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Verzweiflung

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  1. Verzweiflung

    Autor: ntrip 21.01.21 - 09:43

    Es sind Meldungen wie diese, die meine Hoffnung in Politik und unsere Gesellschaft in Ruinen hinterlassen hat. Was hätte uns diese Maßnahme in den ersten Tagen und Wochen der Pandemie gekostet? Ich kann nur vorübergehende Produktivitätseinbußen und ein etwas erhöhten Verwaltungsaufwand für unvorbereitete & betroffene Unternehmen erkennen - nichts was nicht leicht überwunden werden kann, echten wirtschaftlichen oder gar persönlichen Schaden anrichtet.

    EIN JAHR habe wir dafür gebraucht. Ich will gar nicht nachsehen, wieviele Tote wir in dieser Zeit zu beklagen hatten.

    Was spricht neben menschenverachtender Ideologie gegen diese Maßnahme? Bitte, ich würde durchaus eine andere Sichtweise bevorzugen.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 21.01.21 09:45 durch ntrip.

  2. Re: Verzweiflung

    Autor: Max Level 21.01.21 - 09:50

    > Was spricht neben menschenverachtender Ideologie gegen diese Maßnahme?
    > Bitte, ich würde durchaus eine andere Sichtweise bevorzugen.

    Deine Frage sollte eher lauten, warum es für so eine Kleinigkeit überhaupt erst ne Maßnahme und ne Verordnung braucht, bis die Firmen ihren Arsch mal bewegen. Das ist, als müsste man erst verbieten, Gift ins Essen zu tun, damit die Suppe genießbar wird. Wieso muss man das? Kommt der Koch da wirklich nicht selber drauf? Und das ist mit Homeoffice eben ganz ähnlich.

  3. Re: Verzweiflung

    Autor: M.P. 21.01.21 - 09:51

    Verzweifeln kann man schon, aber nicht an der Politik, sondern an den Arbeitgebern, die da nicht von sich aus draufkommen ...

    Aber wenn man Arbeitsstättenverordnungen braucht, weil einige Arbeitgeber ihren Mitarbeitern ansonsten weniger Platz, als einem Huhn in der Legebatterie zubilligen würden, hätte den Politikern klar sein können, dass man da auf Menschlichkeit und Vorausschau keine große Hoffnung hätte setzen können ...

  4. Re: Verzweiflung

    Autor: d0p3fish 21.01.21 - 09:54

    Lässt sich im Nachhinein immer einfach sagen ;)

  5. Re: Verzweiflung

    Autor: ubuntu_user 21.01.21 - 09:58

    d0p3fish schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Lässt sich im Nachhinein immer einfach sagen ;)

    und das widerrum ist ne Entschuldigung für jegliche Art von dämlichem verhalten.
    "oh mit dem Hammer auf die Hand hauen, tut weh"
    Antwort: " Lässt sich im Nachhinein immer einfach sagen ;)"

  6. Re: Verzweiflung

    Autor: Dino13 21.01.21 - 10:00

    ntrip schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es sind Meldungen wie diese, die meine Hoffnung in Politik und unsere
    > Gesellschaft in Ruinen hinterlassen hat. Was hätte uns diese Maßnahme in
    > den ersten Tagen und Wochen der Pandemie gekostet? Ich kann nur
    > vorübergehende Produktivitätseinbußen und ein etwas erhöhten
    > Verwaltungsaufwand für unvorbereitete & betroffene Unternehmen erkennen -
    > nichts was nicht leicht überwunden werden kann, echten wirtschaftlichen
    > oder gar persönlichen Schaden anrichtet.
    >
    > EIN JAHR habe wir dafür gebraucht. Ich will gar nicht nachsehen, wieviele
    > Tote wir in dieser Zeit zu beklagen hatten.
    >
    > Was spricht neben menschenverachtender Ideologie gegen diese Maßnahme?
    > Bitte, ich würde durchaus eine andere Sichtweise bevorzugen.

    Mein Arbeitgeber hat mich schon im März/April ins HomeOffice geschickt und war bis dato für seine restriktive Haltung gegenüber HO bekannt. Ein wenig Eigeninitiative darf man auch vom Arbeitgeber erwarten.

  7. Bundeswehr genauso

    Autor: ubuntu_user 21.01.21 - 10:01

    ntrip schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > EIN JAHR habe wir dafür gebraucht. Ich will gar nicht nachsehen, wieviele
    > Tote wir in dieser Zeit zu beklagen hatten.

    hab gestern im Radio gehört, dass die Bundeswehr jetzt Pflegeheime mit Schnelltests unterstützen sollen...
    man muss jetzt gar nicht mit Toten und Menschlichkeit argumentieren. Allein dass die Wirtschaft schnell wieder bei 100% ist, wäre schon Grund das alles nen bisschen kompetenter zu machen

  8. Ist wie mit dem All-You-Can-Eat Restaurantbesitzer

    Autor: M.P. 21.01.21 - 10:02

    der erst niemanden abgestellt hat, der aufpasst, dass kein Gast Sachen vom Buffet direkt in mitgebrachte Tupperschüsseln verschwinden lässt ...

  9. Eine Frage hätte ich noch

    Autor: M.P. 21.01.21 - 10:06

    Wenn ein Arbeitgeber nicht alle verfügbaren Maßnahmen ergriffen hätte seine Mitarbeiter vor einer Infektion zu schützen, und es kommt zu einer Infektionskette unter den Mitarbeitern ... wäre der Arbeitgeber gegenüber den Mitarbeitern nicht haftbar für die Folgen?

  10. Re: Verzweiflung

    Autor: Tuxraxer007 21.01.21 - 10:14

    Dino13 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mein Arbeitgeber hat mich schon im März/April ins HomeOffice geschickt und
    > war bis dato für seine restriktive Haltung gegenüber HO bekannt. Ein wenig
    > Eigeninitiative darf man auch vom Arbeitgeber erwarten.
    Mein Ex-AG hat sich noch lange mit Corona geweigert, die Leute ins HO zu schicken - mittlerweile hat er wohl umgedacht, gab einen C19 Fall.

    Eine mir bekannte Firma hier in NRW war lange Zeit auch bekannt dafür, kein HO anzubieten, derzeit sind alle 200+ Mitarbeiter zuhause.

    Bei uns gab es die Diskussion garnichtm, wir haben einen Betriebsvereinbarung "mobile Working" und die gibt es schon seit Jahren. Zu Beginn der Coronazeit wurden die Kapazitäten für die Remotezugänge massiv aufgestockt und es ist möglich, das alle Mitarbeiter ( knapp 10k ) remote arbeiten können.

  11. Re: Verzweiflung

    Autor: Sharra 21.01.21 - 10:16

    d0p3fish schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Lässt sich im Nachhinein immer einfach sagen ;)


    Im Nachhinein? Wann war "im Nachhinein"?
    2019?
    2018?
    2017?
    Oder die Jahre davor?
    Jedes Jahr, pünktlich zu Grippesaison kommt immer wieder die Forderung, dass man Leute, die sowieso nur am Computer oder Telefon sitzen, das doch auch von daheim erledigen lassen könnte. Hat nur all die Jahre keine Sau interessiert. Genausowenig eben wie jetzt das 1. Jahr der Pandemie.

    Nix mit hinterher.

  12. Re: Verzweiflung

    Autor: AllDayPiano 21.01.21 - 10:19

    Ganz einfach: Weil viele VGs paranoid sind, und denken, dass wenn sie nicht die Peitsche direkt auf die Rücken schlagen können, die Mitarbeiter nurnoch faul am Ballermann liegen, und saufen.

    Das ist eine höchst antiquierte, patriachaische Denkweise, die aber noch weit etabliert ist.

    Wir hatten im Frühjahr 40% HO Quote, jetzt noch 15%. Von den 40% waren sicher viele dabei, die gemerkt haben "geht einfach nicht", aber gewiss keine 25%.

    Alles, was oben steht, ist eine Meinung. Meine Meinung. Wenn ich eine absolute Aussage treffe, dann ist das ebenfalls eine Meinung. Meine Meinung. Wenn ich etwas mit Quellen belege, ist es entsprechend gekennzeichnet und damit keine Meinung, sondern eine Schlussfolgerung oder Tatsachendarstellung. Gut, dass wir das jetzt abschließend geklärt haben. Springen wird Golem.de trotzdem weiterhin.

  13. Re: Verzweiflung

    Autor: ntrip 21.01.21 - 10:20

    Max Level schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Deine Frage sollte eher lauten, warum es für so eine Kleinigkeit überhaupt
    > erst ne Maßnahme und ne Verordnung braucht, bis die Firmen ihren Arsch mal
    > bewegen. Das ist, als müsste man erst verbieten, Gift ins Essen zu tun,
    > damit die Suppe genießbar wird. Wieso muss man das? Kommt der Koch da
    > wirklich nicht selber drauf? Und das ist mit Homeoffice eben ganz ähnlich.

    Sollte sie das wirklich? Spätestens wenn Menschen um mich herum sterben, möchte ich mich eigentlich nicht auf dieser philosophischen & theoretischen Ebene diskutieren - das lenkt nur ab.

  14. Re: Verzweiflung

    Autor: quineloe 21.01.21 - 10:49

    Das "Problem" war ja, dass die Unternehmen im April gespurt haben. Es war deutlich zu sehen, wie unfassbar viele Menschen im Home Office arbeiten könnten - 36% hieß es ja. Die Straßen waren wie ausgestorben dadurch. Wir haben uns den gesamten Berufsverkehr gespart.

    Aber jetzt weigern sie sich. Jetzt geht es auf einmal nicht mehr - obwohl die Befürchtungen bei Home Office sich nicht bewahrheitet haben - bei uns jedenfalls keineswegs. Wir machen zum Glück weiter Home Office aber wenn ich mal ins Büro fahre sehe ich an den Parkplätzen und an den vielen anderen Autofahrern, dass es ganz anders ist als im Früjahr 2020. Und die Zahlen belegen das ja auch - nur noch 14% Home Office.

    Im April gab es keinen Grund für Zwang, Jetzt schon.

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  15. Re: Verzweiflung

    Autor: ntrip 21.01.21 - 11:11

    quineloe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das "Problem" war ja, dass die Unternehmen im April gespurt haben. Es war
    > deutlich zu sehen, wie unfassbar viele Menschen im Home Office arbeiten
    > könnten - 36% hieß es ja. Die Straßen waren wie ausgestorben dadurch. Wir
    > haben uns den gesamten Berufsverkehr gespart.

    Die Sichtweise hilft mir durchaus das etwas sachlicher einzusortieren. Die Diskussion darum scheine ich verpasst zu haben. Danke dafür. Das Unverständniss bleibt aber. Angesichts der offensichtlich minimalen gesellschaftlichen Kosten ist es mir ein Rätsel, wie diese Maßnahme so lange auf der Strecke bleiben kann.

  16. Re: Verzweiflung

    Autor: AllDayPiano 21.01.21 - 11:19

    Wenn ich sehe, wie - dankenswerter Weise selten, aber trotzdem immer wieder - Menschen nach dem Stuhlgang ohne Händewaschen das Klo verlassen, dann wünschte ich mir, diese Leute würden ihre Noro- und Rotaviren bei sich zu hause lassen.

    Alles, was oben steht, ist eine Meinung. Meine Meinung. Wenn ich eine absolute Aussage treffe, dann ist das ebenfalls eine Meinung. Meine Meinung. Wenn ich etwas mit Quellen belege, ist es entsprechend gekennzeichnet und damit keine Meinung, sondern eine Schlussfolgerung oder Tatsachendarstellung. Gut, dass wir das jetzt abschließend geklärt haben. Springen wird Golem.de trotzdem weiterhin.

  17. Re: Verzweiflung

    Autor: demon driver 21.01.21 - 11:26

    ntrip schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es sind Meldungen wie diese, die meine Hoffnung in Politik und unsere
    > Gesellschaft in Ruinen hinterlassen hat. Was hätte uns diese Maßnahme in
    > den ersten Tagen und Wochen der Pandemie gekostet? Ich kann nur
    > vorübergehende Produktivitätseinbußen und ein etwas erhöhten
    > Verwaltungsaufwand für unvorbereitete & betroffene Unternehmen erkennen -
    > nichts was nicht leicht überwunden werden kann, echten wirtschaftlichen
    > oder gar persönlichen Schaden anrichtet.
    >
    > EIN JAHR habe wir dafür gebraucht. Ich will gar nicht nachsehen, wieviele
    > Tote wir in dieser Zeit zu beklagen hatten.
    >
    > Was spricht neben menschenverachtender Ideologie gegen diese Maßnahme?
    > Bitte, ich würde durchaus eine andere Sichtweise bevorzugen.

    ++

    So sieht's aus; in unserem ökonomischen Betriebssystem geht halt "Wirtschaft über alles". Die panische Angst, dass es böse Einbrüche im volkswirtschaftlichen Ertrag geben könnte, die letztlich die fortgesetzte Finanzierung von Gesellschaft und Staat bedrohen könnten, schwebt über allem, selbst wenn die Logik einem sagen müsste, dass die ökonomischen Konsequenzen einer sich von Halb-Lockdown zu Halb-Lockdown schleppenden Gesellschaft viel schlimmer werden können.

  18. Re: Verzweiflung

    Autor: demon driver 21.01.21 - 11:36

    Dino13 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Mein Arbeitgeber hat mich schon im März/April ins HomeOffice geschickt und
    > war bis dato für seine restriktive Haltung gegenüber HO bekannt. Ein wenig
    > Eigeninitiative darf man auch vom Arbeitgeber erwarten.

    Würde es reichen, von den Arbeitgebern Vernunft zu erwarten, hätte man die Verordnung jetzt nicht gebraucht...

    Bei mir war's übrigens auch so, dass März/April fast alle heimgeschickt wurden, nachdem es einen Fall in der Belegschaft gegeben hatte, und dass alles sehr gut funktonierte, obwohl Homeoffice bis dahin die Ausnahme gewesen war. Im Sommer kehrte man dann langsam wieder halbwegs zur Büronormalität zurück, immerhin mit begrenzter Personenzahl pro Fläche und Raum. Im Herbst jedoch, selbst als die Zahlen schon viel übler waren als noch im Frühjahr, hielt man es dann nicht mehr für nötig, und nur fortgesetzter Druck von der Beschäftigtenvertretung hat bewirkt, dass wenigstens ein Großteil der Beschäftigten die meiste Zeit über zuhause arbeiten konnte. Erst im Dezember, als der Lockdown ausgerufen wurde, hatte das Management ein Einsehen und hat alle ins Homeoffice geschickt, die konnten und wollten...

  19. Re: Verzweiflung

    Autor: Max Level 21.01.21 - 11:44

    > Ganz einfach: Weil viele VGs paranoid sind, und denken, dass wenn sie nicht
    > die Peitsche direkt auf die Rücken schlagen können, die Mitarbeiter nurnoch
    > faul am Ballermann liegen, und saufen.
    >
    > Das ist eine höchst antiquierte, patriachaische Denkweise, die aber noch
    > weit etabliert ist.

    Das wäre auch meine Theorie bzw deckt sich zumindest mit meinen persönlichen Erfahrungen^^

  20. Re: Verzweiflung

    Autor: Plasma 21.01.21 - 16:07

    Max Level schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Deine Frage sollte eher lauten, warum es für so eine Kleinigkeit überhaupt
    > erst ne Maßnahme und ne Verordnung braucht, bis die Firmen ihren Arsch mal
    > bewegen.

    Das frage ich mich allerdings auch schon seit Monaten. Ich sitze seit Mitte März 2020 im Homeoffice, ohne dass es dazu eine Verordnung der Regierung benötigt hätte. Ich sitze nicht in Deutschland.

    Am 12. März kamen hier die Warnungen dass die Regierungen kurzfristige Maßnahmen beschließt, ein Tag danach (passenderweise Freitag der 13.) wurden u.a. Schulen und Kindergärten geschlossen. Ab Montag darauf galt die Empfehlung (!) dass alle denen es möglich ist von zuhause arbeiten sollen. Meine Firma gab daraufhin die Ansage heraus, man solle sich sein Zubehör (Bildschirm usw.) im Büro abholen, soweit notwendig, und fortan daheimbleiben.

    Was Deutschland immer ewig rumschwurbelt über solche einfache Dinge, darüber kann man sich von außen betrachten oft nur noch ans Hirn fassen.

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