegt in denen keines der verwendeten Metalle auch nur in die Nähe seiner wärmetechnischen Belastungsgrenze stoßen würde.

    Was die eventuelle Reaktion zwischen dem Kupfer und dem Kühlmedium angeht, so schwimmen die Serverkomponenten in deinem Beispiel ja quasi in der 3M Flüssigkeit, und das Kühlmittel kann dort offensichtlich auch einfach ausgewechselt und gefiltert werden. In dem CPU Kühler ist das Verhältnis aber eher umgekehrt, eine paar Milliliter treffen auf eine umso größere Kontaktfläche aus reinem Metall, und zudem bleibt diese geringe Menge Flüssigkeit bis zum Lebensende des Kühlers in der Konstruktion eingesperrt. Das dümmste daran ist aber, dass wir diese wesentliche Frage in diesem Forum nicht beantworten und nur Vermutungen anstellen können, wie z. B. die, dass es wohl nicht so einfach funktionieren wird, wenn noch kein anderer CPU-Kühler Anbieter auf die naheliegende Idee gekommen ist, seine Heatpipes einfach mit Novec statt Wasser zu füllen.

    Eine gewisse Skepsis ergreift mich jetzt aber auch, denn die Angabe "10x effektiver" bezieht sich ja zunächst mal auf die umspülten Serversysteme, und diese ganz andere Physik kann man wohl kaum 1zu1 auf ein Heatpipesystem übertragen. Bei der Kühlmittelbadtechnik funktioniert ja fast jede Flüssigkeit ganz wunderbar wie z. B. auch Mineralöl, und während bei einem Geschäftsmodell in dem 3M die homöopathischen Flüssigkeitsmengen für CPU Heatpipekühler verkaufte, wohl kaum eine Medienaktion in Form des Multiphase Kühlers finanziell zu rechtfertigen wäre, sieht das bei den "Schwimmbädern" für große Serveranlagen schon wieder ganz anders aus. Aber na gut, denken wir mal nicht so böse über 3M und gönnen wir ihnen noch einen gewissen, sagen wir mal zeitlich begrenzten, Vertrauensvorschuß. Aluminium ist also das alternativlose Material der Wahl um dem ach so aggressiven Novec über die Lebensdauer des Super-Kühlers zu widerstehen :].

    Gut, in allen deinen Beispielen ist das Kupfer in einer zylindrischen Presspassung in einem Außenring aus Aluminium gebettet. Das ist mechanisch schon mal wesentlich stabiler als ein flächiger Verbund. Auch werden die Metalle im Kühler ständigen Temperaturschwankungen ausgesetzt, das hat ständige Wärmespannungen zur Folge die zerteilen wollend genau auf die Verbindungsnaht wirken. Jetzt könnte Captherm natürlich auch eine zylindrische Verbindung erzeugen und dabei auf das Titan verzichten, aber auch das kostet Geld, und auch würde der Kühler durch die nötige Zylinderfläche höher, und damit materialträchtiger und schwerer. Bei dem Explosionsschweißverbundmaterial braucht man als Bindeglied zwar ein teures Titanblech, aber damit erhält man auch gleich einen ganzen Quadratmeter Rohmaterial den man relativ einfach und ohne teure Zylinderpassungen weiterverarbeiten kann.

    Ok, soweit meine Argumente, weiter aus dem Fenster lehnen werde ich mich nicht mehr, mein Wissensstand ist am Anschlag. Jetzt warte ich erst mal auf das, was uns da Captherm wohl hoffentlich bald liefern wird.

    Grüße

  10. Re: "Warum der Behälter aufwendig sprengplattiert wird"

    Autor: ms (Golem.de) 09.01.15 - 08:31

    Ja, es wird schlicht wegen der Optik vernickelt. Kupfer zB oxidiert mit der Zeit, ist für Kühlleistung egal, sieht aber in den Augen vieler (Laien) "kaputt" aus.

    Mit freundlichen Grüßen
    Marc Sauter
    Golem.de

  11. Re: "Warum der Behälter aufwendig sprengplattiert wird"

    Autor: EvilSheep 09.01.15 - 13:45

    @Golem:
    Wer will schon einen "rostigen" Kühler wenn er 100Euro für gezahlt hat ^^
    @Ach,
    ich glaube größtenteils stimmen unsre Meinungen überein, aber ganz eindeutig habe ich gestern Abend wohl nicht immer formuliert.
    Gerade da viele Gedanken auch während dem schmökern im Internet entstanden sind.
    Ach schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nichtsdestotrotz eine echt informative Recherche die total Spaß gemacht hat
    > nachzuverfolgen!
    freut mich, mir hat es auch Spaß gemacht, wenn auch irgendwann die Müdigkeit ein kleines Hinderniss wurde.

    > Vorweg scheint mir die Konstruktion ohne technische Notwendigkeit und aus
    > rein optischen Gründen vernickelt, kann man also getrost ignorieren.
    > Ebenfalls sehe ich in der besonderen Wärmefestigkeit von Titan kein
    > konstruktives Argument, da sich die Arbeitstemperatur von einem
    > Prozessorkühler in Temperaturbereichen bewegt in denen keines der
    > verwendeten Metalle auch nur in die Nähe seiner wärmetechnischen
    > Belastungsgrenze stoßen würde.
    Absolut. Eigentlich wollte ich genau darauf hinaus, war wohl nicht klar genug formuliert/strukturiert.
    > ... dass es wohl nicht so einfach funktionieren wird, wenn noch kein
    > anderer CPU-Kühler Anbieter auf die naheliegende Idee gekommen ist, seine
    > Heatpipes einfach mit Novec statt Wasser zu füllen.
    So etwas gab es wohl schon mal (zuverlässige Quelle muss ich noch heraussuchen).
    Lag aber Leistungstechnisch auf dem Niveau einfacher kleiner Wasserkühlungen/guter Luftkühlungen aufgrund der eher geringen Lamellenoberfläche.
    Also gleicher Flaschenhals wie hier.

    > Eine gewisse Skepsis ergreift mich jetzt aber auch, denn die Angabe "10x
    > effektiver" bezieht sich ja zunächst mal auf die umspülten Serversysteme,
    Laut Captherm bezieht sich die 10x Angabe auf das Heatpipesystem. Scheint mir aber fragwürdig bei der Kondensatorkühlfläche.
    Die "Rohleistung" von HFE liegt, da es verdampft, wohl um den Faktor 600 über dem, was Wasser durch erwärmen aufnehmen kann.
    > ... während bei einem
    > Geschäftsmodell in dem 3M die homöopathischen Flüssigkeitsmengen für CPU
    > Heatpipekühler verkaufte, wohl kaum eine Medienaktion in Form des
    > Multiphase Kühlers finanziell zu rechtfertigen wäre,
    Captherm ist nicht 3M soweit ich weis
    Captherm schreibt auch selber, dass es in erster Linie darum geht, den Flaschenhals bei der Übertragung der Wärme auf ein Kühlmedium zu verbessern, was ihnen mit ihrem optimierten HFE wohl auch gelungen ist, wenn die Siedepunktangaben stimmen.
    Bedenkt man den Schwerpunkt von Captherm der auf Spezialkühllösungen für Industrie, Medizintechnik und Militär liegt, klingt der Kühler mehr nach Medienwirksammer Machbarkeitsstudie, denn nach Endprodukt für den normalen Verbraucher. Angekündigt war der Kühler ja schonmal für letzten März.

    > Gut, in allen deinen Beispielen ist das Kupfer in einer zylindrischen
    > Presspassung in einem Außenring aus Aluminium gebettet.
    Nicht alle, nur der Kühler den ich Zuhause habe.

    Leider wird nirgends genau gesagt, wie dick die Titan Schicht wirklich ist, auf Bildern wirkt sie genauso massiv wit die Aluminium Schicht.
    Es sei denn, diese sind falsch beschrieben und man sieht eigentlich zwei dicke Schichten unterschiedlichen Aluminiums.
    Aber wofür überhaupt verschiedene Aluminiumsorten verwendet werden kann ich mir auch nicht erklären.

  12. Re: "Warum der Behälter aufwendig sprengplattiert wird"

    Autor: Juniper 09.01.15 - 18:13

    Wie ich bereits in nem Anderen Thread geschrieben habe könnte ich mir Vorstellen das das Titan aufgrund der Druecke Verwendet wird die bei höheren Temperaturen entstehen ,der siedepunkt liegt ja im normalfall bei etwa 25 Grad, da können bei 50+ schon mal etwas groessere Drücke entstehen. Ist aber nur reine Spekulation meinerseits.

    Warum verschiedene Arten Aluminium verwendet werden kann schlicht daran liegen das sich einige Sorten besser für bestimmte Anwendungszwecke eigen. Weiches und elastisches Alu für Bleche, härtere und spödere für Solide Körper eignen etc. Macht chemisch gesehen oft garkeinen unterschied sondern liegt in der Regel an der Vorbehandlung.

  13. Re: "Warum der Behälter aufwendig sprengplattiert wird"

    Autor: Ach 09.01.15 - 18:18

    @Golem

    Jau, und nicht nur das modernde Kupfer, gerade auch die farbigen Metalllagen dürften sehr lustig aussehen. Über den Daumen gepeilter Weise würden sich die Farben nicht mit der Techno-mäßigen Formgebung beißen, sondern auch mit der bunten Beleuchtung. Da ist das schon ok das mit Nickel einfach glatt zu bügeln :].

    (dazu EC´s Link:)

    @Evil cheap

    >...war wohl nicht klar genug formuliert/strukturiert.
    >...wenn auch irgendwann die Müdigkeit ein kleines Hinderniss wurde.

    Ja, kennt man komplett und im vollen Umfang bereits von selber :]. Aber ich denke es kam problemfrei so rüber wie gemeint.

    Wegen der ungeschützten und nicht zylindrischen CU-AL Verbindungen: Ok, aber man sollte nicht vergessen, die Physik verzeiht nicht. Alulamelle an Kupferrohr z.B. wird sich eines Tages selber zerstören. Das kann zwar etwas dauern, viel Jahre sogar, aber es gibt eben auch Konstruktionen bei denen das vom Erfinder wissend akzeptiert wird. Um die Spannungsreihe zu überlisten gibt es übrigens noch einen interessanten Trick aus dem Schiffbau. Dort entsteht das Problem bei Edelstahlschrauben die leichte Alurümpfe anzufressen drohen. Die Schiffsbauer fügen dazu am Edelstahl ein Metall an dass noch niedriger in der Spannungsreihe steht als das Alu und so den Strom von Rumpf wegleitet. Dieses Metall wird zersetzt und muss regelmäßig getauscht werden. Seiner Funktion entsprechend nennt man es "Opfermetall" :]. Verschiedene Alusorten untereinander sind dagegen ja kein Problem. Wo ist den die Verbindung, sind da vielleicht die Lamellen anders legiert als der Kühlkörper/Rahmen?

    Dass die Erfinder einen Hintergrund in der Armee haben schlägt zumindest mal die Brücke zum C4 wie auch zum Titan. Beides Stoffe die dem Militär ja nicht fremd sind. Das gleiche gilt ja eigentlich auch für die Philosophie, immer nur das Beste vom Besten und gerne in aufwendiger Machart anzuwenden. Wirtschaftlichkeit steht beim Militär ja auch nicht immer an erster Stelle. 250¤ sind sehr viel Geld für einen CPU Kühler, trotzdem bin ich mal gespannt wie sich dass Gerät bewehrt, rein aus technischem Interesse. Wenn diese wirklich sehr knapp bemessene Kühlfläche zum Nadelöhr wird, dann könnte ein Test immer noch aus dem Delta T zwischen CPU- und Radiatortemperatur Schlüsse auf die Effektivität des Systems ziehen, darauf hoffe ich.


    OT:

    So, und jetzt wird es bitter ernst für mich liebe Leut! Nachdem vorhin endlich der DPD hereingeschneit ist, bin ich ganz furchtbar dazu verpflichtet noch dieses Wochenende mein angeliefertes X99 Board mit 5820K optimal eingerichtet zu haben :D.

    Also alles Gute, Ach

  14. Re: "Warum der Behälter aufwendig sprengplattiert wird"

    Autor: EvilSheep 09.01.15 - 19:03

    Dem Text von Captherm nach werden für den Kühlersockel selber "mehrere" (dem Bild nach 2) Aluminium Sorten verwendet, über das Material der Pipes wird nichts gesagt, die Lamellen seien aus Aluminium ohne nähere Angaben.

    OT: Solche "Verpflichtung" sind eine wahrlich schwere Bürde

  15. Re: "Warum der Behälter aufwendig sprengplattiert wird"

    Autor: Ach 09.01.15 - 19:14

    >Dem Text von Captherm nach werden für den Kühlersockel selber "mehrere" (dem Bild nach 2) Aluminium Sorten verwendet,

    Das hört sich ja fast schon "anstrengend" kompliziert an, oder ist das einfach nur sehr verspielt? Bin gespannt wie das begründet wird.

    >OT: Solche "Verpflichtung" sind eine wahrlich schwere Bürde

    Ich hätte es nicht besser in Worten betten können, besonders dieses sich so furchtbar zäh in die Länge ziehende definieren der Grenzgeschwindigkeit :]. Aber wenn´s geht, dann wünsch meiner CPU Glück bei der Siliziumlotterie :]. Grüße...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.01.15 19:21 durch Ach.

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