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PC-Floppy am Amiga anschließen == Trivial

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  1. PC-Floppy am Amiga anschließen == Trivial

    Autor: 1st1 16.01.15 - 14:19

    Ist das eine Meldung bei Golem (und Heise) wert, dass eine Firma eine der zahllosen Adapterplatinen (nichtmal ein Controller!) für PC-Floppies, die man im Internet nachlesen und nachbauen kann, kommerziell herstellt und das mit einem handelsüblichen Laufwerk in einen Blechkasten einbaut? Solche Adapterlosungen gab es früher zuhauf, Kumana hat viele Laufwerke mit solch einem Adapter innen drin für den Amiga und den Atari verkauft. Das konnte sich - das kann sich - jeder selbst zusammenlöten.

    Darüber hinaus, die Verwendung echter Disketten und Laufwerke hält sich speziell bei den Amiga-Usern inzwischen sehr in Grenzen, die meisten haben ihren Amiga auf den HxC- oder GoTek-Floppy-Emulator umgerüstet und füttern ihren Amiga mit Diskimages im ADF-Format per SD-Karte oder USB-Stick, wobei hunderte solche Images auf eine Karte oder Stick passen.

    Der Amiga Floppycontroller besteht aus dem 8520 CIA und der MFM/GCR-(de)codierfunktion im Paula-Soundchip. Um Apple GCR damit lesen zu können, muss man nichts geschickt programmieren, man muss nur die Paula von MFM nach GCR umschalten und dann den dekodierten Datenstrom von der Diskette zu einem fremden Dateisystem interpretieren. Das ist kein Hexenwerk. Genauso weinig, wie der Amiga mit Crossdos trotz Amiga-eigenem (auf MFM basierenden) Dateisystemen dann auch FAT12 Disketten vom PC und Atari ST lesen und schreiben konnte.

    Was Sakura da herstellt, ist nur ein einfacher Umsetzer vom Amiga-Floppy-Stecker auf den Shugart-Bus eines Standard-Laufwerks. Natürlich wird das wie oben beschrieben auch GCR lesen können, weil das Laufwerk mit der Datenstromcodierung nämlich absolut nichts zu tun hat. Genau das selbe was in den externen originalen Laufwerken von Commdore (und ATARI, SF315, SF354) auch gemacht wird, oder in denen von Kumana und unzähligen anderen damaligen "Herstellern". Beim Amiga ist es allerdins nötig das Drive-Select-Signal für das Laufwerk aufzuarbeiten, das macht die hier im Ticker gefeierte Mini-Schaltung:
    - Standard-Laufwerk: Fühlt sich angesprochen, solange DSx auf Low ist
    - Amiga-Laufwerk: Muss sich angesprochen fühlen, wenn DSx einen kurzen Low-Impuls bekommt, solange bis wieder der nächste Low-Impuls auf dem Signal kommt.
    Dieses Verhalten lässt sich mittels eines D-Flipflops (74LS74) zwischen Amiga und dem Laufwerk auf der DSx-Leitung umsetzen. Das ist ganz leicht, und jeder der in den 1980ern und 90ern wusste, wo der Lötkolben heiß wird, konnte sich das selbst auf Lochraster aufbauen. Das ist wirklich trivial. Manche PC-Laufwerke brauchen außerdem noch einen kleinen Umbau bezüglich des Verhaltens beim Diskchange, da ist der Amiga etwas eigen. Aber auch da gibts massig Anleitungen im Internet, wie gängige Laufwerkstypen einfach umgebaut werden können, meistens reicht, den geschalteten Pin vom Schreibschutzschalter des Laufwerks auf den Pin 2 des Laufwerksteckers zu legen, manchmal muss das Signal auch erst noch invertiert werden.

    Statt dessen entegeht Golem (genau wie Heise) die wirklich interessanten News aus der Retro-Computing-Szene, ich nenne mal ein paar Stichworte, da ich eher ATARI Nutzer bin, liegt der Schwerpunkt bei der folgenden Auflistung dort:
    - Januar 1985, Winter-CES: 30 Jahre ATARI ST
    - Janaur/Februar 2015: ATARI-Ausstellung in Offenbach/M
    - Retrolution: Im letzten Herbst fand ein riesiges Treffen aller Heimcomputer- und Konmsolen-Fans aus ganz Deutschland in Hanau statt.
    - Eierlegende Wolfsmilchsau für den ATARI: CosmosEx kann Floppy und Festplatte ersetzen, USB-Tastatur, Maus und Joysticks an den ATARI weiterleiten und ermöglicht Netwerkzugriffe mit dem ATARI ST
    - Datentransfer leicht gemacht: ParCP-USB für Windows, Atari, MS-DOS und irgendwann auch Amiga und Mac
    - Multitasking: EasyMiNT 1.90 lauft auf ST, TT, Falcon und Firebee
    - Firebee: Coldfire-Atari-Clon
    - Moderne ATARI-Emulatoren: HATARI und Aranym
    - Wieder da: NetUSBee Netzwerk- und USB-Lösung für ATARI ST Serie
    - SD-Karten-Laufwerke: UltraSatan und Gigafile als ACSI/SCSI-Festplattenersatz
    - MiST: Atari ST, XL, Commdore 64, Amiga, Sony, Nintendo, ... alles in einer Box. Derzeit kann MiST über 16 verschiedene Systeme emulieren
    - Commdore 64: Dateitransfer zum PC per Midi-Interface
    - Chameleon 64: Aus dem Beta-Status heraus!
    - Wieder auferstanden: ST-Computer Magazin
    - und vieles mehr!
    Schade, Golem, dass ihr trotz Hinweisen per Email "Haben wir was übersehen?" auf dem Auge absolut blind ist. Nur weil Heise einen trivialen Shugart-Adapter für den Amiga entdeckt hat und darüber ticketr, müsst ihr darüber auch was bringen? Das könnt ihr doch besser! Oder? Ihr wollt doch Abos verkaufen, verdient es such!



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 16.01.15 14:29 durch 1st1.

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