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Das Netz verstaatlichen und zwar pronto

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  1. Das Netz verstaatlichen und zwar pronto

    Autor: a-bft 19.05.16 - 13:13

    Anders wird es nie zu einem Ausbau kommen, da zum einen die Mitbewerber blockiert werden und zum anderen nur ausgebaut wird wo es sich lohnt oder Fördergelder fließen. Es war von Anfang ein Fehler das Netz zu privatisieren. Versorgungsnetze gehören zur Daseinsvorsorge und zur Gundversorgung und nicht in die Hände von Spekulanten und Shareholdern.

  2. Re: Das Netz verstaatlichen und zwar pronto

    Autor: Sea 19.05.16 - 13:19

    nein verstaatlichen ist auch keine Option. Nichts ist träger als ein Amtsschimmel.

    Es gehört schlicht und ergreifend festgelegt, das Fördermittel nur noch für Glasfaser fliessen. Strasse aufreissen muss auch Leerrohr für Glasfaser bedeuten und solche Dinge.

  3. Re: Das Netz verstaatlichen und zwar pronto

    Autor: Dwalinn 19.05.16 - 14:25

    Und wie hoch sollen dann die Förderungen sein damit die Unternehmen auch ausbauen? Das Kind ist mMn schon in den Brunnen gefallen daher ist Vectoring erstmal ne gute alternative da Glasfaser zwar relativ zukunftssicher ist aber dafür aber nur teuer und langsam ausgebaut wird.

    Das im Staat immer alles zu bürokratisch ist stimmt auch nicht, gibt durchaus Öffentliche Einrichtungen die es schaffen zu liefern.

  4. Re: Das Netz verstaatlichen und zwar pronto

    Autor: RipClaw 19.05.16 - 14:57

    Dwalinn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und wie hoch sollen dann die Förderungen sein damit die Unternehmen auch
    > ausbauen? Das Kind ist mMn schon in den Brunnen gefallen daher ist
    > Vectoring erstmal ne gute alternative da Glasfaser zwar relativ
    > zukunftssicher ist aber dafür aber nur teuer und langsam ausgebaut wird.

    Das Problem mit Vectoring ist das erst mal nur einem Anbieter dient da nur ein Kabelverzweiger dort stehen darf damit Vectoring funktioniert.

    Was die Kosten angeht so kann man mit Modernen Verfahren wie Microtrenching oder der Erdrakete einiges an Kosten einsparen und es muss nicht die ganze Straße aufgerissen werden.

    Es geht beim Ausbau nicht darum nur den aktuellen Bedarf zu decken sondern man muss schon etwas in die Zukunft planen. Die nächste Generation wird sich wundern warum ihre Eltern so kurzsichtig waren und FTTH abgelehnt haben nur weil es damals 10¤ mehr im Monat kostet oder die Anschlussgebühren höher waren.
    Wenn sich mir die Gelegenheit bieten sollte einen FTTH Anschluss zu bekommen werde ich da nicht lange zögern.

  5. Re: Das Netz verstaatlichen und zwar pronto

    Autor: Gormenghast 19.05.16 - 15:19

    Sea schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > nein verstaatlichen ist auch keine Option. Nichts ist träger als ein
    > Amtsschimmel.
    >
    > Es gehört schlicht und ergreifend festgelegt, das Fördermittel nur noch für
    > Glasfaser fliessen. Strasse aufreissen muss auch Leerrohr für Glasfaser
    > bedeuten und solche Dinge.

    Mit Verlaub, aber mit den verpulverten Fördermitteln könnte man bereits einige kleinere Telcos kaufen.

    (Tief-)Bauvorschriften könnten das Problem von selber lösen. Es müsste nur ein stimmiges Kanalkonzept definiert werden, was bei allen Baumaßnahmen (der öffentlichen Hand) zu berücksichtigen ist. Wer die "Gräben" dann nutzen möchte, zahlt Miete (an den Staat). Wahlweise kann man das dann privatisiert oder sozialisiert auslegen.

  6. Re: Das Netz verstaatlichen ... und bis dahin? Und dann?

    Autor: Ovaron 19.05.16 - 18:45

    Machen wir mal das Gedankenexperiment.

    Der... Bundestag(?)... beschließt also die Verstaatlichung des Netzes.

    Erstes Problem: Es ist seit 199x nicht mehr das Netz. Es gibt mehrere Netze mit mehreren Eigentümern. Jedes davon muss verstaatlicht werden, denn ein bisschen schwanger gibt es nicht. Also jeder Netzeigentümer muss zum Verkauf....überredet werden. Allerdings nicht mit Geld (einem Angebot über Wert), das verbietet sich von selbst weil erstens kein Geld da ist und zweitens afair der Staat nicht bewußt über Wert zahlen darf. Es muss also für jedes dieser Netze im Detail der Bestand erfaßt und ein ultimatives Angebot erstellt werden. Anschließend geht es dann mit jedem einzelnen Besitzer durch sämtliche Instanzen bis dann ordentlich bestätigt ist das es so Recht ist wie es ist. Die Klagen zu TollCollect liefen wie lange? 10 Jahre? Das war ein (1) Prozessgegner.

    Weiter. In der Zeit, in der quasi nur noch um den Verkaufspreis prozessiert wird wird der noch-Eigentümer natürlich kein Geld mehr in sein Unternehmen stecken. Ist ja klar, das Dach des Hauses das mir nächstes Jahr weggenommen wird werde ich dieses Jahr nicht neu decken lassen.

    Wir werden also bis zum abgewickelten Verkauf, mutmaßlich mindestens 10 Jahre lang, keinen nennenswerten Internetausbau mehr erleben. Weder bei Telekom oder KabelDeutschland, noch bei der deutschen Glasfaser. Weder bei bei Herman und Dörthe auf dem flachen Land wo man mangels DSL jedes Bit per Funk einzeln quittiert und bezahlt, noch bei Lisa und Marion in der Stadt-WG im weißen Fleck von Berlin.

    Hatte ich schon die Neubaugebiete erwähnt? Wird es nicht geben. Wer will schon im Neubaugebiet viel Geld in den Boden versenken wenn er das gleiche Geld mit 0.00025% Zinssatz effektiver anlegen kann?

    Weiter. Sagen wir das der Verkauf über die Bühne geht. Deutschland macht also ein paar hundert Milliarden Euro mehr an Schulden als ohnehin schon. Schwamm drüber.

    Aber natürlich hat Deutschland damit auch die Mitarbeiter aller Netzbetreiber mit übernommen. Alle. Die von Telekom ebenso wie die von den Stadtwerken Buxtehagen. Und die wollen alle bezahlt werden. Und sie wollen alle gesteuert werden. Und da sie alle hoheitliche Aufgaben wahrnehmen wollen sie alle verbeamtet werden. Ok, das wird nicht passieren. Nicht 100%. Aber vielleicht 30% der Mitarbeiter müssen verbeamtet werden, das ist kein kann sondern ein Muss.

    WEiter. Als nächstes muss das Netz natürlich unterhalten werden. Netz selbst ist aber dumm und damit billig. Mehrwert und damit Geld liegt auf den oberen Netzebenen die weiterhin Google, Netflix und Co. bedienen. Die bisherige Mischkalkulation der Betreiber, einerseits das Netz, andererseits der Mehrwert, wird aufgespalten. Das Netz teuer und mit schwachen Einnahmen, der Mehrwert mit geringen Erstellungskosten und starken Einnahmen. Da wird das Netz dann wohl mal wieder etwas teuer werden. 40 Euro für das Deutschland DSL sollte es uns doch wohl wert sein, das gute Gefühl ein eigenes Netz zu besitzen?

    Weiter. Wir haben also das Jahr 2026, wir haben ein Netz das sehr viel Geld kostet und mit dem sehr viele Menschen nicht oder nicht mit der wünschenswerten Geschwindigkeit verbunden werden. Lassen wir das sinnieren darüber was wir eigentlich gewonnen haben und stürzen wir uns auf den Netzausbau. Alles wird Gut! Blühende Landschaften! Milch und Honig! Kostet nur wenige hundert Millia....? WTF? Tut uns ja leid, aber wir haben das Netz schon mit Schulden bezahlt, Geld für Ausbau gibt es nur in homöophatischen Dosen. Natürlich fangen wir da an auszubauen wo es wirklich am dringendsten ist.

    Dringend..das ist natürlich ein komplexer Begriff. Eine Bedarfsplanung muss her. Ein bis zwei Jahre muss man dafür natürlich rechnen, ist ja schließlich staatlich und muss daher hieb und Sattelfest sein, oder so. Jedenfalls aber wird diese Planung, noch während sie gemacht wird, von allen Seiten attackiert und zerpflügt. Ja, Bedarf ist in Hintertupflingen an der Steige zwar da, aber da wohnen nur 5 Haushalte und die Dorfjugend trifft sich Samtags mit dem Rollator vor dem Dorfbrunnen um über die Zeit zu reden als die Gummistiefel noch aus Holz und das Auto ein Pferdewagen mit Motor war. Und bei der Gelegenheit, wieso ist die Milchwirtschaft vom Stangel Huber in der ersten Ausbauplanung mit drin obwohl der doch staatliche 2 Mbit hat? Ach, der hat dem Herrn Minister mal nen Gefallen getan mit seinem schwachsinnigen Neffen und darüber wird nicht diskutiert, Basta? Danke, keine weiteren Fragen.

    Für diejenigen die jetzt erst zugeschaltet haben: Wir haben 2028, die Planung für den ersten Ausbau steht und sorgt allenthalben für unmut, nun gehts an die Ausführung.
    Wenn der Staat etwas ausführen läßt heißt das er läßt ausschreiben. Und auch das kann - Überraschung - beliebig lange dauern und beliebig viele Prozesse nach sich ziehen. Die Kosten dafür gehen natürlich von dem ab was für den Ausbau vorgesehen war, aber Schwamm drüber, wir besitzen ja schließlich und immerhin ein eigenes Netz, jeah.
    Ein dreiviertel Jahr Später dürfte dann die Ausschreibung rum sein, der Anbieter mit den besten Beziehungen gewinnt, der Verlierer Prozessiert, die Kosten steigen durch die Decke weil natürlich nur die edelsten Materialien verwendet werden dürfen, ist ja schließlich für die Zukunft und auf 100 Jahre gerechnet ist doch egal was das Kopfsteinpflaster gekostet hat.

    Nun zur Abwechslung mal was positives: Schon Anfang 2027 starten die Bauarbeiten für den ersten Schritt zum Deutschlandweiten Zukunftsnetz. Und im ersten Jahr werden auch volle 30.000 Anschlüsse hergestellt, dann ist das Geld alle.

    Aber immerhin, es sind 30.000 FTTH-Anschlüsse vom Feinsten verlegt worden. Die natürlich jetzt erstmal und die nächsten 30 Jahre mit maximal 6 Mbit betrieben werden dürfen, das gebietet die soziale Gerechtigkeit. Schon für 2058 sieht die mittelfristige Bedarfsplanung der Bundesbehörde "DeutschlandNet " die Steigerung der Bitrate auf Bundesweit 100 Mbit bei moderater Preiserhöhung auf 140 Euro pro Monat vor. Und alle so "jeah".

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