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privatisierte Steuern & blinder Weitblick

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  1. privatisierte Steuern & blinder Weitblick

    Autor: Thargon 30.09.19 - 17:57

    Man könnte doch meinen, dass solch grundlegende Infrastruktur wie Schulen durch die Gesellschaft über Steuereinnahmen finanziert werden sollten. In dem Moment könnte der Zahler (z.B. ein Konzern) nicht über den genauen Zweck der Ausgaben entscheiden, und solange sich die Volkswirtschaft einigermaßen vorhersehbar entwickelt (also z.B. Großkonzerne keinen Riesenbetrug betreiben und dabei erwischt werden), sind auch die vorhandenen Steuergelder abschätzbar.

    Wer sich jetzt schon ärgert, dass die Zukunft der heranwachsenden Generation über Auktionen finanziert wird, der kann sich gleich wieder beruhigen. In diesem Falle haben schließlich Mobilfunkanbieter gezahlt, welche die Kosten an ihre Kunden weitergeben werden. Da die Personengruppe der Steuerzahler weitgehend deckungsgleich mit der Personengruppe der Mobilfunknutzer ist, werden die für die Digitalisierung der Schulen benötigten zusätzlichen Steuern eben indirekt von Unternehmen erhoben. Wer also das deutsche Bildungssystem fördern möchte, der schließt einfach möglichst viele teure Mobilfunkverträge ab.

    Leider ist dieses tolle Prinzip voraussichtlich 2030 vorbei. Aber es gibt ja noch zwei Gründe zur Hoffnung: Zum einen kann die Lobby sicherlich nochmal 5 Jahre raus holen, zum anderen gab es bislang etwa alle zehn Jahre einen neuen Standard und damit eine neue Frequenzversteigerung - mit immer höheren Erlösen! Die Zeichen stehen also gut, dass die Konzerne 2030 noch immer zahlen und schon die nächste Auktion ins Haus steht. Aufgrund der finanziellen Doppelbelastung wird den Konzernen dann vermutlich eine Schonfrist von 20 Jahren gewährt. Es entsteht eine unendliche Gewinnspirale die ganz im sozialistischen Sinne von der Bevölkerung getragen wird.

    Wozu also Infrastruktur durch politisch unangenehme Steuern finanzieren, wenn man auch den privaten Weg, mit garantiert steigenden Renditen, gehen kann?

  2. Re: privatisierte Steuern & blinder Weitblick

    Autor: bionade24 30.09.19 - 18:25

    Problem der Schulenfinanzierung ist doch in erster Linie, dass der Staat bereit ist, 20¤ für 150 Seiten Schulbuch zu bezahlen. Das sind gesicherte Abnahmemengen für Verlage, aber trotzdem schaffen die mehr zu bekommen als für normale Einzelhandels-Bücher. Ein Schulbuch sollte <2¤ kosten, 20¤ ist reine Lobbyarbeit.

    Bitte BBCode nutzen und nicht einfach Links reinpasten, wir sind hier schließlich in einem IT-Forum!

  3. Re: privatisierte Steuern & blinder Weitblick

    Autor: tonictrinker 30.09.19 - 19:06

    Ich sehe das Problem nicht. Minister Scheuer ist ein außerordentlich gewiefter und umsichtiger Politiker. Gewiß hat er sich dabei etwas gedacht.

  4. Re: privatisierte Steuern & blinder Weitblick

    Autor: trashbubble 01.10.19 - 07:01

    Am Ende stehen trotzdem alle Beteiligten da und behaupten nach gemeinsamen Beschluss einer an und für sich guten Sache, dass sie keine Mittel dafür übrig hätten ...

    Kurzfristige Renditechancen dürfen keinen Vorrang vor grundsichernden Investitionen haben, sonst verkauft man letztendlich grundsichernde Anlagen - wie z.B. die Bildung unserer Jugend oder ein dichtes Dach - für den schnellen Saus und Braus im Alter, die nur schwer oder nicht wieder zurückzugewinnen sein werden.

  5. Re: privatisierte Steuern & blinder Weitblick

    Autor: wire-less 01.10.19 - 13:28

    Thargon schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man könnte doch meinen, dass solch grundlegende Infrastruktur wie Schulen
    > durch die Gesellschaft über Steuereinnahmen finanziert werden sollten. In
    > dem Moment könnte der Zahler (z.B. ein Konzern) nicht über den genauen
    > Zweck der Ausgaben entscheiden, und solange sich die Volkswirtschaft
    > einigermaßen vorhersehbar entwickelt (also z.B. Großkonzerne keinen
    > Riesenbetrug betreiben und dabei erwischt werden), sind auch die
    > vorhandenen Steuergelder abschätzbar.
    >
    > Wer sich jetzt schon ärgert, dass die Zukunft der heranwachsenden
    > Generation über Auktionen finanziert wird, der kann sich gleich wieder
    > beruhigen. In diesem Falle haben schließlich Mobilfunkanbieter gezahlt,
    > welche die Kosten an ihre Kunden weitergeben werden. Da die Personengruppe
    > der Steuerzahler weitgehend deckungsgleich mit der Personengruppe der
    > Mobilfunknutzer ist, werden die für die Digitalisierung der Schulen
    > benötigten zusätzlichen Steuern eben indirekt von Unternehmen erhoben. Wer
    > also das deutsche Bildungssystem fördern möchte, der schließt einfach
    > möglichst viele teure Mobilfunkverträge ab.
    >
    > Leider ist dieses tolle Prinzip voraussichtlich 2030 vorbei. Aber es gibt
    > ja noch zwei Gründe zur Hoffnung: Zum einen kann die Lobby sicherlich
    > nochmal 5 Jahre raus holen, zum anderen gab es bislang etwa alle zehn Jahre
    > einen neuen Standard und damit eine neue Frequenzversteigerung - mit immer
    > höheren Erlösen! Die Zeichen stehen also gut, dass die Konzerne 2030 noch
    > immer zahlen und schon die nächste Auktion ins Haus steht. Aufgrund der
    > finanziellen Doppelbelastung wird den Konzernen dann vermutlich eine
    > Schonfrist von 20 Jahren gewährt. Es entsteht eine unendliche Gewinnspirale
    > die ganz im sozialistischen Sinne von der Bevölkerung getragen wird.
    >
    > Wozu also Infrastruktur durch politisch unangenehme Steuern finanzieren,
    > wenn man auch den privaten Weg, mit garantiert steigenden Renditen, gehen
    > kann?

    Kleine Wissenslücke füllen: Die Frequenzen werden immer befristet vergeben. Selbst wenn kein Technologiewechsel ansteht müssen die Anbieter diese nach Ablauf der Frist erneut ersteigern. Normalerweise sind's immer 10 Jahre. Bei den 3,5GHz Frequenzen sind es jetzt 20.
    D.h. hier schröpft der Staat regelmäßig die Mobilfunknutzer und sorgt dafür das wir im Vergleich zu anderen Ländern viel teurer surfen.

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