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Urheberrechts hat nichts mit Urhebern zu tun...

Am 17. Juli erscheint Ghost of Tsushima; Assassin's Creed Valhalla und Watch Dogs Legions konnten wir auch gerade länger anspielen - Anlass genug, um über Actionspiele, neue Games und die Next-Gen-Konsolen zu sprechen! Unser Chef-Abenteurer Peter Steinlechner stellt sich einer neuen Challenge: euren Fragen.
Er wird sie am 16. Juli von 14 Uhr bis 16 Uhr beantworten.
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  1. Urheberrechts hat nichts mit Urhebern zu tun...

    Autor: DasJupp 23.06.20 - 22:01

    Wieso wird stetig behauptet, das Urheberrecht dient dem Wohle der Urheber? Bereits mit dem Statute of Anne war klar, dass es nie um die Urheber geht. Die wurden zwar immer als Beipiele genannt, aber es ging immer nur um die Verlage. Insoweit überrascht das hier nicht mehr:

    > Das dürfte in den meisten Fällen zur Folge haben, dass Urheber gar nicht
    > oder nur in einem geringen Umfang von den Einnahmen profitieren.

  2. Re: Urheberrechts hat nichts mit Urhebern zu tun...

    Autor: chefin 24.06.20 - 08:33

    Ganz so einfach ist es halt auch nicht. Urheber als einzelnes sind kaum in der Lage irgendwas durchzusetzen. Verlage sind das Dach unter dem sich Urheber sammeln und gemeinsam agieren.

    Verlage produzieren keinen Content, sie verlegen ihn nur. Aber die von ihnen bezahlten Urheber wollen natürlich das die Verlage in ihrem Sinn agieren. Natürlich sind da inzwischen auch Verselbständigungen entstanden. Verlage sind heute durchaus auch eigennützlich unterwegs, wollen ihre Gewinne nicht schwinden sehen. Drücken auch mal kleinere Autoren finanziell runter.

    Aber im Prinzip ist Google dem Verlag sehr nahe, Google übernimmt einen Teil des Profits ohne mit den Urhebern einen Ausgleich zu schaffen. Der Teil der den Verlagen dadurch wegbricht, können sie auch nicht an die Urheber ausschütten. Das führt langfristig dann zur Situation, in der Verlage sterben, Google deren Aufgaben übernimmt. Aber statt vieler Verlage die durch ihr Konkurrenzverhalten für uns Kunden positiv sind, wird ein Weltkonzern bestimmen, was wir sehen und was nicht. Und der Ausgleich gegenüber den Autoren wird noch weniger stattfinden.

    Ich hätte nichts dagegen, wenn Google nichts zahlt, dafür aber auch absolut NICHTS in seinen Index aufnehmen darf. Nur die nakte URL ohne weitere Hinweise. So würden wir umdenken und uns wieder den Verlagen direkt zuwenden und die Marktmacht von Google etwas reduzieren. Verlage sind sicher nicht fehlerfreie 100% gerechte Institutionen, aber definitiv besser als Google es sein würde.

  3. Re: Urheberrechts hat nichts mit Urhebern zu tun...

    Autor: Fregin 24.06.20 - 15:18

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber im Prinzip ist Google dem Verlag sehr nahe, Google übernimmt einen
    > Teil des Profits ohne mit den Urhebern einen Ausgleich zu schaffen. Der
    > Teil der den Verlagen dadurch wegbricht, können sie auch nicht an die
    > Urheber ausschütten.

    Aha. Welcher Teil bricht den Verlagen denn weg? Das genaue Gegenteil ist der Fall: Sowohl die Suchmaschine als auch der Aggregator leiten Besucher zu den Seiten der Verlage. Es ist NICHT so, dass Google die Inhalte kopiert und selbst online stellt, ohne dafür zu zahlen. Lediglich die Überschrift und ggf. ein kurzer Anreißer werden gezeigt, wer den Artikel lesen will, muss auf die Seite des Verlags. Google bringt den Verlagen *aktiv* zahlende Kundschaft (und wenn die nur mit ausgespielter Werbung zahlen).

    Das Perfide ist, dass die Verlage das ganz genau wissen und trotzdem zusätzlich noch Geld aus Google quetschen wollen. Auf die zugeleiteten Besucher können sie nicht verzichten, sonst könnten sie per robots.txt ganz genau steuern, was der Googlebot sieht und was nicht. Dass sie das nicht tun heißt nur eins: Die WOLLEN gefunden werden und bei Google erscheinen, gleichzeitig frisst aber Gier das Hirn und sie wollen dafür, dass sie diesen Traffic bekommen, auch noch Geld von Google. Das ist ungefähr so, als würde ich von Starbucks Geld dafür fordern, dass ich deren Kaffee trinke.

    > Ich hätte nichts dagegen, wenn Google nichts zahlt, dafür aber auch absolut
    > NICHTS in seinen Index aufnehmen darf. Nur die nakte URL ohne weitere
    > Hinweise. So würden wir umdenken und uns wieder den Verlagen direkt
    > zuwenden und die Marktmacht von Google etwas reduzieren. Verlage sind
    > sicher nicht fehlerfreie 100% gerechte Institutionen, aber definitiv besser
    > als Google es sein würde.

    Google. Ist. Kein. Verlag. Es ist eine Suchmaschine. Man mag zu Google stehen wie man will, aber das Leistungsschutzrecht hat bisher nur dazu geführt, dass Googles Marktposition gestärkt wird. Die Verlage können es sich nicht leisten, aus deren Index zu fliegen und haben Gratislizenzen erteilt. Aber eben auch nur an Google. Kleinere Suchmschinen müssten zahlen, wofür die nicht die Mittel haben. So zementieren diese Idioten (ja, genau das sind sie) das, was sie eigentlich bekämpfen wollen (oder vorgeben zu wollen, letztlich gehts denen doch nur um Geld).

    Edit: Typo



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.06.20 15:19 durch Fregin.

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