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Sinn vom Arduino???

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  1. Sinn vom Arduino???

    Autor: jayjay 29.07.17 - 11:17

    Kann mir mal jemand erklären was der genaue Sinn oder Daseinsberechtigung des Arduinos ist? Man kann ja prinzipiell gleich einen AVR oder PIC nehmen, spart ein haufend Geld (insbesondere bei größeren Stückzahlen) und erreicht meist ein deutlich besseres Ergebnis. Zudem ist die Auswahl an MCUs deutlich höher und man kann die für sich am besten geeignete wählen.

    Das soll jetzt kein Trollpost sein, ich verstehe es wirklich nicht warum man zum Arduino greifen sollte.... aber ich denke es kann mich sicher jemand aufklären und meinen Horizont erweitern.

  2. Re: Sinn vom Arduino???

    Autor: Cone83 29.07.17 - 11:31

    Die Arduinos sind auch nicht für Kleinserien gedacht sondern für Bastelprojekte mit Stückzahl 1. Aber es stimmt dass die Boards für die verbaute Hardware viel zu teuer sind. Zum Glück gibt es aber eine Vielzahl von kompatiblen Klonen. Einfach auf Amazon Mal nach Arduino suchen. Die kosten meistens um die 10 EUR.

  3. Re: Sinn vom Arduino???

    Autor: yoyoyo 29.07.17 - 11:40

    Es ist einfach die Marke, die Kompatibilität und Hilfe verspricht in einem Markt der ausgesprochen unübersichtlich ist.

    Für Leute die keine eigenen PCBs fertigen lassen wollen oder basteln ist das Modulsystem sehr praktisch. Auch zum Prototyping. Der Mikrocontroller ist ja meist nur ein Mittel zum Zweck.
    Dann das Thema Software, die unglaublich schlechte Arduino IDE zeigt, das selbst einfache Hilfestellung schon viel hilft, nur dadurch das die tool chain paketiert ist.
    Und dann gibt es viel Open Source mit Community dran wo Arduino drauf steht. (dass das alles nicht Arduino exclusiv ist, ist klar, aber es wurde dann offensichtlich damit getestet)

  4. Re: Sinn vom Arduino???

    Autor: apefred 29.07.17 - 11:44

    Eigemtlich ganz einfach: Einfachheit und minimale Einstiegshürde. Für einen Arduino brauchst du üblicherweise nichts außer ein USB-Kabel um die bereits aufgelötete LED blinken zu lassen.

    Arduinos sind nicht wirklich dazu gedacht die in kommerzielle Systeme zu integrieren, sondern Bastlern, Kindern, Jugendlichen usw eine Experimentierplattform zu bieten, die einfach erweiterbar ist. Für fast alles an Hardware gibt es irgendwelche Bibliotheken, sodass man einfach Sensoren (analog, SPI, I²C,...) in ein Projekt einbinden kann. Mit der IDE wirkt das ziemlich wie aus einem Guss und ist wirklich nahezu von jedem innerhalb kürzester Zeit zu nutzen.

    Also das Ganze steht nicht wirklich in Konkurrenz zu PIC und AVR, sondern sieh es eher als Einstieg in die "programmierbare" Elektronik.

    Trotzdem: die Arduino Boards aus China sind teils echt richtig günstig (Nano ab rund 2¤) und sind ja bereits komplett mit Quarz, USB/Seriell-Wandler, einfachem Spannungsregler usw. Wenn ich jetzt irgendwo einzeln/ in kleiner Stückzahl ATmega 328 bestellen will, kostet mich der ja schon fast was in dem Preisbereich.

    Sollte ich an die Grenzen der Arduino IDE kommen, gibt's ja notfalls immer noch den ISP Header auf dem Board, mit dem ich dann ganz normal die bekannten AVR Toolchains benutzen kann.

  5. Re: Sinn vom Arduino???

    Autor: am (golem.de) 29.07.17 - 11:51

    > Dann das Thema Software, die unglaublich schlechte Arduino IDE zeigt, das
    Nur als Randbemerkung: Die Arduino IDE ist nicht schlecht. Sie ist bewußt einfach gehalten und für Anwender gedacht. Wenn du sie schlecht findest und sie dich limitiert, dann heißt das einfach, dass du kein Anfänger mehr bist und tatsächlich auf eine Profi-IDE wechseln solltest.

    Grüße,
    Alexander Merz (golem.de)

  6. Re: Sinn vom Arduino???

    Autor: Anonymer Nutzer 29.07.17 - 12:17

    Wenn sie dir wirklich zu teuer sind dann kauf dir doch den Arduino Pro Mini:
    http://www.ebay.de/itm/252713861320

    Du brauchst dafür noch ein kleines USB TTL Board ums zu programmieren (nur eins man kann es ja dank den steckern immer wieder verwenden) aber das teil ist meiner Meinung nach sehr viel besser als die größeren Versionen, nicht nur weil es günstiger ist sondern weil es auch viel kleiner ist und man es überall einbauen kann.

    Mit paar kleinen mods (LED entfernen, Spannungswandler austauschen etc.) kann man sogar die Leistungsaufnahme auf und 1mW senken.

    (Hab bei mir 5 Stück und die laufen alle Prima!)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.07.17 12:20 durch Seroy.

  7. Re: Sinn vom Arduino???

    Autor: derJimmy 29.07.17 - 12:20

    Der Sinn vom Arduino-Ökosystem sind Erfolgserlebnisse.

    Man kauft sich einen Arduino, einen Servo, einen Temperatursensor für die es jeweils fertige Bibliotheken gibt und Beispiele vorhanden sind. Der Rest ist wie Legospielen, bisschen Quellcode hier rausnehmen, bisschen hier weg und da dazu, zack fertig: Beetbelüftung. Zum Beispiel. Das hab ich mit meiner 8 jährigen Cousine am Wochenende ein bisschen gebastelt.

    Sicherlich kann ICH den AVR (und die meisten anderen MCUs diverser Hersteller) auch Baremetal nur mit z.B. der avr.h und dem Datasheet dazu bringen, das alles mit einem Bruchteil der Anstrengung zu vollziehen - aber die Kleine hätte keinen Spass daran gehabt.

  8. Re: Sinn vom Arduino???

    Autor: derdiedas 29.07.17 - 18:27

    Community und Zeitersparnis. Ich kann einfach ein Arduino Kompatibles Board nehmen und es gibt zu allem eine Lib und eine Anleitung.

    Will ich das gleiche mit einem ESP32 machen dauert das schon etwas länger da vieles da (noch) nicht zur Verfügung steht.

    Und wenn ich ein STM Fx Board nehme - dauert alles noch länger da man alles wirklich per Hand anfassen muss.

    Da Elektronik und Microcontroller "nur" mein Hobby sind, und meine Zeit ist endlich. Job, Familie, Haus - da bleibt nicht mehr viel Zeit. Und da ist ein Arduino genau das richtige.

    Gruß H.
    Beispiel CNC Steuerung von Estlcam - Arduino und fertig :-)

  9. Re: Sinn vom Arduino???

    Autor: Kyrun 30.07.17 - 23:13

    Moin,

    selbst bei uns in der Uni haben wir diverse Arduinos.

    Klingt recht billig, aber man kann diese halt einfach verdammt schnell nutzen. Ich kann mit nem AVR in DIP-Gehäuse nicht in 2 Zeilen nen Analogwert ausgeben oder per I2C kommunizieren. Und wenn einer der Studenten mal wieder irgendeinen Blödsinn mit einem Sensor gemacht hat, kann man sehr schnell testen, ob ein neuer gebraucht wird oder ob was anderes hinüber ist.

    Klar kann ich mir die Programme dafür auch einfach schreiben bzw eine eigene Libary dafür fertig machen. Hatte ich früher auch. Irgendwann wurden mir aber zugegebener Maßen die kleinen Anpassungen zu lästig.

    Teilweise werden sogar Arduinos in manchen Projekten verbaut, um die KOmplexität zu verringern. Wenn beispielsweise in einem Projekt schon ein STM Cortex-M0 und ein Raspberry verbaut ist, muss der Student sich nicht auch noch mit einem ARM rumschlagen. Der hat mit dem Cortex eh schon genug zutun.

    Grüße

    Kyrun



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 30.07.17 23:14 durch Kyrun.

  10. Re: Sinn vom Arduino???

    Autor: gadthrawn 31.07.17 - 09:21

    am (golem.de) schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Dann das Thema Software, die unglaublich schlechte Arduino IDE zeigt,
    > das
    > Nur als Randbemerkung: Die Arduino IDE ist nicht schlecht. Sie ist bewußt
    > einfach gehalten und für Anwender gedacht. Wenn du sie schlecht findest und
    > sie dich limitiert, dann heißt das einfach, dass du kein Anfänger mehr bist
    > und tatsächlich auf eine Profi-IDE wechseln solltest.

    Da bin ich mir nicht sicher. Ich sehe bei der Arduino IDE hauptsächlich folgende Probleme auch für Anfänger
    - Debuggen - gerade Anfänger machen Fehler, das "Debuggen über Serielle Nachrichten" hilft wenig wenn der Fehler nicht verstanden wird.
    - Autocomplete - gerade Anfängern hilft es wenn da richtig beim Anfangen etwas einzutippen vervollständigt wird.
    - Nutzen von Bibliotheken - ist eigentlich Müll. Gerade mal schnell reinschauen ... Und irgendwie fehlt da was. Und schon bei Lichtbeispielen machen Bibs Sinn. (Gefühlt muss es hundertausend Wortuhren geben).

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