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Wir machen kein Homeoffice seit März, sondern ....

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  1. Wir machen kein Homeoffice seit März, sondern ....

    Autor: nativExtra 30.11.20 - 15:33

    ... das heißt offiziell "Arbeiten von unterwegs", "Arbeiten von Zuhause aus" oder schlicht "mobiles Arbeiten" und soll wohl etwas anderes sein als das "richtige" Homeoffice. Es wurde der Belegschaft gegenüber auch damit begründet, dass bei einem richtigen HO der Vorgesetzte u.a. jederzeit vor der Tür stehen können dürfe, um den Arbeitsplatz zu kontrollieren. Also um zu schauen, ob auch alles korrekt und gesetzeskonform (z.B. im Hinblick auf Arbeitsschutzsgesetze) eingerichtet sei. Wer will denn bitteschön seinen Chef in der Wohnung oder gar im WG-Zimmer haben? Personalverantwortliche bzw. Firmen haben noch deutlich mehr Rechte, aber auch Pflichten, bei richtigem Home Office gegenüber ihren Angestellten als bei diesem sog. "mobilen Arbeiten" ...

    Also macht der Betrieb, für den ich arbeite, offiziell kein Homeoffice, es sitzen nur alle zu Hause und arbeiten halt von da. De-facto wurde Homeoffice aus meiner Sicht einfach umdefiniert aus juristischen oder steuerlichen Gründen oder was weiß ich, was das für Vorteile für die Firma haben soll.
    Was ist mit solchen Zuständen? Werden die auch geregelt durch das neue Gesetz? Ist das etwa ein Schlupfloch? Können ich und meine KollegInnen auch die 5 ¤ pro Tag geltend machen?

    Ich finde das typisch fürs Arbeitsrecht: Man muss ein halbes Jurastudium absolvieren, um auch nur annähernd seine eigenen Schutz(!)rechte als Angestellter zu kennen oder wahrnehmen zu können oder um überhaupt zu verstehen, wie die juristische Lage ist, obwohl sie Alltag für Millionen von Leute ist.
    Wie viele Leute glauben wohl Homeoffice zu machen, obwohl es eigentlich "nur" mobiles Arbeiten ist?

  2. Re: Wir machen kein Homeoffice seit März, sondern ....

    Autor: kellemann 30.11.20 - 15:48

    Gib einfach die 5¤ pro Tag an und fertig. Bei den Werbungskosten geht es ja darum, welche Aufwände du hast um deiner Arbeit nachzugehen. Dem Finanzamt ist es dabei schnurz, ob das bei euch Telearbeit, mobile Arbeit, oder Entferntes Büro heißt.

    Was wiederum richtig ist und was den Arbeitgeber dann in die Pflicht zieht, heißt es offiziell Homeoffice, ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, dass du zu Hause genau so arbeiten kannst wie im Büro und dafür hat er als Arbeitgeber Sorge zu tragen. Daher wird gerne die Grauzone mit dem mobilen Arbeiten genutzt. Aber das hat mir der Steuer eigentlich nichts zu tun. Das betrifft dann das Arbeitsschutz Gesetz.

    Bei uns heißt es übrigens HomeOffice, Büro Einrichtung läuft über vertrauen (das kontrolliert also niemand), aber ich durfte mich im März auch fleißig im IT Lager bedienen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 30.11.20 15:49 durch kellemann.

  3. Re: Wir machen kein Homeoffice seit März, sondern ....

    Autor: KillerKowalski 30.11.20 - 15:53

    Die Gesetze zur Telearbeit sind eigentlich schon definiert, die Arbeitgeber ignorieren sie nur.
    Bei meinem alten Arbeitgeber hieß es auch jahrelang Homeoffice, bis ihm sein Anwalt gesteckt hat dass es lieber "mobiles Arbeiten" genannt werden sollte.

    Als dein AG mit seinen Schreckgeschichten argumentiert hat, vergaß er leider zu erwähnen dass es seine Aufgabe gewesen wäre das Homeofficebüro mit der benötigten Einrichtung (Möbel, Hardware) Arbeitsgesetz-konform auszustatten, daher der benötigte Zugang zur Wohnung.

  4. Re: Wir machen kein Homeoffice seit März, sondern ....

    Autor: Oktavian 30.11.20 - 16:05

    > ... das heißt offiziell "Arbeiten von unterwegs", "Arbeiten von Zuhause
    > aus" oder schlicht "mobiles Arbeiten" und soll wohl etwas anderes sein als
    > das "richtige" Homeoffice.

    Das "richtige" Homeoffice heißt Telearbeit, man merkt schon am Begriff, es stammt irgendwann aus den 80ern. Hier muss es in aller Regel ein festes Arbeitszimmer geben im Sinne des Steuerrechts, der Arbeitgeber stellt die Ausstattung, es gilt die Arbeitsstättenverordnung, usw. Das will man vermeiden, was gerade bei solchen vorübergehenden Aktionen auch völlig verständlich ist.

    > Also macht der Betrieb, für den ich arbeite, offiziell kein Homeoffice, es
    > sitzen nur alle zu Hause und arbeiten halt von da.

    Ihr macht jetzt genau das, was hier gemeint ist, genau dafür soll es die Pauschale geben. Dafür ist es unerheblich, wie der Arbeitgeber es nennt (solange er es nicht Telearbeit nennt).

    > Ich finde das typisch fürs Arbeitsrecht: Man muss ein halbes Jurastudium
    > absolvieren, um auch nur annähernd seine eigenen Schutz(!)rechte als
    > Angestellter zu kennen oder wahrnehmen zu können oder um überhaupt zu
    > verstehen, wie die juristische Lage ist, obwohl sie Alltag für Millionen
    > von Leute ist.

    Gründet einen Betriebsrat. Ernst gemeinter Ratschlag. Ich bin eigentlich kein sonderlicher Freund dieses Instruments, aber wenn er verünftig besetzt ist, kann das die Kommunikation im Unternehmen deutlich vereinfachen (oder völlig verkomplizieren, wenn er schlecht besetzt ist).

  5. Re: Wir machen kein Homeoffice seit März, sondern ....

    Autor: nativExtra 30.11.20 - 16:31

    Danke für eure Antworten!

    > Gründet einen Betriebsrat.

    Wie recht du natürlich hast.. Dann würde nämlich auch endlich das Betriebsverfassungsgesetz bei uns gelten, aber wir wären wieder beim ersten Problem... Nämlich, dass man ein halbes Jurastudium braucht, um eine BR-Wahl korrekt initial in die Wege zu leiten, wenn man nicht will, dass etwas schief geht.... Ich spreche da vor dem Hintergrund verschiedener persönlicher Erfahrungen. Man braucht übrigens auch gefühlt ein halbes Jurastudium, um überhaupt seine Arbeit als Betriebsrat ausführen zu können.

    Für alle, die einen BR gründen wollen oder auch allgemein nicht alleine gegen die vielfältigen Ungerechtigkeiten im Arbeitsleben da stehen wollen, kann ich eine ver.di-Mitgliedschaft übrigens nur empfehlen. Nicht nur wegen dem praktischen Rechtsschutz in Arbeitsrechtsfragen nach 3 Monaten Mitgliedschaft... Es gibt z.B. auch kostenlose Mitrechtsberatung neben vielem mehr und ich wurde von denen noch nie hängen gelassen.

  6. Re: Wir machen kein Homeoffice seit März, sondern ....

    Autor: Oktavian 30.11.20 - 16:46

    > > Gründet einen Betriebsrat.
    >
    > Wie recht du natürlich hast.. Dann würde nämlich auch endlich das
    > Betriebsverfassungsgesetz bei uns gelten,

    Das gilt auch bei euch. Ihr nehmt nur die Möglichkeiten daraus nicht wahr.

    > aber wir wären wieder beim ersten
    > Problem... Nämlich, dass man ein halbes Jurastudium braucht, um eine
    > BR-Wahl korrekt initial in die Wege zu leiten, wenn man nicht will, dass
    > etwas schief geht....

    Im einfachsten Fall holt man sich halt den Rat von einem Anwalt für Arbeitsrecht. Das ist gar nicht furchtbar teuer, gut investiertes Geld. Wenn sich ein paar zusammentun (ein paar braucht man ja, um den Wahlvorstand zu besetzen), dann gibt es die Ratschläge für kleines Geld.

    Alternativ, wenn man keine Lust hat, sich da reinzuarbeiten, Gewerkschaften helfen da gerne.

    > Ich spreche da vor dem Hintergrund verschiedener
    > persönlicher Erfahrungen. Man braucht übrigens auch gefühlt ein halbes
    > Jurastudium, um überhaupt seine Arbeit als Betriebsrat ausführen zu
    > können.

    Als Betriebsrat sollte man tatsächlich was über seine Arbeit wissen. Da gibt es aber gute Kurse, und das schöne, die zahlt der Arbeitgeber.

    > Für alle, die einen BR gründen wollen oder auch allgemein nicht alleine
    > gegen die vielfältigen Ungerechtigkeiten im Arbeitsleben da stehen wollen,
    > kann ich eine ver.di-Mitgliedschaft übrigens nur empfehlen. Nicht nur wegen
    > dem praktischen Rechtsschutz in Arbeitsrechtsfragen nach 3 Monaten
    > Mitgliedschaft... Es gibt z.B. auch kostenlose Mitrechtsberatung neben
    > vielem mehr und ich wurde von denen noch nie hängen gelassen.

    Dann steht der BR-Gründung doch nichts im Wege.

  7. Re: Wir machen kein Homeoffice seit März, sondern ....

    Autor: crazypsycho 30.11.20 - 21:45

    nativExtra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was ist mit solchen Zuständen? Werden die auch geregelt durch das neue
    > Gesetz? Ist das etwa ein Schlupfloch? Können ich und meine KollegInnen auch
    > die 5 ¤ pro Tag geltend machen?

    Diese Zustände sind bereits jetzt geregelt. Der Arbeitgeber kann es nennen wie er will, wenn du einen festen Arbeitsplatz zuhause hast, ist es Home-Office und kein mobiles Arbeiten mehr.
    Der Arbeitgeber kann sich nicht vor seinen Pflichten drücken, indem er dem Ganzen einfach einen anderen Namen gibt,

  8. Re: Wir machen kein Homeoffice seit März, sondern ....

    Autor: quineloe 30.11.20 - 21:50

    Ob diese fröhliche Wortspielerei im Ernstfall vor Gericht was bringen wird?

    Sehen wir ja schon bei der Scheinselbstständigkeit.

    Verifizierter Top 500 Poster!

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