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VLIW

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  1. VLIW

    Autor: /mecki78 10.06.22 - 14:49

    VLIW funktioniert immer nur solange gut, bis man die Länge- und somit die Parallelität erhöhen möchte. Dann muss man entweder die Kompatibilität zum alten Anweisungssatz aufgeben, womit keine alte Software mehr funktioniert, wenn sie nicht für den neuen Anweisungssatz neu gebaut und ggf. sogar händisch (Assembler) angepasst wird oder man gibt sie nicht auf, das schränkt dann aber zukünftige Entwicklung ein und heißt, dass alte Software nie auch nur im Ansatz das Potential neuer CPUs ausschöpfen kann.

    Genau dieses Probleme hat man abseits von VLIW eben nicht, wo immer wieder eine neue Generation erscheinen kann, die voll abwärtskompatibel bleibt und wo alter Code dennoch von der neuen Hardware maximal profitieren kann. Das scheint vielen Herstellern und Nutzern wichtiger zu sein als kurzfristig ein Maximum an Performance rauszuholen, denn Software soll möglichst lange produktiv im Betrieb bleiben und Hardware möglichst leicht aufzurüsten sein.

    Ein weiteres Problem von VLIW ist, dass die Intelligenz fasst nur in der Software und nicht in der Hardware steckt. Die Software diese aber nur einmalig beim Bauen des Codes anwenden kann. Wurde also die Software mit einem schlechten Compiler gebaut, wird das auf immer ihre Geschwindigkeit einschränken, denn die Hardware ist dumm wie Brot. Das ist durchaus ein Problem in einer Welt, in der der meiste Code nach wie vor in ausführbarer Form daher kommt und irgendwer diese Form irgendwie mit irgend einen Compiler und irgendwelchen nicht näher bekannten Einstellungen erzeugt hat. Das wäre nur dann kein Problem, wenn Code immer im Quelltext daher käme, jedes Betriebssystem immer einen Compiler mitbringt und Code jederzeit vom System bei bedarf neu und somit besser gebaut werden kann.

    Es gibt also durchaus Gründe warum VLIW ehe ein Nischendasein führt und sich abgesehen von Spezialanwendungen, wo diese Nachteile absolut keine Rolle spielen, sich nie auf breiter Front hat durchsetzen können. Intel hatte das ja damals zusammen mit HP versucht und ist damit auch krachend gescheitert.

    /Mecki

  2. Re: VLIW

    Autor: glasen77 10.06.22 - 15:05

    Sehr gut zusammengefasst :-)

    > Ein weiteres Problem von VLIW ist, dass die Intelligenz fasst nur in der Software und nicht in der Hardware steckt.

    Ein Problem, dass du damit ansprichst, ist die Tatsache, dass ein Compiler nicht wissen kann, wie die Software ausgeführt wird. Viele Optimierungsfälle entstehen erst dadurch, dass die Software tatsächlich benutzt wird und dabei Bottlenecks auftreten (Die man am Ende selbst beseitigen muss). Aus diesem Grund ist z.B. Java mit seinem JIT-Compiler in manchen Fällen schneller als nativer C-Code, da moderne JIT-Compiler häufig benutzten Code zur Laufzeit optimieren können. Das geht soweit, dass ganze Schleifendurchgänge wegoptimiert werden, wenn der JIT-Compiler merkt, dass diese nie durchlaufen werden.

    Intel und HP haben sehr viele Jahre damit vergeudet die Compiler für den Itanium zu verbessern und sind damit am Ende ziemlich deutlich gescheitert.

    BTW, ich kenne eine nette Anekdote zum Itanium:

    Mein Cousin hat Anfang 2000 in Karlsruhe Informatik studiert. Ein Forschungspraktikum am KIT bestand darin den Xvid-Codec auf den damals brandneuen Itanium zu portieren. Die Gruppe hatte viel Schweiß, Zeit und Tränen in die Portierung und Optimierung des Codes gesteckt. Nur war am Ende der Itanium-optimierte Code immer noch deutlich langsamer als die "originale" Version auf einem damaligen Pentium 4.

    Oder anders ausgedrückt:

    Eine billige P4-CPU hat einen Itanium für mehrere 10000¤ mehr als nur versenkt.

  3. Re: VLIW

    Autor: rtlgrmpf 10.06.22 - 20:59

    VLIW ist nicht das Problem. EPIC ist das Problem.
    Beim Lesen des Artikels hab ich nur EPIC EPIC EPIC verstanden.
    Das Eisbergsuchgerät, dass den Itanic versenkt hat.
    Aber kein Hinweis darauf, wieso es diesmal funktionieren sollte.
    Die Epic Fail Witze schreiben sich von selbst...

    Der andere Fail ist "riesiger Registersatz". Dafuq?
    Das hört sich cool an, wenn man FORTRAN Programme schreiben will, die nur aus einem Hauptprogramm mit einer 7fach verschachtelten Schleife bestehen.
    Funktionsaufrufe und Taskwechsel werden damit unendlich teuer.
    Es hat schon seinen Grund warum moderne Designs sich auf 32 eingeschossen haben.
    8 ist zu wenig, 16 ist nett, 32 ist besser, 64 braucht keine Sau, Itanic hatte 128...
    Moderne Prozessoren haben auch riesige Registersätze, aber sie verstecken die aus gutem Grund vor den Programmen und dem Compiler. Der Prozessor kann die Register dynamisch verteilen, der Compiler kann das nicht.

    EPIC klang ja auf dem Papier nicht schlecht, Compiler sind mittlerweile auch sehr viel besser geworden.
    Aber bevor ich an das Ding glaube, brauch ich ein bisschen mehr Futter...

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