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Wenn ich mein eAuto lade, dann mit Kohle
Autor: highrider 06.07.21 - 11:31
Wenn ich mir heute ein eAuto kaufe und es auflade, dann ist mein eAuto ein neuer Stromverbraucher, den es vorher am Netz nicht gab. Der Umwelt ist das aber egal: Die Sonne scheint nicht öfter und der Wind bläst nicht stärker, um die Energie für mein eAuto aus regenerativen Quellen zu liefern. Also wird mein zusätzlicher Verbraucher durch das Verbrennen von Kohle gefüttert. Fahre ich sparsam, lade ich selten. Fahre ich schnell, lade ich öfter. Dann halt noch eine Schüppe Kohlen oben drauf.
Ja, vielleicht ersetzt das eAuto einen Verbrenner. Das wäre gut. Ja, vielleicht lade ich mein eAuto nachts, wenn regenerativer Strom übrig ist. Auch das wäre gut. Aber immer, wenn das nicht so ist, ist es schlecht. -
Re: Wenn ich mein eAuto lade, dann mit Kohle
Autor: Rekaxis 06.07.21 - 11:42
Kurzfrig gesehen ist das richtig. Der Prozess ist langfristiger. Man muss regenerative Stromquellen ausbauen und die Antriebe in den Autos umstellen.
Es lohnt sich also ei E-Auto zu kaufen, wenn man ein neues Auto braucht. Man kann nicht warten, bis der gesamte Strom regenerativ erzeugt werden kann. Das wird sonst nämlich nie passieren.
Man muss aber trotzdem sparsam fahren. -
Re: Wenn ich mein eAuto lade, dann mit Kohle
Autor: Copper 08.07.21 - 18:53
Dann dürfen SIe aber auch kein neues Smartphone, Toaster, Spülmaschien kaufen, denn die laufen dann auch alle mit Kohlestrom.
Aber ich weiß, wo diese Betrachtungweise mittels Grenzstrom herkommt.
Vom "Brandbrief", den ca. 170 Mann mitunterschrieben haben. Dass die alle Jobs oder Lehrstühle im Bereich von Kolbenmotoren haben und deshalb nicht ganz uneigennützig entsprechende Berechnungen anstreben ist natürlich nur eine Unterstellung...
Man beachte auch: kein peer-reviewte Veröffentlichung, ein offener Brief o.ä.
Mit der Grenzstromberechnung können Sie alles totrechnen, was Ihnen gerade nicht in den Kram passt. -
Re: Wenn ich mein eAuto lade, dann mit Kohle
Autor: Copper 08.07.21 - 19:02
Wer darüber nachdenkt, dem könnte auffallen, dass nur eine Grenzstrombetrachtung durchgeführt wurde.
Jeder neue Verbraucher führt im Stromsektor zu einem höheren Verbrauch, soweit klar (wir lassen mal so Dinge wie weniger Abschaltung von WKA in der Nacht wegen Stromüberschuss aus der Betrachtung raus).
Aber: Das ist eine sehr einseitige Betrachtung. Denn letztlich muss man doch den Primärenergieverbrauch betrachten. Wenn ich im Stromsektor 1to mehr CO2 ausstosse, hört sich das nicht gut an. Wenn ich allerdings 2to CO2-Ausstoss durch primärenergie sparen kann, sieht die Sache doch ganz anders aus.
Und genau diese einzig richtige Betrachtung fehlt mir in diesem besagten Brief.



