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Etablierte Parteien und AfD 2 Seiten der selben Medaille

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  1. Etablierte Parteien und AfD 2 Seiten der selben Medaille

    Autor: LRU 25.09.17 - 12:27

    Man kann von der AfD halten was man will. Sie schlägt teilweise extreme Töne und hat einige problematische Personalien.
    Aber was mir vor allem auffällt ist, dass nun egal ob hier, in den Medien oder der Politik von allen Seiten kommen größtenteils nur Vorwürfe und Anfeindungen gegen die AfD und die Wähler.
    Ja die AfD hetzt und was tun die Anhänger anderer Parteien => sie hetzen gegen die AfD mit teilweise gefährlichen Ausmaßen.
    Was in den Medien von den Wahlpartys der AfD berichtet wurde, mit hunderten Demonstranten, die versucht hatten Gebäude zu stürmen, war erschreckend gewesen und zeigt, welches Demokratieverständnis die Anhänger anderer Parteien haben.

    Auch die Verweise auf das Parteiprogramm, welches hier von manchen als reine Nazipropaganda abgetan wird und die Beleidigungen, dass man ungebildet sei, wenn man jemanden mit diesem Programm wählt, kann ich nicht nachvollziehen.
    Einiges ist quatsch, wie z. B. die Absenkung des Alters beim Jugendstrafrecht oder die Klimapolitik, jedoch sehe ich nicht, wie nach der Meinung mancher hier, dass die AfD anfangen will neue KZ zu bauen oder Menschen anderer Herkunft, anderen Glaubens gesondert zu markieren oder dergleichen.
    Im Gegenteil im Wahlprogramm steht sogar, dass sichere Auffanglager in den Herkunftsländern für Flüchtlinge unterstützt werden sollen und das viele islamische Mitbürger als gut integriert und willkommen in der Gesellschaft betrachtet werden.
    Demnach frage ich mich, ob die Nazikeulen-Schwinger nicht eher mal etwas runter kommen und sich der Thematik mal etwas sachlicher widmen sollten.

    Ansonsten wundert es mich auch immer noch, warum gerade in einem IT-Forum gefragt wird, was man gegen Frau Merkel haben kann.
    Sie ist immerhin die Trägerin einer ganzen Reihe von Überwachungs-, Zensur- und Abzockgesetzen im IT-Bereich.
    Über die Jahre hatte sie als Regierungschefin Gesetze zur Vorratsdatenspeicherung, dem Leistungsschutzrecht, das Netzwerkdurchsetzungsgesetz, die Ausweitung des Einsatzes des Bundestrojaners und der Überwachung von Instant-Messengern, sowie zuletzt der Billigung von Gesichtserkennungssoftware an Bahnhöfen mit zu verantworten.
    Ich würde hier gerne auch pro-Argumente für Frau Merkel anführen, allerdings weiß ich nicht, welche positiven Akzente sie gesetzt hat, da das bisschen (Mindestlohn, Routerfreiheit) von der SPD kam.

  2. Re: Etablierte Parteien und AfD 2 Seiten der selben Medaille

    Autor: cuthbert34 26.09.17 - 08:34

    Heute morgen habe ich ein Interview mit dem Landesvorsitzenden in Sachsen-Anhalt Hr. Poggenburg im Radio gehört. Er wird ja dem rechten Flügel zugeschrieben. Meiner Wahrnehmung nach war aber der Druck der Wahl bei ihm raus und der redete relativ gelassen und gab zu, dass das Programm der AfD noch unheimlich viele Löcher hat. Er sieht die AfD mit ihren 4 Jahren noch sehr jung und nimmt sich heraus, dass eine Partei 5 bis 10 Jahre braucht, um programmatisch komplett aufgestellt zu sein. Kann man nun drüber diskutieren.

    Heißt aber auch, dass die nachfolgenden Wahlkämpfe zwangsweise (hoffentlich) auf einer weit mehr sachlichen Ebene geführt werden.

    Wie du sagst, es wird interessant zu sehen sein, wie die AfD bspw. Digitalisierung und IT-Sicherheit sieht. Das sind ja Punkte wo man noch gar nichts weiß. Aber aus dem Grund ist die AfD halt auch so angreifbar, weil sie bisher nur sehr polternd ein Thema hatte und sich all den Protest angeeignet hat, ohne wirkliche Antworten zu haben.

    Wenn ich sehe, dass der größte Anteil der männlichen Wähler im Osten gem. Umfrage arbeitslos ist (ich hoffe ich habe die Statistik gestern richtig gelesen), dann wären sie meines Erachtens doch eigentlich eher bei der Linken besser aufgehoben. Aber die AfD hat es eben, auch mit viel Polemik und Provokation, geschafft, diese Wähler für sich zu gewinnen. Aber da wird es imho in Zukunft auch wieder zu Veränderungen kommen. Eben durch die Konkretisierung des Wahlprogramms.

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