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Die GPLv3 wird auch noch nicht juristisch "verstanden"

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  1. Die GPLv3 wird auch noch nicht juristisch "verstanden"

    Autor: schily 24.03.17 - 17:22

    Es gibt de-fakto (im Gegensatz zur GPLv2) keinerlei unabhängige juristische Rezensionen und die GPLv3 enthält einige mehrdeutige Passagen, die evt. massive Prozessrisiken bedeuten.

    Aber: Die Behauptung, die GPLv2 sei "inkompatibel zu Apache 2.0" ist eine bekannte Falschbehauptung der FSF die von allen unabhängigen Juristen als solche bestätigt wird.

    Grund: ein Programm unter der GPLv2 ist zu _jeder_ beliebigen unabhängig entwickelten Bibliothek jeder beliebigen OSS Lizenz kompatibel. Die GPLv2 verlangt lediglich die Auslieferung der besagten Bibliothek im Falle des Verteilens von Binaries, damit diese Binaries auch selbst kompiliert werden können.

  2. Re: Die GPLv3 wird auch noch nicht juristisch "verstanden"

    Autor: picaschaf 24.03.17 - 19:36

    Also wenn *du* sie nicht vestanden hast (genügend Juristen und Projekte haben die v3 nämlich verstanden), dann schreib doch bitte GNU, FSF, Linux Foundation oder das OSADL mal an und lass sie dir erklären. Aber erkläre deinen Stand bitte nicht zum Allgemeinkosmos.

  3. Re: Die GPLv3 wird auch noch nicht juristisch "verstanden"

    Autor: Cok3.Zer0 24.03.17 - 21:20

    FYI: Linux hat noch und wahrscheinlich so lange es Android gibt GPLv2.

    Bezüglich der Unabhängigkeit: Wenn man bspw. ein Dateisystem hat, das unabhängig von Linux entwickelt wurde und läuft, z.B. auch auf BSD, dann unterliegt es nicht automatisch der GPL.

    Es ist eine weitverbreitete Ansicht von GPL-Anhängern, dass jeder GPL-Code viral allen anderen Code infiziert. Das funktioniert jedoch nicht bei bereits bestehendem Code, da das neue Produkt nicht vollständig aus dem alten GPL-Produkt, z.B. durch direkte Änderungen oder abhängige Funktionalitäten darauf, hervorgegangen ist.

    Im Grunde sollte man m.E. die GPL wegen dieses Missverständnisses komplett vermeiden. Im Endeffekt kommt es bei GPL auf die Freiheit und Verfügbarkeit des --bestehenden-- Codes und seiner --Änderungen-- an und dass die Anwendung selbst kompiliert werden kann. Bei Android sieht man sehr gut, dass das nicht der Fall ist. Die GPLv3 bietet dem Benutzer viel mehr Rechte, z.B. bei Bootloader-Keys.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 24.03.17 21:39 durch Cok3.Zer0.

  4. Re: Die GPLv3 wird auch noch nicht juristisch "verstanden"

    Autor: picaschaf 24.03.17 - 22:37

    Auch wieder nur voller Halbwahrheiten. Bzgl. der Anwendbarkeit der GPL auf abgeleitete Werke bzw. deren Definition einfach nochmal Grundkurs Urheberrecht. Und bzgl. der undifferenziert erwähnten Bootloader Keys nochmal Lizenz lesen, Stichwort "User products".

  5. Re: Die GPLv3 wird auch noch nicht juristisch "verstanden"

    Autor: Cok3.Zer0 24.03.17 - 22:42

    Ja: abgeleites Werk != Sammelwerk
    Das gilt nicht für v2. Wenn es der Bootloader bei v2 nicht zulässt, dass man die Software deployen kann, dann kann man nichts machen...

  6. Re: Die GPLv3 wird auch noch nicht juristisch "verstanden"

    Autor: Seitan-Sushi-Fan 25.03.17 - 04:10

    picaschaf schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also wenn *du* sie nicht vestanden hast (genügend Juristen und Projekte
    > haben die v3 nämlich verstanden), dann schreib doch bitte GNU, FSF, Linux
    > Foundation oder das OSADL mal an und lass sie dir erklären.

    Jörg Schillig ist bei genannten Organisationen vermutlich seit Jahren auf Spam-Filtern.

  7. Re: Die GPLv3 wird auch noch nicht juristisch "verstanden"

    Autor: derats 25.03.17 - 12:43

    Als Europäer kann man ja die EUPL benutzen, die explizit von Anwälten designed wurde, um mit den Copyright-Recht der Mitgliedsländer kompatibel zu sein. Von den Rechten her ist die Kiste quasi ein Drop-In-Ersatz für GPL (+- SaaS, Patente). Und es gibt rechtlich bindende Übersetzungen in die Mitgliedsprachen.

    http://ec.europa.eu/idabc/eupl.html
    https://joinup.ec.europa.eu/community/eupl/news/eupl-or-gplv3-comparison-table-main-characteristics-and-differences
    https://joinup.ec.europa.eu/community/eupl/og_page/eupl-compatible-open-source-licences
    https://github.com/acatton/eupl-txt

  8. Re: Die GPLv3 wird auch noch nicht juristisch "verstanden"

    Autor: Cok3.Zer0 25.03.17 - 17:30

    "Bearbeitungen:
    Werke oder Software, die der Lizenznehmer auf der Grundlage des Originalwerks oder seiner Bearbeitungen schaffen kann. In dieser Lizenz wird nicht festgelegt, wie umfangreich die Änderung oder wie stark die Abhängigkeit vom Originalwerk für eine Einstufung als Bearbeitung sein muss; dies bestimmt sich nach dem Urheberrecht, das in dem unter ArtikeL 15 aufgeführten Land anwendbar ist.
    (...)
    Diese Lizenz unterliegt dem Recht des Mitgliedstaates der Europäischen Union, in
    dem der Lizenzgeber seinen Wohnsitz oder seinen ein getragenen Sitz hat."

    Toll, dann ist das je nach Mitgliedsland anders! Was bedeutet denn nun "auf Grundlage"?

  9. Re: Die GPLv3 wird auch noch nicht juristisch "verstanden"

    Autor: picaschaf 27.03.17 - 03:41

    EUPL ist Quatsch. In der GPL ist das festgelegt und sie existiert nun seit über 10 Jahren, ist bewährt und auch durch weltweite Rechtsprechung bestätigt.

  10. Re: Die GPLv3 wird auch noch nicht juristisch "verstanden"

    Autor: schily 27.03.17 - 11:42

    Wenn Du der Meinung bist, sie sei verstanden, dann gib mir doch mal einen Link auf eine Rezension durch einen unabhängigen Juristen.

    Nur weil die "Erzeuger" massiv Werbung dafür machen, heißt das noch lange nicht das die Lizenz in ihren Auswirkungen auf Softwareprojekte und in ihren Problemen verstanden ist.

    Sie enthält jedenfalls einige äußerst problematische Teile und einige Softwareprojekte haben wegen der Probleme mit der GPLv3 kurze Zeit nach der Umstellung wieder zurückumgestellt.

    Aktuell kann man jedenfalls sagen, daß im Wesentlichen Projekte, die von Stallman beherrscht werden auf die GPLv3 umgestellt haben.

  11. Re: Die GPLv3 wird auch noch nicht juristisch "verstanden"

    Autor: schily 27.03.17 - 11:50

    Du solltest mal einen Grundkurs Urheberrecht belegen....

    Ein abgeleitetes Werk entsteht, wenn ein bestehendes Werk so stark verändert wird, daß dabei ausreichend eigene Schöpfungshöhe im Spiel ist.

    Der Versuch der GPL die Definition des abgeleiteten Werkes selbst durchzuführen, ist übrigens in den USA illegal, da aus Gründen des Verbraucherschutzes in einer Lizenz nur Definitionen aus einer Liste aus dem Gesetz auftauchen dürfen. Diese Liste enthält aber die Umdefinition des Begriffs des Abgeleiteten Werkes nicht und daher gilt die gesetzliche Festlegung nach der so ein Filesystem mit dem Betriebssystem ein "Sammelwerk" bildet, daß auch nach der GPL zulässig ist.

    Übrigens greift auch in Europa der Verbraucherschutz bei der GPL und erlaubt dem Nutzer wegen unklarer Formulierungen die im am besten passende Interpretationsmöglichkeit zu wählen. Auch dies erlaubt das zulässige Sammelwerk.

  12. Re: Die GPLv3 wird auch noch nicht juristisch "verstanden"

    Autor: schily 27.03.17 - 11:54

    Ich rate von der EUPL dringend ab.

    Diese Lizenz ist nur zu sich und zur GPL kompatibel und daher nicht im Sinne von OpenSource.org, die gerne eine größere Anzahl untereinander kompatibler Lizenzen (und damit die Zusammenarbeit der Programmierer) fördern wollen.

  13. Re: Die GPLv3 wird auch noch nicht juristisch "verstanden"

    Autor: derats 27.03.17 - 20:26

    schily schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich rate von der EUPL dringend ab.
    >
    > Diese Lizenz ist nur zu sich und zur GPL kompatibel und daher nicht im
    > Sinne von OpenSource.org, die gerne eine größere Anzahl untereinander
    > kompatibler Lizenzen (und damit die Zusammenarbeit der Programmierer)
    > fördern wollen.

    https://joinup.ec.europa.eu/community/eupl/og_page/eupl-compatible-open-source-licences

    widerspricht dir da ziemlich klar.

    Die EUPL ist übrigens entgegen deiner anderen Behauptung OSI-zertifiziert.

    Also mit anderen Worten: Du rätst "dringend ab", und bringst Lügen im Doppelpack als begründung. Seeeeeehr überzeugend. Wirklich.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 27.03.17 20:31 durch derats.

  14. Re: Die GPLv3 wird auch noch nicht juristisch "verstanden"

    Autor: schily 28.03.17 - 02:22

    Was erhoffst Du Dir von Deinen Lügen?

    Ich habe nie behauptet, die EUPL sei nicht OSI Zertifiziert, sie ist aber nicht in der Liste der 9 empfohlenen Lizenzen und das aus gutem Grund: sie ist mit anderen wichtigen Lizenzen nicht kompatibel.

    Siehe: http://www.osscc.net/en/licenses.html

    Der Rest Deines Textes ist genauso absurd.

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