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Fahrrad ist die einzige Chance
Autor: quantalquetzal 20.11.21 - 13:03
ÖPNV, Bürgerbus und Carsharing halte ich für gute Ideen die aber wirklich schwer erfolgreich umzusetzen sind. Mir persönlich, und ich denke da geht es einigen so, ist das alles viel zu unflexibel.
Gut ausgebaute Radwege sind aber gerade auf dem Land mit viel Platz recht gut machbar und werden ja auch schon umgesetzt. Hier im Münsterland werden aktuell wirklich viele breite Fahrradstraßen gebaut die Dörfer und Städte auf einer Länge von 40km und mehr verbinden. Die Radwege werden auch wirklich gut angenommen (selbst bei durchwachsenem Wetter).
Das ist noch nicht vergleichbar mit unseren nahen Nachbarn in Enschede in den Niederlanden, wo es echte und viel befahrene Rad-Highways, aber wir nähern uns. -
Re: Fahrrad ist die einzige Chance
Autor: raphaelo00 20.11.21 - 14:39
Richtig, weite Strecken mit der Bahn (bei mir sogar kostenlos) und die letzte Meile mit dem Fahrrad funktioniert sehr gut, wenn der Bahnhof maximal 5km entfernt ist. Bis 10km ist das Ganze noch benutzbar, danach wird es sehr ineffizient.
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Re: Fahrrad ist die einzige Chance
Autor: Nogul 20.11.21 - 15:17
Ich finde die Konzentration auf eigene Fahrradinfrastruktur eher kontraproduktiv.
Zum einen bin ich der einzige Radfahrer sobald das Wetter ungemütlich wird. Die Radwege sind verwaist, blockieren Fläche und behindern den (Auto) Verkehr.
Für mich perfekte Lösung wäre eine vollständige Gleichberechtigung der Fahrräder im Straßenverkehr. Dann schneidet mich nicht ein Autofahrer wenn man mal nicht auf den unbenutzbaren Fahrradweg unterwegs ist und fährt hupend und wild gestikulierend haarscharf am Vorderrad vorbei. Oder muss 15 Minuten am kaputten Bestellampel im Kreisverkehr warten während Autos mit einer einzigen Ampelphase über drei Ampel vorbeifährt.
Auf der anderen Seite kommen die Radfahrer dann hoffentlich nicht auf die Idee bei rot über die Ampel zu fahren oder als Geisterfahrer in falscher Richtung entgegenzukommen wenn auch mal Autos auf der gleichen Straße unterwegs sind.
Ich bin vor der Teilung einer engen, viel befahrenen Straße immer problemlos durchgekommen. Autos und Fahrräder quälten sich gemeinsam durch. Danach wurde die Straße geteilt. Autos kommen noch schwerer durch, Radfahrer gar nicht mehr weil ladende LKWs den Fahrradweg blockieren. Nur wenige Wochen später hat mich ein Motorradfahrer vom Rad gefegt weil er einen Parkplatz erspähte und den Fahrradblick vergaß. Wäre wohl nicht passiert weil er sich rechts orientiert hätte und ich links vorbeigefahren wäre aber nein, Fahrräder müssen auf den Radweg? -
Re: Fahrrad ist die einzige Chance
Autor: Thomas 21.11.21 - 09:13
Fahrräder sind für die breite Masse leider reine Schönwetterverkehrsmittel. Wenn es stark regnet, stürmt und schneit, also in großen Teilen der kalten Jahreshälfte, ist es keine wirkliche Alternative und wird gemieden. Wenn man kleine Kinder hat oder irgendwas größeres transportieren muss, fällt es ebenfalls flach. Dazu kommt, dass man sein Fahrrad kaum länger irgendwo stehen lassen kann, ohne das man Angst haben muss, dass es geklaut wird.
Fahrräder sind definitiv eine gute Ergänzung in manchen Situationen, können aber kein Auto oder einen guten ÖPNV ersetzen.
—Thomas -
Re: Fahrrad ist die einzige Chance
Autor: Test_The_Rest 21.11.21 - 09:20
Ich lade Dich herzlich ein, jeden Tag 30 km + aus dem Bergischen Land nach Düsseldorf und zurück zu pendeln. :)
Ich freue mich jetzt schon auf Deinen Spaßbericht. :)
Weil:
Strecken ohne starke Steigungen, wie in den Niederlanden, gibt es hier nicht.
Da ändert auch der beste Radweg nichts dran. -
Re: Fahrrad ist die einzige Chance
Autor: FerdiGro 21.11.21 - 09:50
raphaelo00 schrieb:
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> Richtig, weite Strecken mit der Bahn (bei mir sogar kostenlos) und die
> letzte Meile mit dem Fahrrad funktioniert sehr gut, wenn der Bahnhof
> maximal 5km entfernt ist. Bis 10km ist das Ganze noch benutzbar, danach
> wird es sehr ineffizient.
Ja. Fahrrad funktioniert bis 5km. E Bike locker bis 15..20 und mehr. -
Re: Fahrrad ist die einzige Chance
Autor: NaruHina 21.11.21 - 10:21
Dann erklär mir mal wie ich das Fahrrad tagsüber oder nachts sicher abstellen soll.
Keller oder Garage existiert für solch ein sperriges und schweres Gerät nicht. -
Re: Fahrrad ist die einzige Chance
Autor: lestard 21.11.21 - 14:42
Thomas schrieb:
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> Wenn man kleine Kinder hat oder irgendwas größeres transportieren muss, fällt es
> ebenfalls flach.
Gerade dafür gibts doch elektrische Lastenräder.
> Dazu kommt, dass man sein Fahrrad kaum länger irgendwo
> stehen lassen kann, ohne das man Angst haben muss, dass es geklaut wird.
Das ist tatsächlich ein Problem. Da sollte die Polizei ein größeres Augenmerk drauf werfen.
> Fahrräder sind definitiv eine gute Ergänzung in manchen Situationen, können
> aber kein Auto oder einen guten ÖPNV ersetzen.
Beim Auto ersetzen kommt es stark auf die Situation an. Ich denke schon, dass es in vielen Fällen geht, insbesondere wenn man ein Lastenrad mit elektrischer Unterstützung nutzt. Aber den guten ÖPNV braucht man als Ergänzung auf jeden Fall. -
Re: Fahrrad ist die einzige Chance
Autor: lestard 21.11.21 - 14:43
Test_The_Rest schrieb:
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> Ich lade Dich herzlich ein, jeden Tag 30 km + aus dem Bergischen Land nach
> Düsseldorf und zurück zu pendeln. :)
>
> Ich freue mich jetzt schon auf Deinen Spaßbericht. :)
>
> Weil:
> Strecken ohne starke Steigungen, wie in den Niederlanden, gibt es hier
> nicht.
> Da ändert auch der beste Radweg nichts dran.
Daran ändert aber ein unterstützender Elektromotor etwas. Also nicht an den Steigungen natürlich, aber am "Spaßfaktor". -
Re: Fahrrad ist die einzige Chance
Autor: lestard 21.11.21 - 14:46
NaruHina schrieb:
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> Keller oder Garage existiert für solch ein sperriges und schweres Gerät
> nicht.
Das gehört auch mit zur Fahrradinfrastruktur. Ist ja schließlich kein unlösbares Problem, wie man z.B. in den Niederlanden sehen kann. Da gibts einfach Fahrrad-Parkhäuser. Nur dass man in so einem Parkhaus wesentlich mehr Fahrzeuge unterbringen kann als in einem für Autos. -
Re: Fahrrad ist die einzige Chance
Autor: schnedan 21.11.21 - 15:08
hohl mir doch mal unten im Baumarkt 5-6 Säcke Rindenmulch und bringe die mir die etwas über 100m zu unserem Dorf hoch... mit dem Rad.
Ach ne, ich bin Großzügig. Mit dem Bus! -
Re: Fahrrad ist die einzige Chance
Autor: Test_The_Rest 21.11.21 - 15:16
Ja, mag sein.
Trotzdem wünsche ich ihm viel Spaß! :) -
Re: Fahrrad ist die einzige Chance
Autor: gelöscht 21.11.21 - 15:47
Ja, bei gutem Wetter vielleicht möglich. Das haben wir aber nun einmal nur selten. Auch haben wir jede menge Menschen für die Fahrradfahren nicht möglich ist. Sollen die dann zuhause bleiben?
Ohne Auto geht es auf dem Land nicht, und das liegt auch daran dass es die ganzen kleinen Läden wo man sich "früher" versorgen konnte nicht mehr gibt. Auch gibt es die Solidarität nicht mehr wo alte und nicht mehr mobile Menschen von den Nachbarn mit versorgt wurden.
Zum nächsten Supermarkt sind es übrigens 22km. Sicher prima im Regen die Strecke mit Fahrrad + Anhänger für die Einkäufe zu fahren.
Hört auf mit euren feuchten Ökofantasien und guck euch das echte Leben mal an! -
Re: Fahrrad ist die einzige Chance
Autor: Oktavian 21.11.21 - 16:06
> Ohne Auto geht es auf dem Land nicht, und das liegt auch daran dass es die
> ganzen kleinen Läden wo man sich "früher" versorgen konnte nicht mehr gibt.
Das ist natürlich ein Henne-Ei-Problem. Die Läden gibt es nicht mehr, weil die Leute Autos haben, mit dem Auto zur Arbeit fahren und dann auf dem Weg nach Hause am Supermarkt einkaufen. Niemand hat politisch beschlossen, die kleinen Läden zu schließen oder überhaupt entstehen zu lassen. Sie sind weg, weil sie von der Bevölkerung vor Ort nicht mehr genutzt wurden.
> Hört auf mit euren feuchten Ökofantasien und guck euch das echte Leben mal
> an!
Man hat sehr oft den Eindruck, solche Ideen kommen von Menschen, die ihr Leben in einer Großstadt verbracht haben und das Leben auf dem Land allenfalls aus der "Landlust" kennen. -
Re: Fahrrad ist die einzige Chance
Autor: Steffo 21.11.21 - 16:30
Test_The_Rest schrieb:
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> Ich lade Dich herzlich ein, jeden Tag 30 km + aus dem Bergischen Land nach
> Düsseldorf und zurück zu pendeln. :)
>
> Ich freue mich jetzt schon auf Deinen Spaßbericht. :)
>
> Weil:
> Strecken ohne starke Steigungen, wie in den Niederlanden, gibt es hier
> nicht.
> Da ändert auch der beste Radweg nichts dran.
Mir ist schon klar, dass das kaum jemand macht, aber mein Vorgesetzter (Ende 40) pendelt tatsächlich bei jedem Wetter 42 km (21 km pro Strecke) mit einem Fitness-Bike mit reiner Muskelkraft. Dabei muss er auf dem Rückweg auch einen steilen Berg hochfahren.
Ich glaube, vieles ist einfach eine Frage der Gewöhnung. -
Re: Fahrrad ist die einzige Chance
Autor: jothme 21.11.21 - 19:03
Bei Regen, Schnee, Eis keine Option, aus gesundheitlichen Gründen.
Außerdem nehme ich überall meinen Hund mit. Das geht auf dem Fahrrad nicht.
Am Bahnhof, der ein paar Kilometer entfernt ist, parken und in die Stadt fahren fällt ebenfalls flach. Da wird geklaut ohne Ende, selber olle billige Gammelräder, und Vandalismus gibt es auch.
Im Hochsommer habe ich keine Lust verschwitzt bei der Arbeit anzukommen. Wenn es kalt ist, müsste ich dick eingepackt fahren, und würde ebenfalls schwitzen.
Bei schönem Wetter kann man durchaus mit dem Rad mal einkaufen fahren. Das tue ich auch. Habe mir dafür extra ein vernünftiges Rad gekauft. Die Viertelstunde vor dem belebten Supermarkt wird es ja hoffentlich nicht geklaut, und ich habe keine Lust, dass ein uraltes Ranz-Fahrrad dann auf halber Strecke liegen bleibt.
Als ernsthaftes, alltagstaugliches Verkehrsmittel sehe ich es nicht mehr, wenn man etwas zu transportieren hat, Strecken jenseits der drei bis fünf Kilometer fährt, gesundheitliche Einschränkungen hat oder das ganze Jahr über mobil sein möchte.
Gesundheitliche Vorteile sind aber unbestritten, und ich fahre abends auch eine kleine Runde, im Rahmen des Möglichen, um Herz-Kreislauf etwas Gutes zu tun. -
Re: Fahrrad ist die einzige Chance
Autor: plutoniumsulfat 21.11.21 - 20:18
schnedan schrieb:
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> hohl mir doch mal unten im Baumarkt 5-6 Säcke Rindenmulch und bringe die
> mir die etwas über 100m zu unserem Dorf hoch... mit dem Rad.
> Ach ne, ich bin Großzügig. Mit dem Bus!
Passiert mir auch immer täglich. Ist auch ein sehr gutes Argument, nie Radfahren zu müssen, gell? -
Re: Fahrrad ist die einzige Chance
Autor: plutoniumsulfat 21.11.21 - 20:19
Snoozel schrieb:
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> Hört auf mit euren feuchten Ökofantasien und guck euch das echte Leben mal
> an!
Die Realität wird in weniger als 100 Jahren schon gänzlich anders aussehen. Ich bezweifle, dass dann überhaupt noch Autos fahren werden. -
Re: Fahrrad ist die einzige Chance
Autor: plutoniumsulfat 21.11.21 - 20:23
Thomas schrieb:
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> Fahrräder sind für die breite Masse leider reine Schönwetterverkehrsmittel.
> Wenn es stark regnet, stürmt und schneit, also in großen Teilen der kalten
> Jahreshälfte, ist es keine wirkliche Alternative und wird gemieden.
Regen, Sturm und Schnee treten viel seltener auf als noch vor 30 Jahren, bzw. werden immer seltener aufgrund der Klimaveränderungen. Zu der Zeit, als Fahrräder also noch von der breiten Masse genutzt wurden, hat es öfter geregnet. Ergo: Es liegt nicht wirklich am Wetter.
Ich komme pro Jahr auf 3-5 Mal, wo ich nass werde. Schnee hab ich abseits von Bergen in den letzten fünf Jahren nur einmal so viel gesehen, dass man nicht mit dem Rad fahren konnte. Und auch Stürme kann ich an einer Hand abzählen. -
Re: Fahrrad ist die einzige Chance
Autor: gelöscht 21.11.21 - 20:32
> Ich glaube, vieles ist einfach eine Frage der Gewöhnung.
Das will ich sehen wie er das hier an der Küste bei 40kmh+ Gegenwind macht.



