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Perverse Ansicht

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  1. Perverse Ansicht

    Autor: TrollNo1 23.07.15 - 10:27

    Ich weiß, so ist der Kapitalismus...

    Aber die Firma macht in einem Jahr über eine Milliarde Dollar Gewinn und trotzdem wird von "schlechten Zahlen" gesprochen und es müssen tausende Mitarbeiter entlassen werden.

    Wann wird dieses System endlich den Bach runtergehen? So langsam wäre es an der Zeit.

  2. Re: Perverse Ansicht

    Autor: Der schwarze Ritter 23.07.15 - 10:29

    Das dachte ich mir auch... es handelt sich doch immer noch um Reingewinn, Geld zum Verteilen. Aber weil man mehr Geld will, müssen andere Leute auf Geld künftig verzichten (oder es halt woanders holen). Mich kotzt das so an...

  3. Re: Perverse Ansicht

    Autor: theonlyone 23.07.15 - 10:41

    In unserer Welt wird eben immer verglichen.

    Es gibt per se kein schlecht oder gut, es gibt nur den Vergleich zu etwas anderem und daran bemießt sich dann alles.

    Wenn eine kleine Firma 1 milliarde Gewinn machen würde hätte das einen riesen Effekt, wenn das ein großes Unternehmen macht, die ja auch viel davon re-investieren, oder schlichtweg für die "Kriegs-Kasse" brauchen (damit sie nicht aufgekauft werden) , erklärt sich das schon eher.

    Mal irgendwo ein neues Werk aus dem Boden gestampft, ist man ruck zuck auch wieder XXX Millionen los, samt Grund und Boden, samt neuer Mitarbeiter, neue Produktlinie etc. pp.

  4. Re: Perverse Ansicht

    Autor: waswiewo 23.07.15 - 10:42

    War auch mein erster Gedanke. Aber das lässt sich nicht einfach mit "Kapitalismus" begründen, dass wäre etwas eindimensional. Auch im Kapitalismus gibt es Firmen, denen soziale Verantwortung und ähnliches durchaus bekannte Begriffe sind, nur landen die in der Regel halt nicht in der Presse.

  5. Re: Perverse Ansicht

    Autor: waswiewo 23.07.15 - 10:43

    Eine "Kriegskasse" würde das Risiko einer Übernahme eher noch erhöhen.

  6. Re: Perverse Ansicht

    Autor: TrollNo1 23.07.15 - 10:51

    Es geht um eine Milliarde Gewinn, da ist sowas alles schon abgezogen. Außerdem werden neue Fabriken über mehrere Jahre abgeschrieben, erscheinen also auch nicht am Stück in einer Bilanz

  7. Re: Perverse Ansicht

    Autor: TrollNo1 23.07.15 - 10:54

    Kapitalismus kennt aber nur Wachstum und Produktivität. Und wenn ich letztes Jahr 2 Mrd. Gewinn hatte und dieses Jahr nur 1 Mrd. Gewinn, dann habe ich kein Wachstum, also bin ich fast schon insolvent. OBWOHL ich 1 Mrd. Gewinn gemacht hab.

    Jetzt folgt die Produktivitätskorrektur, es werden Leute entlassen, damit mit weniger Leuten der gleiche Umsatz gemacht wird und der Gewinn dadurch wieder steigt.

    Einfach nur abartig...

  8. Re: Perverse Ansicht

    Autor: anwelti 23.07.15 - 10:55

    Mich erinnert das immer an BMW ... ein Rekord-Gewinn nach dem anderen, aber wir müssen leider wieder Leute entlassen um den Aktienkurs zu halten/stützen. Die Leute werden dann aber meist über Zeitarbeitsfirmen zu wesentlich schlechteren Konditionen wieder ins Unternehmen geholt und in der Bilanz als "sonstige Kosten" anstatt Personalkosten verbucht.

  9. Re: Perverse Ansicht

    Autor: narfomat 23.07.15 - 11:00

    die gruende koennen aber wirklich unterschiedlich sein, ohne das unternehmen zu kennen ist ein urteil komplett fehl am platz... wer besitzt qualcom? ist das ein hedgefont oder sind das verantwortungsvolle eigentuemer? hat das unternehmen tatsaechlich schlicht und ergreifend zu viele mitarbeiter? buerokratisierung/selbstbeschaeftigung etc? ist der verwaltungs/organisationsoverhead zu gross wenn der umsatz zuurueck geht? all das gibt es zu beruecksichtigen bevor man sich ein urteil erlaubt... ich denke nicht das qualcom die mitarbeiter aus der entwicklungsabteilung entlaesst... wie hier schon richtig gesagt wurde, kann der trend durchaus sein, das es dann naechstes jahr gar keinen gewinn mehr gibt und 2017 1milliarde verlust, wenn nicht restrukturiert wird.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 23.07.15 11:01 durch narfomat.

  10. Re: Perverse Ansicht

    Autor: elidor 23.07.15 - 11:10

    Und irgendwann fällt der Gewinn weiter, weil niemand sich die Produkte mehr leisten kann, dann reagiert der Kapitalismus.

    Es ist immer toll den Kapitalismus als schlechtes System darzustellen. Das Problem ist, dass er funktioniert. Klar, es ist nicht immer fair, aber im Großen und Ganzen funktioniert das so. In der DDR gab es keinen Kapitalismus. Und? Wie viel von der DDR ist heute noch übrig?

    Wie bitte will man die Menschen ohne Kapitalismus motivieren produktiv zu arbeiten? Es wird immer genug geben, die den Standpunkt vertreten "Ob ich mich jetzt anstrenge, oder nicht ist egal, ich bekomme am Ende des Monats Summe X auf mein Konto und verliere meinen Job nicht. Also warum anstrengen?". Ergebnis waren nochmal wie viele Jahre Wartezeit auf einen Trabant?

    Ich bin offen für Vorschläge. Was ist besser als der Kapitalismus? Dann aber bitte nicht nur eine vage Idee mit den Worten "das könnte so funktionieren".

  11. Re: Perverse Ansicht

    Autor: TrollNo1 23.07.15 - 11:27

    Eine direkte Gewinnbeteiligung und eben nicht "monatlich Summe X".

    Im Vergleich zur BRD hatte die DDR keine nennenswerten Schulden, ihr wollte nur keiner mehr Geld leihen. Und im Vergleich zur USA hat selbst die BRD keine nennenswerten Schulden.

    Der Kapitalismus funktioniert noch, aber ewig wird es auch nicht gehen. Wir haben immer mehr Menschen an der Armutsgrenze, das wird so weit gehen, bis das gemeine Volk aufbegehrt und die ganzen Manager zum Teufel jagt.

  12. Re: Perverse Ansicht

    Autor: sofries 23.07.15 - 11:57

    Warum regt ihr euch über solche Maßnahmen auf, wenn ihr die Hintergründe der Entlassungen nicht kennt?

    Korrelation und Kausalität sind unterschiedliche Dinge. In diesem Fall sinkt der Gewinn und Mitarbeiter werden entlassen, aber beide Dinge sind von einem anderen Faktor abhängig und nicht voneinander (also korreliert). Und dieser Faktor ist wahrscheinlich die verfehlte Produktstrategie. Hier zieht man Konsequenzen und baut den Konzern um.

    Aber der typische Golemforist blendet das aus und sieht nur "Gewinn gesunken", "Leute Entlassen" = "DDR war so viel besser*"



    * Die DDR Hatte übrigens eine hohe Staatsverschuldung

  13. Re: Perverse Ansicht

    Autor: Trockenobst 23.07.15 - 13:01

    sofries schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und dieser Faktor ist wahrscheinlich die verfehlte Produktstrategie. Hier
    > zieht man Konsequenzen und baut den Konzern um.

    Wenn man 10% Marketingleute einstellt, die ein Erfolgsprodukt besser verticken helfen sollen, ist es ganz normal diese wird loszuwerden wenn man nichts zu verkaufen hat.

    Eine Milliarde "jetzt" hilft ja in einem Jahr nichts. Wenn ich jetzt schon weiß dass mir die Kosten allgemein im nächsten Jahr mich ins Minus jagen, muss ich jetzt was tun.

    Ich hatte mal in der Firma sechs Leute sitzen und ein Großauftrag bracht weg. Ich musste zwei Leute entlassen, weil ich schon wusste dass ich die niemals korrekt und angenehm beschäftigen konnte. Und zum Onlinegames zocken bezahle ich nicht diese Gehälter.

    Die Leute denken hier wirklich, dass man einen Entwickler damit zufrieden stellt ihm 50% weniger zu geben und sagen "Hey, in ein paar Monaten musst du keinen Müll mehr wegsortieren, da haben wir wieder was für dich".

    Das Problem wäre das selbe im Nichtkapitalismus, wo man nur zum Spaß arbeitet. Wenn das Projekt einfach keinen Sinn ergibt, ist es das selbe wie an geraden Tag ein Loch zu graben damit es an ungeraden Tagen zugeschüttet wird.

    Wer würde auch in einem Utopia sagen "Ja, solange ich das freiwillig mache und mein Lebensstil bezahlt ist, mache ich eben alles damit mir nicht langweilig ist". Das ist doch Bullshit. Die Leute machen auch heute nicht alles, sondern das was ihren Fähigkeiten entspricht. Wenn nichts zu tun ist, dann geht man eben.

  14. Re: Perverse Ansicht

    Autor: Wander 23.07.15 - 13:28

    elidor schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und irgendwann fällt der Gewinn weiter, weil niemand sich die Produkte mehr
    > leisten kann, dann reagiert der Kapitalismus.
    >
    > Es ist immer toll den Kapitalismus als schlechtes System darzustellen. Das
    > Problem ist, dass er funktioniert. Klar, es ist nicht immer fair, aber im
    > Großen und Ganzen funktioniert das so. In der DDR gab es keinen
    > Kapitalismus. Und? Wie viel von der DDR ist heute noch übrig?

    Kapitalismus funktioniert alles andere als gut, und auf lange Sicht ist er auch zum Scheitern verurteilt. Es gibt einfach kein endloses Wachstum, irgendwann können wir nicht mehr konsumieren und vielleicht begreifen wir voher sogar, dass uns dieser größtenteils unnütze Konsum sowieso nicht glücklicher macht. Ja, er mag im hier und jetzt einigen wenigen Menschen und Nationen zu großem Reichtum verhelfen, aber dieser Reichtum entsteht hauptsächlich auf Kosten anderer (der Umwelt, kommender Generationen, Menschen in ärmeren Ländern, ...).

    > Wie bitte will man die Menschen ohne Kapitalismus motivieren produktiv zu
    > arbeiten? Es wird immer genug geben, die den Standpunkt vertreten "Ob ich
    > mich jetzt anstrenge, oder nicht ist egal, ich bekomme am Ende des Monats
    > Summe X auf mein Konto und verliere meinen Job nicht. Also warum
    > anstrengen?". Ergebnis waren nochmal wie viele Jahre Wartezeit auf einen
    > Trabant?

    Man wird in Zukunft sowieso von der Vorstellung abschied nehmen müssen, dass möglichst jeder eine Arbeit haben soll. Große Tätigkeitsbereiche werden wegfallen, da sie irgendwann vollständig automatisiert werden können (Verkehr, Produktionsstraßen, Logistik, Landwirtschaft, ...). Was macht man also mit Menschen für deren Fähigkeiten wir in der Wirtschaft keinen Bedarf haben? Der Kapitalismus hat darauf keine Antwort.

    > Ich bin offen für Vorschläge. Was ist besser als der Kapitalismus? Dann
    > aber bitte nicht nur eine vage Idee mit den Worten "das könnte so
    > funktionieren".

    Erwartest du das hier Gott auftaucht und dir die Wahrheit verkündet? Niemand mit Verstand wird sich hinstellen und behaupten eine garantiert bessere Alternative für den Kapitalismus zu kennen, dafür ist das Thema einfach viel zu komplex und die Langzeitfolgen zu schwer abschätzbar.

    Ich glaube auch nicht, dass unsere Gesellschaft heute schon bereit für ein anderes Modell wäre, dafür denken wir einfach noch viel zu kurzfristig und egoistisch. Der Kapitalismus ist uns einfach ins Blut übergegangen.

  15. Re: Perverse Ansicht

    Autor: Trockenobst 23.07.15 - 14:31

    Wander schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich glaube auch nicht, dass unsere Gesellschaft heute schon bereit für ein
    > anderes Modell wäre, dafür denken wir einfach noch viel zu kurzfristig und
    > egoistisch. Der Kapitalismus ist uns einfach ins Blut übergegangen.

    Genauso wie es mit vor 10 Jahren eine immense Energiewende gegeben hat, wird es mit einer anderen Politik eben auch eine andere Welt geben.

    Wenn wir es selbst nicht wollen, werden wir dazu gezwungen.

    Selbstfahrende Autos -> Zerstört erst das Taxigewerbe, danach Paketdienste.
    Selbstfahrende Trucks -> Zerstört eine Industrie mit (in) direkt 1 Million Jobs.

    Bauroboter -> Zerstört den Job des dummen Steine+Betonschleppers

    Pflückroboter -> Zerstört den Job des Wanderernters (gibt es schon für Baumwolle)

    Sprachverstehende Computer -> Zerstören 90% der CallCenter

    Usw.

    Wir werden irgendwann feststellen, dass 80% der klassischen Jobs die heute noch existieren nicht mehr da sind. Und dann muss die Regierung - die an der Macht bleiben will - für einen Geldfluss sorgen. Das geht nur mit einem Minimalen Bürgergeld.

    Bis dahin aber wird das neokapitalistische System versuchen, diesen Moment so lange wie möglich hinauszuzögern. Es wird bei den vielen Egoisten auf der Welt damit Erfolg haben. Sie wurden hervorragend Programmiert.

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