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Tja, wer hat denn die Büchse der Copyleft-Pandora geöffnet?

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  1. Tja, wer hat denn die Büchse der Copyleft-Pandora geöffnet?

    Autor: mnementh 22.10.18 - 10:59

    Jupp, das war die GPL. Ich habe Copyleft schon immer als problematisch gesehen, da es die Kompatibilität zwischen Open Source Lizenzen verhindert. Demgegenüber sind alle Nicht Copyleft Lizenzen kompatibel. Nicht indem man Code unter Lizenz A unter Lizenz B stellen kann, aber indem man Code unter Lizenz A und Lizenz B im selben Projekt kombiniert und unter ihren originalen Lizenzen belässt. Aber nein, das hat Richard Stallman nicht gereicht. Er wollte die Kontrolle abgeben aber gleichzeitig auch behalten.

    "Noch gravierender sei für Kuhn aber, dass es keine Community-Begutachtung der geänderten Lizenz gegeben habe. Sie sei quasi im Hinterzimmer entstanden."
    Seit wann ist denn das eine Anforderung? Wo sind denn bitte die GPL und MIT und BSD Lizenz ursprünglich entstanden? Richtig, im Hinterzimmer.

  2. Re: Tja, wer hat denn die Büchse der Copyleft-Pandora geöffnet?

    Autor: teenriot* 22.10.18 - 11:51

    > "Noch gravierender sei für Kuhn aber, dass es keine Community-Begutachtung
    > der geänderten Lizenz gegeben habe. Sie sei quasi im Hinterzimmer
    > entstanden."
    > Seit wann ist denn das eine Anforderung? Wo sind denn bitte die GPL und MIT
    > und BSD Lizenz ursprünglich entstanden? Richtig, im Hinterzimmer.

    Das finde ich auch nicht schlüssig. Die Motivation Kuhns kann ich ja verstehen, aber muss man jetzt alles mit dem gleichen Hammer erschlagen? Wie wäre es wenn die OSI mehrere "Prüfsiegel" einführt. Dann gibt es neben einem "OSS"-Siegel noch ein "Public OSS"-Plus-Siegel oder etwas in die Richtung.

  3. Re: Tja, wer hat denn die Büchse der Copyleft-Pandora geöffnet?

    Autor: lestard 22.10.18 - 13:04

    Das würde die Sache aber noch unübersichtlicher machen. Schon jetzt hat man ja "Freie Software" und "OpenSource Software" und schon das stellt Themenfremde erstmal vor eine Hürde beim Verständnis.

  4. Re: Tja, wer hat denn die Büchse der Copyleft-Pandora geöffnet?

    Autor: tg-- 22.10.18 - 15:52

    mnementh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Jupp, das war die GPL. Ich habe Copyleft schon immer als problematisch
    > gesehen, da es die Kompatibilität zwischen Open Source Lizenzen verhindert.
    > Demgegenüber sind alle Nicht Copyleft Lizenzen kompatibel. Nicht indem man
    > Code unter Lizenz A unter Lizenz B stellen kann, aber indem man Code unter
    > Lizenz A und Lizenz B im selben Projekt kombiniert und unter ihren
    > originalen Lizenzen belässt. Aber nein, das hat Richard Stallman nicht
    > gereicht. Er wollte die Kontrolle abgeben aber gleichzeitig auch behalten.
    >
    > "Noch gravierender sei für Kuhn aber, dass es keine Community-Begutachtung
    > der geänderten Lizenz gegeben habe. Sie sei quasi im Hinterzimmer
    > entstanden."
    > Seit wann ist denn das eine Anforderung? Wo sind denn bitte die GPL und MIT
    > und BSD Lizenz ursprünglich entstanden? Richtig, im Hinterzimmer.

    Copyleft ist überhaupt kein Problem, es gab kein Kompatiblitätsproblem und Richard Stallman hat keine Kontrolle.

    Es ist überhaupt kein Problem Open Source Lizenzen zu mischen, auch nicht mit der GPL.
    Es gibt 2 Prominente Ausnahmen: die alte MPL (Kompatibilität wurde mit 2.0 wiederhergestellt) und die CDDL (basiert Absichtlich auf der alten MPL um Inkompatibel zur GPL zu sein).
    Alle anderen Lizenzen sind kein Problem. Sicher, die GPL ist eine starke Copyleft-Lizenz, was BSD und Co. Code in einem GPL Projekt de Fakto unter GPL steht (tatsächlich bleibt der Code natürlich unter der ursprünglichen Lizenz, aber das Gesamtprodukt inkl. diesem Code muss sich an die GPL halten).

    Es gibt auch keinerlei Zwang GPL-Code an die FSF und damit Richard Stallman zu übertragen.
    Tatsächlich halten bei den meisten GPL-Projekten die Autoren selbst das Copyright und damit die Kontrolle.

    Was Brad Kuhn hier kritisiert ist eindeutig: MongoDB hat gar kein Interesse dran, dass die Autoren die Kontrolle behalten (hier wird das Copyright an die Firma übertragen) und noch weniger Interesse am eigentlichen Ziel der GPL: die Freiheit der Nutzer.
    MongoDB versucht mit der Lizenz sicherzustellen, dass es praktisch unmöglich wird die Lizenz einzuhalten und möglichst niemand - mit sicher aber niemand der ein Produkt auf MongoDB-Basis anbietet - die "Open Source" Lizenz verwenden kann.

    Es hat einen Grund warum OSI, die erklärte GPL-Gegner sind, die GPL als OSI-kompatible Lizenzen zertifiziert. Die "SPPL" wird wahrscheinlich keine OSI-Zertifizierung bekommen.

  5. Re: Tja, wer hat denn die Büchse der Copyleft-Pandora geöffnet?

    Autor: lestard 23.10.18 - 09:56

    tg-- schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es hat einen Grund warum OSI, die erklärte GPL-Gegner sind, die GPL als
    > OSI-kompatible Lizenzen zertifiziert. Die "SPPL" wird wahrscheinlich keine
    > OSI-Zertifizierung bekommen.

    Kannst die beiden Punkte nochmal genauer ausführen?

  6. Re: Tja, wer hat denn die Büchse der Copyleft-Pandora geöffnet?

    Autor: mnementh 23.10.18 - 10:17

    tg-- schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > mnementh schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Jupp, das war die GPL. Ich habe Copyleft schon immer als problematisch
    > > gesehen, da es die Kompatibilität zwischen Open Source Lizenzen
    > verhindert.
    > > Demgegenüber sind alle Nicht Copyleft Lizenzen kompatibel. Nicht indem
    > man
    > > Code unter Lizenz A unter Lizenz B stellen kann, aber indem man Code
    > unter
    > > Lizenz A und Lizenz B im selben Projekt kombiniert und unter ihren
    > > originalen Lizenzen belässt. Aber nein, das hat Richard Stallman nicht
    > > gereicht. Er wollte die Kontrolle abgeben aber gleichzeitig auch
    > behalten.
    > >
    > > "Noch gravierender sei für Kuhn aber, dass es keine
    > Community-Begutachtung
    > > der geänderten Lizenz gegeben habe. Sie sei quasi im Hinterzimmer
    > > entstanden."
    > > Seit wann ist denn das eine Anforderung? Wo sind denn bitte die GPL und
    > MIT
    > > und BSD Lizenz ursprünglich entstanden? Richtig, im Hinterzimmer.
    >
    > Copyleft ist überhaupt kein Problem, es gab kein Kompatiblitätsproblem und
    > Richard Stallman hat keine Kontrolle.
    >
    Mit kontrolle meine ich, dass Stallman über seinen geschriebenen Code noch nachträglich Kontrolle haben wollte, indem niemand davon Abwandlungen machen konnte ohne sie auch unter die GPL zu stellen. Genau das hatte ihn nämlich bei Emacs genervt.

    Und natürlich gibt es ein Kompatibilitätsproblem, die FSF selbst erläutert das und listet Open Source Lizenzen als Lizenzen die kompatibel sind zur GPL und solche die es nicht sind.

    > Es ist überhaupt kein Problem Open Source Lizenzen zu mischen, auch nicht
    > mit der GPL.
    Zentral inkompatibel sind beispielsweise GPL 2 und GPL 3 miteinander (so lange Du nicht explizite Ausnahmen wie 'any later' vorgenommen hast). Oder die AGPL. Apache 1.0 (bei Version 2 wurde explizit auf Kompatibilität mit GPL 3 geachtet, was die Apache 2 Lizenz aber weiterhin inkompatibel zur GPL 2 macht). Die CPL. Und viele mehr. Sieh selbst:
    https://www.gnu.org/licenses/license-list.de.html#GPLIncompatibleLicenses

    > Es gibt 2 Prominente Ausnahmen: die alte MPL (Kompatibilität wurde mit 2.0
    > wiederhergestellt) und die CDDL (basiert Absichtlich auf der alten MPL um
    > Inkompatibel zur GPL zu sein).
    Bei weitem nicht nur die.

    > Alle anderen Lizenzen sind kein Problem. Sicher, die GPL ist eine starke
    > Copyleft-Lizenz, was BSD und Co. Code in einem GPL Projekt de Fakto unter
    > GPL steht (tatsächlich bleibt der Code natürlich unter der ursprünglichen
    > Lizenz, aber das Gesamtprodukt inkl. diesem Code muss sich an die GPL
    > halten).
    >
    Das ist eine glatte Fehlinformation, die FSF selbst sieht das anders.

    > Es gibt auch keinerlei Zwang GPL-Code an die FSF und damit Richard Stallman
    > zu übertragen.
    Das hatte ich mit Kontrolle nicht gemeint, siehe oben.

    > Tatsächlich halten bei den meisten GPL-Projekten die Autoren selbst das
    > Copyright und damit die Kontrolle.
    >
    Natürlich, das ist keine Frage. Und darum ging es, dass Stallman als Autor die Kontrolle über Emacs behalten wollte.

    > Was Brad Kuhn hier kritisiert ist eindeutig: MongoDB hat gar kein Interesse
    > dran, dass die Autoren die Kontrolle behalten (hier wird das Copyright an
    > die Firma übertragen) und noch weniger Interesse am eigentlichen Ziel der
    > GPL: die Freiheit der Nutzer.
    Natürlich hat MongoDB Interesse daran dass die Autoren die Kontrolle behalten, das sind immerhin ihre Mitarbeiter.

    > MongoDB versucht mit der Lizenz sicherzustellen, dass es praktisch
    > unmöglich wird die Lizenz einzuhalten und möglichst niemand - mit sicher
    > aber niemand der ein Produkt auf MongoDB-Basis anbietet - die "Open Source"
    > Lizenz verwenden kann.
    >
    Oh, es erfüllt die Bedingungen für einen Fork, die an Open Source/freie Software gestellt werden.

    > Es hat einen Grund warum OSI, die erklärte GPL-Gegner sind, die GPL als
    > OSI-kompatible Lizenzen zertifiziert. Die "SPPL" wird wahrscheinlich keine
    > OSI-Zertifizierung bekommen.
    Die OSI sind erklärte GPL Gegner? Brauchst Du einen Aluhut zu Deiner Verschwörungstheorie?

    Die Zertifizierung ist aber nicht der zentrale Ausweis, der Lizenzen zu Open Source Lizenzen oder freier Software macht. Die Lizenz gibt es auch nicht für alte oder obskure Definitionen, nur um einen Lizenzdschungel zu vermeiden. So lange die Bedingungen der Open Source Definition erfüllt ist es Open Source und sind die Bedingungen der Free Software Definition erfüllt ist es freie Software. Daran gibt es nichts zu deuteln.

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