-
Einsatz und Kosten = Kutzen
Autor: thebasket 06.08.11 - 14:15
Ich frage mich für welche Einsatzmöglichkeiten sich solch eine SSD, die wahrscheinlich gegen Summe, für die man sonst Kleinwagen kauft, gehandelt wird, wirklich lohnt?
Für große Datenbankenfilesysteme um diese zu beschleunigen?
Würde mich echt mal interessieren... -
Re: Einsatz und Kosten = Kutzen
Autor: musarati 06.08.11 - 14:46
SQL Server?
-
Re: Einsatz und Kosten = Kutzen
Autor: Ninos 06.08.11 - 15:57
Server an sich, wenn man dann noch 2 dieser identischen Platten hat, könnte man daraus ne Raid bauen..
Schon hätte man nen ziemlich schnellen Server am laufen^^
Kostet halt was :D -
Re: Einsatz und Kosten = Kutzen
Autor: volkskamera 06.08.11 - 18:27
musarati schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> SQL Server?
In 10 Jahren vielleicht.
Solange sich die Preise in astronomischen Höhen befinden, wird kein Unternehmen auf diese Technik setzen. Großunternehmen haben bereits redundante Datenbank-Cluster in Betrieb, die zum einen die Geschwindigkeit sicherstellen, zum anderen aber auch über einen gewissen Ausfallschutz verfügen. Da machen schnellere Platten nur dann Sinn, wenn das Kosten/Nutzen-Verhältnis stimmt.
Es ist aber trotzdem schön, dass man jetzt bereits für die Zukunft entwickelt. Gehen wir mal 10 Jahre zurück und überlegen, wo wir da bei Plattengrößen und -geschwindigkeiten waren.
Ich darf seit kurzem ein neues Geschäftsnotebook mit SSD-Platte mein Eigen nennen. Ein dort laufender MySQL-Server zu Testzwecken ist aber im Einplatz-Umfeld nicht wirklich signifikant schneller als auf einer schnellen herkömmlichen Platte. Und wenn es eine Multiuser-DB ist, müssen die Daten ja auch erstmal übers Netz.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.08.11 18:28 durch volkskamera. -
Re: Einsatz und Kosten = Kutzen
Autor: seraja ten 06.08.11 - 20:14
Ein derzeit heiß umkämpftes Anwendungsgebiet ist Server- und Clientvirtualisierung. Hier geht es um große Datenmengen, die bewegt werden und das in einer Geschwindigkeit, die den Usern vorgauckeln sollen echte Physik als Grundlage ihrer Tätigkeit zu haben.
Und wenn du alle 4 Tage eine virtuelle Maschine neu generierst und das sagen wir pro Server 100 Mal, dann kriegst du jede Menge I/O-Last auf diese SSDs.
Unter Umständen so viel, dass die MTBF noch vor Abschluss eines Jahres überschritten ist.
Nur so als Anregung. :) -
Re: Einsatz und Kosten = Kutzen
Autor: thebasket 06.08.11 - 22:22
Danke volkskamera für deinen sinnvollen Beitrag.
Dann stimmte bei Bauchgefühl ja ansatzweise, dass diese Dinger heutzutage vom Kosten/Nutzen-Faktor bis vielleicht auf gewisse Spezialgebiete keinen sinn machen.
@seraja ten
Also wenn ich das richtig verstehe, dann gibt der Hersteller ja mittlerweile an, wie viel Datenmenge insgesamt auf eine SSD geschrieben werden kann ( also Kapazität * maximale Schreibzyklenanzahl = Maximale beschreibbare Datenmenge) anstatt nur eine MTBF anzugeben.
"Die Garantie beträgt fünf Jahre, außerdem soll sich der MLC-Speicher in diesem Zeitraum zehnmal pro Tag komplett beschreiben lassen. Eine 200-GByte-SSD verträgt also 2 TByte geschriebene Daten pro Tag."
Also bei 1,6 TB * 10 * 365* 5 ergäbe ca. 28,5 PB ... das muss man erstmal an Daten zusammenbekommen. -
Re: Einsatz und Kosten = Kutzen
Autor: Sebbi 07.08.11 - 02:42
thebasket schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Danke volkskamera für deinen sinnvollen Beitrag.
>
> Dann stimmte bei Bauchgefühl ja ansatzweise, dass diese Dinger heutzutage
> vom Kosten/Nutzen-Faktor bis vielleicht auf gewisse Spezialgebiete keinen
> sinn machen.
>
SSDs machen überall dort Sinn wo mit dem Computer Geld verdient wird und die Festplatte das Nadelöhr ist. Auf die IOps kommt es an.
Ach ja ... auch für Privatanwender macht eine SSD Sinn, wenn auch eher kleinere Modelle.
> ...
> Also bei 1,6 TB * 10 * 365* 5 ergäbe ca. 28,5 PB ... das muss man erstmal
> an Daten zusammenbekommen.
http://blog.backblaze.com/ ... die haben 3 Jahre für 16 PB gebraucht ;-) -
Re: Einsatz und Kosten = Kutzen
Autor: Sebbi 07.08.11 - 02:44
Ja und ... dann fallen halt ein paar im Rack aus? Wenn man so eine performante Maschine baut, kann man ja gleich 6 Stück mit Raid 6 inkl. Hotspares nehmen und tauscht halt ab und zu defekte SSDs aus, die ja wohl genügend Garantie haben soll, dass es oft ausgetauscht werden kann.
-
Re: Einsatz und Kosten = Kutzen
Autor: nero negro 07.08.11 - 12:03
Garantie gibts normalerweise nur, wenn du das ding nicht mutwillig zerstörst
-
Re: Einsatz und Kosten = Kutzen
Autor: Sebbi 07.08.11 - 17:24
nero negro schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Garantie gibts normalerweise nur, wenn du das ding nicht mutwillig
> zerstörst
Ist es mutwillige Zerstörung eine SSD in einem Computer einzubauen? -
Re: Einsatz und Kosten = Kutzen
Autor: seraja ten 07.08.11 - 17:38
@thebasket: Die Garantie ist ja Herstellerabhängig. Insofern ist dein Aussage zwar korrekt, aber nicht umlegbar. OCZ gibt beispielsweise auf ihre professionellen SSDs nur 3 Jahre Garantie. Viele andere Hersteller vermutlich auch.
Was MTBF angeht ist das immer noch gängig, weil solche Spezifikationen eben nicht so schnell sterben, wie die Produzenten das gerne hätten.
Bei einer 200 GB SSD ist die Rechnung korrekt, aber so viel Speicherplatz muss nicht in jedem Anwendungsszenario sinnvoll sein. Und dann steigt das Wear-Level schnell an.
Ich arbeite im Bereich Virtualisierung und dort haben wir IO als eines der großen Probleme erkannt. Es ist natürlich zu erwarten, dass sich die Technik verbessert und die Ausfallrate der SSDs damit signifikant sinken wird. -
"Einen Preis nennt Smart M für die SSDs nicht."
Autor: Loolig 07.08.11 - 18:16
Dein Kaffesatz scheint besser zu sein als meiner.. aber mit nem Kleinwagen kannst du natürlich auch ein Bobbycar meinen...
-
Re: Einsatz und Kosten = Kutzen
Autor: chuck 07.08.11 - 19:55
Natürlich nicht. Aber die nicht vorgesehene Verwendung dann im Computer kommt einer mutmasslichen Zerstörung gleich.
-
Re: Einsatz und Kosten = Kutzen
Autor: volkskamera 07.08.11 - 20:40
zum Thema BlackBlaze:
Das Problem ist, dass Speicherplatz Geld kostet. Grade in großen Unternehmen kann das ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor werden.
Wir haben in unserem Unternehmen vor einem halben Jahr records retention incl. Entfernen von Daten ab einem best. Alter eingeführt, da insbesondere im Exchange-Umfeld die Zahl der redundant gespeicherten Daten täglich um mehrere Gigabyte wuchs.
Da wurde schnell mal Outlook als Datenspeicher mißbraucht, Mailboxen mit mehreren GB Nutzung waren kein Einzelfall.
In Relation zum Gesamt-Geschäftsergebnis mag Speicherplatz im NAS relativ geringe Kosten verursachen. Aber ein paar 100.000 Euro hier, ein paar 10.000 da, schon werden die Produkte teurer und der Umsatz geht zurück. Sowas muss alles aus betriebswirtschaftlicher Sicht gesehen werden.
Warum nicht also obsolete Daten einfach entfernen? Ich schmeiß zuhause auch Unterlagen weg, die ich nicht mehr benötige. -
Re: Einsatz und Kosten = Kutzen
Autor: Sebbi 08.08.11 - 01:50
Zum reinen speichern von Daten sind SSDs auch ein wenig zu schade und teuer. Aber die möglichen IOPS sind für Datenbanken, etc eben sehr verlockend. Schließlich muss man dann nicht so schnell mehrere Server verwenden um die gleiche Menge Abfragen bedienen zu können ;-)
-
Re: Einsatz und Kosten = Kutzen
Autor: Sebbi 08.08.11 - 01:51
chuck schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Natürlich nicht. Aber die nicht vorgesehene Verwendung dann im Computer
> kommt einer mutmasslichen Zerstörung gleich.
Was wäre denn eine nicht vorgesehene Verwendung im Computer? Es ist ein Speichermedium, also speichert man Daten darauf und weil diese bei einem Ausfall verfügbar sein sollen, im Raid ... -
Re: Einsatz und Kosten = Kutzen
Autor: EqPO 08.08.11 - 08:06
Solche SSDs dienen als lebendes Archiv. Videostreaming beispielsweise. Bei einer Rate von 1 GByte pro Sekunde, kannst du einige User damit versorgen. Da das Schreiben gering ist, nämlich nur wenn neues Streamingmaterial gespeichert werden muss, hält die SSD auch ein ganzes Weilchen. Einzig das Dateisystem muß so modifiziert werden, dass nicht dauernd Zugriffszeiten gespeichert werden. Es ersetzt natürlich nicht die Langzeitarchivierung. Das nur präventiv, wenn wieder die Helden kommen und sonst einen Mist hinein interpretieren.
-
Re: Einsatz und Kosten = Kutzen
Autor: volkskamera 08.08.11 - 21:08
Sebbi schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Zum reinen speichern von Daten sind SSDs auch ein wenig zu schade und
> teuer. Aber die möglichen IOPS sind für Datenbanken, etc eben sehr
> verlockend. Schließlich muss man dann nicht so schnell mehrere Server
> verwenden um die gleiche Menge Abfragen bedienen zu können ;-)
Dann rechne mal aus, wieviele Server (mit Platten !!) dur für das Geld von einer einer Handvoll dieser Platten bekommst ;-)



