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Die Firmen lernen nichts dazu:
Autor: Anonymer Nutzer 13.07.15 - 08:45
Es ist immer irgendwie das gleiche Spiel: Qualitätsmängel sind den Ingenieuren schon vor Auslieferung bekannt, trotzdem drängt das Marketing dazu, ein fehlerhaftes Produkt auszuliefern und absichtlich sowie nachweisbar den Ruf des Unternehmens zu schädigen. Während im Softwarebereich solche Auswüchse noch im Nachhinein irgendwie gerade zu ziehen sind, klappt das bei der Hardware nicht. Das scheint aber niemanden den BWLern bei Stratasys erzählt zu haben... Traurig, und vor allem höchst ärgerlich für die Kunden, die sich mit den Folgen solcher Inkompetenz nun rumplagen müssen.
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Re: Die Firmen lernen nichts dazu:
Autor: markone 13.07.15 - 09:02
naja das ist sehr vereinfacht ausgedrückt. meistens ist das leben komplizierter. :)
Klar haben die Ingenieure die Fehler gekannt. Aber es haben auch sicherlich die Ingenieure eine Bewertung abgegeben, wie schlimm die Probleme sind? weil das ist dann die Grundlage für die Entscheidung für das Management.
Und ich kann mir vorstellen, dass man hier im Bezug auf sein Job etwas zurückhaltender war.
sebastian4699 schrieb:
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> Es ist immer irgendwie das gleiche Spiel: Qualitätsmängel sind den
> Ingenieuren schon vor Auslieferung bekannt, trotzdem drängt das Marketing
> dazu, ein fehlerhaftes Produkt auszuliefern und absichtlich sowie
> nachweisbar den Ruf des Unternehmens zu schädigen. Während im
> Softwarebereich solche Auswüchse noch im Nachhinein irgendwie gerade zu
> ziehen sind, klappt das bei der Hardware nicht. Das scheint aber niemanden
> den BWLern bei Stratasys erzählt zu haben... Traurig, und vor allem höchst
> ärgerlich für die Kunden, die sich mit den Folgen solcher Inkompetenz nun
> rumplagen müssen. -
Re: Die Firmen lernen nichts dazu:
Autor: NERO 13.07.15 - 09:09
markone schrieb:
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> naja das ist sehr vereinfacht ausgedrückt. meistens ist das leben
> komplizierter. :)
> Klar haben die Ingenieure die Fehler gekannt. Aber es haben auch sicherlich
> die Ingenieure eine Bewertung abgegeben, wie schlimm die Probleme sind?
> weil das ist dann die Grundlage für die Entscheidung für das Management.
>
> Und ich kann mir vorstellen, dass man hier im Bezug auf sein Job etwas
> zurückhaltender war.
Nicht unbedingt. Man möchte das annehmen und es wäre auch logisch (und Logik ist etwas was auch ohne Projektmanagement funktionieren sollte), aber ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass Marketing/Sales wohl offenbar eine höhere Bedeutung hat als nur Herstellung/IT. Selbst wenn sie nicht einmal begründen könnten, warum man etwas so und nicht so machen sollte, da ihnen schlichtweg die Kenntnisse und Fertigkeiten fehlt. Für mich sind das klare Managementfehler.
»The sky above the port was the color of television, tuned to a dead channel.« -
Re: Die Firmen lernen nichts dazu:
Autor: Anonymer Nutzer 13.07.15 - 09:17
markone schrieb:
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> naja das ist sehr vereinfacht ausgedrückt. meistens ist das leben
Natürlich ist das sehr vereinfacht ausgedrückt, um das GRUNDLEGENDE Problem kurz und knapp auf den Punkt zu bringen. Auch kann mich der Aussage von NERO nur anschließen. Das sind klare Managementfehler! Schneller kann man einen Karren nicht gegen eine Wand fahren.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.07.15 09:18 durch sebastian4699. -
Re: Die Firmen lernen nichts dazu:
Autor: Force8 13.07.15 - 09:25
markone schrieb:
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> naja das ist sehr vereinfacht ausgedrückt. meistens ist das leben
> komplizierter. :)
> Klar haben die Ingenieure die Fehler gekannt. Aber es haben auch sicherlich
> die Ingenieure eine Bewertung abgegeben, wie schlimm die Probleme sind?
> weil das ist dann die Grundlage für die Entscheidung für das Management.
>
> Und ich kann mir vorstellen, dass man hier im Bezug auf sein Job etwas
> zurückhaltender war.
>
Ich habe es schon erlebt, dass Konstrukteure sich von Anfang an gegen aus ihrer Sicht schlechte Vorgaben "von oben" gewehrt haben.
Und es trotzdem so gebaut werden musste.
Wichtig: Die Anweisungen dazu werden bevorzugt mündlich gegeben.
Wenn es dann schief ging, wollte keiner "von oben" mehr etwas davon wissen.
Wenn ein Konstrukteur sich auf die Anweisung berufen wollte, hatte er natürlich nichts schriftliches in der Hand.
Und die nächste "Umstrukturierung" steht bei solchen Firmen eigentlich immer schon vor der Tür.
Verbunden mit einem bedauerlicherweise nötigen Personalabbau........... -
Re: Die Firmen lernen nichts dazu:
Autor: Baron Münchhausen. 13.07.15 - 09:26
Ihr alle verkennt die Tatsache, dass derjenige, der das Problem finanziert durch den Verkauf der Firma durchaus "gewonnen" hat. Ob er hätte mehr gewinnen können ist eine andere Frage.
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Re: Die Firmen lernen nichts dazu:
Autor: NERO 13.07.15 - 11:11
Force8 schrieb:
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> Ich habe es schon erlebt, dass Konstrukteure sich von Anfang an gegen aus
> ihrer Sicht schlechte Vorgaben "von oben" gewehrt haben.
> Und es trotzdem so gebaut werden musste.
> Wichtig: Die Anweisungen dazu werden bevorzugt mündlich gegeben.
> Wenn es dann schief ging, wollte keiner "von oben" mehr etwas davon
> wissen.
Es gibt natürlich auch schriftliche Anforderungen, aber hier komme ich wieder auf meine vorhin angesprochene Bedenken zurück: Ohne technische Kenntnisse für Produkte/Systeme lässt es sich natürlich schlecht formulieren, was man wirklich haben will. Die Anforderungen werden meist nur umrissen, grob formuliert und Fehlerfälle meist sogar ignoriert. Manche denken echt, wenn man nur mal ein paar technische Begriffe verwendet, kann man mitreden. Nein, falsch, die richtigen Fragen muss man stellen und das geht nur, wenn ich verstehe, was da passieren soll. Und genau hier steigt meist das Management ein und kann nicht verstehen, warum denn jetzt alles länger dauert und komplizierter ist schließlich waren doch die Anforderungen klar genug. Auch das ist ein Management-Fehler.
Leider muss ich fast zu meinem Entsetzen immer wieder feststellen, dass insbesondere unternehmenspolitische Entscheidungen wichtiger sind als das eigentliche Produkt bzw. der eigentliche Unternehmenszweck. Logik ist scheinbar was für Bekloppte. Ein Unternehmensziel und eine -philosophie zu formulieren scheint auch nur dann sinnvoll, wenn es bei den Mitarbeitern ankommt und nicht in der Chefetage hängenbleibt. Meistens gibt es aber wohl nicht mal das.
»The sky above the port was the color of television, tuned to a dead channel.« -
Re: Die Firmen lernen nichts dazu:
Autor: Anonymer Nutzer 13.07.15 - 11:19
Probleme bei der Konstruktion werden vom Konstrukteur schliftlich festgehalten und höhere Ebenen müssen darauf reagieren.
Habe es noch nie erlebt das die Rückmeldung zu sowas ausschließlich mündlich erfolgt. Auf ausschließlich mündliche Anweisungen verlässt sich eigentlich auch niemand. -
Re: Die Firmen lernen nichts dazu:
Autor: Force8 13.07.15 - 12:24
Prinzeumel schrieb:
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> Probleme bei der Konstruktion werden vom Konstrukteur schliftlich
> festgehalten und höhere Ebenen müssen darauf reagieren.
> Habe es noch nie erlebt das die Rückmeldung zu sowas ausschließlich
> mündlich erfolgt. Auf ausschließlich mündliche Anweisungen verlässt sich
> eigentlich auch niemand.
Ich habe jahrelang in der Konstruktion gearbeitet.
Und dass Anweisungen nur mündlich kommen, hat bei vielen Firmen System
Folglich waren wir in verschiedenen Firmen tätig........ -
Re: Die Firmen lernen nichts dazu:
Autor: Trockenobst 13.07.15 - 14:02
Force8 schrieb:
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> Und dass Anweisungen nur mündlich kommen, hat bei vielen Firmen System
> Folglich waren wir in verschiedenen Firmen tätig........
Du hast aber sicherlich nichts einbauen dürfen das nach deiner professionellen Meinung bullshit war oder sogar gefährlich für den Nutzer.
Außerdem würde ich tippen dass niemand mit dem ausgestreckten Zeigefinger in der Firma rumgerannt ist um auf einen Schuldigen zu zeigen wenn mal die Kacke den Ventilator trifft.
Ich habe in Firmen gearbeitet wo einer mit dem Zeigefinger rumgerannt ist. Danach war alles, aber jeder Fitzel per Dokument nachweisbar, damit die Ar******er es nicht mehr so leicht haben ihren Arsch zu retten.
Andere Firmen, andere Kultur. -
Re: Die Firmen lernen nichts dazu:
Autor: M.P. 13.07.15 - 15:58
Hmm wenn das Management den Issue-Tracker nicht bedienen kann, wird das natürlich problematisch, mit den Schuldzuweisungen ;-)
Papierlosese Büro propagieren, und dann .... -
Re: Die Firmen lernen nichts dazu:
Autor: Force8 13.07.15 - 17:22
>
> Du hast aber sicherlich nichts einbauen dürfen das nach deiner
> professionellen Meinung bullshit war oder sogar gefährlich für den Nutzer.
>
> Außerdem würde ich tippen dass niemand mit dem ausgestreckten Zeigefinger
> in der Firma rumgerannt ist um auf einen Schuldigen zu zeigen wenn mal die
> Kacke den Ventilator trifft.
>
> Ich habe in Firmen gearbeitet wo einer mit dem Zeigefinger rumgerannt ist.
> Danach war alles, aber jeder Fitzel per Dokument nachweisbar, damit die
> Ar******er es nicht mehr so leicht haben ihren Arsch zu retten.
>
> Andere Firmen, andere Kultur.
Ich habe mich sogar einmal geweigert, eine Sicherheitseinrichtung nach (mündlicher) Vorgabe zu konstruieren.
Weil ich ganz sicher war (und bin), dass sie so nicht funktioniert.
Ein Kollege hat die Arbeit dann übernommen.
Und ich habe bald danach Bewerbungen geschrieben.....
Das Teil wurde konstruiert in D, gebaut in GB, in Betrieb genommen in den USA........
(Die Firma in der damaligen Form gibt es inzwischen nicht mehr.) -
Re: Die Firmen lernen nichts dazu:
Autor: Peter Brülls 13.07.15 - 22:02
markone schrieb:
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> Klar haben die Ingenieure die Fehler gekannt.
> Aber es haben auch sicherlich
> die Ingenieure eine Bewertung abgegeben, wie schlimm die > Probleme sind?
> weil das ist dann die Grundlage für die Entscheidung für
> das Management.
Diese Annahme ist naiv
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Es kann sicherlich sein, dass Ingenieure hier völlig falsch gelegen haben oder den Verantwortlichen nach dem Mund geredet haben. Theoretisch im Bereich des Möglichen.
Meiner Erfahrung nach sind Entwickler - egal ob IT oder Mechanik - aber eher vorsichtig mit Einschätzungen.



