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Lohnt sich das heute noch?

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  1. Lohnt sich das heute noch?

    Autor: /mecki78 20.04.16 - 13:09

    Macht es nicht heute mehr Sinn, einfach Backups auf RAID Arrays zu speichern, einmal in-House (falls mal das andere RAID stirbt oder mehrere Platte zeitgleich oder man nach einem katastrophalen Softwarefehler schnell auf einen alten Stand zurück muss) und dann eben noch einmal außer Haus (falls die Firma abbrennt oder so). Für außer Haus kann man ja auch irgendwo Cloud Speicher anmieten und die Daten eben lokal verschlüsseln.

    Ich meine, das Teil hier muss ja irgend ein Mitarbeiter von Hand "füttern", die Daten dann von Hand außer Haus bringen und auch von Hand wieder abholen, wenn man sie dann doch wieder braucht. Ich dachte eigentlich die Zeiten von Backupmedien sind gezählt.

    Klar halten Platten viel kürzer, aber wenn eine Platte im RAID stirbt, dann tauscht man die eben aus. Kein Datenverlust, höchstens kurzfristig etwas verminderte Geschwindigkeit. Da man das unendlich machen kann, müssen Platten auch keine 100 Jahre halten.

    /Mecki

  2. Re: Lohnt sich das heute noch?

    Autor: Heinzel 20.04.16 - 13:18

    Es kommt immer drauf an was man gerade braucht. Die Silberscheiben sind alt aber es können mehr Menschen damit umgehen als mit RAID-Cloud-Systemen.

    Platten haben ja abgesehen von der Lebensdauer auch noch andere Nachteile. Nimm z.B. die Malware in letzter Zeit die alle Dateien verschlüsselt. Das kann dir auf Festplatten passieren, aber auf optischen Medien nicht weil die von Natur aus Read-Only sind. Viele Betroffene dieser Malware hätten sich vielleicht gewünscht doch dann und wann mal noch ein Backup auf die verrufene DVD/BD gebrannt zu haben. Bei SSD kann man innerhalb einer Sekunde alle Daten auf einmal an die eingebaute Datenvernichtungsfunktion TRIM verlieren.

  3. Re: Lohnt sich das heute noch?

    Autor: DrWurst 20.04.16 - 13:18

    IMHO sind Festplatten keine Alternative. Ein RAID erhöht nur die Datenverfügbarkeit, dieses System dient ebenso wie Bänder(...Microfilm, Papier!) zur Langzeitarchivierung. Wenn ich heute Daten wegschreibe und sie in 30 Jahren nochmal angucken möchte würde ich das nicht auf Festplatten machen. Bei deinem System müssten die Platten immer laufen, die Daten ständig "im System" sein, das ist häufig weder notwendig noch gewollt.

    Wenn ich da an die Buchhaltungsdaten mittelgroßer Unternehmen denke, welche über 20 Jahre verfügbar sein müssen. Niemand will diese Daten die ganze Zeit im aktiven System halten und die Platten zu erneuern und das RAID zu erhalten ist auf lange Sicht viel teurer als Bandlaufwerke oder so ein System wie Sony es hier hat.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 20.04.16 13:19 durch DrWurst.

  4. Re: Lohnt sich das heute noch?

    Autor: /mecki78 20.04.16 - 13:42

    DrWurst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > IMHO sind Festplatten keine Alternative. Ein RAID erhöht nur die
    > Datenverfügbarkeit,

    Du hast schon gesehen, dass ich gesagt habe, dass du mehr als ein RAID brauchst, vor allem auch eines außer Haus, oder? Weil Daten auf ein RAID zu speichern hat erst einmal gar nichts mit "Backup" zu tun.

    > Wenn ich heute Daten wegschreibe und sie
    > in 30 Jahren nochmal angucken möchte würde ich das

    ... in einem Cloud Speicher machen, wo der Hersteller mir die Datenverfügbarkeit dadurch garantiert, dass er ein RAID vor Ort betreibt und selber Backups außer Haus macht. Die Wahrscheinlichkeit das hier die Daten in den nächsten 30 Jahren verloren gehen ist geringer als die, dass ich nach 30 Jahren ein kaputtes Medium habe oder genau dann mein Lesegerät kaputt geht und das aber seit 15 Jahren nicht mehr produziert wird und ich daher auch zeitnah keinen Ersatz aus dem Hut zaubern kann.

    Das einzige was bei einem Cloudanbieter wirklich schief gehen kann ist, dass er den Dienst einstellt und das erfahre ich aber vorab und kann ja dann meine Daten zu einem anderen Anbieter umziehen.

    > Wenn ich da an die Buchhaltungsdaten mittelgroßer Unternehmen denke, welche
    > über 20 Jahre verfügbar sein müssen. Niemand will diese Daten die ganze
    > Zeit im aktiven System halten

    Warum nicht? Ich brauche so oder so Dateiserver für diverse Daten, dich ich im System halten muss. Diese Daten brauchen kaum Platz (Buchhaltungsdaten von 20 Jahren verbrauchen weniger als ein Katzenvideo) und wenn die irgendwo verschlüsselt die nächsten 20 Jahre liegen, dann tun die niemanden weh.

    Da Speicherplatz immer günstiger wird, und RAIDs und Platten irgendwann steuerlich abgeschrieben sind, haben wir in unserer Firma noch nie Daten entsorgt. Seit der Firmengründung wird einfach jedes mal ein größeres RAID mit noch mehr Platte gekauft, sobald das aktuelle wieder voll ist und alle Daten umkopiert. Bzw. gibt es kein größeres (Stand der Technik noch nicht so weit), dann gibt es halt vorübergehend 2 RAIDs.

    Und die alten Daten fallen zunehmen auch weniger in's Gewicht. Sortierst du die Daten nach Jahren, dann wirst du merken, dass der Datenverbrauch jedes Jahr massiv steigt. Letztes Jahr haben wir mehr Speicherplatz belegt als in den ersten 10 Jahren der Firmengeschichte zusammen! D.h. die alten Daten spielen zunehmen gar keine Rolle mehr beim Speicherplatz verbrauch.

    /Mecki

  5. Re: Lohnt sich das heute noch?

    Autor: as (Golem.de) 20.04.16 - 13:44

    Hallo,

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Macht es nicht heute mehr Sinn, einfach Backups auf RAID Arrays zu
    > speichern, einmal in-House (falls mal das andere RAID stirbt oder mehrere
    > Platte zeitgleich oder man nach einem katastrophalen Softwarefehler schnell
    > auf einen alten Stand zurück muss) und dann eben noch einmal außer Haus
    > (falls die Firma abbrennt oder so). Für außer Haus kann man ja auch
    > irgendwo Cloud Speicher anmieten und die Daten eben lokal verschlüsseln.

    das Problem ist das menschliche daran: Der Mensch vergisst. Er wird alt. Irgendwann wird nicht mehr dokumentiert, wann umgespeichert werden muss, ein neuer Mitarbeiter ersetzt einen anderen. Und schon ist die Gefahr groß, dass da etwas übersehen wird.

    Ein echtes Foto findet man im Zweifelsfall auch ein Jahrhundert später noch auf dem Dachboden der verstorbenen Verwandten. Und man kann sich das noch anschauen. Wenn unsere Generation irgendwann vergesslich wird und nicht alles umgespeichert hat alle paar Jahre: dann ist's zu spät. Und wer denkt daran der nächsten Generation sein Umspeichersystem _rechtzeitig_ zu erklären und im Testament vielleicht gar zu verankern, damit die Daten auch nach dem Tod noch sicher weiterbestehen?

    Das trifft es denke ich ganz gut, als Anwendungsfall für ein Archiv, Langzeitarchiv, Offlinearchiv. Wir reden hier mitunter von hunderten von Jahren. Davon geht im Laufe der Zeit ohnehin viel verloren. Brände, Überschwemmungen, Erdbeben, Kriege... In Zukunft wird die vergessene Festplatte als typischer Schadensfalls dazukommen.

    Mich persönlich ärgert, dass es kein bezahlbares Archivmedium mehr gibt. Wie ich meine Daten noch in die nächsten Jahrzehnte zuverlässig bringen soll: Ich weiß es nicht. Ich habe schon vergessene Festplatten rumliegen, die nicht mehr anlaufen. Vergessene Fotos hingegen aus der Zeit vor meinen Daten liegen hingegen noch herum, finde ich alle paar Jahre wieder und sehen aus wie neu.

    gruß

    -Andy (Golem.de)

    gruß

    -Andy (Golem.de)

  6. Re: Lohnt sich das heute noch?

    Autor: /mecki78 20.04.16 - 14:04

    Heinzel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Platten haben ja abgesehen von der Lebensdauer auch noch andere Nachteile.
    > Nimm z.B. die Malware in letzter Zeit die alle Dateien verschlüsselt.

    Daher sagte ich ja, du brauchst zusätzlich zum RAID (aktueller Datenstand) noch mindestens ein Backup RAID. Dort speicherst du aber kein Spiegelbild, sondern inkrementelle Abbilder. D.h. ich habe dort alle Dateien so wie sie heute auf dem Haupt-RAID liegen, aber auch so wie sie gestern dort lagen und auch wie sie vor einer Woche bzw. vor einem Monat dort lagen.

    Wie lange und wie feingranular man da zurück gehen kann, das hängt davon ab, wie viel Speicherplatz man hat. Derzeit macht unser System stündlich ein Backup, solange bis das Backup-RAID voll ist. Wenn es voll ist, dann werden solange stündliche Backups weggeworfen, bis wieder genug Platz frei ist, wobei ein tägliches Backup behalten wird. Erst wenn das nicht mehr reicht, dann werden tägliche entsorgt, bis wieder genug Platz frei ist, wobei auf jeden Fall ein wöchentliches behalten wird. Dito monatlich, dito jährlich. Im Moment kann ca. die letzten 50 Stunden stündlich zurück gehen , danach noch an die 40 Tage täglich, dann vielleicht so 20 Wochen wöchentlich und dann die letzten Jahre monatsweise. Für alles was älter als etwas über 5 Jahre ist hab ich nur noch ein jährliches Backup, das wird aber nie entsorgt.

    Gebraucht haben wir das Backup im Haus so gut wie noch nie; in den letzten 10 Jahren mussten wir vielleicht maximal ein Dutzend Dateien wieder herstellen, die auf einmal unauffindbar waren. Für das Backup-RAID gibt es einen eins-zu-eins Spiegel außerhalb der Firma, falls hier mal die totale Katastrophe passiert (Haus stürzt ein, brennt ab, usw). Das ist wirklich nur ein "Spiegel", da aber das Backup-RAID selber inkrementell ist, ist der Spiegel das auch.

    Aber das Konzept hat tatsächlich eine Schwachstelle: Der EMP einer Atombombe würde derzeit zeitgleich alle Daten vernichten, da magnetisch und die Daten außer Haus sind nicht dagegen geschützt (und zu nahe um nicht auch erfasst zu werden). Idealerweise sollte das Backup-RAID 2 also geographisch ganz woanders stehen. Naja, das Risiko habe wir in Kauf genommen, Atombomben auf Deutschland sind jetzt nicht so wahrscheinlich :-P

    /Mecki



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 20.04.16 14:06 durch /mecki78.

  7. Re: Lohnt sich das heute noch?

    Autor: Anonymer Nutzer 20.04.16 - 14:23

    Das kommt immer auf den UseCase drauf an. BluRay ist halt einmal beschreibbar. Teilweise ist sowas vom Gesetzgeber gefordert. Es hilft dir auch zu garantieren, dass niemand andere nach dir etwas veraendert hat.

    Ich war schon oefter am Ueberlegen ob ich nicht zusaetzlich noch ein Backup auf BluRay mache. Die Scheiben sind leicht herumzutragen und die Folgekosten sind minimal.

    Wenn du dir Firmen wie Google und co anguckst, die haben auch Bandlaufwerke und bringen die Baender in Bergen unter.

    Hat nicht auch erst Facebook einen Blurayroboter gebaut?

    Da: https://www.golem.de/news/facebook-1-petabyte-blu-rays-in-einem-rack-1401-104265.html

  8. Re: Lohnt sich das heute noch?

    Autor: /mecki78 20.04.16 - 14:24

    as (Golem.de) schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ein echtes Foto findet man im Zweifelsfall auch ein Jahrhundert später noch
    > auf dem Dachboden der verstorbenen Verwandten. Und man kann sich das noch
    > anschauen.

    Das stimmt... aber um ein Foto anzuschauen, braucht man kein spezielles Lesegerät. Was mich an diesen System verunsichert: Was wenn jemand in 50 Jahren einen Datenträger lesen will, dann aber feststellt, das Lesegerät ist irgendwann mal kaputt gegangen und wird seit 30 Jahren auch schon nicht mehr produziert? Das ist die Gefahr an Systemen, die man nicht aktiv am Leben hält.

    Mein Kassettendeck (wirklich ein sauteures Kassettendeck!) stand vielleicht 10 Jahre ungenutzt herum - aber trocken und sauber geladen. Kürzlich bin ich an ein paar alte Kassetten gekommen (für die jüngere Generation: So Plastikteile mit Magnetbändern im inneren, die Audiodaten in analoger Form enthalten) und wollte da mal rein hören was da drauf ist. Das Teil geht nicht mehr. Keine Ahnung was da hat kaputt gehen können, aber da kommt nur noch rauschen (und nein, ich hab's mit anderen Kassetten gegen geprüft, liegt nicht an der Kassette, liegt wirklich am Deck). Wir können heute noch Papyrusrollen lesen, die keine Ahnung wie alt sind... es ist fraglich ob eine CD nach so vielen Jahren noch lesbar ist und ob Menschen in so vielen Jahren noch CDs auslesen können. Ist ja heute schon ein Problem, wenn man eine VHS Kassette digitalisieren will.

    Wie gesagt, ein RAID hält nicht einmal im Ansatz 50 Jahre durch, keine Festplatte lebst so lange im Betrieb, aber ein RAID wird ja in der Regel auch aktiv gepflegt, da kommen neue Platten rein, mit moderner Technik usw. Solang sich wer darum kümmert... das ist wie ein Garten. Es ist nicht damit getan den Garten anzulegen, ich muss mich ständig darum kümmern, sonst wächst alles zu oder geht alles ein. Da sehe ich zumindest noch eine Chance.

    Ansonsten denke ich, dass Cloudspeicher das lösen wird. Man muss sich davon verabschieden, dass es wichtig ist wo etwas gespeichert ist oder wie es gespeichert ist. Irgendwo miete ich Speicher an und die Nutzerdaten stehen in meinem digitalen Nachlass. Was die Erben dann mit den Daten dort machen, das ist deren Bier. Für Privat leider noch zu teuer - aber ich denke das wird sich geben in den nächsten Jahren. Ich mach mir doch auch keine Gedanken darüber wo oder wie meine Bank mein Geld "lagert".

    Gab mal eine Zeit, da hatte ich Backups von meinen MP3s, heute liegen die ehrlich gesagt bei Apple. Ja, Apple gibt keine Garantien, sie sagen explizit, dass das kein Backupdiesnt ist und sie nicht für Datenverlust haften, aber die liegen ja nicht nur bei Apple, die liegen ja auch auf meinen Geräten (auf zwei Rechnern die ganze Library, auf den anderen Geräten nur einzelne Lieder), aber ein weiteres Backup spare ich mir heute. Wie wahrscheinlich ist es, dass beide Rechner zeitgleich die Daten verlieren und genau in dem Moment, wo ich alle wieder runter laden will, Apple dann auch noch?

    /Mecki

  9. Re: Lohnt sich das heute noch?

    Autor: /mecki78 20.04.16 - 14:32

    Sicaine schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > BluRay ist halt einmal
    > beschreibbar. Teilweise ist sowas vom Gesetzgeber gefordert. Es hilft dir
    > auch zu garantieren, dass niemand andere nach dir etwas veraendert hat.

    Ob das vor Gericht Bestand hat... Ich meine, ich kann ja das ganze Medium ein zweites mal erstellen mit anderen Daten. Das Datum kann ich fälschen bei Dateien und auch das Datum des Backups. Ich müsste die Medien dann schon irgendwie versiegeln und mir das Datum der Versiegelung notariell bestätigen lassen und dann beim öffnen vor Zeugen erst nachweisen, dass das Siegel ungebrochen war. Wobei es bestimmt Daten gibt, die derart wichtig sind, dass sie tatsächlich so einen Aufwand rechtfertigen.

    > Wenn du dir Firmen wie Google und co anguckst, die haben auch Bandlaufwerke
    > und bringen die Baender in Bergen unter.

    Sicher dass die das noch tun? Ich meine, es dürfte kein "Byte" bei Google geben, dass nicht mindestens an 20 verschiedenen Orten als Kopie existiert und wie wahrscheinlich ist es, dass es an allen 20 Orten zeitgleich zu einem Datenausfall kommt? Selbst wenn, würde ich von Google eher erwarten, dass sie Cloudspeicher in der Schweiz anmieten (der ist auch in einem Berg, in einem Atomschutzbunker) und dorthin transferieren.

    /Mecki

  10. Re: Lohnt sich das heute noch?

    Autor: donadi 20.04.16 - 14:37

    Konzeptlose Dorf IT die du da beschreibst.
    Eine Archivlösung benötigt den Segen vom Wirtschaftsprüfer und muss entsprechend Zertifiziert sein.

  11. Re: Lohnt sich das heute noch?

    Autor: mainframe 20.04.16 - 14:39

    Es g ibt auch durch den Gesetztgeber Auflagen. Bei uns dürfen gescannte Dokumente nicht veränderbar sein. Es muss immer in der Ursprünglichen Form gespeichert werden.


    Dies erreichen wir dadurch, dass wir die gescannten Dateien direkt auf 2 BDXL Laufwerke speichern. Immer mit Spiegel. Erst danach darf eine weitere Version davon verändert werden. Das ganze ist so dokumentiert und der Prozess abgesegnet.

    Am Anfang hab ich nur jedes Jahr das Medium im RZ gewechselt. jetzt 4mal im Jahr.

    Die Daten liegen auch nochmal auf einem Storagesystem... damit man schnell dran kommt, aber die Urversion liegt Read Only auf den Disks.

    Garantie für 50 Jahre

  12. Re: Lohnt sich das heute noch?

    Autor: Anonymer Nutzer 20.04.16 - 14:40

    Naja das ist das gleiche mit Fax. Da ist das voellig irrelevant wie richtig das ist oder eben nicht :-)

    Ja ich bin mir sehr sicher, dass Google auch weiterhin Baender verwendet. Allein schon die banale Notwendigkeit fuer physikalischen Zugriff auf diese Daten hat einfach einen anderen Wert als wenn du ausschlieslich alles online irgendwo hast.

  13. Re: Lohnt sich das heute noch?

    Autor: NobodZ 20.04.16 - 15:22

    DrWurst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > IMHO sind Festplatten keine Alternative. Ein RAID erhöht nur die
    > Datenverfügbarkeit, dieses System dient ebenso wie Bänder(...Microfilm,
    > Papier!) zur Langzeitarchivierung. Wenn ich heute Daten wegschreibe und sie
    > in 30 Jahren nochmal angucken möchte würde ich das nicht auf Festplatten
    > machen. Bei deinem System müssten die Platten immer laufen, die Daten
    > ständig "im System" sein, das ist häufig weder notwendig noch gewollt.
    >
    > Wenn ich da an die Buchhaltungsdaten mittelgroßer Unternehmen denke, welche
    > über 20 Jahre verfügbar sein müssen. Niemand will diese Daten die ganze
    > Zeit im aktiven System halten und die Platten zu erneuern und das RAID zu
    > erhalten ist auf lange Sicht viel teurer als Bandlaufwerke oder so ein
    > System wie Sony es hier hat.

    Festplatten sind die Alternative schlecht hin.

    Einfach mal nur kurz um die Ecke gedacht.

    Wie lange hält wohl eine Festplatte die nicht im Betrieb ist, also noch nicht mal angesteckt? Ich habe Platten die sind schon 20 Jahre alt, laufen immer noch problemlos, nur halt recht klein.

    Mit inkrementellen Backups, in mehr als einer Stufe, wo die letzte Stufe nur sporadisch "online" ist, viel weniger Aufwand, sicherer und günstiger als diese teuren spezial Lösungen.

    Ne Disc als Beweismittel?

    Einfach die Daten von der Disc kopieren, manipulieren und wieder auf ne neue Disc brennen. Wer will da was wie beweisen können?

  14. Re: Lohnt sich das heute noch?

    Autor: TheArchive 20.04.16 - 16:03

    Das ist alles etwas kurz gedacht. Ich habe mich mal angemeldet, da ich als Historiker täglich damit zu tun habe.

    Die Idee von Cloud Storage (RAID) etc. ist schon deshalb nicht möglich, da es kein Proof of Concept für einen 50 jährigen oder gar längeren Betrieb eines solches Dienstes gibt. Das heißt nicht, dass in Zukunft sowas nicht genutzt werden kann, aber mit den aktuell verfügbaren Diensten ist es das nicht. Ferner wird dir kein Anbieter eine Sicherung deiner Daten für einen so langen Zeitraum garantieren.

    Die optischen Medien haben viele Vorteile in einem Archiv. Es wurde z.B. schon die Gerichtsfestigkeit erwähnt. Ja, dafür werden einmalige Kopien erstellt, welche beglaubigt (hierfür gibt es Archivare und spezielle Behörden und deren Mitarbeiter), versiegelt und weggeschlossen werden, bis sie wieder benötigt werden. Die Originale werden gar nicht weiter verwendet, oder der Zugang wird stark restriktiv gehandhabt.

    Die verwendete Technik, wird ebenfalls archiviert, damit sie auch später zugänglich bleibt. Das ist der heutige Stand und er ist bisher sehr ordentlich. Ob Cloud-Services mal hinzukommen, dass ist fraglich, aber möglich. Hierfür muss aber einiges geklärt werden. Wer hat Zugang zu den Daten, wie werden sie gesichert, was passiert im Falle eines Datenverlusts, was passiert bei Untergang des Unternehmens, wem gehören die Server (Hardware geleast?).

  15. Re: Lohnt sich das heute noch?

    Autor: Ovaron 20.04.16 - 16:41

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Daher sagte ich ja, du brauchst zusätzlich zum RAID (aktueller Datenstand)
    > noch mindestens ein Backup RAID.

    RAID war niemals Backup, ist niemals Backup und wird niemals Backup sein.

  16. Re: Lohnt sich das heute noch?

    Autor: ldlx 20.04.16 - 18:56

    Schreibe auf eine Tafel 100x folgenden Text: "RAID ist kein Backup!".

    Mal eben einen alten Stand rauskramen ist wohl keine leichte Aufgabe, wenn du einen zweiten Satz Festplatten täglich mit neuen Daten vollschreibst und den vorherigen Stand überschreibst.

    Szenario: Irgendwas böses installiert sich als Dateisystemfilter, verschlüsselt im Hintergrund deine Platte, gibt ne Zeit lang brav alle Daten so raus wie gewohnt, irgendwann kommt dann "bitte zahlen Sie mir 1 mio euro um Ihre Daten wiederzubekommen" und du denkst dir "yeah... ich hab ja noch daten aufm anderen raid".

    Da gabs letztens so'n Fall in einer kleinen Stadt im Vorzeigebundesland Bayern... ne 10.000-Seelen-Gemeinde hatte um die 100.000¤ Schaden wegen einem Verschlüsselungstrojaner.

    Manipulation am Inhalt der Daten, wie etwa dem gängigen Word/Excel/SQL ist noch viel lustiger, weil wird vielleicht erst noch viel später bemerkt oder von dem noch zu schreibenden Schädling zeitweise noch mit den richtigen daten rausgegeben. Und dann später mal "nein, letzte Woche hatten wir noch eine million plus in der bilanz stehen... keine ahnung warum da jetzt auf einmal fünf millionen minus stehen..."

    Da ist das zwar auch keine leichte Aufgabe den letzten unveränderten Stand von den (vielen) optischen Discs zu finden, aber zumindest kannst du auf einen unverseuchten Stand zurückgreifen - weil unveränderbar auf Disc gespeichert.

    Stell dir vor in deiner Stadtverwaltung werden im Einwohnerwesen mal eben ein paar Bits umgelegt, statt 1,85m bist du offiziell nur noch 1,20m, außerdem gebürtiger Nordkoreaner und warte, eigentlich bist du keine Frau sondern ein Mann ;-)

  17. Re: Lohnt sich das heute noch?

    Autor: RicoBrassers 21.04.16 - 09:21

    /mecki78 schrieb:
    > Aber das Konzept hat tatsächlich eine Schwachstelle: Der EMP einer
    > Atombombe würde derzeit zeitgleich alle Daten vernichten, da magnetisch und
    > die Daten außer Haus sind nicht dagegen geschützt (und zu nahe um nicht
    > auch erfasst zu werden). Idealerweise sollte das Backup-RAID 2 also
    > geographisch ganz woanders stehen. Naja, das Risiko habe wir in Kauf
    > genommen, Atombomben auf Deutschland sind jetzt nicht so wahrscheinlich :-P

    Es ist ja nicht nur ein unwahrscheinliches Ereignis. Falls wirklich die Systeme aufgrund von EMPs durch Atombomben aussteigen, hat man vermutlich auch eher andere Probleme, als das Backup von irgendwelchen Firmendateien. ;)

  18. Re: Lohnt sich das heute noch?

    Autor: as (Golem.de) 21.04.16 - 10:00

    Hallo,

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das stimmt... aber um ein Foto anzuschauen, braucht man kein spezielles
    > Lesegerät. Was mich an diesen System verunsichert: Was wenn jemand in 50
    > Jahren einen Datenträger lesen will, dann aber feststellt, das Lesegerät
    > ist irgendwann mal kaputt gegangen und wird seit 30 Jahren auch schon nicht
    > mehr produziert? Das ist die Gefahr an Systemen, die man nicht aktiv am
    > Leben hält.

    Ja, die Gefahr besteht und es gibt genug Beispiele, wie hoch das Risiko ist: UDO fällt so unter das Worst-Case-Szenario. Und diverse Iomega-Versuche. Die Technik ist so komplex, dass man sie nicht vernünftig nachbauen kann.

    Aber selbst die lange Zeit unterstützte MOD, die ja eigentlich ideal war, ist irgendwann eingestellt worden. Sowohl MOD als auch MD haben aber bewiesen: es geht. Langsam wird's aber gefährlich mit den Laufwerken. Nicht alle sind noch gut gebraucht zu haben.

    > Mein Kassettendeck (wirklich ein sauteures Kassettendeck!) stand vielleicht
    > 10 Jahre ungenutzt herum - aber trocken und sauber geladen. Kürzlich bin
    > ich an ein paar alte Kassetten gekommen (für die jüngere Generation: So
    > Plastikteile mit Magnetbändern im inneren, die Audiodaten in analoger Form
    > enthalten) und wollte da mal rein hören was da drauf ist. Das Teil geht
    > nicht mehr. Keine Ahnung was da hat kaputt gehen können, aber da kommt nur
    > noch rauschen (und nein, ich hab's mit anderen Kassetten gegen geprüft,
    > liegt nicht an der Kassette, liegt wirklich am Deck). Wir können heute noch
    > Papyrusrollen lesen, die keine Ahnung wie alt sind... es ist fraglich ob
    > eine CD nach so vielen Jahren noch lesbar ist und ob Menschen in so vielen
    > Jahren noch CDs auslesen können. Ist ja heute schon ein Problem, wenn man
    > eine VHS Kassette digitalisieren will.

    Die Technik ist so einfach, dass ich mir da keine Sorgen mache, vorerst. Das ist wie mit Disketten. Es gibt genug, die da noch produzieren könnten. DAT/DCC hingegen ist als Tape-Technik ein Problem.

    > Gab mal eine Zeit, da hatte ich Backups von meinen MP3s, heute liegen die
    > ehrlich gesagt bei Apple. Ja, Apple gibt keine Garantien, sie sagen
    > explizit, dass das kein Backupdiesnt ist und sie nicht für Datenverlust
    > haften, aber die liegen ja nicht nur bei Apple, die liegen ja auch auf
    > meinen Geräten (auf zwei Rechnern die ganze Library, auf den anderen
    > Geräten nur einzelne Lieder), aber ein weiteres Backup spare ich mir heute.

    Selbst Größen wie Microsoft haben schon einige Dienste eingestellt und damit Lizenzen beim Anwender ungültig gemacht, ganz ohne wirtschaftliche Not. Und wenn doch mal eine Insolvenz kommt: da gibts bei einer Verschleppung so gut wie keine Vorwarnzeit.

    > Wie wahrscheinlich ist es, dass beide Rechner zeitgleich die Daten
    > verlieren und genau in dem Moment, wo ich alle wieder runter laden will,
    > Apple dann auch noch?

    Ich hab' beim Apple-Backup schonmal erlebt, dass wegen eines Problems das Backup neu gebaut werden musste. Das passierte automatisch und das alte Backup auf die NAS wurde einfach gelöscht...

    Wenn was schiefgeht, dann im Zweifelsfalle immer alles. ;)

    gruß

    -Andy (Golem.de)

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