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Totschlagargument

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  1. Totschlagargument

    Autor: RipClaw 02.05.16 - 18:42

    Man bezeichnet einfache eine Diskussion als vergiftet wenn man nicht auf die Argumente der Gegenseite eingehen will.

    Eines der Probleme mit Vectoring ist das es den Zugang der anderen Anbietern zu den Kabelverzweigern unterbindet. Damit kann die Telekom die Gebühren festlegen und im schlimmsten Fall einem anderen Anbieter den Zugang einfach verweigern z.B. mit der Begründung das schon alle Ports belegt sind.

    Ich kenne z.B. einen Fall bei dem ein Kunde von 1&1 abgeklemmt wurde weil jemand anderes einen Anschluss bei der Telekom gebucht hat. Der Kunde hatte ja keine Vertrag mit der Telekom also war es der egal und 1&1 konnte nichts machen.

    Kam in ct uplink mal vor (ab Minute 30):

    https://www.youtube.com/watch?v=PxTStFzNLLU&feature=youtu.be&list=PLUoWfXKEShjdcawz_wBJVqkv0pVIakmSP?t=30m

  2. Re: Totschlagargument

    Autor: spezi 02.05.16 - 19:16

    RipClaw schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Eines der Probleme mit Vectoring ist das es den Zugang der anderen
    > Anbietern zu den Kabelverzweigern unterbindet. Damit kann die Telekom die
    > Gebühren festlegen und im schlimmsten Fall einem anderen Anbieter den
    > Zugang einfach verweigern z.B. mit der Begründung das schon alle Ports
    > belegt sind.

    Diese sogenannte Monopolisierung durch Vectoring ist allerdings auch so ein Totschlagargument. Gerade wenn es um VDSL-Ausbau durch MFG am Kabelverzweigter geht, verhindert Vectoring genau eine Sache: dass ein zweiter Anbieter ebenfalls VDSL ausbauen kann, also eigene Glasfasern zum Kabelverzweigter legt und ein eigenes Multifunktionsgehäuse neben das der Telekom stellt. Dann würden die Kupferkabel der Kunden wahlweise in dem MFG des einen oder des anderen Anbieters enden. Das geht bei Vectoring tatsächlich nicht mehr.

    Das ist jetzt allerdings auch kein typischer Fall von VDSL-Ausbau. Meist werden VDSL-Anschlüsse durch Alternativanbieter dadurch realisiert, dass diese die Daten schon im HVT an die Telekom übergeben (oder wer auch immer VDSL ausgebaut hat). Ab da laufen sie über die Glasfaser zu dem MFG des ausbauenden Anbieters, wo sie dann auf Kupfer umgesetzt und zum Kunden weitergeschickt werden. Das geht auch bei Vectoring, und ist bei Vectoring als Möglichkeit sogar vorgeschrieben.

    >
    > Ich kenne z.B. einen Fall bei dem ein Kunde von 1&1 abgeklemmt wurde weil
    > jemand anderes einen Anschluss bei der Telekom gebucht hat. Der Kunde hatte
    > ja keine Vertrag mit der Telekom also war es der egal und 1&1 konnte nichts
    > machen.

    Nun, 1&1 hatte aber einen Vertrag mit der Telekom. Das Vorgehen der Telekom hier ist ja schon reichlich... seltsam. Und das Ende vom Lied (laut c't Video) ist ja, dass die Telekom neue Kabel verlegt hat. Die Rechtmäßigkeit des Vorgehens der Telekom würde mich da mal interessieren. In jedem Fall hat die Geschichte nicht mit Vectoring zu tun.

  3. Re: Totschlagargument

    Autor: Vanger 02.05.16 - 19:21

    > Man bezeichnet einfache eine Diskussion als vergiftet wenn man nicht auf
    > die Argumente der Gegenseite eingehen will.
    Oder wenn die eigenen Argumente einfach komplett ignoriert werden - was ja der Fall ist.

    > Eines der Probleme mit Vectoring ist das es den Zugang der anderen
    > Anbietern zu den Kabelverzweigern unterbindet. Damit kann die Telekom die
    > Gebühren festlegen
    Die Gebühren werden von der BNetzA festgelegt, nicht von der Telekom.

    > und im schlimmsten Fall einem anderen Anbieter den
    > Zugang einfach verweigern z.B. mit der Begründung das schon alle Ports
    > belegt sind.
    Wenn die Ports belegt sind, sind sie belegt.

    > Ich kenne z.B. einen Fall bei dem ein Kunde von 1&1 abgeklemmt wurde weil
    > jemand anderes einen Anschluss bei der Telekom gebucht hat. Der Kunde hatte
    > ja keine Vertrag mit der Telekom also war es der egal und 1&1 konnte nichts
    > machen.
    Das ist Unsinn! Ob ein Anschluss von einem Telekomkunden oder einem anderen Anbieter belegt ist, ist vollkommen unerheblich. Hör dir doch einfach nochmal c't uplink an, dann weißt du wo das Problem lag.

    Der Telekom war zu dem Zeitpunkt nicht bekannt, dass der Kunde auch einen DSL-Vertrag bei 1&1 hat. Sie hat den ihr zugänglichen Informationen entsprechend vollkommen korrekt gehandelt. Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens wurde das Problem natürlich bekannt, dummerweise war keine Lösung in Sicht, da die physischen Anschlüsse nun mal alle belegt waren. Das Problem hätte die Telekom nur bereinigen können indem sie der anderen Kundin gegenüber vertragsbrüchig wird und dieser das Internet abklemmt - was natürlich auch nicht in Frage kam. Also konnte die Telekom letztlich nur auf der Position beharren, dass sie ihren Vertrag erfüllt - was ja auch der Fall war, der Kunde konnte weiterhin telefonieren. Von dem DSL-Vertrag mit 1&1 wusste die Telekom zuvor nichts, für sie relevant war er aber ohnehin nicht.

    Schlecht für den Kunden, aber letztlich hat sich auch die BNetzA hinter diese "Lösung" gestellt. Immerhin hat 1&1 eine Kündigung des Vertrags zugelassen, Internet hatte der Kunde dann zwar noch immer nicht, aber halt blöd gelaufen... Wiederholen kann sich so ein Fall nicht mehr da die Abläufe inzwischen so geändert wurden, dass das auffällt bevor ein neuer Vertrag abgeschlossen wird.

    So ein Konflikt ist übrigens schon seit unzähligen Jahren möglich, trat bisher aber nie auf - einfach weil er unglaublich unwahrscheinlich ist. Dazu muss ein Kunde erst mal Telefonie und DSL von unterschiedlichen Anbietern buchen wollen, in einem Haus wohnen, das über zu wenige Anschlüsse verfügt, und ein Kunde der zuvor kein DSL hatte dieses komplett neu buchen.

  4. Re: Totschlagargument

    Autor: OneMore 02.05.16 - 19:52

    Das Problem mit Vectoring ist doch, dass die Anschluesse, welche schon VDSL haben, schneller werden. Alle anderen haben NICHTS davon, weil die fuer VDSL und Vectoring zu weit weg sind. Dummerweise baut in den Faellen die Telekom nicht noch einen naeheren Kasten an die Strasse.

    Also Vectoring bringt was fuer die Statistik (mehr Durchschnittsbandbreite), aber nicht fuer die Anzahl der Anschluesse (mehr mit VDSL/Vectoring verfuegbar).

  5. Re: Totschlagargument

    Autor: RipClaw 02.05.16 - 20:16

    Vanger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Das ist Unsinn! Ob ein Anschluss von einem Telekomkunden oder einem anderen
    > Anbieter belegt ist, ist vollkommen unerheblich. Hör dir doch einfach
    > nochmal c't uplink an, dann weißt du wo das Problem lag.
    >
    > Der Telekom war zu dem Zeitpunkt nicht bekannt, dass der Kunde auch einen
    > DSL-Vertrag bei 1&1 hat. Sie hat den ihr zugänglichen Informationen
    > entsprechend vollkommen korrekt gehandelt.

    Der Telekom müsste doch aufgefallen sein das auf der Leitung irgendwas liegt. Ob das ein eigener Kunde ist oder nicht ist unerheblich.
    Es ist sogar unerheblich ob da ein Kunde drauf lag oder nicht da die Leitung an 1&1 vermietet war.

    Das Problem war das es der Telekom vollkommen egal war und der Netzagentur übrigens auch. Zitat: Wir regulieren nur Telefonie und Telefon hat der Kunde ja.

    Wenn die c't nicht den Artikel veröffentlicht hätte wäre vermutlich nie genug Druck entstanden damit die Telekom mal die Schaufel in die Hand nimmt und zusätzliche Leitungen schafft. Das ist oft so.

  6. Re: Totschlagargument

    Autor: Ovaron 02.05.16 - 20:43

    OneMore schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Problem mit Vectoring ist doch, dass die Anschluesse, welche schon VDSL
    > haben, schneller werden.

    Äh..nein? Das die Anschlüsse schneller werden ist der Vorteil von Vectoring.

    > Alle anderen haben NICHTS davon, weil die fuer VDSL und Vectoring zu weit weg sind.

    Das ist kein Problem von Vectoring sondern das ist ein Problem von fehlendem Ausbau. Für Vectoring wird ausgebaut. Nach dem Ausbau sind die Anschlüsse nicht zu weit weg.

    > Also Vectoring bringt was fuer die Statistik (mehr
    > Durchschnittsbandbreite), aber nicht fuer die Anzahl der Anschluesse (mehr
    > mit VDSL/Vectoring verfuegbar).

    Letztes Jahr wurden 4,x Millionen Anschlüsse auf Vectoring umgestellt. Davon war ein Gutteil vorher nicht mit VDSL erreichbar. Beim Kumpel ging's auf diese Weise von Bauern-DSL auf 100/40. Ich krieg 16 Mbit und werde Ende dieses Jahres umgestellt.

    Tut mir ja leid für Dich wenn sich bei Dir in der Gegend nichts dergleichen tut. Aber etwas zu leugnen nur weil es nicht vor der eigenen Haustür passiert ist trotzdem keine sehr schlaue Lebensart.

  7. Re: Totschlagargument

    Autor: OneMore 02.05.16 - 21:30

    Ovaron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Tut mir ja leid für Dich wenn sich bei Dir in der Gegend nichts dergleichen
    > tut. Aber etwas zu leugnen nur weil es nicht vor der eigenen Haustür
    > passiert ist trotzdem keine sehr schlaue Lebensart.

    Schrieb ich irgendwas von mir und meiner Umgebung? *gruebel*

    Ansonsten kann ich Dir nicht wirklich folgen. Da sind einige Kausalitaeten vertauscht. VDSL vorhanden = nah am Verteiler = schnell = kann recht einfach auf Vectoring umgestellt werden = noch mehr Bandbreite. Mehr schrub ich nicht.

    Zuerst wird da Vectoring aktiviert, wo schon Kaesten stehen. Damit kann man rein fuer die Statistik die Bandbreite erhoehen. Aber eben erstmal nur bis die passende Leitungslaenge aufgebraucht ist.

    Dann wird ausgebaut, wo man mit wenig Aufwand noch Kunden anbinden kann und evtl. Wettbewerbern das Geschaeft vermiesen kann. Dann wird vielleicht noch irgendwann angefangen, kostenintensiv in Staedten zusaetzliche Verteiler zu installieren.

    Und um mich musst Du Dir keine Gedanken machen. Ich hab das Glueck, an einer synchronen 100MBit-Standleitung zu haengen, welche auch entsprechend ans weite Netz angeschlossen ist.

  8. Re: Totschlagargument

    Autor: RipClaw 02.05.16 - 21:54

    Ovaron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Tut mir ja leid für Dich wenn sich bei Dir in der Gegend nichts dergleichen
    > tut. Aber etwas zu leugnen nur weil es nicht vor der eigenen Haustür
    > passiert ist trotzdem keine sehr schlaue Lebensart.

    Und wie soll man sonst reagieren wenn seit 15 Jahren nichts an Ausbau vor der Haustüre passiert während sich die Chefs der Telekom und die Politiker auf die Schultern klopfen wie toll doch die Infrastruktur in Deutschland ist und in der Stadt es plötzlich heißt "Surfen sie mit 100 Mbit/s" ?

  9. Re: Totschlagargument

    Autor: nille02 02.05.16 - 22:16

    RipClaw schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man bezeichnet einfache eine Diskussion als vergiftet wenn man nicht auf
    > die Argumente der Gegenseite eingehen will.

    Du meinst das "Argument" einfach etwas zu verlangen obwohl es nicht nachgefragt ist? Aber der Anschluss bitte nicht mehr als 20¤ zu kosten hat.

  10. Re: Totschlagargument

    Autor: nille02 02.05.16 - 22:18

    OneMore schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dummerweise baut in den Faellen die
    > Telekom nicht noch einen naeheren Kasten an die Strasse.

    Die ist aber wohl entgangen, dass alle Vectoring Kunden vorher einen neuen Kasten bekommen haben. Als das ganze los ging, gab es nur Vectoring bei brand neuen Kästen.

    >
    > Also Vectoring bringt was fuer die Statistik (mehr
    > Durchschnittsbandbreite), aber nicht fuer die Anzahl der Anschluesse (mehr
    > mit VDSL/Vectoring verfuegbar).

  11. Re: Totschlagargument

    Autor: spezi 02.05.16 - 22:26

    OneMore schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ansonsten kann ich Dir nicht wirklich folgen. Da sind einige Kausalitaeten
    > vertauscht. VDSL vorhanden = nah am Verteiler = schnell = kann recht
    > einfach auf Vectoring umgestellt werden = noch mehr Bandbreite. Mehr schrub
    > ich nicht.

    Ja, aber die Kausalität ist eben tatsächlich eine andere. Die ist nämlich: dank Vectoring (und später Supervectoring) lohnt sich die Investition in VDSL, also wird viel in den VDSL-Ausbau in neuen Gebieten investiert (um direkt VDSL+Vectoring anzubieten).

    > Zuerst wird da Vectoring aktiviert, wo schon Kaesten stehen.

    Lustiger weise eben nicht, es ist sogar genau umgekehrt. Zumindest bei der Telekom gibt es Vectoring bisher praktisch nur dort, wo VDSL extra für Vectoring neu ausgebaut wurde. Die >4 Millionen Haushalte bei denen letztes Jahr Vectoring neu verfügbar wurde, hatten zum 1.1.2015 über das Telekom-Netz nur ADSL.

    Die alten VDSL-Gebiete (also grob die 50 großen Städte, in denen schon vor Beginn des Vectoring-Ausbaus 2013 VDSL ausgebaut war) sind noch garnicht umgerüstet. Da ging erst vor kurzem die Meldung rum, dass Ende 2016 Hamburg als erste dieser Städte umgerüstet werden soll. Der Rest (Berlin, München, Frankfurt, Köln, Stuttgart ... also eben in etwa die Top50 der deutschen Großstädte) soll 2017 folgen.
    https://www.golem.de/news/100-mbit-s-vectoring-der-deutschen-telekom-in-einer-grossstadt-beginnt-1604-120446.html

    Vectoring gibt es in diesen Top50-Städten, wenn überhaupt, nur in Gebieten, in denen seit 2013 Versorgungslücken geschlossen wurden.

    Das liegt zum Teil sicher auch daran, dass die Telekom beschlossen hat, Vectoring-Anschlüsse nur noch als reine IP-Anschlüsse anzubieten (also nicht in Kombination mit Analog- oder ISDN-Anschluss). In den Gebieten, in denen es schon "normales" VDSL gab, musste die Telekom also erstmal alle Altanschlüsse umstellen, bzw. den Kunden zum Vertragsende kündigen. Deswegen konnte man diese Gebiete nicht schnell umstellen.

    > Dann wird ausgebaut, wo man mit wenig Aufwand noch Kunden anbinden kann und
    > evtl. Wettbewerbern das Geschaeft vermiesen kann. Dann wird vielleicht noch
    > irgendwann angefangen, kostenintensiv in Staedten zusaetzliche Verteiler zu
    > installieren.

    Und gerade letzteres läuft seit 3 Jahren...

  12. Re: Totschlagargument

    Autor: spezi 02.05.16 - 22:36

    RipClaw schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Das Problem war das es der Telekom vollkommen egal war und der Netzagentur
    > übrigens auch. Zitat: Wir regulieren nur Telefonie und Telefon hat der
    > Kunde ja.

    Wobei es ein bisschen schwer fällt zu glauben, dass das Zitat so gefallen ist. Denn natürlich reguliert die Netzagentur auch Internetanschlüsse. Es war die Netzagentur, die kürzlich darüber entschieden hat ob (und dass) die Telekom im Nahbereich Vectoring ausbauen darf.

    Es war auch die Bundesnetzagentur, die 2014 die Regeln für den Vectoringausbau ausserhalb des Nahbereichs festgelegt hat:
    https://www.golem.de/news/deutsche-telekom-bundesnetzagentur-verschaerft-regeln-fuer-vectoring-1402-104808.html

    Oder sie erlässt Regeln, unter welchen Bedingungen Telekom-Konkurrenten neue KVZ errichten dürfen, wenn damit Lücken in der VDSL-Versorgung geschlossen werden können:
    https://www.golem.de/news/deutsche-telekom-bundesnetzagentur-hebt-ausbaugrenze-ab-1-mbit-s-auf-1407-107955.html

  13. Re: Totschlagargument

    Autor: Vanger 02.05.16 - 22:47

    > Der Telekom müsste doch aufgefallen sein das auf der Leitung irgendwas
    > liegt.
    Wie genau soll das dem Techniker vor Ort denn auffallen? "Auffallen" kann das nur wenn das entsprechend in der Datenbank vermerkt ist - und da war der Anschluss als "Telefonie only" vermerkt. Der Techniker kann auch nur auf das vertrauen was in der Datenbank steht, entsprechend hat er den Kunden so umgeklemmt, dass sein "Telefonie only" weiterhin funktioniert und die neue Kundin ihren DSL-Anschluss bekommt.

    > Ob das ein eigener Kunde ist oder nicht ist unerheblich.
    > Es ist sogar unerheblich ob da ein Kunde drauf lag oder nicht da die
    > Leitung an 1&1 vermietet war.
    Die Leitung war eben *nicht* (nur) an 1&1 vermietet. Die Leitung war als "Telefonie only" vermerkt. Eben ein Kommunikationsproblem für eine extrem unwahrscheinliche, sehr spezielle Situation, das inzwischen behoben ist.

    Mal davon abgesehen, dass der Kunde nicht ganz unschuldig an der Situation ist. Diese vollkommen schwachsinnige Option Telefonie und DSL von unterschiedlichen Anbietern zu beziehen ist einer uralten rechtlichen Regelung geschuldet die heute keine Rechtfertigung mehr besitzt und heute irgendwo zwischen "quasi nie" und "nie" verwendet wird. Durch die Umstellung auf VoIP erledigt sie sich außerdem sowieso.

    > Das Problem war das es der Telekom vollkommen egal war und der Netzagentur
    > übrigens auch. Zitat: Wir regulieren nur Telefonie und Telefon hat der
    > Kunde ja.
    Das war der Telekom nicht "egal", auf ihrer Position zu verharren war ihre einzige Möglichkeit nicht vertragsbrüchig zu werden. Die Telekom hat ihren Vertrag dem Kunden gegenüber erfüllt, das hat auch die BNetzA bestätigt - denn die BNetzA ist sehr wohl auch für die Regulierung des Internets zuständig. Es gab aber eben keinen Vertrag zwischen Telekom und Kunde über einen DSL-Zugang. Das ist für den betroffenen Kunden zwar scheiße, aber ändert nichts daran.

    > Wenn die c't nicht den Artikel veröffentlicht hätte wäre vermutlich nie
    > genug Druck entstanden damit die Telekom mal die Schaufel in die Hand nimmt
    > und zusätzliche Leitungen schafft. Das ist oft so.
    Ob jetzt der Artikel der c't wirklich den Ausschlag gab, dass die Telekom da die Schaufel in die Hand nimmt oder allgemein nur deutlich wurde, dass das Haus mehr Leitungen vertragen könnte und Kunden da sind die dafür zahlen möchten... Letztlich egal. Es wurde eine Lösung gefunden.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.05.16 22:51 durch Vanger.

  14. Re: Totschlagargument

    Autor: RipClaw 02.05.16 - 22:57

    spezi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > RipClaw schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Das Problem war das es der Telekom vollkommen egal war und der
    > Netzagentur
    > > übrigens auch. Zitat: Wir regulieren nur Telefonie und Telefon hat der
    > > Kunde ja.
    >
    > Wobei es ein bisschen schwer fällt zu glauben, dass das Zitat so gefallen
    > ist. Denn natürlich reguliert die Netzagentur auch Internetanschlüsse. Es
    > war die Netzagentur, die kürzlich darüber entschieden hat ob (und dass) die
    > Telekom im Nahbereich Vectoring ausbauen darf.

    Dann hört bzw. sieh dir mal die verlinkte Folge c't Uplink an. Da kommt genau dieser Satz vor.
    Und das war nicht das einzige mal das ich gehört habe das die Regulierungsbehörde argumentiert hat das sie nur für Telefon zuständig ist.

  15. Re: Totschlagargument

    Autor: RipClaw 02.05.16 - 23:03

    nille02 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > RipClaw schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Man bezeichnet einfache eine Diskussion als vergiftet wenn man nicht auf
    > > die Argumente der Gegenseite eingehen will.
    >
    > Du meinst das "Argument" einfach etwas zu verlangen obwohl es nicht
    > nachgefragt ist? Aber der Anschluss bitte nicht mehr als 20¤ zu kosten hat.

    Ich zahle pro Monat 50¤ um 60 GB via LTE nutzen zu können und da hatte ich noch Glück das ich den Vertrag so früh abgeschlossen habe denn sonst würde ich nur 30 GB haben. Und ich würde das doppelte zahlen wenn ich eine echte Flat hätte und das ganze mit Festnetz.

    Und anderen denen es genau so geht wie mir würden wohl auch mehr zahlen für eine ordentliche Leitung.

  16. Re: Totschlagargument

    Autor: spezi 02.05.16 - 23:05

    RipClaw schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Dann hört bzw. sieh dir mal die verlinkte Folge c't Uplink an. Da kommt
    > genau dieser Satz vor.

    Ich weiss, ich habe es mir schon angehört. Ich kann jetzt auch nur spekulieren, ob sie die Aussage so getroffen hat, oder ob die Aussage nur so interpretiert oder uminterpretiert wurde.

    > Und das war nicht das einzige mal das ich gehört habe das die
    > Regulierungsbehörde argumentiert hat das sie nur für Telefon zuständig ist.

    Nun, ich weiss nicht, wo Du das gehört hast, aber zumindest auf ihrer Webseite fühlt sich die Regulierungsbehörde auch für die Regulierung des Breitbandnetzes und des Breitbandausbaus zuständig. Z.B. in ihrer Imagebroschüre:

    "Daher fördert die Bundesnetzagentur den Wettbewerb unter den Telekommunikationsanbietern und richtet ihre Entscheidungen klar auf die Förderung des Breitbandausbaus aus. Dabei setzt sie auf eine wachstums- und innovationsorientierte Regulierung, die Anreize für Investitionen in moderne Netztechnik schafft und verlässliche Rah- menbedingungen für Investoren bietet."
    http://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/DE/Allgemeines/Bundesnetzagentur/Publikationen/Imagebroschuere.pdf?__blob=publicationFile&v=1

    (Ob man dem jetzt inhaltlich zustimmt, ist dann wieder eine andere Frage...)

  17. Re: Totschlagargument

    Autor: nille02 02.05.16 - 23:14

    RipClaw schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich zahle pro Monat 50¤ um 60 GB via LTE nutzen zu können

    Verstehe, daher kommt deine Wut. Nun willst du dich rächen und mal richtig Stimmung machen. Dabei kann man auch gleich alles Ignorieren was für das Vectoring spricht.

    > Und anderen denen es genau so geht wie mir würden wohl auch mehr zahlen für
    > eine ordentliche Leitung.

    Das ist ja erwiesener maßen unglaubwürdig. Gibt ja nicht nur von der Telekom FTTH Ausbaugebiete die mangels Nachfrage gescheitert sind.

  18. Re: Totschlagargument

    Autor: spezi 02.05.16 - 23:21

    RipClaw schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ich zahle pro Monat 50¤ um 60 GB via LTE nutzen zu können und da hatte ich
    > noch Glück das ich den Vertrag so früh abgeschlossen habe denn sonst würde
    > ich nur 30 GB haben. Und ich würde das doppelte zahlen wenn ich eine echte
    > Flat hätte und das ganze mit Festnetz.

    Das ist in der Tat extrem nervig. Ich vermute, Hybrid-Anschluss ist bei Dir dann nicht verfügbar?

    Aber gerade solche Situationen wie Deine sollte es möglichst bald nicht mehr geben. Und ich glaube nicht, dass man das besonders schnell dadurch löst, wenn man sich z.B. in der Breitbanddiskussion auf "FTTH ist das einzig wahre" versteift.

    Wenn man sich ein bisschen umschaut, sieht man eben tatsächlich dass sich in Sachen Ausbau in letzter Zeit sehr viel tut, auch auf dem Land. Und mir ist natürlich klar, dass das Dir nicht wirklich viel bringt solange Du nicht selbst davon profitierst. Aber zumindest stehen die Chancen nicht so schlecht. Wobei in manchen Bundesländern die Chancen vielleicht noch etwas höher sind als in anderen...

  19. Re: Totschlagargument

    Autor: plutoniumsulfat 02.05.16 - 23:44

    In jedem Fall, wo man nicht eine etwas größere Ansammlung von Häusern hat, wird es auch in nächster Zeit kaum Updates geben.

  20. Re: Totschlagargument

    Autor: RipClaw 03.05.16 - 09:11

    nille02 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > RipClaw schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich zahle pro Monat 50¤ um 60 GB via LTE nutzen zu können
    >
    > Verstehe, daher kommt deine Wut. Nun willst du dich rächen und mal richtig
    > Stimmung machen. Dabei kann man auch gleich alles Ignorieren was für das
    > Vectoring spricht.

    Ich habe nichts gegen Vectoring aber es geht mir auf die Nerven wenn Leute jammern das sie "nur" 25 Mbit/s haben oder nur 16 Mbit/s. Die sollen mal mit 384 kbit/s auskommen müssen oder mit 60 GB pro Monat. Dann können wir weiterreden.

    Erst sollte alles auf einen Stand X gebracht werden und dann erst sollte die Genehmigung für sowas wie Vectoring erteilt werden.

    > > Und anderen denen es genau so geht wie mir würden wohl auch mehr zahlen
    > für
    > > eine ordentliche Leitung.
    >
    > Das ist ja erwiesener maßen unglaubwürdig. Gibt ja nicht nur von der
    > Telekom FTTH Ausbaugebiete die mangels Nachfrage gescheitert sind.

    Und wieder andere Gebiete in denen das ganze Dorf die Schaufel in die Hand genommen hat um Leerrohre zu verlegen damit was vorwärts geht.

    Ich hab mal Zahlen von 1800¤ für einen FTTH Anschluß gehört wenn man den Ausbau vom Verteilerkasten bis zu sich zahlt. Die würde ich glatt zahlen wenn so ein verdammter Verteilerkasten überhaupt mal in meiner Nähe wäre.

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