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Der Staat soll's richten

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  1. Der Staat soll's richten

    Autor: contentmafia 27.09.21 - 11:01

    > Hier wird sich zeigen, wie die Liberalen den von Grünen geforderten schnellen Umbau der
    > Wirtschaft hin zur Klimaneutralität finanzieren wollen. Schließlich dürfte das von Lindner
    > geforderte "Superabschreibungsprogramm" für Klima und Digitalisierung zu Mindereinnahmen
    > für den Fiskus führen.

    Ist die Rückfrage erlaubt, worin der Widerspruch gesehen wird?

    Die Argumentation der FDP bezieht sich doch gar nicht darauf, WIEVIEL investiert werden soll, sondern durch WEN.

    Die Grünen möchten das Geld zuerst durch höhere Steuern und Abgaben in die Staatshand bringen und dann neu an die Wirtschaft verteilen. Wie gut das funktioniert, sehen wir zurzeit im Straßenbau, bei der Digitalisierung der Schulen oder beim Einkauf von Corona-Masken (die z.B. Herr Spahn langsamer organisiert bekommen hat als ALDI).

    Die Liberalen hinterfragen nicht die Höhe der Investitionen, sondern, ob man diese Extraschleife über das Steuersystem nicht weglassen und stattdessen Investitionsanreize schaffen sollte (die im Übrigen auch steuerneutral wären; in Frage steht nur die Abschreibungsdauer und nicht die -höhe).

    Es würde nach meinem Verständnis nicht WENIGER investiert, sondern SCHNELLER. Und das dürfte doch auch im Interesse der Grünen sein. Also - wo liegt jetzt eigentlich das Problem?



    4 mal bearbeitet, zuletzt am 27.09.21 11:10 durch contentmafia.

  2. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: Muhaha 27.09.21 - 11:11

    contentmafia schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Es würde nach meinem Verständnis nicht WENIGER investiert, sondern
    > SCHNELLER. Und das dürfte doch auch im Interesse der Grünen sein. Also - wo
    > liegt jetzt eigentlich das Problem?

    Das Problem liegt in der Vorstellung der FDP, man könne gleichzeitig (!) Steuern senken, Schulden abbauen UND die entsprechenden Investitionssummen in Infrastruktur und andere grundlegende Dinge bereitstellen, die aus gutem Grund nicht durch die Industrie abgedeckt werden.

    Entweder senke ich die Steuern, dann kann ich keine Schulden abbauen oder investieren ich senke nicht die Steuern, kann dafür investieren und Schulden abbauen.

  3. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: toj 27.09.21 - 11:20

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Problem liegt in der Vorstellung der FDP, man könne gleichzeitig (!)
    > Steuern senken, Schulden abbauen UND die entsprechenden Investitionssummen
    > in Infrastruktur und andere grundlegende Dinge bereitstellen, die aus gutem
    > Grund nicht durch die Industrie abgedeckt werden.

    Ich weiss nicht, ob die Vorstellung der FDP funktioniert. Aber welche Partei hat keine absurden Steuer-Vorstellungen? Wie zum Beispiel, man könne eine Vermögenssteuer einführen, ohne dass so viele wohlhabende Menschen aus dem Land fliehen, dass man unter dem Strich ein Minus macht.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 27.09.21 11:22 durch toj.

  4. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: contentmafia 27.09.21 - 11:22

    > Entweder senke ich die Steuern, dann kann ich keine Schulden abbauen oder investieren

    "Ich", der gut planende und sparsam und vorausschauend investierende Staat? Sorry, genau da setzt es bei mir aus.

    Perspektivwechsel: wenn ich in von meinem Geld genug behalten kann, dass etwas übrig bleibt zum Investieren, und wenn dann auch noch Anreize geschaffen werden, in Klimaneutralalität zu investieren, z.B. durch besonders kurze Abschreibungsdauern und durch steigende CO2-Zertifikatpreise, dann werde ich genau das tun! Und zwar so, wie ich immer mit meinem Geld umgehen würde, das ich vorher sauer verdient habe: möglichst sparsam und sorgfältig.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 27.09.21 11:35 durch contentmafia.

  5. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: Holger87 27.09.21 - 11:33

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > contentmafia schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Es würde nach meinem Verständnis nicht WENIGER investiert, sondern
    > > SCHNELLER. Und das dürfte doch auch im Interesse der Grünen sein. Also -
    > wo
    > > liegt jetzt eigentlich das Problem?
    >
    > Das Problem liegt in der Vorstellung der FDP, man könne gleichzeitig (!)
    > Steuern senken, Schulden abbauen UND die entsprechenden Investitionssummen
    > in Infrastruktur und andere grundlegende Dinge bereitstellen, die aus gutem
    > Grund nicht durch die Industrie abgedeckt werden.
    >
    > Entweder senke ich die Steuern, dann kann ich keine Schulden abbauen oder
    > investieren ich senke nicht die Steuern, kann dafür investieren und
    > Schulden abbauen.

    Die FDP hat einen entscheidenden Faktor im Programm, der zu einer unfassbaren Minderung von Ausgaben führen wird: keine Vergemeinschaftung von EU-Schulden. Das spart so viele Milliarden, die kannst du nicht mehr ausgeben.

    Ansonsten gilt das Prinzip: höhere Steuereinnahmen durch Steuersenkungen und somit Stärkung der Kauf- und Investitionskraft. Funktioniert wirklich - sogar die dämliche kurzfristige MwSt. Senkung letztes Jahr hat die Kaufkraft anziehen lassen.

  6. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: Holger87 27.09.21 - 11:34

    contentmafia schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Hier wird sich zeigen, wie die Liberalen den von Grünen geforderten
    > schnellen Umbau der
    > > Wirtschaft hin zur Klimaneutralität finanzieren wollen. Schließlich
    > dürfte das von Lindner
    > > geforderte "Superabschreibungsprogramm" für Klima und Digitalisierung zu
    > Mindereinnahmen
    > > für den Fiskus führen.
    >
    > Ist die Rückfrage erlaubt, worin der Widerspruch gesehen wird?
    >
    > Die Argumentation der FDP bezieht sich doch gar nicht darauf, WIEVIEL
    > investiert werden soll, sondern durch WEN.
    >
    > Die Grünen möchten das Geld zuerst durch höhere Steuern und Abgaben in die
    > Staatshand bringen und dann neu an die Wirtschaft verteilen. Wie gut das
    > funktioniert, sehen wir zurzeit im Straßenbau, bei der Digitalisierung der
    > Schulen oder beim Einkauf von Corona-Masken (die z.B. Herr Spahn langsamer
    > organisiert bekommen hat als ALDI).
    >
    > Die Liberalen hinterfragen nicht die Höhe der Investitionen, sondern, ob
    > man diese Extraschleife über das Steuersystem nicht weglassen und
    > stattdessen Investitionsanreize schaffen sollte (die im Übrigen auch
    > steuerneutral wären; in Frage steht nur die Abschreibungsdauer und nicht
    > die -höhe).
    >
    > Es würde nach meinem Verständnis nicht WENIGER investiert, sondern
    > SCHNELLER. Und das dürfte doch auch im Interesse der Grünen sein. Also - wo
    > liegt jetzt eigentlich das Problem?

    +1 !

  7. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: Muhaha 27.09.21 - 11:34

    toj schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ich weiss nicht, ob die Vorstellung der FDP funktioniert.

    Sie kann nicht funktionieren. Man kann diese drei Dinge nicht gleichzeitig bekommen. Steuersenkungen ... warum nicht, aber dann kann man entweder den Schuldenabbau knicken oder die von der FDP versprochene, voll total geile Innovation kann nicht finanziert werden. Ich denke, Lindner wird ein, zwei Steuergeschenke bekommen, damit er medial halbwegs gut dasteht und ansonsten die Kröte "Steuererhöhung" an anderer Stelle schlucken.

    > Aber welche
    > Partei hat keine absurden Steuer-Vorstellungen?

    SPD, Grüne, auch die CDU agiert hier nicht vollkommen realitätsfremd. Die FDP steckt mir bei diesem Thema leider zu sehr in der ideologischen Blase. Hier verwechseln FDP-Wähler sehr gerne die Predigten von der Unsichtbaren Hand des Marktes mit tatsächlicher Finanz- und Wirtschaftskompetenz. Ein Habeck z.B. gäbe keinen schlechten Finanz- oder Wirtschaftsminister ab. Der weiß ganz genau, wovon er redet. Im Gegensatz zu DreiTagebart-Lindner oder einem Friedrich Merz, der nicht einmal simple, volkswirtschaftliche Grundlagen weiß.

    Die selbsternannten Wirtschaftsversteher sind nämlich alles BLENDER!!!

    > Wie zum Beispiel, man könne
    > eine Vermögenssteuer einführen, ohne dass so viele wohlhabenden Menschen
    > aus dem Land fliehen, dass man unter dem Strich ein Minus macht.

    In Frankreich haben die Sozialisten nach dem damaligen Wahlsieg Mitterands damit KEIN Minus gemacht, obwohl es herzerweichende Bilder von reichen Pinkeln gab, die versucht haben in ihrem Rolls-Royce Schmuck und Gold durch die Zollkontrollen zu schmuggeln. Unter Kohl, dem tiefschwarzen Helmut Kohl waren die Steuern für Vermögende und Firmen DEUTLICH höher als heute und damals hat sich kein Reicher beschwert oder das Land verlassen.

    Das ginge schon.

  8. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: Dino13 27.09.21 - 11:41

    Holger87 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ansonsten gilt das Prinzip: höhere Steuereinnahmen durch Steuersenkungen
    > und somit Stärkung der Kauf- und Investitionskraft. Funktioniert wirklich -
    > sogar die dämliche kurzfristige MwSt. Senkung letztes Jahr hat die
    > Kaufkraft anziehen lassen.

    Diese hat ja auch nur deswegen funktioniert, weil sie eben kurzfristig war, man hatte ein Enddatum bis zu welchem man eine Einsparung hatte. Das ist derselbe Grund warum auch Leute jedes Jahr beim PrimeDay und SSV und WSV wie blöd einkaufen.

  9. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: wubert1 27.09.21 - 11:56

    Die Einführung der Vermögenssteuer in Frankreich war ein Flop und wurde von Macron 2017 in eine reine Immobiliensteuer (IFI - Impôt sur la Fortune Immobilière) umgewandelt.

  10. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: toj 27.09.21 - 11:59

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sie kann nicht funktionieren. Man kann diese drei Dinge nicht gleichzeitig
    > bekommen.

    Zumindest theoretisch schon. Das setzt aber natürlich voraus, dass man so gut investiert, dass dadurch die Steuereinnahmen entsprechend steigen. Und das kann ich nicht beurteilen.


    > Habeck z.B. gäbe keinen schlechten Finanz- oder Wirtschaftsminister ab. Der
    > weiß ganz genau, wovon er redet.

    Grundsätzlich halte ich ihn für intelligent, aber mit sehr beschränktem Wissen auf diesem Gebiet. Da gibt es Videos von Podiumsdiskussionen im Internet, bei denen sich einem der Magen umdreht, wenn man sich ihn als Finanzminister vorstellt.


    > In Frankreich haben die Sozialisten nach dem damaligen Wahlsieg Mitterands
    > damit KEIN Minus gemacht,

    Das ist lange her. Damals waren reiche Menschen viel weniger Mobil, weil Vermögen ortsgebundener war, Reisen weniger komfortabel und man nicht so einfach mit dem Heimatland kommunizieren und Medien aus dem Heimatland konsumieren konnte.

    Ausserdem würde ich vermuten, dass Franzosen tendenziell mehr an ihrer Kultur hängen und sich weniger zB in nicht-französische Kulturen einleben als Deutsche in Englisch-sprachige.

    Wenn ich so viel Geld hätte, das es mich betreffen würde, wäre ich sofort weg.

  11. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: 486dx4-160 27.09.21 - 12:02

    toj schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Muhaha schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Das Problem liegt in der Vorstellung der FDP, man könne gleichzeitig (!)
    > > Steuern senken, Schulden abbauen UND die entsprechenden
    > Investitionssummen
    > > in Infrastruktur und andere grundlegende Dinge bereitstellen, die aus
    > gutem
    > > Grund nicht durch die Industrie abgedeckt werden.
    >
    > Ich weiss nicht, ob die Vorstellung der FDP funktioniert. Aber welche
    > Partei hat keine absurden Steuer-Vorstellungen? Wie zum Beispiel, man könne
    > eine Vermögenssteuer einführen, ohne dass so viele wohlhabende Menschen aus
    > dem Land fliehen, dass man unter dem Strich ein Minus macht.

    Naja, die Steuer-Vorstellungen der FDP waren von allen relevanten Parteien die, die das höchste Haushaltsdefizit einfahren. Am Ende läuft's wie immer bei der FDP darauf hinaus, dass der Normalbürger geschröpft wird indem staatliche Leistungen verteuert werden - Steuern erhöhen will man ja nicht - und fleißig Geld zu den paar Reichen gepumpt wird.
    Wir haben eine Vermögenssteuer - nur ist die seit Jahrzehnten ausgesetzt weil Grundstückswerte unfair bewertet wurden. Bei der Höhe muss man halt den Sweet Spot finden, wie bei anderen Steuern eben auch.

  12. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: toj 27.09.21 - 12:05

    486dx4-160 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > die, die das höchste Haushaltsdefizit einfahren. Am Ende läuft's wie immer
    > bei der FDP darauf hinaus, dass der Normalbürger geschröpft wird indem
    > staatliche Leistungen verteuert werden - Steuern erhöhen will man ja nicht

    Kannst du diese Behauptung mit Zahlen untermauern?

    > Wir haben eine Vermögenssteuer - nur ist die seit Jahrzehnten ausgesetzt
    > weil Grundstückswerte unfair bewertet wurden. Bei der Höhe muss man halt
    > den Sweet Spot finden, wie bei anderen Steuern eben auch.

    Genaus wie bei Investitionen auch, dann bekommt man sie durch Steuermehreinnahmen wieder rein. Keine Ahnung, ob sie den finden. Aber bei Vermögenssteuern auch nicht. Wikipedia erwähnt eine Regierungsstudie, nach der Vermögenssteuer ein deutliches Minus macht.

  13. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: toj 27.09.21 - 12:11

    contentmafia schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es würde nach meinem Verständnis nicht WENIGER investiert, sondern
    > SCHNELLER. Und das dürfte doch auch im Interesse der Grünen sein. Also - wo
    > liegt jetzt eigentlich das Problem?

    Kontrolle. Sie glauben nicht an den Markt, sondern an ihre eigenen Fähigkeiten, das Geld zu verteilen. Irgendwie muss es ja gehen. Klingt doch alles so einfach.
    Selbst wenn man in Berlin nicht mal Wahlzettel ausliefern kann, ist der Glaube an das Gute im Staat und die Kompetenz des Staates nicht auszulöschen.

    Das grundlegende Problem jeder Linken Politik ist, dass man die im realen Leben auftretenden Probleme nicht sieht oder sehen will.

  14. Hat im Kaiserreich gut funktioniert.

    Autor: Extrawurst 27.09.21 - 12:15

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > contentmafia schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Es würde nach meinem Verständnis nicht WENIGER investiert, sondern
    > > SCHNELLER. Und das dürfte doch auch im Interesse der Grünen sein. Also -
    > wo
    > > liegt jetzt eigentlich das Problem?
    >
    > Das Problem liegt in der Vorstellung der FDP, man könne gleichzeitig (!)
    > Steuern senken, Schulden abbauen UND die entsprechenden Investitionssummen
    > in Infrastruktur und andere grundlegende Dinge bereitstellen, die aus gutem
    > Grund nicht durch die Industrie abgedeckt werden.

    Also im Kaiserreich hat das sehr gut funktioniert. Niedrige Steuern, niedrige Löhne, aber *massiver* Aufbau der Industrie, Förderung von Wissenschaft & Innivation, Ausbau der Infrastruktur und des Sozialstaats - in nur wenigen Jahrzehnten vom Bauernstaat in das Industriezeitalter. Ganz ohne staatskapitalistischen Umverteilungsirrsin, horrende Abgaben (Sektsteuer kann man ja durchaus als Luxussteuer bezeichnen) und planwirtschaftliche Exzesse.

    Gut, heutzutage müsste man halt den größten Geldvernichter des deutschen Staates reformieren, um wirklich Steuersenkungen und Investitionen unter einen Hut zu bekommen - die Rente. Immer noch erstaunlich, dass dieses Thema im Wahlkampf vergleichsweise irrelevant war, obwohl uns schon in den nächsten 10-20 Jahren ein Kollaps des Systems droht.

  15. Ich werde reich und die Kinder werden es richten

    Autor: 486dx4-160 27.09.21 - 12:23

    contentmafia schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Hier wird sich zeigen, wie die Liberalen den von Grünen geforderten
    > schnellen Umbau der
    > > Wirtschaft hin zur Klimaneutralität finanzieren wollen. Schließlich
    > dürfte das von Lindner
    > > geforderte "Superabschreibungsprogramm" für Klima und Digitalisierung zu
    > Mindereinnahmen
    > > für den Fiskus führen.
    >
    > Ist die Rückfrage erlaubt, worin der Widerspruch gesehen wird?
    >
    > Die Argumentation der FDP bezieht sich doch gar nicht darauf, WIEVIEL
    > investiert werden soll, sondern durch WEN.
    >
    > Die Grünen möchten das Geld zuerst durch höhere Steuern und Abgaben in die
    > Staatshand bringen und dann neu an die Wirtschaft verteilen. Wie gut das
    > funktioniert, sehen wir zurzeit im Straßenbau, bei der Digitalisierung der
    > Schulen oder beim Einkauf von Corona-Masken (die z.B. Herr Spahn langsamer
    > organisiert bekommen hat als ALDI).
    >
    > Die Liberalen hinterfragen nicht die Höhe der Investitionen, sondern, ob
    > man diese Extraschleife über das Steuersystem nicht weglassen und
    > stattdessen Investitionsanreize schaffen sollte (die im Übrigen auch
    > steuerneutral wären; in Frage steht nur die Abschreibungsdauer und nicht
    > die -höhe).
    >
    > Es würde nach meinem Verständnis nicht WENIGER investiert, sondern
    > SCHNELLER. Und das dürfte doch auch im Interesse der Grünen sein. Also - wo
    > liegt jetzt eigentlich das Problem?

    Die FDP hat versprochen, dass der Klimaschutz erst von der nächsten Generation erledigt wird, durch innovative technische Erfindungen. Weil die nächste Generation viel klüger ist als wir. Weil die Kacke dann so richtig am Dampfen sein wird, wird sie auch viel höher motiviert sein als jetzt wir.

    Wir können sowieso nichts gegen den Klimawandel tun, weil China nicht mitzieht und das Hauptproblem die Überbevölkerung ist. Diese Themen werden auch von unseren Kindern mit neuen Erfindungen gelöst, da bin ich mir sicher!

    Da ich mir vorstellen kann Erbe eines plötzlich verstorbenen unbekannten reichen Onkels aus den USA selbst zu den 5% der Reichen zu gehören und meinen Intellekt nicht viel zutraue, aber dem der Kinder meiner Nachbarin, habe ich FDP gewählt. Wenn ich mal reich bin will ich nicht, dass der Staat mein knappes Geld für die 95% Versager einsetzt oder mir irgendwas verbietet, nur weil das für die Allgemeinheit gut ist. YOLO!

    So kann ich meinen Lebensstil weiter pflegen, nur ein bisschen ärmer bis ich plötzlich reich bin, und habe das gute Gefühl, der kommenden Generation einen großen Vertrauensvorschuss gegeben zu haben!

    Also macht mal, Emilia, Noah oder wie auch immer ihr heißt, und erfindet etwas das euch rettet!



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 27.09.21 12:23 durch 486dx4-160.

  16. Re: Ich werde reich und die Kinder werden es richten

    Autor: bike4energy 27.09.21 - 12:28

    Sorry, ist grade mal komplett Off-Topic. Aber ich habe eine Frage aus Interesse am Benutzernamen/Chip. Der Autor hat leider die PN deaktiviert.

    Gab es eine 486dx4-160 CPU?
    Ich selbst hatte nur eine 486dx2-66, kenne die noch mit 100Mhz meine auch 133 gab es noch, ab 160?
    Über eine Antwort würde ich mich freuen.

  17. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: contentmafia 27.09.21 - 12:30

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sie kann nicht funktionieren. Man kann diese drei Dinge nicht gleichzeitig
    > bekommen.

    Geld investieren kann nur, wer Geld hat. Toll. Eine Binsenweisheit.

    Die Frage ist doch: nach Jahren des Stillstands bei Staat UND Wirtschaft: wieso halten einige ausgerechnet den Staat für besser geeignet, schnell und sparsam und zielgerichtet die bundesweite Klimaneutralität zu erreichen? Weil BER und Stuttgart21 als Planungsprojekte so toll funktioniert haben? Weil im Failed State Berlin nun die öffentliche Hand niedrige Preise diktiert, zu denen niemand mehr Wohnungen bauen möchte?

  18. YMMD

    Autor: Mingfu 27.09.21 - 12:48

    Sehr gut! :D

  19. Re: Ich werde reich und die Kinder werden es richten

    Autor: toj 27.09.21 - 12:48

    486dx4-160 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die FDP hat versprochen, dass der Klimaschutz erst von der nächsten
    > Generation erledigt wird, durch innovative technische Erfindungen. Weil die
    > nächste Generation viel klüger ist als wir.

    Das die Technik sich weiterentwickelt hat nicht mit Klugsein zu tun. Technische Entwicklung braucht Zeit. Die FDP ist nur ehrlich, weil es auch heute keine funktionierende Lösung gibt. Unter der Hand geben alle seriösen Quellen zu, dass man die fossilen Kraftstoffe in vielen Bereichen nicht los wird ohne technische Neuerungen, weil es keine ausreichenden Alternativen gibt, um beispielsweise in der windstillen Nacht Strom zu produzieren.

    > Weil die Kacke dann so richtig am Dampfen sein wird, wird sie auch viel höher motiviert sein
    > als jetzt wir.

    Das glaube ich auch, allerdings weniger in Deutschland, sondern in den Staaten, in denen die CO2 Emissionen stärker steigen.

    > Wir können sowieso nichts gegen den Klimawandel tun, weil China nicht
    > mitzieht und das Hauptproblem die Überbevölkerung ist.

    Das ist beides richtig. Auch null CO2 Emissionen in Deutschland können den Klimawandel nur minimal beeinflussen.

    > meinen Intellekt nicht viel zutraue, aber dem der Kinder meiner Nachbarin,
    > habe ich FDP gewählt. Wenn ich mal reich bin will ich nicht, dass der Staat

    Das wäre auch schlau gewesen, wenn man nicht reich ist. Weil in 40-60 Jahren wird der Zusammenbruch der Altersversorgung die Menschen in Deutschland härter treffen als der Klimawandel.

    > So kann ich meinen Lebensstil weiter pflegen, nur ein bisschen ärmer bis
    > ich plötzlich reich bin, und habe das gute Gefühl, der kommenden Generation
    > einen großen Vertrauensvorschuss gegeben zu haben!

    Besser, als sich selbst einzuschränken, weil man der Natur doch so böses angetan hat und wir Menschen jetzt dafür alle Buße tun müssen.

  20. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: Muhaha 27.09.21 - 12:57

    contentmafia schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Die Frage ist doch: nach Jahren des Stillstands bei Staat UND Wirtschaft:
    > wieso halten einige ausgerechnet den Staat für besser geeignet, schnell und
    > sparsam und zielgerichtet die bundesweite Klimaneutralität zu erreichen?

    Wer soll es denn sonst machen? Es geht hier um massive Investitionen in Infrastruktur und entsprechende Vorgaben bei Verkehr und im Baugewerbe. Die Industrie macht das alles nicht. Wie denn auch?

    > Weil BER und Stuttgart21 als Planungsprojekte so toll funktioniert haben?

    Das ist Stammtisch-Argumentation und das weisst Du. Du greifst hier zwei Beispiele heraus, wo einiges schiefgelaufen ist und verallgemeinerst das dann auf ALLES. Dieses Vorgehen unseriös zu nennen, ist noch höflich.

    > Weil im Failed State Berlin nun die öffentliche Hand niedrige Preise
    > diktiert, zu denen niemand mehr Wohnungen bauen möchte?

    Und noch eine Prise selbstgerechtes Berlin-Bashing :)

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