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nicht marktkonform

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  1. nicht marktkonform

    Autor: Oktavian 19.11.20 - 18:35

    Vielleicht sollte der gute Herr noch mal sein Marktwirtschaftslehrbuch rausholen.

    Der Marktpreis entsteht durch Angebot und Nachfrage. Und wenn ein Gut so exklusiv ist, dass es keinen Handel damit gibt, dann gibt es auch keinen Marktpreis dafür.

    Der Marktpreis ist jedenfalls nicht einfach das, was sich der Käufer darunter vorstellt. Und ein Handel muss auch nicht stattfinden zu dem Preis, den sich der Käufer vorstellt. Wenn Anbieter und Nachfrager sich nicht einigen, dann gibt es halt keinen Handel, das ist immer eine Option, denn sonst muss man gar nicht handeln.

    Wenn er aber bei drei Anbietern mit seiner Preisvorstellung nicht punkten konnte, wovon einer dafür bekannt ist, Kapazitäten nun wirklich günstig zu verkaufen, dann könnte es ein Hinweis darauf sein, dass einfach die Preisvorstellungen nicht marktkonform sind.

    Aber es ist natürlich leichter, eine Verschwörung zu fabulieren.

  2. Re: nicht marktkonform

    Autor: \pub\bash0r 19.11.20 - 18:57

    "Aber wie sollen wir denn konkurrenzfähig werden, wenn wir genauso viel bezahlen müssen, wie alle anderen?!"

  3. Re: nicht marktkonform

    Autor: masel99 19.11.20 - 19:04

    Aus Sicht der Verschwörung ist es hald nicht "marktkonform" wenn sich alle Verkäufer beim Preis mehr oder weniger absprechen um einen Konkurrenten zu verhindern. Oder wenn sich aus den Angeboten der Mobilfunkbetreiber schlicht keine wirtschaftlichen Endnutzerangebote machen lassen die für Kunden interessant sein könnten. Das ist anscheinend seine Sicht der Dinge. Ob das wirklich der Fall ist, ist was anderes.

  4. Re: nicht marktkonform

    Autor: masel99 19.11.20 - 19:07

    \pub\bash0r schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "Aber wie sollen wir denn konkurrenzfähig werden, wenn wir genauso viel
    > bezahlen müssen, wie alle anderen?!"

    1&1 könnte ja woanders sparen, zum Beispiel am Kundenservice. Ich habe gehört die kennen sich damit aus. ;)

  5. Re: nicht marktkonform

    Autor: Oktavian 19.11.20 - 19:23

    > Aus Sicht der Verschwörung ist es hald nicht "marktkonform" wenn sich alle
    > Verkäufer beim Preis mehr oder weniger absprechen

    Das "absprechen" ist eine Unterstellung. Sie bieten wahrscheinlich ähnliche Preise an, weil sie, nach Jahrzehnten der Optimierung, selbst ähnliche Kostenstrukturen haben und mit einer ähnliches Marge weiterverkaufen wollen.

    Gleiche Kosten * Gleiche Marge = Gleicher Preis

    Und die reduzieren diese Marge nicht, weil sie nicht müssen. Jeder der drei weiß, 1&1 muss kaufen, sie müssen aber nicht verkaufen.

    > um einen Konkurrenten zu verhindern.

    Auch das ist nichts mehr als eine Unterstellung. Gerade Telefonica hatte nie Probleme damit, Konkurrenz auf jede erdenkliche Weise ins Netz zu lassen. Auch Telekom und Vodafone machen das, wenn der Preis stimmt.

    Hier gilt ganz klar, wer etwas behauptet (Preisabsprache, böse Absicht), der möge doch bitte die Fakten auf den Tisch legen.

    > Oder wenn sich aus den Angeboten der Mobilfunkbetreiber
    > schlicht keine wirtschaftlichen Endnutzerangebote machen lassen die für
    > Kunden interessant sein könnten.

    Das wiederum ist das Problem von 1&1, nicht das der Telcos. Anderen Anbietern gelingt es offenbar, mit den Angeboten der drei wirtschaftliche Endnutzerangebote zu machen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.11.20 19:30 durch Oktavian.

  6. Re: nicht marktkonform

    Autor: Oktavian 19.11.20 - 19:25

    > 1&1 könnte ja woanders sparen, zum Beispiel am Kundenservice. Ich habe
    > gehört die kennen sich damit aus. ;)

    Mit Kundenservice oder mit den Sparen daran?

    Aber die haben doch Marcel D'Avis, den kann man doch persönlich anrufen, wenn man unzufrieden ist.

  7. Re: nicht marktkonform

    Autor: ezadoo 19.11.20 - 20:50

    Also mir ist nicht bekannt, dass jemand bei 1&1 weiß, was dieses „Kundenservice“ ist, auch nicht, was das Wort bedeutet.

  8. Re: nicht marktkonform

    Autor: Nightdive 19.11.20 - 20:51

    Marcel D'Avis führt jetzt bestimmt die Verhandlungen mit den anderen Netzbetreibern und ihr werdet sehen, das die anderen in Zukunft sogar Geld an das glorreiche 1&1 bezahlen werden damit 1&1 deren Netz benutzt.

  9. Re: nicht marktkonform

    Autor: Pomi 19.11.20 - 21:28

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Auch das ist nichts mehr als eine Unterstellung. Gerade Telefonica hatte
    > nie Probleme damit, Konkurrenz auf jede erdenkliche Weise ins Netz zu
    > lassen. Auch Telekom und Vodafone machen das, wenn der Preis stimmt.
    Das war aber alles vor der Übernahme von E-Plus. Denn seitdem ist der Markt ziemlich gleichmäßig aufgeteilt und ob Telefonica noch immer so bereit wäre, andere ins Netz zu lassen, ist rein spekulativ. Mir persönlich war die Verpflichtung der EU, einen weiteren Anbieter ins Netz zu lassen, daher ganz recht.
    >
    > Hier gilt ganz klar, wer etwas behauptet (Preisabsprache, böse Absicht),
    > der möge doch bitte die Fakten auf den Tisch legen.
    Wird wahrscheinlich keiner der beiden Seiten tun, da gilt die Verschwiegenheitspflicht. Die drei Netzbetreiber wollen so viel wie möglich erhalten, 1&1 logischerweise so wenig wie möglich bezahlen. Wo das Angebot liegt und ob es fair oder unfair ist, das wissen nur die Telkos und deren Verhandler.
    > Das wiederum ist das Problem von 1&1, nicht das der Telcos. Anderen
    > Anbietern gelingt es offenbar, mit den Angeboten der drei wirtschaftliche
    > Endnutzerangebote zu machen.
    Das hat 1&1 über Drillisch sehr wohl. Drillisch schmeißt jährlich Gewinn ab trotz discount-Tarifen.

  10. Re: nicht marktkonform

    Autor: Oktavian 19.11.20 - 21:36

    > Wird wahrscheinlich keiner der beiden Seiten tun, da gilt die
    > Verschwiegenheitspflicht. Die drei Netzbetreiber wollen so viel wie möglich
    > erhalten, 1&1 logischerweise so wenig wie möglich bezahlen.

    Das ist der Kern jeder Preisverhandlung. Hier nur befindet sich 1&1 in einer denkbar ungünstigen Verhandlungsposition, denn die Verkäufer wissen, 1&1 muss kaufen.

    > Wo das Angebot
    > liegt und ob es fair oder unfair ist, das wissen nur die Telkos und deren
    > Verhandler.

    Es gibt da kein fair und unfair, es gibt Angebot und Nachfrage. Fair gäbe es nur, wenn es eine irgendwie geartete Instanz von außerhalb gäbe, die die Aufgabe hätte, über den Preis zu befinden.

    > Das hat 1&1 über Drillisch sehr wohl. Drillisch schmeißt jährlich Gewinn ab
    > trotz discount-Tarifen.

    Klar, also scheint es ja zu gehen. Aber anscheinen ist die Vorleistung, die Drillisch einkauft, den Herren immer noch nicht billig genug. Es reicht anscheinend nicht, um darüber den Netzaufbau für 5G zu finanzieren.

  11. Im Marktwirtschaftslehrbuch ...

    Autor: Shismar 19.11.20 - 21:46

    gibt es das Kapitel Monopole/Oligopole. Das hat er gründlich gelesen und verstanden. Bei nur drei Netzt-Betreibern und keiner Möglichkeit zusätzliche Frequenzen zu erwerben ist eigentlich die Bundesnetzagentur gefragt.
    Die glaubt aber es gäbe genug Wettbewerb. Preise und Leistungen im europäischen Vergleich sagen mir etwas anderes und Herrn Dommermuth auch. Weniger Service als bei den anderen drei gibt es bei 1&1 auch nicht.

    Mal sehen wann die Politik aufwacht. Bessere Werbung als preiswerte Mobilkommunikation kann es in Coronazeiten kaum geben!

  12. Re: Im Marktwirtschaftslehrbuch ...

    Autor: Bashguy 19.11.20 - 21:57

    Dann solltest du vielleicht mal dein Wirtschaftslehrbuch weglegen und ein Technikbuch lesen und verstehen, wie Mobilfunknetze funktionieren.

    Aus technischer Sicht (und eigentlich auch aus wirtschaftlicher...) wäre ein Netz die beste Lösung, weil 1. parallele Infrastruktur immer mehr Geld kostet und 2. die Menge an Frequenz-Spektrum begrenzt ist. Spektrum muss zwischen den Netzbetribern aufgeteilt werden. Je weniger Spektrum es dann also für jeden Netzbetreiber gibt, desto geringer sind die Datenraten, die erzielt werden können.

    Geringere Datenraten führen zu höherer Belastung der Zellen, höhere Belastung der Zellen bedeutet automatisch es muss mehr Zellen auf demselben Raum geben. Mehr Zellen führen automatisch zu höheren Kosten.

    Mehr Netze können gar nicht zu mehr Wettbewerb und besseren Preisen führen, weil jeder Netzbetreiber dieselben Betriebkosten hat. Sprich mit einem vierten Netz können die Preise eigentlich nur steigen, weil jeder Netzbetreiber weniger Mobilfunkeinnahmen hat als vorher. Die Betriebskosten für ein Mobilfunknetz sinken aber nicht.
    Jeder Netzbetriber muss die Auflagen der Bundesnetzagentur in Punkto Flächendeckung erfüllen.

    Du willst preiswerte Mobilfunkkommunikation? Dann kann es nicht in deinem Interesse sein, dass 1und1 sich hier günstig in die Netze einkaufen kann.

    Dass die Industrie eigenes Spektrum bekommen hat, ist eigentlich auch ein Unding, weil die Allgemeinheit dadurch automatisch weniger Spektrum und somit weniger Bandbreite bekommt.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 19.11.20 22:03 durch Bashguy.

  13. Re: nicht marktkonform

    Autor: Trockenobst 19.11.20 - 22:06

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > einer denkbar ungünstigen Verhandlungsposition, denn die Verkäufer wissen,
    > 1&1 muss kaufen.

    1&1 hätte aber auch ein paar 100 Türme in die Diskussion bringen können, vor allem in ungünstigen Ecken wo Telekom und O2 sich etwas sträuben. So tief bin ich jetzt in der Branche drin, aber bisher hat 1&1 sich nicht mit großen Investitionen in Infrastruktur hervorgetan.

    Wenn man gar nichts tut um seine Position zu verbessern, dann sitzt der andere am extra überlangen Hebel.

  14. Re: nicht marktkonform

    Autor: notuf 19.11.20 - 22:26

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vielleicht sollte der gute Herr noch mal sein Marktwirtschaftslehrbuch
    > rausholen.
    >
    > Der Marktpreis entsteht durch Angebot und Nachfrage. Und wenn ein Gut so
    > exklusiv ist, dass es keinen Handel damit gibt, dann gibt es auch keinen
    > Marktpreis dafür.

    So funktioniert das nur im Lehrbuch. In Wirklichkeit gibt es keine faire Marktwirtschaft sondern ganz viele Oligopole. Und derlei Akteure verhindern dann mit ihrer Marktmacht, dass Konkurrenz entsteht, die ihnen gefährlich werden kann. Dafür gibt es in sämtlichen westlichen Ländern die Wettbewerbshüter.

  15. Re: nicht marktkonform

    Autor: berritorre 20.11.20 - 03:29

    Marcell bitte! Marcell.

  16. Re: nicht marktkonform

    Autor: masel99 20.11.20 - 07:26

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gibt da kein fair und unfair, es gibt Angebot und Nachfrage. Fair gäbe
    > es nur, wenn es eine irgendwie geartete Instanz von außerhalb gäbe, die die
    > Aufgabe hätte, über den Preis zu befinden.

    Darüber wacht meines Wissens nach die Bundesnetzagentur, das Bundeskartellamt und entsprechende EU-Behörden. Eben um ein funktionierenden Markt sicherzustellen.

  17. Re: nicht marktkonform

    Autor: Oktavian 20.11.20 - 09:02

    > Darüber wacht meines Wissens nach die Bundesnetzagentur, das
    > Bundeskartellamt und entsprechende EU-Behörden. Eben um ein
    > funktionierenden Markt sicherzustellen.

    Ja, aber nur in regulierten Märkten. Im Festnetz ist die Telekom beispielsweise unter Regulation. Im Mobilfunkmarkt hält sich die Bundesnetzagentur bei der Preisfindung raus. Da ist sie nur im Bereich der Frequenzzuteilung aktiv, da man an Regulierung keinen Bedarf sieht.

    Eine regulierte Festsetzung von Roaming-Preisen war vor der 5G-Versteigerung mal angedacht. Als die drei Telcos dann aber laut darüber nachdachten, das natürlich in ihre Lizenzgebote mit einfließen zu lassen, sah man das nicht mehr als so dringlich an.

  18. Re: nicht marktkonform

    Autor: Oktavian 20.11.20 - 09:03

    > So funktioniert das nur im Lehrbuch. In Wirklichkeit gibt es keine faire
    > Marktwirtschaft sondern ganz viele Oligopole. Und derlei Akteure verhindern
    > dann mit ihrer Marktmacht, dass Konkurrenz entsteht, die ihnen gefährlich
    > werden kann. Dafür gibt es in sämtlichen westlichen Ländern die
    > Wettbewerbshüter.

    Richtig, und die haben im Vorfeld der 5G-Auktion sehr klar signalisiert, sich da rauszuhalten, da sie den Markt nicht als gefährdet ansehen. Es wäre auch ulkig, erst die Fusion von O2 und E-Plus zu genehmigen, und dann eine Marktgefährdung festzustellen.

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