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Stehschreibtisch: meine Erfahrungen

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  1. Stehschreibtisch: meine Erfahrungen

    Autor: Stepinsky 08.04.21 - 08:37

    Ich nutze seit mindestens fünf Jahren einen elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisch im Büro und seit bald drei Jahren auch im Homeoffice. Angestellte und selbständige Arbeit addieren sich bei mir regelmäßig auf mindestens 10h Sitzen am Tag. Das führte über die Jahre zu negativen körperlichen Effekten.
    Während ich im Büro ein Standardmodell von Hammerbacher habe, habe ich mir für das Homeoffice nur ein entsprechendes Tischgestell gekauft und selbst eine schöne Eichen-Massivholzplatte (200x80) aus dem Baumarkt montiert. Das sieht schöner aus als eine kunststoffbeschichtete Pressspanplatte und ich konnte die Größe selbst definieren. Bei mir ragt die Platte rechts und links über das Gestell hinaus. Das kann man so bei keinem Händler kaufen. Falls ich irgendwann in eine kleinere Wohnung wechseln muss, könnte ich den Tisch nachträglich schmaler machen.
    Beim Tisch würde ich auf einen Zwei-Säulen-Motor achten. Wenn nur ein Motor verbaut ist, wird die Verstellung mit der Zeit hakelig und wackelig. Generell würde ich bei regelmäßiger Nutzung nicht zu billig kaufen. So habe ich vor dem Kauf auch einige negative Langzeitberichte über das Ikea-Modell gelesen und mich dann anderweitig umgesehen. Nach der Beschreibung des Artikel-Autors würde ich auch von seinem Schreibtischmodell abraten. Mein Hammerbacher XDSM funktioniert auch nach mehreren Jahren noch gut. Wir haben im Büro vom gleichen Hersteller ein günstigeres Modell ohne Speicher, das bereits nach kurzer Zeit und wenig Nutzung hakelig und laut läuft und sehr wackelig ist. Von mir gibt es daher keine generelle Empfehlung für den Hersteller. Aktuell würde ich mir vermutlich ein Modell bei Möbel-Eins holen. Dort gibt es neben Fertigmodellen auch Tischgestelle zu kaufen, was selten ist. Sie scheinen ein gutes Preis-Leistungsverhältnis zu haben (Doppelmotor + Memory-Schalter). Bei den lokalen Möbelhäusern gab es leider kein einziges interessantes Angebot: Für deftige Preise über 1.000¤ bekam man nur schlecht verarbeitete Tische der Einstiegsklasse angeboten. Die sahen teilweise sehr edel aus, aber der Antrieb war billig oder es fehlte ein Memory-Schalter. Schade, ich kaufe eigentlich lieber lokal.

    Zur im Artikel angesprochenen Stabilität: Auf meinem Tisch stehen zur Zeit drei große Monitore und diverses anderes technisches Geraffel (externe Festplatte, Hubs, Lautsprecher, die Dockingstation des Notebooks, VOIP-Telefon etc). Dazu kommt die relativ dicke und schwere Tischplatte (18 mm). Die Höhenverstellung des Tischs kommt damit problemlos klar (dank zwei-Säulen-Antrieb), auch bei häufiger Nutzung der Verstellung. Der Tisch ist nur sehr gering anfällig für Wackeln - nicht mehr als jeder andere Schreibtisch ohne vier Beine. Insofern scheint der Autor ein schlechtes Modell erwischt zu haben. Ein generelles Problem mit höhenverstellbaren Schreibtischen ist das nicht.
    Bei einem Stehschreibtisch ist aus meiner Sicht ein Speicher für Höhenstufen wichtig. Je einfacher das Wechseln zwischen den Positionen geht, desto regelmäßiger nutzt man die Höhenverstellung. Wenn man sich aber jedes Mal die ergonomisch korrekte Höhe wieder neu einstellen muss, nutzt man es bald nicht mehr oder nur wenig. Ein mechanisch-höhenverstellbarer Tisch wird deshalb auch schnell unattraktiv. Durch die Höhenverstellbarkeit merkt man übrigens schnell, wie wichtig eine exakte Ausrichtung der Höhe für die Ergonomie ist, weil man schnell mal ausprobieren und vergleichen kann. Ich spüre eine falsche Einstellung sehr schnell. Wer, wie ich, ständig zwischen verschiedenen Positionen und Arbeitshöhen wechselt, sollte sich einen Schreibtisch mit mehreren Speicherplätzen suchen. Ich habe meine möglichen vier Speicher bereits ausgereizt.

    Man wird bei der Nutzung eines höhenverstellbaren Schreibtisches schnell merken, dass es auf den Wechsel an Positionen ankommt: Stehen ist ebenfalls keine Dauerlösung. Mir ist inzwischen der alleinige Wechsel zwischen Sitzen und Stehen zu wenig. Vor einiger Zeit habe ich daher angefangen, mich immer wieder für 10 min auf ein Balanceboard zu stellen. Das fordert andere Muskeln und bringt trotz relativ kleiner Bewegungen den Kreislauf in Schwung. Nebenbei stärke ich damit meine Kniemuskulatur. Wichtig: Timer stellen! Die ersten Tage habe ich beim konzentrierten Arbeiten immer wieder vergessen aufzuhören, was zu schmerzhaften Überlastungen geführt hat.
    Inzwischen habe ich noch nachgelegt, da durch das Homeoffice meine tägliche Sporteinheit (Fahrt ins Büro bzw. vor allem die Heimfahrt mit steilem Berg) fehlt. Daher versuche ich mehr Bewegung an den Arbeitsplatz zu bekommen.
    Am liebsten hätte ich mir ein Laufband gekauft. Die verfügbaren Laufbänder fand ich entweder zu schlecht oder schlicht viel zu teuer. Am Schreibtisch muss ein Laufband geräuschlos, auf sehr geringe Geschwindigkeit einstellbar sein und ich möchte mich neben der Arbeit nicht auch noch mit regelmäßiger Wartung beschäftigen. Das Prinzip des Walkolution Laufbands finde ich genial, die Verarbeitung sieht auch gut aus, aber beim Preis wird mir schlecht. Das passt nicht zu meinem Einkommen.
    Da Laufbänder somit für mich aktuelle nicht in Frage kommen, habe ich mich nach Schreibtischfahrrädern umgesehen. Es gibt einfach Pedale für unter den Tisch. Ich habe mir so ein Ding aus dem Reha-Bereich geliehen und kam damit nicht klar. Rundes Treten hat bei mir nicht geklappt. Außerdem funktioniert das nicht mit Rollen-Stühlen (fehlender Gegendruck).
    Ich habe mir jetzt ein Deskbike zugelegt. Bisher bin ich zufrieden, aber zwei Wochen Nutzung sind zu kurz, um ein vernünftiges Urteil zu fällen. Was mir schon aufgefallen ist: Obwohl ich trainierter Radler bin, muss ich den Widerstand auf sehr leicht einstellen. Je höher die Kraftanstrengung ist, desto schlechter wird die Konzentration. Vielleicht muss der Körper mehr Sauerstoff in die Muskeln pumpen und hat daher weniger für das Hirn übrig? Das Radeln funktioniert bei mir am besten in Meetings oder Telefonaten. Je konzentrierter ich an einer Sache dran bin, desto weniger klappt es: Ich merke dann immer wieder, dass ich unbewusst das Treten einstelle. Die neue Bewegungsmöglichkeit fühlt sich jedenfalls gut an und gerade bei Meetings beliebe ich konzentrierter dabei. Mit leichter Bewegung werde ich fitter. Inzwischen radle ich immer länger am Stück, auch mal 1h.

    Insgesamt bin ich jetzt mit der Kombi zufrieden: Ich wechsele aus dem dynamischen Sitzen (Swopper) ins Stehen, zum Radeln und zum Balanceboard. Meinem Rücken hat das schon in kurzer Zeit gut getan und durch das Mehr an Bewegung bin ich im Kopf fitter geworden, auch nach einem langen Arbeitstag, der bei mir öfters mal von 7-22 Uhr geht.

  2. Re: Stehschreibtisch: meine Erfahrungen

    Autor: fritze_007 08.04.21 - 10:07

    Danke für den sehr informativen Bericht !

  3. Re: Stehschreibtisch: meine Erfahrungen

    Autor: msxasz 08.04.21 - 10:36

    Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht.
    Ich stimme dem ganzen auch voll zu. Ich arbeite auch schon länger mit Stehschreibtisch und arbeite denke ich 50/50 im Stehen/Sitzen. Ich versuche auch mir immer wieder neue "Spielzeuge" zu suchen, die das stehen oder sitzen dynamischer machen.
    Mich würde interessieren welches Balance Board du benutzt, weil ich aktuell auch auf der Suche nach einem "3D" Balance Bord wie z.B. die von Fluidstance bin, die sind mit aber schlicht zu teuer und eben auch nur als USA Import zu bekommen.

  4. Re: Stehschreibtisch: meine Erfahrungen

    Autor: Stepinsky 09.04.21 - 08:00

    Mein Balance-Board ist ein ganz poppeliges, komplett aus Holz und rutschfest bespannt von Amazon. Es stand bei mir Ewigkeiten in der Ecke und ich musste die Kanten erst noch mit Moosgummi bekleben, damit es beim seitlichen Aufsetzen auf den Boden nicht laut ist. Zusätzlich muss ich immer ein mehrfach gefaltetes altes Handtuch unterlegen, weil sonst der Linoleum-Boden einen Delle bekommt. Der Druck wird durch die abgerundete Spitze stark auf einen Punkt fokussiert. Bereits nach kurzer Zeit (2-3 Mal) habe ich den Stoff massiv verdichtet und glatt gewalzt.

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