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Erst mal komme ich nicht zum Bahnhof

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  1. Erst mal komme ich nicht zum Bahnhof

    Autor: Cryptokrat 20.11.21 - 14:18

    Erst mal komme ich nicht zum Bahnhof. Das ist schlecht. Ich könnte 40 Minuten mit dem Fahrrad fahren, ok.

    Der Bahnhof (eigentlich mehr ein Haltepunkt nach DB-Lingo) wird von einer einzigen EVO bedient. Die haben Probleme. Schlechte Züge, fehlende Triebfahrzeugführer. Und außerdem renoviert die DB Netz die Strecke. Das heißt, im schlimmsten Fall fallen 3 oder mehr Takte in Folge aus. Schienenersatzverkehr gibt es zum Teil, aber der entsprechende Bus braucht 1 Stunde länger, weil der aus ungeahnten Gründen völlig anders fährt.

    Danach muss ich 4 verschiedene Anschlusszüge nehmen. Und dann habe ich noch 20 Minuten Fußweg bis zum Arbeitgeber.

    Hört sich attraktiv an, oder?

  2. Re: Erst mal komme ich nicht zum Bahnhof

    Autor: jothme 21.11.21 - 01:52

    Scheisse, wie lange bist du denn da am Stück unterwegs?

    Absolut unzumutbar. Entweder Home Office, oder schön auf der Couch abhartzen. Würde ich mich einfach weigern, sowas mitzumachen.

  3. Re: Erst mal komme ich nicht zum Bahnhof

    Autor: ahja 21.11.21 - 09:01

    Ich hätte mit ÖPNV 2,5h zur Arbeit, Auto ist es 1h +Stau. Jeweils one-way. Home-Office als Logistiker (Staplerfahrer) nicht möglich. Umzug auch nicht, da grade erst was Gekauft. Pendlerwohnung will ich nicht (Familie) und AG wechseln darf ich nicht (Soldat). Und nu?
    Richtig, Zweitwagen, schließlich muss die Frau auch arbeiten, einkaufen, Kinder von a über b nach c bringen.

    So on...

  4. Re: Erst mal komme ich nicht zum Bahnhof

    Autor: Dakkaron 21.11.21 - 09:39

    Das klingt, böse gesagt, als wäre das Haus ein Fehlkauf gewesen.

    Das ist wahrscheinlich so ein Fall von weit raus weil es dort billiger ist. Dass man den billigen Kaufpreis dann mit elendigem Pendeln bezahlt ist halt was Anderes...

    Das zeigt aber genau die Problematik: Leute ziehen hinter den Mond und beschweren sich dann, dass es ohne Auto nicht geht.

  5. Re: Erst mal komme ich nicht zum Bahnhof

    Autor: snboris 21.11.21 - 09:47

    Dakkaron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das zeigt aber genau die Problematik: Leute ziehen hinter den Mond und
    > beschweren sich dann, dass es ohne Auto nicht geht.

    Ja vor dem Mond gibt es aber keine bezahlbaren Wohnungen mehr.

  6. Re: Erst mal komme ich nicht zum Bahnhof

    Autor: miguele 21.11.21 - 10:00

    Das liest sich aber auch eher so als wäre das Haus nicht nur hinterm Mond, sondern kurz vorm Pluto.

  7. Re: Erst mal komme ich nicht zum Bahnhof

    Autor: GilBates 21.11.21 - 10:02

    40 Minuten mit dem Fahrrad zum Bahnhof. Da gibt es nur einen Ort in Deutschland.
    Helgoland.

    oder eine der anderen Inseln.

    Da fehlt das Verständnis dafür, sich über die Infrastruktur irgendwie zu beschweren.
    Am besten dann noch jammern, weil man auf der Langen Anna kein schnelles Internet habe.
    Braucht man dort ja auch nicht.
    Die Menschen haben sich für ein Leben in völliger Abgeschiedenheit entschieden.
    Da muss der Bund auch mal hart bleiben und klar sagen, dass es eben NICHT überall ne Bimmelbahn oder schnelles Internet geben kann.

  8. Re: Erst mal komme ich nicht zum Bahnhof

    Autor: Dreamwalker84 21.11.21 - 10:16

    Und demnach ist die Lösung dann, dass alle in die Stadt ziehen? Oder in deren "Speckgürtel"? Und das Essen im Supermarkt um die Ecke wächst auch gleich da - oder brauchen wir dafür etwa dann noch Landwirte, die wiederum auch Personal brauchen und ein bisschen was außenrum?

  9. Re: Erst mal komme ich nicht zum Bahnhof

    Autor: ahja 21.11.21 - 11:30

    Es ist der Großraum NRW. Egal wo man hier hin zieht, der AG bzw. als Soldat Dienstort den man dann hat, ist immer der am Anderen Ende. Kann nunmal nicht jeder in Bonn am HBf wohnen um fast zu jedem Stützpunkt schnell zu kommen noch dazu bereit sein, erst in der Pension Eigentum zu erwerben und bis dahin mit Familie und Kind alle 2-3 Jahre den Ort inkl. Schulen usw. zu wechseln.
    Schließlich möchte die Gattin ja auch nicht nur Haushalt machen sondern auch zumindest eine Teilzeit-Karriere und auch das geht nicht, wenn man alle 2 Jahre umzieht.

    So on...

  10. Re: Erst mal komme ich nicht zum Bahnhof

    Autor: Oktavian 21.11.21 - 12:50

    > 40 Minuten mit dem Fahrrad zum Bahnhof. Da gibt es nur einen Ort in
    > Deutschland.
    > Helgoland.

    Gehen wir mal davon aus, der Durchschnittsfahrer ohne E-Bike fährt einen Schnitt von 15 km/h, in bergigem Gelände eher deutlich weniger. Du willst also behaupten, es gäbe keine Dörfer, Höfe, Häuser in Deutschland, die Straßenstrecke mehr als 10km vom nächsten Bahnhof entfernt sind? Mutig.

    Lass mich mal raten, Du wohnst in Berlin, München, Hamburg oder einer anderen Großstadt.

  11. Re: Erst mal komme ich nicht zum Bahnhof

    Autor: Dakkaron 21.11.21 - 13:55

    Dreamwalker84 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und demnach ist die Lösung dann, dass alle in die Stadt ziehen? Oder in
    > deren "Speckgürtel"? Und das Essen im Supermarkt um die Ecke wächst auch
    > gleich da - oder brauchen wir dafür etwa dann noch Landwirte, die wiederum
    > auch Personal brauchen und ein bisschen was außenrum?


    Glaubst du, dass Landwirte in der Stadt arbeiten?

    Es ging darum, dass mn nicht ewig pendelt, bzw. nicht arg weit vom Arbeitsplatz weg wohnt.

    Wenn man als Landwirt eine Stunde pendelt, dann hat man echt was falsch gemacht.

  12. Re: Erst mal komme ich nicht zum Bahnhof

    Autor: Dreamwalker84 21.11.21 - 14:28

    Das würde und müsste dann jedoch daraus hinauslaufen, dass sich auch die Arbeitgeber weiter verteilen. Und ich glaube nicht, dass das auch nur mittelfristig zu schaffen ist. Beziehungsweise ist die Spezialisierung soweit fortgeschritten, dass es für Arbeitgeber fast ausgeschlossen ist, alle Fachkräfte "am Ort" zu finden.

    Und die dann - seitens der Arbeitnehmer*innen - notwendige, örtliche Flexiblität würde schlussendlich daraus hinauslaufen, dass Wohneigentum fast nicht sinnvoll wäre.

    Irgendwie auch nicht so toll, oder?

  13. Re: Erst mal komme ich nicht zum Bahnhof

    Autor: Thunderhawk-1980 21.11.21 - 16:12

    GilBates schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 40 Minuten mit dem Fahrrad zum Bahnhof. Da gibt es nur einen Ort in
    > Deutschland.
    > Helgoland.


    Ich bin Busfahrer auf dem Land und hey meine Linie von der Starthaltestelle bis Bahnhof beträgt 45 min also wer da einsteigt ist halt lange unterwegs und verständlich das da lieber Auto genutzt wird denn damit braucht man nur 15 min ca. Ps fahre in Hessen

  14. Re: Erst mal komme ich nicht zum Bahnhof

    Autor: LandEi 30.11.21 - 20:07

    GilBates schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 40 Minuten mit dem Fahrrad zum Bahnhof. Da gibt es nur einen Ort in
    > Deutschland.
    > Helgoland.
    >
    > oder eine der anderen Inseln.
    >
    > Da fehlt das Verständnis dafür, sich über die Infrastruktur irgendwie zu
    > beschweren.
    > Am besten dann noch jammern, weil man auf der Langen Anna kein schnelles
    > Internet habe.
    > Braucht man dort ja auch nicht.
    > Die Menschen haben sich für ein Leben in völliger Abgeschiedenheit
    > entschieden.
    > Da muss der Bund auch mal hart bleiben und klar sagen, dass es eben NICHT
    > überall ne Bimmelbahn oder schnelles Internet geben kann.

    Ich bin auch dafür, dass der Bund dafür sorgen sollte, dass jeder nur noch das isst, was er sich selber beim Bauern geholt hat. Vielleicht hilft die frische Luft und die Bewegung ein wenig beim Ordnen von guten Ideen und dummem Geschwätz, das man besser für sich behalten hätte.

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