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Urheberrechte sind gut und wichtig
Autor: titrat 23.02.10 - 08:07
... können aber sicherlich kein Argument für eine verdachtsfreie Generalkontrolle, deep packet inspection oder Ähnliches sein.
Das wären m.E. grundgesetzwidrige Eingriffe.
Ähnlich dem Briefgeheimnis sollten auch prophylaktische Schnüffeleien von Dritten verboten und mit hohen Strafen bedroht sein. Erst recht Schnüffeleien von privat geführten Firmen, die im Nebengleis derlei Erschnüffeltes auf "kreative" Weisen nutzen könnten.
Urheberrechtsverletzungen sind zu verfolgen, aber doch nicht präventive Hausdurchsuchungen (Bitkontrollen stehen dem gleich, finde ich) bevollmächtigen.
Generalverdacht und Privatfirmen als Hilfs-Stasi - das gefällt mir nicht, das Ziel ist verständlich, die Maßnahmen unangemessen und stehen in keinem gesunden Verhältnis. -
Re: Urheberrechte sind gut und wichtig
Autor: undwennschon 23.02.10 - 10:35
Das habe ich schon vor Jahren gesagt: Der Untergang der heutigen Content-Industrie wird lang und gegen Ende sehr heftig. Der Mensch neigt nunmal dazu - besonders im Kollektiv - im Todeskampf noch möglichst viel verbrannte Erde/Schaden zu hinterlassen und andere Menschen mit ins Unglück zu reißen. Das Prinzip der verbrannten Erde ist uralt. Dennoch müssen wir hart bleiben und sie brutal boykottieren - jetzt erst richtig. Gleichzeitig via CCommons, Jamendo & Co. eine Alternative für Künstler aufbauen. Die GEMA kann gerne gleich mit untergehen.
Doch bis wir von diesem unsäglichen Wust aus CI, korrupten Politikern, illegalen "Analyse-Firmen" und Abmahnanwälten befreit werden, wird es nochmal richtig heftig. Die reiten auch auf der Welle der Entdemokratisierung, weltweit. -
Re: Urheberrechte sind gut und wichtig
Autor: Trockenobst 23.02.10 - 17:18
undwennschon schrieb:
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> Doch bis wir von diesem unsäglichen Wust aus CI, korrupten Politikern,
> illegalen "Analyse-Firmen" und Abmahnanwälten befreit werden, wird es
> nochmal richtig heftig. Die reiten auch auf der Welle der
> Entdemokratisierung, weltweit.
Interessant wird es erst, wenn Spiderman und Co. nicht mehr auf DVD
verfügbar werden; wenn es kein kostenloses Superstar mehr gibt und
der ganze Pleps irgendwelchen Pantoffeltier-Theater ums Eck zuschauen
darf weil Youtube außer 60er Jahre Serien und Arschwackeln nichts
"Gutes" anbietet.
Weil der einzige Weg zum aktuellen Content ist ein kleines
hochverschlüsseltes Google-Kästchen. Und wenn der Anbieter nur einmal
das gefühl hat das da irgendwas "komisch gelaufen" ist, wird man
lebenslang gesperrt. Sky und Co, XBOX 360 und PS3 sind auch noch
nicht "wirklich" geknackt.
Die Diskussion über den "Tod" der Content-Industrie wird selbstgefällig
und albern geführt. Reden wir doch mal weiter, wenn nicht neuerste 0-Day
Medienindustrie "Abfälle" und TV-Serien-Hirnfucks wie Lost die Torrents
anführen. Da redet keiner von Jamendo und kostenlosen "Content".
Die Matrix-Beutel Masse will einfach nur in Ruhe gelassen werden auf
dem langen, langweiligen Siechtum in den Tod. Und bis dahin wird alles
links und rechts reingedrückt was das Kabel in den Nacken hergibt;
vollkommen irrelevant ob es kostenlos ist oder "aus der Maschine" kommt.
Die Argumente wie "Soll der kleine Künstler froh um seinen neuen Fame
sein" kommen genau so müde daher, wie "Ich hätte sowieso nicht bezahlt"
und was man sich da noch in seinem Beutel zusammenlügt.
In Spanien hat es bei einem Konzert kleine Ausschreitungen gegeben,
weil es der lokalen, massenarbeitslosen jungen Bevölkerung gegen
Strich gegangen ist 35€ für ein Ticket zu zahlen (obwohl das kleine
Stadium nur halb voll war).
War da nicht noch was mit dem "Musiker müssen eben mehr Konzerte
geben!?". Nee, der Weg wird auch schon abgeschafft. "Konzerte
besuchen sind ein UN-Menschenrecht!"
Blaue Pille nehmen, weiterschlafen.
Da wollen viele nicht mehr sein als eine menschliche Heizung.
Trockenobst
1 mal bearbeitet, zuletzt am 23.02.10 17:20 durch Trockenobst.



