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  5. › Mini-PC: 11 x 11 cm reichen für…

Wieder mal eine Chance verpasst…

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  1. Wieder mal eine Chance verpasst…

    Autor: oYa3ema5 21.06.20 - 02:36

    ein bisschen über den Tellerrand zu schauen und die ohnehin dünn gesäte Auswahl auf dem Markt der Kleinst-PCs zu erwähnen. Ich hätte zB eine Erwähnung des UDOO Bolt für angemessen gefunden, nicht zuletzt um zu diskutieren, worin der neue Odroid wirklich innovativ ist.

    Was für den Odroid H2+ spricht:
    * Passive Kühlung
    * 2 × 2.5 Gbit LAN (endlich tut sich da mal was!)
    * Toslink onboard (allerdings habe ich mit dem HiFi-Shield des Odroid C2 schlechte Erfahrungen gemacht, die verschwunden sind, seitdem ich für 15 ¤ ein USB-Toslink nachgerüstet habe)
    * Größe 11×11 cm statt 12×12 cm

    Was für den Bolt spricht:
    * M.2 M-Key für eine PCIe-SSD
    * 2 × SATA (davon einer als M.2 B-Key)
    * 4 × 4K-Displays: 2 × USB-C + 2 × HDMI 2.0
    * Jeder, der eine Radeon Vega und eine Low-End Intel-iGPU verglichen hat, weiß wofür er sich zu entscheiden hat, wenn er mehr als nur einen Mauscursor anzeigen will
    * Arduino-Controller onboard
    * AMD, daher ECC nicht künstlich beschnitten, und weniger bekannte Sicherheitslücken und keine ME
    * CPU-Mikroarchitektur Ryzen statt Atom, inkl. viel besserer IPC
    * nicht auf 8 GB RAM limitiert
    * Zwei Varianten mit 2C/4T oder 4C/8T verfügbar
    * 32 GB aufgelöteter eMMC-Speicher

    Es muss (kann aber auch!) jeder selber entscheiden, welche dieser beiden Listen die wichtigeren Punkte enthält.


    Vom Support her spielen beide Läden leider nicht an vorderster Front mit, aber da beckleckert sich auch so mancher First-Tier-OEM nicht mit Ruhm. Nett wäre es, wenn solche Läden endlich mal verstehen würden, dass man das Konzept von Open Hardware auch auf die Firmware ausdehnen könnte, wenn sie sich um ordentliche Coreboot-Unterstützung kümmern würden, und dann würden die Dinger nicht nach ein paar Jahren zu teurem Elektronikschrott werden, wenn die nächste Generation an UEFI-Fixes nicht mehr paketiert wird. Um so was könnten sich dann diejenigen Enthusiasten kümmern, die sich jetzt darüber ärgern, wie bei aller scheinbaren OpenSource-isierung das wirkliche Bestehen auf dem Recht zur Selbstkontrolle immer schwieriger wird.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.06.20 02:39 durch oYa3ema5.

  2. Re: Wieder mal eine Chance verpasst…

    Autor: ThomasSV 21.06.20 - 07:37

    Gibt es denn einen Bolt (oder irgendein anderes AMD SoC-System in ähnlichen Preisregionen wie den hier vorgestellten Odriod?

    Auf der Bolt-Seite finde ich nur deutlich teureres :-(

  3. Re: Wieder mal eine Chance verpasst…

    Autor: Mangnoppa 21.06.20 - 07:40

    Du hast schon recht, ich würde mich auch für den UDOO Bolt entscheiden, weil er einfach besser ist. Aber du vergleichst hier Äpfel mit Birnen. Zwischen den Preisen der beiden Boards klafft doch eine ziemlich große Lücke.

  4. Re: Wieder mal eine Chance verpasst…

    Autor: damluk 21.06.20 - 10:18

    oYa3ema5 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was für den Bolt spricht:
    > * M.2 M-Key für eine PCIe-SSD
    > * 2 × SATA (davon einer als M.2 B-Key)
    > * nicht auf 8 GB RAM limitiert

    Warum listest Du das nur beim Bolt auf?

    > Das System hat trotzdem Platz für zwei SODIMM-Steckplätze für maximal 32 GByte DDR4-RAM.
    > Neben den beiden SATA-3-Schnittstellen für entsprechende HDDs oder SSDs ist zudem ein M.2-Slot für NVMe verbaut.

  5. Re: Wieder mal eine Chance verpasst…

    Autor: oYa3ema5 21.06.20 - 14:00

    damluk schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > oYa3ema5 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Was für den Bolt spricht:
    > > * M.2 M-Key für eine PCIe-SSD
    > > * 2 × SATA (davon einer als M.2 B-Key)
    > > * nicht auf 8 GB RAM limitiert
    >
    > Warum listest Du das nur beim Bolt auf?

    Sorry, den M.2 auf der Rückseite hatte ich tatsächlich übersehen. Korrekterweise anmerken könnte man, dass der Bolt seine mit PCIe 3 ×4 angebunden hat.

    Bei den 32 GB RAM bin ich mir nicht so sicher, ob es da nicht das böse Erwachen gibt, weil die ARK-Datenbank von Intel für den Celeron J4115 anzeigt, dass er maximal für 8 GB RAM spezifiziert ist. Bevor ich mir so eine Maschine mit ZFS-freundlichen Speichermengen zulege, würde da erst einen Test abwarten, ob es jemand zum Laufen bekommt; außerhalb der Spezifikation ist es allemal.
    Zudem finde ich es unsympathisch, dass Intel meint, den NAS-Selberbauern die Entscheidung für oder gegen ECC abnehmen zu müssen. Immerhin sind sie mittlerweile so gnädig, AES-NI auch bei ihren Celerons freizuschalten, dann kommt wenigstens Plattenverschlüsselung in Frage.



    Disclaimer: Ich hatte (vor)letztes Jahr beim Crowdfunding des Bolt mitgemacht und bin, auch nach langer Wartezeit, ziemlich begeistert von dem Teil. Andererseits habe ich genug Erfahrung mit anderen Atom-Maschinen, dass ich ahne, wie schnell den Odroids die Luft ausgeht. Trotz aggregierter 5 Gbit Netzwerkausgang bin ich mir nicht sicher, wie souverän der H2+ mit verschüsseltem ZFS an mehrere Clients + mehrere VMs zurecht kommt.

    Das mit dem Preis sehe ich weniger eng. Wem soll man denn Wucher unterstellen? Den fehlenden Economies of Scale? Das ist ein Henne-Ei-Problem, nicht unbedingt begünstigt durch das Gehabe eines gewissen CPU-Herstellers, dem man nachsagt, es über Knebelverträge mit OEMs Konkurrenten schwer zu machen, in seinen Komfortbereich einzudringen. Abgesehen davon finde ich den Bolt nicht überteuert, wenn man ihn zB mit Laptops ähnlicher Leistung vergleicht. Oder selbst mit NAS von der Stange. Und wer unbedingt ein 50¤-Mainboard mit passiv gekühltem AMD-Prozessor haben will, kann sich in der Mini-ITX-Grabbelkiste bei Biostar umschauen.

    Mal ehrlich, SBCs sind alle Liebhaber-Maschinen, und egal was man nimmt, wenn man auf den Flaschenhals auslegt, sind die Dinger an so vielen anderen Ecken völlig überdimensioniert. Aber man muss es halt mit einkaufen. Wenn CPU-Hersteller XY halt beschließt, keine Embedded-Prozessoren ohne GPU anzubieten, dann kann ich daran auch dann nichts ändern, wenn die Kiste nie ein Bild anzeigen soll. Mitbezahlen muss ich das Silicium trotzdem.
    Und schließlich: wer anfängt mit Preisen zu argumentieren, sollte auch mal die Arbeitszeit, die er reinsteckt mit verrechnen. Dann werden selbst die verstaubtesten Raspberry Pis auf einmal ziemlich teuer. TCO != Listenpreis

  6. Re: Wieder mal eine Chance verpasst…

    Autor: Mike LeBuchet 22.06.20 - 09:13

    oYa3ema5 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Mal ehrlich, SBCs sind alle Liebhaber-Maschinen […]
    > Und schließlich: wer anfängt mit Preisen zu argumentieren, sollte auch mal
    > die Arbeitszeit, die er reinsteckt mit verrechnen. Dann werden selbst die
    > verstaubtesten Raspberry Pis auf einmal ziemlich teuer. TCO != Listenpreis

    Sehr treffend auf den Punkt gebracht. Hinzu kommt, dass die jeweilige Maschine gerade verfügbar sein muss, wenn man selbst den Bedarf hat. Bei mir war es schon öfter so, dass ich eine Crowdfunding-Kampagne verpasst habe. Da kann man dann auf den nächsten Batch warten (und ihn wieder verpassen) oder zu einem Gerät greifen, das in ausreichenden Stückzahlen angeboten wird, inklusive Support und Community. Freilich kommt es immer auf den persönlichen Einsatzzweck an, ich gestehe, dass ich meine SBCs mittlerweile mit Rücksicht auf meine Arbeits- und Lebenszeit verstauben lasse. Beim NAS greife ich inzwischen bewusst zu Synology.

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