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Im Prinzip keine schlechte Idee...

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  1. Im Prinzip keine schlechte Idee...

    Autor: Anonymer Nutzer 30.06.17 - 20:14

    ... sie müsste aber konsequent umgesetzt werden.

    Das heißt zum Beispiel:
    - Die öffentlich-rechtlichen Sender bekommen keine Sonderbehandlung mehr. Sie müssen wirtschaftlich arbeiten, dafür dürfen gerne die Regelungen bzgl. Einschränkung von Werbung fallen.
    - Fördermittel für einzelne Inhalte aus den Rundfunkbeiträgen können bei einer unabhängigen Kommission beantragt werden. Diese beurteilt die Inhalte anhand ihrer "Förderfähigkeit" anhand festgelegter Kriterien.
    - Voraussetzung für die Förderung ist, dass sie werbefrei ausgestrahlt werden und uneingeschränkt frei im Internet verfügbar gemacht werden (idealerweise über eine zentrale Plattform).

    So könnte man beispielsweise auch kleinere Teams unterstützen, wenn sie gesellschaftlich wertvolle Inhalte produzieren können. Eine Ausstrahlung im Fernsehen wäre ja dann optional - man könnte also auch gute Dokus produzieren, die dann nur als Stream verfügbar sind (die Sender können sie ja trotzdem einkaufen). Das dürfte effizienter sein als der Behördenapparat der öffentlich-rechtlichen. Und mal ganz ehrlich: Auch die produzieren eine Menge Schrott...

  2. Re: Im Prinzip keine schlechte Idee...

    Autor: chucu 30.06.17 - 20:31

    Dieses wirtschaftlich arbeiten ist einfach nur zum Kotzen und weil die ihren Dreck kaum noch finanzieren können soll die Allgemeinheit dafür aufkommen, so wie für die wirtschaftlich "erfolgreichen" Banken.
    Mann, wie blöd muss man sein.....

  3. Re: Im Prinzip keine schlechte Idee...

    Autor: Anonymer Nutzer 30.06.17 - 20:43

    Das Problem im Moment ist ja, dass die Allgemeinheit über die Rundfunkbeiträge fast voll für die öffentlich-rechtlichen Sender aufkommt. Und damit wird dann Schrott wie Seifenopern oder gut wirtschaftlich verwertbares Programm (Fußball-WM) finanziert. Vom Behördenapparat und Fantasiegehältern der Führungsriege mal ganz zu schweigen. Das sollte man aufhören und das Geld lieber direkt denjenigen zukommen lassen, die gesellschaftlich wertvolle Inhalte produzieren.

    Der Zusammenhang mit Banken erschließt sich mir nicht.

  4. Re: Im Prinzip keine schlechte Idee...

    Autor: JörgLudwig 30.06.17 - 23:17

    Dein Vorschlag gefällt mir sehr gut.

    Wenn ich selten mal Videos schaue, dann über YouTube. Da wäre mehr Auswahl an gut recherchierten Dokus auf jeden Fall willkommen. :)

  5. Mal ein bisschen Kritik

    Autor: SchreibenderLeser 01.07.17 - 00:12

    Stefan99 schrieb:
    > - Die öffentlich-rechtlichen Sender bekommen keine Sonderbehandlung mehr.
    > Sie müssen wirtschaftlich arbeiten, dafür dürfen gerne die Regelungen bzgl.
    > Einschränkung von Werbung fallen.

    Das wäre ein Schritt in die falsche Richtung.
    Entweder man schafft die Öffis in der heutigen Form komplett ab oder aber man lässt sie als quasi-staatliche Behörden existieren.
    Eine de facto Privatisierung würden die nicht überleben.

    Es gibt ja zweifellos einige Dinge, die das Öffentlich-Rechtliche sehr gut hinbekommt. Beispielsweise das die Sendung mit der Maus oder das Sandmännchen.

    > - Fördermittel für einzelne Inhalte aus den Rundfunkbeiträgen können bei
    > einer unabhängigen Kommission beantragt werden. Diese beurteilt die Inhalte
    > anhand ihrer "Förderfähigkeit" anhand festgelegter Kriterien.

    Sorry, das ist läuft auf den selben Quatsch hinaus, den wir jetzt schon haben.

    Wer darf denn bitte im Namen der Allgemeinheit und mit Geld, das ihn gar nicht gehört, bestimmen, was "förderungsfähig" ist?
    Wer wirklich eine Doku über irgendein brisantes Thema machen will und niemanden findet der seine Arbeit bezahlt (denn es ist Arbeit!), der kann doch heute Spenden sammeln und das Werk auf Youtube oder anderen Plattformen hochladen.
    Ich sehe einfach nicht, wieso jemand da das Recht haben sollte, von den abgenommenen Einnahmen aus der Arbeit anderer Leute dafür finanziert zu werden. Das ist der springende Punkt.

    Es existiert nur ein Kriterium, das ich da halbwegs anerkennen würde: Ein Nutzen für die Allgemeinheit, der sich auch auf die Leute erstreckt, die nicht unmittelbar profitieren.
    Und das spricht für sowas wie die Sendung mit der Maus und Telekolleg. Das trägt nämlich zur Bildung bei und damit zur Wirtschaftsleistung des Landes.
    Natürlich spricht das auch für politische Berichterstattung. Nicht für die Talkshows, eher für sowas wie Parlamentsfernsehen und gelegentlichen öffentlichen Debatten. Aber auch hier gibt es genug wirklich unabhängige, private Vereinigungen, die sowas ermöglichen. Da müsste man nur ein Kamerateam hinschicken.

    Dafür braucht man aber mutmaßlich keine 20 Sender aus den Gebührentopf und auch keine Millionenbeträge. Das kann man billiger haben.

    > - Voraussetzung für die Förderung ist, dass sie werbefrei ausgestrahlt
    > werden und uneingeschränkt frei im Internet verfügbar gemacht werden
    > (idealerweise über eine zentrale Plattform).

    Frei im Internet? Mit anderen Worten: Die Deutschen bezahlens und die die Österreicher und Schweizer können gratis mitgucken? Die werden sich bedanken...

    Btw, wieso Internet? Fernsehen sollte als eigener Kanal nicht durch die Hintertür abgeschafft werden.

    > So könnte man beispielsweise auch kleinere Teams unterstützen, wenn sie
    > gesellschaftlich wertvolle Inhalte produzieren können.

    Es gibt durchaus einige Blogger, Youtuber und so weiter, die in bester journalistischer Tradition wertvollen Content auch ohne großes Geld produzieren.
    Insofern sehe ich nicht, wieso "kleine Teams" noch stärkere Unterstützung brauchen.

  6. Re: Mal ein bisschen Kritik

    Autor: Anonymer Nutzer 01.07.17 - 07:37

    > Das wäre ein Schritt in die falsche Richtung.
    > Entweder man schafft die Öffis in der heutigen Form komplett ab oder aber
    > man lässt sie als quasi-staatliche Behörden existieren.
    > Eine de facto Privatisierung würden die nicht überleben.

    Diese Möglichkeit würde ich in Kauf nehmen. Sicherlich müssten die öffentlich-rechtlichen gewaltige Einschnitte hinnehmen. Die riesige Sendervielfalt ist jedenfalls für ihren eigentlichen Auftrag absolut unnötig.

    > Es gibt ja zweifellos einige Dinge, die das Öffentlich-Rechtliche sehr gut
    > hinbekommt. Beispielsweise das die Sendung mit der Maus oder das
    > Sandmännchen.

    Richtig - und dafür würden sie bei meinem Vorschlag ja weiterhin Mittel aus den Rundfunkbeiträgen bekommen. Nur z.B. gut verwertbare Sportveranstaltungen und irgendwelchen Schund wie "Verbotene Liebe" sollen sie bitte aus ihren Werbebeiträgen finanzieren.

    > Sorry, das ist läuft auf den selben Quatsch hinaus, den wir jetzt schon
    > haben.

    Mag sein, aber man würde wenigstens das Monopol auf den Quatsch abschaffen.

    > Wer darf denn bitte im Namen der Allgemeinheit und mit Geld, das ihn gar
    > nicht gehört, bestimmen, was "förderungsfähig" ist?

    Das ist sicherlich der Knackpunkt. Heute haben die öffentlich-rechtlichen das Monopol darauf. Eine effektive Kontrolle gibt es offensichtlich nicht - sonst würden sie nicht so viel Schund produzieren.

    > Wer wirklich eine Doku über irgendein brisantes Thema machen will und
    > niemanden findet der seine Arbeit bezahlt (denn es ist Arbeit!), der kann
    > doch heute Spenden sammeln und das Werk auf Youtube oder anderen
    > Plattformen hochladen.

    Das kann man natürlich immer machen. Es gibt aber eben den Rundfunkbeitrag, aufgrund der These, dass man die Produktion von gesellschaftlich wertvollem Material zusätzlich durch die Allgemeinheit finanzieren müsste. Mein Vorschlag basiert auf der Annahme, dass man diese These akzeptiert. Man kann ihr auch widersprechen - dann sollte man aber einfach die Rundfunkbeiträge abschaffen und den Markt entscheiden lassen.

    > Ich sehe einfach nicht, wieso jemand da das Recht haben sollte, von den
    > abgenommenen Einnahmen aus der Arbeit anderer Leute dafür finanziert zu
    > werden. Das ist der springende Punkt.

    Heute ist das aber leider so. Und dazu wird eben nicht nur gesellschaftlich wertvolles Material finanziert, sondern auch eine Menge Schrott und dazu noch ein enormer Verwaltungsapparat durchgeschleppt.

    > Es existiert nur ein Kriterium, das ich da halbwegs anerkennen würde: Ein
    > Nutzen für die Allgemeinheit, der sich auch auf die Leute erstreckt, die
    > nicht unmittelbar profitieren.
    > Und das spricht für sowas wie die Sendung mit der Maus und Telekolleg. Das
    > trägt nämlich zur Bildung bei und damit zur Wirtschaftsleistung des
    > Landes.
    > Natürlich spricht das auch für politische Berichterstattung. Nicht für die
    > Talkshows, eher für sowas wie Parlamentsfernsehen und gelegentlichen
    > öffentlichen Debatten. Aber auch hier gibt es genug wirklich unabhängige,
    > private Vereinigungen, die sowas ermöglichen. Da müsste man nur ein
    > Kamerateam hinschicken.

    Genau darum geht es ja. Solche Formate würde ich auch in Zukunft durch den Rundfunkbeitrag finanzieren lassen. Nur sollten die Öffentlich-Rechtlichen kein Monopol darauf haben. Wenn ein kleines Team eine bessere "Sendung mit der Maus" hin bekommt, dann sollten sie das Geld bekommen, das man sonst für die Lizenzen der Fußball-WM ausgeben würde.

    > Dafür braucht man aber mutmaßlich keine 20 Sender aus den Gebührentopf und
    > auch keine Millionenbeträge. Das kann man billiger haben.

    Eben! Genau das habe ich in meinem ersten Beitrag ja gesagt. Letztendlich soll es natürlich darauf hinaus laufen, dass man entweder die Rundfunkbeiträge deutlich senken kann und/oder mehr gesellschaftlich wertvolles Material produziert. Weil das zu verteilende Geld viel effektiver genutzt wird, wenn es ein wenig Wettbewerb gibt.

    > > - Voraussetzung für die Förderung ist, dass sie werbefrei ausgestrahlt
    > > werden und uneingeschränkt frei im Internet verfügbar gemacht werden
    > > (idealerweise über eine zentrale Plattform).
    >
    > Frei im Internet? Mit anderen Worten: Die Deutschen bezahlens und die die
    > Österreicher und Schweizer können gratis mitgucken? Die werden sich
    > bedanken...

    Ist heute schon so, über Satellit kann ganz Europa unser Programm schauen. Und die Mediatheken gibt es heute auch schon. Zur Not kann man ja immer noch Geoblocking einführen.

    > Btw, wieso Internet? Fernsehen sollte als eigener Kanal nicht durch die
    > Hintertür abgeschafft werden.

    Weil es für alle jederzeit frei verfügbar sein soll. Eine Doku oder ein Telekolleg will ich ja vielleicht nicht gerade dann schauen, wenn es ein Programmdirektor entscheidet, sondern wenn mich das Thema gerade interessiert oder ich dazu gerade etwas lernen muss. Das kann z.B. auch für Schulen interessant sein. Natürlich könnte man das auch anders lösen (bestellbare Datenträger o.Ä.), aber das Internet ist da mit Abstand die billigste und einfachste Lösung.

    Fernsehen wird es noch geben, solange die Zielgruppe groß genug ist. Ich für mich persönlich kann zwar überhaupt keine Vorteile erkennen. Ein lineares Programm macht für mich nur für Live-Übertragungen Sinn, und das ist auch die einzige Gelegenheit, bei der ich noch klassisches Fernsehen schaue. Aber es gibt ja offensichtlich eine große Masse, die das anders sieht. Ich vermute mal das liegt daran, dass sich viele Menschen keine Gedanken darüber machen wollen, was sie gerade schauen möchten. Dafür ist das lineare Programm natürlich perfekt. Und als solches wird es also wohl weiterhin erhalten bleiben. Wobei es auch möglich wäre, es durch Streaming und einem individuellen Programm über Spotify-ähnlichen Vorschlagsalgorithmen zu ersetzen.

    > > So könnte man beispielsweise auch kleinere Teams unterstützen, wenn sie
    > > gesellschaftlich wertvolle Inhalte produzieren können.
    >
    > Es gibt durchaus einige Blogger, Youtuber und so weiter, die in bester
    > journalistischer Tradition wertvollen Content auch ohne großes Geld
    > produzieren.
    > Insofern sehe ich nicht, wieso "kleine Teams" noch stärkere Unterstützung
    > brauchen.

    Diese Blogger, Youtuber, etc. würden sich sicherlich über eine alternative Einnahmequelle freuen. Das sind außerdem nur ein paar Idealisten. Mit einer ordentlichen Finanzierung würde man da sicherlich sehr viel mehr Profis zur Produktion von hochwertigen Material bewegen können. Durch eine ordentliche Qualitätskontrolle könnte man auch den Berg an Schund, der auf Youtube herumfliegt, aussortieren.

  7. Re: Mal ein bisschen Kritik

    Autor: Franky1306 01.07.17 - 08:59

    Interessanter Standpunkt den ich teilweise auch mit gehen würde, allerdings vergessen wir allzu gerne`, das wir hier (anscheindet) nicht den Mehrheitsvorstellung der deutschen Bevölkerung vertreten.

    Fakt ist ja wohl eher, wenn ich mir das Fernsehprogramm so anschaue, das die Deutschen den Content den die Privaten produzieren auch sehen wollen. Mir Persönlich kräuseln sich bei den Sendungen die dort laufen, die Fußnägel. Aber der durchschnitts Deutsche will es wohl so, ansonsten würden die privaten sowas nicht produzieren.

    Und nun kommt hier das Ei - Henne Problem, wenn das das ist, was gefordert ist, dann fangen die Öffentlichrechtlichen auch an so was herzustellen und raus kommen die Sendungen die, nach unserer kleinen bescheidenen Meinung nach, keiner brauch (z.B. Verbotenen Liebe). Sicherlich dauert das immer bis die Öffis sich den Trend anschließen und dem folgen, aber letztendlich können Sie sich vor diesen Trends nicht verschließen. Ansonsten würden Sie ja Ihren Auftrag nicht folgen.

    Leider stellt sich für mich immer mehr der Trend zu Content heraus, der weder lehrreich, sinnvoll noch einer hohen Aufmerksamkeitsspanne erfordert. Auch sind gut gemachte Filme mit einer anspruchsvollen Handlung und/oder komplexen Story nicht mehr im Trend. Ein Freund von mir ist Unternehmer einer kleinen mittelständischen Firma und hat mal folgendes gesagt "Die Jugend von heute hat noch eine Aufmerksamkeitsspanne von max. 10 Minuten." Ich habe erst gelacht, dann an meine Töchter gedacht (13 und 16) und deren Freunde und dann war mir nach Weinen zumute. Er hat mit dieser lustig gemeinten Behauptung wohl leider recht, denn er versucht immer noch Lehrlinge auszubilden.

    Wir müssen uns wohl mehr die Frage gefallen lassen, warum will der Deutsche solchen Content und wo haben wir da als Gesellschaft versagt?

  8. Re: Mal ein bisschen Kritik

    Autor: guidol 01.07.17 - 09:21

    Franky1306 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Fakt ist ja wohl eher, wenn ich mir das Fernsehprogramm so anschaue, das
    > die Deutschen den Content den die Privaten produzieren auch sehen wollen.
    > Mir Persönlich kräuseln sich bei den Sendungen die dort laufen, die
    > Fußnägel. Aber der durchschnitts Deutsche will es wohl so, ansonsten würden
    > die privaten sowas nicht produzieren.
    Ich denke die Deutschen schauen einfach, was sie vorgesetzt bekommen.
    Diese ganzen irren Shows sind meist nur Kopien von Shows, die im Ausland angekommen sind.
    Dann meinen die Privaten, was den Amis gefaellt muss ja auch den Deutschen gefallen und kaufen es ein anstatt direkt was fuer den deutschen Markt sich selbst auszudenken.
    Und dann verfallen sie in die Wiederholungsschleife und muessen das gekaufte dann jahrelang ertragen wie DSDS oder Top Model....

    Klar, manche vertragen nichts, wo man nachdenken muss....das merke ich bei (fuer mich) guten Serien, die bei der nicht "nachdenken wollenden" Masse nicht ankommt und die dann in spaete Nachprogramm wandern.
    Ich finde diese Entwicklung schon jahrelang furchtbar und verstehe nicht, wie man sich von den 25 tollsten Dingern das xte mal einlullen laesst...die total unspannend sind und so bloed kommentiert werden.

    Genauso sank das Niveau von "Welt der Wunder" von Jahr zu Jahr und die Themen wurden immer banaler.....ganz zu schweigen von den neuen Moderatoren :-(

  9. Re: Mal ein bisschen Kritik

    Autor: SchreibenderLeser 02.07.17 - 11:45

    Stefan99 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Richtig - und dafür würden sie bei meinem Vorschlag ja weiterhin Mittel aus
    > den Rundfunkbeiträgen bekommen. Nur z.B. gut verwertbare
    > Sportveranstaltungen und irgendwelchen Schund wie "Verbotene Liebe" sollen
    > sie bitte aus ihren Werbebeiträgen finanzieren.

    Wir müssen zwischen der inhaltlichen Kritik ("Schund", sofern man das noch inhaltlich nennen will) und der formalen Kritik an Finanzierung und Auftrag unterscheiden.

    Ob eine Sendung Schund ist, liegt im Auge des Betrachters. Ich kenne genügend Leute, für die z. B. Doctor Who, einfach weil es Science Fiction ist, der letzte Schund wäre.
    Auch die Politik-Talkshows ordne ich mittlerweile größtenteils so ein.

    Man muss sich auch keineswegs dafür schähmen, sich "Schund" anzusehen.
    Es gibt auch das ein oder andere Wertvolle, dass die Massen einfach nicht verstehen.

    > Das kann man natürlich immer machen. Es gibt aber eben den Rundfunkbeitrag,
    > aufgrund der These, dass man die Produktion von gesellschaftlich wertvollem
    > Material zusätzlich durch die Allgemeinheit finanzieren müsste.

    Du gehst davon aus, dass man gesellschaftlich wertvolles Material so unumstritten und eindeutig finden kann wie eine physikalische Größe. Dem ist nicht so.
    Es wird immer Leute geben, die eine andere Meinung haben und das vielleicht sogar begründen können.

    Deshalb zielt meine Argumentation auch nicht auf den Wert ab, sondern auf den Nutzen.

    > Wenn ein kleines Team eine bessere "Sendung mit
    > der Maus" hin bekommt, dann sollten sie das Geld bekommen, das man sonst
    > für die Lizenzen der Fußball-WM ausgeben würde.

    Kennst du das Sendekonzept von Bürgerradio und offenen Kanälen?
    Ist im Grunde nix anderes als Internet des Analog-Zeitalters.

    > Diese Blogger, Youtuber, etc. würden sich sicherlich über eine alternative
    > Einnahmequelle freuen. Das sind außerdem nur ein paar Idealisten. Mit einer
    > ordentlichen Finanzierung würde man da sicherlich sehr viel mehr Profis zur
    > Produktion von hochwertigen Material bewegen können. Durch eine ordentliche
    > Qualitätskontrolle könnte man auch den Berg an Schund, der auf Youtube
    > herumfliegt, aussortieren.

    Ich höre schon die Verschwörungstheoretiker, die sich beschweren, dass ihr wertvolles Material nicht auserwählt wurde.

    Wenn man deine Idee umsetzt (immer unter der Vorausssetung das), dann stellen sich weitere Fragen:
    - Welche Kriterien sollen zur Auswahl angewandt werden?
    - welche Personen sollen die Auswahl treffen?
    - Wie sind die Bewerbungs- und Kontrollinstanzen dafür?

    Meiner bescheidenen Meinung nach erfordern öffentliche Gelder kontrolle durch die Allgemeinheit. Oder altmodisch gesagt: No taxation without representation.
    Somit sollten die Bürger ihre Vertreter in den Rundfunkbeirat direkt wählen. Allerdings wären die "klassischen Parteien" dabei verboten, aufgrund der politischen Unabhängigkeit, die erwünscht ist. Genauso wie man es bei der "Sozialwahl" bereits tut.
    Andereseits hätte ich Bauschschmerzen, wenn ich die Differenz zwischen Massengeschmack und Minderheitengeschmack sehe.

  10. Re: Mal ein bisschen Kritik

    Autor: Anonymer Nutzer 02.07.17 - 12:02

    > Wir müssen zwischen der inhaltlichen Kritik ("Schund", sofern man das noch
    > inhaltlich nennen will) und der formalen Kritik an Finanzierung und Auftrag
    > unterscheiden.
    >
    > Ob eine Sendung Schund ist, liegt im Auge des Betrachters. Ich kenne
    > genügend Leute, für die z. B. Doctor Who, einfach weil es Science Fiction
    > ist, der letzte Schund wäre.
    > Auch die Politik-Talkshows ordne ich mittlerweile größtenteils so ein.

    Wie gesagt, der Knackpunkt an meinem Vorschlag ist natürlich, belastbare Kriterien zu definieren.

    Um das Beispiel Doctor Who heranzunehmen: Ich bin ein Fan der Serien, würde sie auch nicht als Schund bezeichnen, aber ich würde sie genauso wenig als förderfähig ansehen (auch wenn es sicherlich einige Aspekte enthält, die man durchaus als gesellschaftlich wertvoll bezeichnen kann).

    Politik-Talkshows sind sicherlich auch ein schwieriges Thema: Einerseits würde ich es als gesellschaftlich wertvoll ansehen, die Menschen über das politische Geschehen zu informieren, auf der anderen Seite halte ich eine Talkshow dafür für das falsche Format.

    > Du gehst davon aus, dass man gesellschaftlich wertvolles Material so
    > unumstritten und eindeutig finden kann wie eine physikalische Größe. Dem
    > ist nicht so.
    > Es wird immer Leute geben, die eine andere Meinung haben und das vielleicht
    > sogar begründen können.

    Nein, davon gehe ich nicht aus. Ich sehe es durchaus als schwierig an, genau zu definieren, was gesellschaftlich wertvoll ist. Aber wie gesagt: Der erste Schritt wäre, das öffentliche Monopol zu beseitigen und eine unabhängige Kommission zu schaffen, die nicht nach eigenen Interessen handelt (wie es heute bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ist). Dass ein System, das von Menschen gesteuert wird, niemals perfekt funktionieren kann, ist völlig klar.

    > Deshalb zielt meine Argumentation auch nicht auf den Wert ab, sondern auf
    > den Nutzen.

    Ja, man kann es auch Nutzen nennen.

    > Kennst du das Sendekonzept von Bürgerradio und offenen Kanälen?
    > Ist im Grunde nix anderes als Internet des Analog-Zeitalters.

    Bekommen die Geld aus den Rundfunkbeiträgen?

    > Ich höre schon die Verschwörungstheoretiker, die sich beschweren, dass ihr
    > wertvolles Material nicht auserwählt wurde.

    Ist doch super - dann haben sie eine Verschwörung mehr von der sie berichten können.

    > Wenn man deine Idee umsetzt (immer unter der Vorausssetung das), dann
    > stellen sich weitere Fragen:
    > - Welche Kriterien sollen zur Auswahl angewandt werden?
    > - welche Personen sollen die Auswahl treffen?
    > - Wie sind die Bewerbungs- und Kontrollinstanzen dafür?

    Richtig - Diese und viele andere Fragen Fragen gilt es zu klären. Ich habe nie den Anspruch gestellt, hier in einem Forenbeitrag eine allumfängliche Lösung zu präsentieren.

    > Meiner bescheidenen Meinung nach erfordern öffentliche Gelder kontrolle
    > durch die Allgemeinheit. Oder altmodisch gesagt: No taxation without
    > representation.
    > Somit sollten die Bürger ihre Vertreter in den Rundfunkbeirat direkt
    > wählen. Allerdings wären die "klassischen Parteien" dabei verboten,
    > aufgrund der politischen Unabhängigkeit, die erwünscht ist. Genauso wie man
    > es bei der "Sozialwahl" bereits tut.

    Das wäre eine sinnvolle Möglichkeit und spricht ja genau meiner Kritik am bisherigen Finanzierungsmodell über das Monopol der Öffentlich-Rechtlichen an.

    Ich würde mir vorstellen, dass die Kandidaten aus dem akademischen Umfeld stammen (Lehrer, Professoren, ...)

    > Andereseits hätte ich Bauschschmerzen, wenn ich die Differenz zwischen
    > Massengeschmack und Minderheitengeschmack sehe.
    Die Masse wird sich an solchen Diskussionen vermutlich gar nicht beteiligen.

  11. Re: Mal ein bisschen Kritik

    Autor: SchreibenderLeser 11.07.17 - 18:04

    Stefan99 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Um das Beispiel Doctor Who heranzunehmen: Ich bin ein Fan der Serien, würde
    > sie auch nicht als Schund bezeichnen, aber ich würde sie genauso wenig als
    > förderfähig ansehen (auch wenn es sicherlich einige Aspekte enthält, die
    > man durchaus als gesellschaftlich wertvoll bezeichnen kann).

    Das ist wohl auch besser so, denn natürlich wird diese Sendung durch Gebühren finanziert, britische Gebühren. ;-)

    > Politik-Talkshows sind sicherlich auch ein schwieriges Thema: Einerseits
    > würde ich es als gesellschaftlich wertvoll ansehen, die Menschen über das
    > politische Geschehen zu informieren, auf der anderen Seite halte ich eine
    > Talkshow dafür für das falsche Format.

    Das sehe ich anders.
    In der Art, wie diese Talkshows stattfinden, scheinen sie mir politisch eher witzlos zu sein. Besonders schlimm finde ich diese Talkrunden mit 1 bis 3 Parteipolitikern, Schauspielern und dann ein Experte oder Buchautor. Da kommt meist kein Dialog zu stande.

    Das hat wahrscheinlich auch mit dem politischen Personal zu tun. So ein BGE-Befürworter und -Kritiker könnte spannend werden.

    > Der erste Schritt wäre, das öffentliche Monopol zu beseitigen und eine
    > unabhängige Kommission zu schaffen, [...]

    Ich glaube, soweit stimmen wir überein.

    > > Kennst du das Sendekonzept von Bürgerradio und offenen Kanälen?
    > > Ist im Grunde nix anderes als Internet des Analog-Zeitalters.
    >
    > Bekommen die Geld aus den Rundfunkbeiträgen?

    AFAIK yes.

    > Ich würde mir vorstellen, dass die Kandidaten aus dem akademischen Umfeld
    > stammen (Lehrer, Professoren, ...)

    Naja, ich würde mir mehr Vielfalt wünschen.

    > > Andereseits hätte ich Bauschschmerzen, wenn ich die Differenz zwischen
    > > Massengeschmack und Minderheitengeschmack sehe.
    > Die Masse wird sich an solchen Diskussionen vermutlich gar nicht
    > beteiligen.

    :-D

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