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Was bedeutet es jetzt?

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  1. Was bedeutet es jetzt?

    Autor: LoudHoward 22.07.20 - 12:24

    Alle Kunden die in der Cloud sind wieder onprem hosten?

  2. Re: Was bedeutet es jetzt?

    Autor: misfit 22.07.20 - 12:48

    Das frage ich ich auch langsam. In den 90er und 00er Jahre war das Internet noch irgendwie anders. Da war es egal was wo stattgefunden hatte.

    Ich weiß ehrlich nicht warum wir irgendwelchen Unternehmen Vorgaben machen wo sie ihre Daten zu speichern haben. Mir ist schon klar das es sich hier um weltweit agierende Konzerne handelt, die das umsetzen können. Aber im Endeffekt sollten sie die Daten doch speichern können, wo sie es möchten und für richtig halten.
    Das muss man sich mal vorstellen. Da kommt dann so eine Behörde an und sagt: Einer unserer Bürger hat sich auf deine Plattform verirrt. Du musst jetzt in der EU einen Server mieten und dort seine Daten speichern. Klingt für mich absurd.

    Im Umkehrschluss sollten sich die Benutzer der Dienste fragen ob sie ihre Daten einem Dienst aus den USA anvertrauen. Ich persönlich habe u.A. genau deshalb die Entscheidung getroffen mich von Diensten wie Facebook (inkl. WhatsApp und Instagram) fern zu halten.

  3. Re: Was bedeutet es jetzt?

    Autor: LoudHoward 22.07.20 - 12:58

    Aber sowas wie Azure und AWS gibt es nun mal nur von US Unternehmen, klar kann ich nen Server bei Hetzner mieten, habe aber keine Cloud mit HA frontend, backend usw. Oder es kostet mich 1000nde EUR mehr das selber zu bauen und zu pflegen.

  4. Re: Was bedeutet es jetzt?

    Autor: Slartie 22.07.20 - 13:19

    LoudHoward schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber sowas wie Azure und AWS gibt es nun mal nur von US Unternehmen, klar
    > kann ich nen Server bei Hetzner mieten, habe aber keine Cloud mit HA
    > frontend, backend usw. Oder es kostet mich 1000nde EUR mehr das selber zu
    > bauen und zu pflegen.

    In dem Moment, in dem auf breiter Front eine Bewegung weg von den genannten Anbietern hin zu Unternehmen erfolgt, deren Kern-Selling-Point darin besteht, dass sie keine US-Unternehmen sind und die Technik nicht auf US-Boden stellen, wird sich das innerhalb weniger Jahre ändern. Es ist nicht so, dass AWS und Co. irgendeine magische Soße hätten, die nur ihnen erlaubt, Cloud-Dienste anzubieten. Ihre Dominanz begründet sich einzig in günstigen Voraussetzungen zur Ausnutzung der Economies of Scale sowie inzwischen auch zunehmend dem klassischen "Niemand wurde je gefeuert, weil er IBM gekauft hat" Lock-In-Effekt. Beides kann schlagartig gebrochen werden, wenn das regulatorische Umfeld in Europa den US-Platzhirschen massive Nachteile beschert - und europäischen Konkurrenten spiegelbildlich massive Vorteile.

    Dann wird eines von zwei Dingen geschehen: entweder bilden sich binnen weniger Jahre ein bis drei große Konkurrenten mit zu AWS und Azure vergleichbaren Angeboten in Europa heraus, die allesamt Mühe haben werden, den Kundenansturm zu bewältigen. Oder die US-Regierung lenkt ein und investiert gewaltig von ihrer Seite, um verlorenes Vertrauen bezüglich Datenschutz im Angesicht ihrer Geheimdienste wieder aufzubauen. Allerdings ist das mit dem Vertrauen so eine Sache: man verliert es weitaus schneller, als man es aufbauen kann. Daher würde ich auf erstere Variante wetten: die Wirtschaft und der Markt werden's schneller richten als die Regierungen.

  5. Re: Was bedeutet es jetzt?

    Autor: TheUnichi 22.07.20 - 14:30

    LoudHoward schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Alle Kunden die in der Cloud sind wieder onprem hosten?

    Nicht applikabel. Bei Cloud geht es um das Auslagern von Ressourcen, explizit. Keine Stromkosten, keine Wartungskosten, keine Anschaffungskosten für Storages, USV, keine Kosten für Admins, keine Festplatten austauschen etc.

    Was wir brauchen sind gute IT-Anbieter. Die hiesigen europäischen sind entweder inkompetent oder haben ihre geschäftlichen Sinne woanders hin gerichtet (Viele davon wollen z.B. auf den US-Markt, viele nehmen Datenschutz nicht ernst genug oder versuchen in jedem Zentimeter der Plattform zu profitieren damit sie auch in der EU ihren American Dream leben können)

    Dazu kommen (und da haben wir hier im Golem Forum viele) die klassischen Mecker-Deutschen, die an allem rummeckern, wo man nur kann und alles schlecht reden, wo es nur geht. Es ist immer leichter, über die Zustände zu maulen, anstatt selbst anzupacken (sie sind ja so tolle ITler alle!)
    Man könnte meinen, bei der angeblichen Kompetenz der Leute im Golem Forum müssten wir ja eigentlich eine High-Tech-Nation sein. Aber da die meisten hier einfach nur Laberköpfe in ihrem 9/7 sind sind wir bis Dato die technische Bananenrepublik Deutschland, wo WLAN und 5G schädlich sind, weil Strahlung, wo Halbwissen rumposaunt wo nur möglich, wo halbgare Lösungen in Unternehmen implementiert werden damit sie auch bloß in 20 Jahren nicht sauber auf moderne Systeme migriert werden können, aber Hauptsache der IT-Anbieter hat den Kunden in die absolute Abhängigkeit gedrängt und verdient sich daran dumm und dämlich (Danke, SAP!)

    Ja, die meisten hier sind Teil des Problems, nicht Teil der Lösung. So schade es ist.

  6. Re: Was bedeutet es jetzt?

    Autor: Thinal 22.07.20 - 14:56

    Den gleichen Kundenansturm, den MS erlegen ist mit ihrem Telekom-Datacenter, wo sie keine Möglichkeit hatten, an die Kundendaten zu kommen? Ja, ich glaube, die mussten zu machen, weil der Ansturm zu groß war.

  7. Re: Was bedeutet es jetzt?

    Autor: tomatentee 22.07.20 - 15:16

    misfit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das muss man sich mal vorstellen. Da kommt dann so eine Behörde an und
    > sagt: Einer unserer Bürger hat sich auf deine Plattform verirrt. Du musst
    > jetzt in der EU einen Server mieten und dort seine Daten speichern. Klingt
    > für mich absurd.
    >
    > Im Umkehrschluss sollten sich die Benutzer der Dienste fragen ob sie ihre
    > Daten einem Dienst aus den USA anvertrauen. Ich persönlich habe u.A. genau
    > deshalb die Entscheidung getroffen mich von Diensten wie Facebook (inkl.
    > WhatsApp und Instagram) fern zu halten.
    >
    Das ist genau der Punkt: Wenn z.B. die Telekom entscheidet, ihre Kundendaten bei Amazon zu husten haben die US-Dienste doch wieder Zugriff - und wesentlich weitreichender als bei FB (Einzelverbindungsnachweis).
    Daher ist es alles andere als Absurd, dass Staaten Konzernen vorschreiben, in welcher Jurisdiktion die Daten zu halten sind.
    Absurd ist, dass die Amis meinen, ohne Legitimation in anderer Länder Jurisdiktionen tätig werden zu dürfen...

  8. Re: Was bedeutet es jetzt?

    Autor: LoudHoward 22.07.20 - 15:37

    Ich bin aber nicht raus wenn ich in AWS oder Azure in Deutschland oder Europa die Daten speichere oder?

  9. Re: Was bedeutet es jetzt?

    Autor: Slartie 22.07.20 - 15:57

    Thinal schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Den gleichen Kundenansturm, den MS erlegen ist mit ihrem
    > Telekom-Datacenter, wo sie keine Möglichkeit hatten, an die Kundendaten zu
    > kommen? Ja, ich glaube, die mussten zu machen, weil der Ansturm zu groß
    > war.

    Weil's ja damals auch noch keine effektiv wirksamen rechtlich zwingenden Gründe gab, die in vielen Fällen die Verarbeitung von Daten von EU-Kunden auf Servern von US-Unternehmen unterbunden hätten. Das Feigenblatt "Privacy Shield" erlaubte ja allen Beteiligten, genau das zu vermeiden und einfach so zu tun, als gäb's gar kein Problem.

    Wenn du sehen willst, wie diese Art Kundenansturm funktioniert, musst du nach China schauen - chinesische Unternehmen haben seit längerem eine in ihren Auswirkungen eher vergleichbare rechtliche Zwangssituation, die deren lokale Unternehmen zur Nutzung chinesischer IT-Ressourcen zwingt, wenngleich der Grund dafür nichts mit Privatsphäre und Datenschutz, sondern mehr mit Durchsetzung von Zensurmaßnahmen zu tun hat.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.07.20 15:59 durch Slartie.

  10. Re: Was bedeutet es jetzt?

    Autor: blaub4r 22.07.20 - 16:05

    Der Markt regelt gar nichts. So langsam sollten das alle gelernt habe.

  11. Re: Was bedeutet es jetzt?

    Autor: Slartie 22.07.20 - 16:06

    LoudHoward schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich bin aber nicht raus wenn ich in AWS oder Azure in Deutschland oder
    > Europa die Daten speichere oder?

    So lange die US-Regierung und ihre Geheimdienste die Auffassung vertreten, dass sie jedes US-Unternehmen dazu zwingen können, Kundendaten nicht nur von ihren in den USA befindlichen Rechenzentren, sondern von jedem im Besitz dieses Unternehmens befindlichen Rechenzentrum weltweit auszuliefern, ist genau das der Fall: du bist nicht raus.

    "Raus" bist du, wenn du entweder ein Unternehmen beauftragst, das diesen US-Gesetzen nicht unterliegt, oder wenn die USA diese übergriffige Gesetzeslage ändern.

  12. Re: Was bedeutet es jetzt?

    Autor: MCCornholio 23.07.20 - 22:08

    Open Telekom Cloud useless?

    https://open-telekom-cloud.com/de/preise/preisrechner



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 23.07.20 22:11 durch MCCornholio.

  13. Re: Was bedeutet es jetzt?

    Autor: FreiGeistler 25.07.20 - 14:21

    TheUnichi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > LoudHoward schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Alle Kunden die in der Cloud sind wieder onprem hosten?
    >
    > Nicht applikabel. Bei Cloud geht es um das Auslagern von Ressourcen,
    > explizit. Keine Stromkosten, keine Wartungskosten, keine Anschaffungskosten
    > für Storages, USV, keine Kosten für Admins, keine Festplatten austauschen
    > etc.

    Wie dämlich. Und der Anbieter schenkt dir diese Kosten, die er selbst hat?

  14. Re: Was bedeutet es jetzt?

    Autor: TheUnichi 25.07.20 - 15:17

    FreiGeistler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > TheUnichi schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > LoudHoward schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > Alle Kunden die in der Cloud sind wieder onprem hosten?
    > >
    > > Nicht applikabel. Bei Cloud geht es um das Auslagern von Ressourcen,
    > > explizit. Keine Stromkosten, keine Wartungskosten, keine
    > Anschaffungskosten
    > > für Storages, USV, keine Kosten für Admins, keine Festplatten
    > austauschen
    > > etc.
    >
    > Wie dämlich. Und der Anbieter schenkt dir diese Kosten, die er selbst hat?

    Der Anbieter hat Mega-Server und voll ausgelastete, gut bezahlte IT-Fachangestellte und fährt dir darin ein paar VM-Instanzen automatisiert hoch. Dazu erhält er Massenrabatte an allen Ecken und Enden und hat starke Partnerschaften mit anderen großen Tech-Riesen.

    Der Anbieter hat ingesamt sicher bei weitem weniger Kosten als entstehen würden, wenn jedes Small Business seinen eigenen Vollzeit-ITler und einen halben Serverpark benötigt, da Redundanz etc.

    Klar ist es bei weitem günstiger. Der Server läuft 24/7 im Büro, das alleine sind bereits 120¤ Strom im Monat, das ist so viel, wie die gesamte Cloud Infrastuktur für ein normales Small Business kosten würde monatlich. Man braucht nur selten mal IT-Support oder nicht mal das, aber definitiv keinen Vollzeit-Angestellten, der 3k im Monat kostet und sich 90% des Tages die Eier schaukelt. Man muss keine Redundanzen aufbauen, braucht keinen Extra-Platz, keine Lüftung oder Kühlung, keine Extra Netz-Infrastruktur dafür, keine USVs oder sonstige Geschichten d.h. es gehen auch massenhaft Installations- und Wartungsgebühren verloren (Eine USV geht z.B. auch mal kaputt, Festplatten fallen aus, ein RAM Stick steigt aus etc.)

    Kommt man durch nachdenken aber auch selbst drauf eigentlich. Aber hauptsache andere dämlich nennen.

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