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Dürfte wohl eher anderen drohen als den USA

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  1. Dürfte wohl eher anderen drohen als den USA

    Autor: mfeldt 16.11.15 - 14:09

    Es wäre doch schön blöd, den Einsatz eines solchen Gerätes unter Ausmalen der Folgen ausgerechnet einem Gegner anzudrohen, der durchaus in der Lage ist, Gleiches mit Gleichem zu vergelten - oder auch mit beliebig schlimmerem.

    Allerdings wirkt die Drohung gleich viel drastischer bei einem Gegner, der selber nicht nuklear bewaffnet ist. Und da suchen sich die Russen ja gerade einen neuen nach dem anderen.

  2. Re: Dürfte wohl eher anderen drohen als den USA

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 16.11.15 - 16:16

    mfeldt schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es wäre doch schön blöd, den Einsatz eines solchen
    > Gerätes unter Ausmalen der Folgen ausgerechnet
    > einem Gegner anzudrohen, der durchaus in der Lage
    > ist, Gleiches mit Gleichem zu vergelten - oder auch
    > mit beliebig schlimmerem.

    Das ganze Konzept des "nuklearen Gleichgewichts" basiert darauf, die *anderen* Besitzer von Kernwaffen davon zu überzeugen, dass man ungeachtet aller Maßnahmen und Gegenmaßnahmen in der Lage wäre, einen verheerenden Erst- oder Gegenschlag zu führen, damit der Gegner seinerseits konventionelle Offensiven oder nukleare Erstschläge unterlässt.

    Innerhalb dieser absurden Realität ist das russische Vorgehen absolut logisch: Wenn die NATO mittels eines Raketenschilds die Wirkung russischer ballistischer Raketen verringert, braucht Russland eine Waffe, die ihrerseits den Raketenschild - im wahrsten Sinnen des Wortes - unterläuft und damit dessen Wirkung verringert.
    Was dabei anscheinend gerne übersehen wird ist der Umstand, dass sich "Raketenschild" zwar schön defensiv und tendenziell friedliebend anhört, im Grunde aber bedeutet "Ällerbätsch, wir haben euren Knüppel kürzer gesägt, wodurch unser Knüppel stärker geworden ist, obwohl wir nichts daran verändert haben!".

    Die Welt kann dabei noch dankbar sein, dass das Wettrüsten inzwischen wenigstens etwas subtiler geworden ist und nicht mehr darauf beruht, das nukleare Arsenal von der schieren Menge her ins Groteske zu vergrößern.

  3. Re: Dürfte wohl eher anderen drohen als den USA

    Autor: mfeldt 16.11.15 - 16:25

    Der Held vom Erdbeerfeld schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Innerhalb dieser absurden Realität ist das russische Vorgehen absolut
    > logisch: Wenn die NATO mittels eines Raketenschilds die Wirkung russischer
    > ballistischer Raketen verringert, braucht Russland eine Waffe, die
    > ihrerseits den Raketenschild - im wahrsten Sinnen des Wortes - unterläuft
    > und damit dessen Wirkung verringert.
    > Was dabei anscheinend gerne übersehen wird ist der Umstand, dass sich
    > "Raketenschild" zwar schön defensiv und tendenziell friedliebend anhört, im
    > Grunde aber bedeutet "Ällerbätsch, wir haben euren Knüppel kürzer gesägt,
    > wodurch unser Knüppel stärker geworden ist, obwohl wir nichts daran
    > verändert haben!".
    >

    Was vor allem gerne übersehen wird: Es gibt überhaupt keinen Raketenschild.
    Und falls es je einen geben sollte, wäre er garantiert nutzlos gegen ein Land wie Rußland.

  4. Re: Dürfte wohl eher anderen drohen als den USA

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 17.11.15 - 12:40

    mfeldt schrieb:
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    > Was vor allem gerne übersehen wird: Es gibt überhaupt
    > keinen Raketenschild.

    Interessant. Was sind denn das sonst für seltsame Basen mit Abfangraketen, die entlang der kompletten (vorgeschobenen) NATO-Ostgrenze von Südosteuropa bis nach Skandinavien hoch eingerichtet werden? Besonders gut gesicherte McDonalds-Buden werden's wohl eher nicht sein. ;-)

    Spaß beiseite: Der Raketenschild ist seit Jahren Aufbau und wurde über die ganze Zeit mit immer wieder neuen absurden Argumenten begründet. Zuletzt waren es u.a. iranische Mittelstreckenraketen, gegen die man sich damit schützen müsse - wobei (nicht nur) der Iran schon damals nicht so recht wusste, was er davon halten soll. Und seit das Verhältnis des Westens zum Iran auch noch zunehmend wärmer wird und selbst das schwache Argument somit entfällt, nehmen merkwürdigerweise die Meldungen über russische Kapriolen zu. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt ...

    Und selbstverständlich ist so ein Raketenschild sinnvoll. Startrampen für Abfangraketen direkt am Rande der russischen Sphäre mindern die Schlagkraft ihrer landgestützen und im Bereich des Nordatlantik teilweise auch der seegestützten ballistischen Kernwaffen, weil man etliche davon herunterholen könnte, bevor sie den Scheitelpunkt ihrer Flugbahn erreichen, also noch vergleichsweise langsam sind. Gleichzeitig wäre das US-Arsenal komplett unbeeinträchtigt einsetzbar, was den Russen erklärlicherweise nicht in den Kram passt. Da sie aber nicht ihrerseits Abwehrraketen in der Nähe der USA platzieren können, sind sie bestrebt, das solcherart entstandene Ungleichgewicht durch andere (nuklear-) strategische Waffensysteme auszugleichen.

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