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Nein, nicht wirklich ...

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  1. Nein, nicht wirklich ...

    Autor: Muhaha 20.11.19 - 13:17

    "Gefährlicher für Eyeo und andere Adblocker-Hersteller könnte hingegen ein Verfahren werden, das der Axel-Springer-Verlag vor dem Landgericht Hamburg angestrengt hat. Damit will der Verlag Nutzern die Möglichkeit nehmen, über ihren Browser den Abruf von Webseiten-Elementen zu beeinflussen. Das Verfahren solle dazu dienen, "die grundlegenden technischen Funktionen von Werbeblockern und ihre urheberrechtliche Eingriffswirkung zu klären"."

    Das hat keine wirklich großen Chancen auf einen Sieg für Springer. Gerade dieses Verfahren ist Zeichen für die wachsende Verzweiflung auf Seiten von Springer und anderen Verlagen, weil sie beim Thema Ad-Blocker Prozess um Prozess verlieren. Das kommt halt davon, wenn man sich lieber passende Marktbedingungen für ein bestimmtes Geschäftsmodell zusammenklagen möchte, anstatt das Geschäftsmodell den Marktbedingungen anzupassen.

  2. Re: Nein, nicht wirklich ...

    Autor: Trockenobst 20.11.19 - 13:45

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das hat keine wirklich großen Chancen auf einen Sieg für Springer. Gerade
    > dieses Verfahren ist Zeichen für die wachsende Verzweiflung auf Seiten von
    > Springer und anderen Verlagen, weil sie beim Thema Ad-Blocker Prozess um

    Ich spreche gelegentlich mit Leuten, die schon über 50 sind und im digitalen Medienraum leben. Ihre Artikel schreiben, Reportagen, das ganze Paket. Einige haben Nischen, Golf z.B. oder Tauchen, da macht ihnen niemand was vor und die Technik schreitet immer voran und Inhalte gefragt. Aber keiner von denen hat nur eine Sekunde was Gutes für Adblocker, Google und Co zu sagen. Klar, man arrangiert sich, aber man träumt natürlich vergangenen Millionenauflagen hinterher.

    Auf meine Hinweise, warum Springer und Co. nicht selbst neue, frische Portale bauen, so wie das in den USA und England passiert ist, wird immer schnell das Thema gewechselt. Es wirkt, als wenn die Leute einfach aus der Realität gefallen sind. Der empfundene Machtverlust beim Besetzen von Themen ist natürlich auch eine Sache, mit denen sich viele nicht abfinden können.
    Deswegen werden diese Kriege auch mit dieser Vehemenz geführt. Man hat sonst nichts, weil Innovation in dem Bereich nicht nur Geld kostet, sondern eher das Spiel viel Jüngerer ist.

  3. Re: Nein, nicht wirklich ...

    Autor: violator 20.11.19 - 13:47

    Springer ist mittlerweile eh lächerlich, was die Argumente betrifft. Die werfen auch gerne mit dem Begriff "Urheberrecht" um sich, um wichtig zu klingen, dabei ist das Argument erst recht Bullshit.

  4. Re: Nein, nicht wirklich ...

    Autor: Muhaha 20.11.19 - 14:03

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ich spreche gelegentlich mit Leuten, die schon über 50 sind und im
    > digitalen Medienraum leben.

    Dieses Bild kann ich bestätigen. Eine Kollegin kaum aus dem Verlagswesen, aus der Geschäftsführungsebene. Sie meinte auf die Frage, warum sich die Verlage in Sachen Internet so fürchterlich sperrig anstellen und lieber alte Geschäftsmodelle einklagen wollen, anstatt sich neue auszudenken, nur, dass es eine Generationenfrage ist. Die wollen sich ganz grundsätzlich nicht anpassen, halten sich für unersetzlich und sind mittlerweile der festen Überzeugung, dass sich alle ihnen anzupassen haben, weil sie das Zentrum des Universums sind.

    Hier geht es nicht um eine wirtschaftliche Bedrohung durch Google, Facebook und Co. sondern nur um rein persönliche Befindlichkeiten, aus denen dann in schönen Leitartikeln die sattsam bekannten Propagandamärchen von der, hachhuch, achso schröhöcklichen Bedrohung durch die bösen Internet-Konzerne aus den USA gemacht wird, wo die Regierung, die EU sie bitte vor beschützen solle.

    Sie meinte auch, dass es Geld für neue Idee zu Haufe gäbe, aber nichts das Stadium "Gedankenspiele von Leuten aus dem mittleren Management" verlassen darf, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

    UND sie meinte auch, dass die Verlage im Geschäft mit Nutzerdaten groß mitmachen wollen und wir in den kommenden Jahren von Artikeln überschüttet werden, in denen der Datenschutz als größtes Hemmnis für den digital-wirtschaftlichen Erfolg Europas hochstilisiert werden soll. Die Versuche Ad-Blocker auf einer technischen Ebene grundsätzlich zu verbieten und es den Nutzern nicht zu gestatten selber zu entscheiden, was sie von einer Webseite an Inhalten empfangen wollen, kann man daher durchaus als Teil dieser Strategie begreifen.

  5. Re: Nein, nicht wirklich ...

    Autor: gentux 20.11.19 - 14:15

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das kommt halt davon, wenn man sich lieber passende
    > Marktbedingungen für ein bestimmtes Geschäftsmodell zusammenklagen möchte,
    > anstatt das Geschäftsmodell den Marktbedingungen anzupassen.

    Ich traue den Medien hierzulande das einfach nicht zu. Ich bin schon auf Newsseiten gelandet, da reicht die Reader-View um den Anti-Adblock zu umgehen und zum Teil gar die Paywall. Wer damit schon überfordert ist, soll ein Geschäftsmodell aufbauen?

  6. Re: Nein, nicht wirklich ...

    Autor: Anonymer Nutzer 20.11.19 - 14:35

    Das ist auch dem Umstand geschuldet, dass die Verlage zwar alles hinter eine Paywall haben wollen, aber, Google soll trotzdem indizieren.

  7. Re: Nein, nicht wirklich ...

    Autor: violator 20.11.19 - 15:11

    Und dann dafür bezahlen hast du vergessen. ;)

  8. Re: Nein, nicht wirklich ...

    Autor: Snoozel 20.11.19 - 16:47

    Oder die neueste Masche von Welt.de Plus-Artikel erst kurz offen anzubieten um Klicks und Kommentare zu sammeln vor dem lock.
    Diese Zeit reicht aus um diese Artikel mit der eigenen PDF Export-Funktion zu sichern.
    Und diesem Export fehlt sogar die Werbung.

  9. Re: Nein, nicht wirklich ...

    Autor: Hotohori 20.11.19 - 19:57

    Klingt ziemlich glaubwürdig und erklärt sehr sehr vieles.

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