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Der Staat soll's richten

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
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  1. Re: Ich werde reich und die Kinder werden es richten

    Autor: Der Kewle 27.09.21 - 13:14

    Das war peinlich zu lesen...

  2. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: Boandlgramer 27.09.21 - 13:16

    contentmafia schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Liberalen hinterfragen nicht die Höhe der Investitionen, sondern, ob
    > man diese Extraschleife über das Steuersystem nicht weglassen und
    > stattdessen Investitionsanreize schaffen sollte (die im Übrigen auch
    > steuerneutral wären; in Frage steht nur die Abschreibungsdauer und nicht
    > die -höhe).

    Die Liberalen stellen die Lenkungsfunktionen des Staates damit in Frage. Jeder macht, womit er am meisten Profit macht - das ist die Freiheit, wie sie sich die FDP vorstellt. Das hat auch die letzten Jahren schon prima funktioniert und praktisch alle Probleme aus dem Weg geräumt...

    Ganz abgesehen davon gibt es den Hybriden ja auch schon: ÖPP oder englisch PPP! Auch hier: Großartige Ergebnisse, bei denen sich der Rechnungshof bisher jedes mal ein Loch in den Bauch gefreut hat - und natürlich auch Ausschüsse und Journalisten, die noch die so einen Vertrag zu Gesicht bekommen haben...

    Die FDP steht genauso wie die Union für alles, was in diesem Land nicht funktioniert!

    Es ist in den letzten Jahren ein bisschen untergegangen, dass die Freibiergesichter vor 20 Jahren vor allem in der FDP waren und sich da fröhlich mit Posten und Deals versorgt haben. Das ist nur etwas in den Hintergrund getreten, weil die FDP eine Weile lang nirgendwo richtig mit dabei war - und folgerichtig es nichts zum Abgreifen gab.

    Ich erinnere etwa an das Entwicklungshilfeministerium unter Niebel. Die FDP war angetreten, die Ministerialbürokratie zu halbieren - und hat die Ministerien, in denen sie das sagen hatten, nahezu verdoppelt - um die Seilschaften mit Pöstchen zu versorgen.

    Ich weiß, dass ist alles nur mit Alkohol oder härten Drogen zu ertragen - man sollte aber dennoch darauf achten, dass sich insbesondere das Langzeitgedächtnis nicht allzusehr dabei eintrübt.

  3. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: gaym0r 27.09.21 - 13:20

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > contentmafia schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Es würde nach meinem Verständnis nicht WENIGER investiert, sondern
    > > SCHNELLER. Und das dürfte doch auch im Interesse der Grünen sein. Also -
    > wo
    > > liegt jetzt eigentlich das Problem?
    >
    > Das Problem liegt in der Vorstellung der FDP, man könne gleichzeitig (!)
    > Steuern senken, Schulden abbauen UND die entsprechenden Investitionssummen
    > in Infrastruktur und andere grundlegende Dinge bereitstellen, die aus gutem
    > Grund nicht durch die Industrie abgedeckt werden.
    >
    > Entweder senke ich die Steuern, dann kann ich keine Schulden abbauen oder
    > investieren ich senke nicht die Steuern, kann dafür investieren und
    > Schulden abbauen.

    Man muss nich zwangsläufig das Einkommen erhöhen um unter dem Strich mehr rauszubekommen, man kann auch einfach bei der Ausgabenseite anfangen. Jeder Cent der gespart wird ist ein direkter Gewinn.

  4. Re: Ich werde reich und die Kinder werden es richten

    Autor: Mingfu 27.09.21 - 13:23

    toj schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das die Technik sich weiterentwickelt hat nicht mit Klugsein zu tun.
    > Technische Entwicklung braucht Zeit. Die FDP ist nur ehrlich, weil es auch
    > heute keine funktionierende Lösung gibt.

    Dann muss man aber auch andere Konsequenzen daraus ziehen: Wenn ich technische Innovationen derzeit nicht habe, auch nicht weiß, ob, wann und in welchem Umfang sie zur Verfügung stehen werden, dann muss ich einen Plan entwickeln, wie ich auch ohne diese eventuellen zukünftigen Entwicklungen auf der sicheren Seite bin und kann mich nicht blind darauf verlassen, dass da schon irgendwem was einfallen wird. Es ist natürlich schön, wenn irgendjemandem etwas einfällt - erfahrungsgemäß sind diese Profite dann auch schnell verteilt - aber der Plan A muss davon ausgehen, dass dem eben nicht so ist.

    > > Wir können sowieso nichts gegen den Klimawandel tun, weil China nicht
    > > mitzieht und das Hauptproblem die Überbevölkerung ist.
    >
    > Das ist beides richtig. Auch null CO2 Emissionen in Deutschland können den
    > Klimawandel nur minimal beeinflussen.

    Das ist falsch. Wir sollten nicht davon ausgehen, dass wir hier in Deutschland als einzige eine Erleuchtung haben. Auch sehr viele andere (selbst in China) haben erkannt, dass der Klimawandel ein erhebliches Problem ist, dem begegnet werden muss. Wir werden also bei der Reduktion der CO2-Emissionen nicht allein sein. Umgekehrt wird viel eher ein Schuh daraus: Wenn schon ein reiches Industrieland wie Deutschland mit seinen enormen Möglichkeiten nach Kräften bremst, weil man doch lieber noch ein paar mehr Profite einstreichen würde, dann werden sich Staaten mit viel weniger Möglichkeiten zu recht fragen, warum sie denn ausgerechnet anfangen sollen. In Anlehnung an den Grundsatz "Eigentum verpflichtet!" sind wir als reicher Industriestaat gefragt, dort dann auch voranzugehen.

    > Besser, als sich selbst einzuschränken, weil man der Natur doch so böses
    > angetan hat und wir Menschen jetzt dafür alle Buße tun müssen.

    Vielleicht können wir mit vermeintlichen Einschränkungen aber auch mal wieder ein zufriedeneres Leben führen. Hauptsache viel Konsum und mehr Resourcenverbrauch, weil ich damit meinen Reichtum zeige und mich vom Nachbarn abhebe - das ist doch im Grunde unglaublich primitiv.

  5. Re: Ich werde reich und die Kinder werden es richten

    Autor: countzero 27.09.21 - 13:24

    toj schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Weil die Kacke dann so richtig am Dampfen sein wird, wird sie auch viel
    > höher motiviert sein
    > > als jetzt wir.
    >
    > Das glaube ich auch, allerdings weniger in Deutschland, sondern in den
    > Staaten, in denen die CO2 Emissionen stärker steigen.
    >
    Das "Tolle" beim Klimawandel ist, dass die Probleme nicht zwangsläufig dort entstehen, wo sie verursacht werden. Aktuell sind die am meisten betroffenen, die am wenigsten CO2 ausstoßen (Entwicklungsländer, hauptsächlich in Asien). Aber auch bei uns machen sich die Veränderungen so langsam bemerkbar.

    Relativ betrachtet sind wir auch einer der größten CO2-Verursacher. 2% der weltweiten Emissionen vs. 1% der Bevölkerung. Oder anders betrachtet: Beim CO2 sind wir Platz 6,bei der Bevölkerung nut 17.

    > > Wir können sowieso nichts gegen den Klimawandel tun, weil China nicht
    > > mitzieht und das Hauptproblem die Überbevölkerung ist.
    >
    > Das ist beides richtig. Auch null CO2 Emissionen in Deutschland können den
    > Klimawandel nur minimal beeinflussen.
    >
    Zum einen haben wir aber eine Vorbildfunktion, auch weil wir, wie ich oben schon gesagt habe, gemessen an der Bevölkerung zu viel ausstoßen. China und die USA verursachen auch "nur" 45%, d.h. die restlichen 55% verteilen sich auf alle anderen. Wenn da jeder sagt "meine paar Prozent wirken sich doch eh kaum aus" geht halt auch nichts voran. Es ist auch schwer, von anderen etwas zu verlangen, das man selbst nicht tut.

    Außerdem wäre die Entwicklung von umweltfreundlichen Lösungen und Technologien auch ein positiver Wirtschaftsfaktor. Dazu habe ich vor kurzem einen guten Kommentar gehört. Die 20.000 Beschäftigten in der Kohle werden subventioniert und unterstützt, die Solar-und Windindustrie mit 120.000 Beschäftigten hat man einfach sterben lassen.

  6. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: ibsi 27.09.21 - 13:26

    toj schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das grundlegende Problem jeder Linken Politik ist, dass man die im realen
    > Leben auftretenden Probleme nicht sieht oder sehen will.
    Und bei Konservativen ist es ganz einfach: Denn die Probleme des kleinen Mannes sind egal

  7. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: Virtez 27.09.21 - 13:26

    ich verstehe die ganze Diskussion über Steuer erhöhen oder senken nicht.
    Die Frage nach Steuererhöhung darf sich eigentlich gar nicht stellen da wir ja jetzt Schon eine sehr hohe abgaben last haben.

    zumal bei Steuererhöhungen eigentlich immer nur die klein/normal Verdiener Bluten, die Vermögenssteuer (auf Vermögen was ja schon mal Versteuert wurde) wird nicht das bringen was sich erhofft wird.

    nur mal ein kleines Beispiel:
    der Durchschnittslohn eines voll erwerbstätigen in Deutschland betrug 2019 3975 ¤ Brutto.
    Für den Lohn muss der Arbeitgeber 4761¤ aufbringen bzw. diese muss der Arbeitnehmer Erwirtschaften.

    Sind alle abgaben gezahlt bleiben bei Lohnklasse 1 2526 ¤ übrig bzw. Steuerklasse 3 2833.

    davon können wir gleich mal pauschal noch die MwSt. abziehen da wir ja diese immer Zahlen müssen wenn wir was kaufen wollen.
    Ich nehme mal jetzt 13% als Mehrwertsteuer (um auch die niedrigere Steuer bei Nahrung etwas mit zu berücksichtigen.

    Somit bleiben knappe 2200 ¤ bei Lohnsteuerklasse 1 übrig und bei 3 2465 ¤

    Das heißt wir haben jetzt schon eine Mindestabgabenlast von knapp 54% bzw. von knapp 52 % auf unseren erwirtschaften Lohn.

    Wenn wir jetzt noch die Energiesteuern mit rein rechnen wird das Ergebnis nicht besser.

    Natürlich muss man betrachten das wir in eine Arbeitslosenrente zahlen oder in die Rentenversicherung. Es bleibt aber trotzdem unterm Strich das wir ein halbes Jahr arbeiten nur um den Staat zu finanzieren und dann wird vom Staat das Geld verschwendet ohne irgendwelche Konsequenzen.

    Ich fände es schön wenn unser Leben deutlich mehr im Einklang mit der Natur ist. Aber dafür muss sich doch das Verständnis der Leute im Kern verändern.

    z.B. nicht mehr: die ganzen Pet Flaschen,
    die Coffee to go Becher (die ein paar mal um die Welt reisen für die Produktion), eingepacktes Obst und Gemüse und und und kaufen.

    Den Eigenheim Besitzern PV Anlagen schmackhafter machen. ( wobei es sich jetzt schon auch wirtschaftlich für viele rechnet)

    Der Mensch als solches kann soviel Müll etc. vermeiden ohne auf was verzichten zu müssen, Ok er muss dann vielleicht mal ein kleines Obst Säckel mit nehmen zum einkaufen :-) aber viele wollen es leider einfach nicht. Man sucht sich dann halt einfach ein Feindbild was einen persönlich nicht so stark betrifft und versucht dann diese Bluten zu lassen (aktuell z.B. das Auto)

    Der Staat hat mehr als genug Finanzielle Mittel jetzt schon zur Verfügung. Es wird mit dem Geld aber einfach nicht Zielführend und Ressourcenschonend damit umgegangen. Und anstatt daran zu gehen weil schwieriger erhöhen wir einfach schnell die Steuern der dumme Seppl wirds schon einfach schlucken.

    nur so nebenbei es werden jetzt nochmals knappe 30 abgeordnete, wir sind dann jetzt bei 735 anstatt wie eigentlich vorgesehen um die 600.

    bei 10000 Euro Diät wären das ein Einsparpotenzial von 15,6 mio pro Jahr und da sind ja nicht mal die ganzen Aufwandsentschädigungen etc die die Leute bekommen mit drin.

  8. Re: Ich werde reich und die Kinder werden es richten

    Autor: toj 27.09.21 - 13:36

    Mingfu schrieb:
    > Dann muss man aber auch andere Konsequenzen daraus ziehen: Wenn ich
    > technische Innovationen derzeit nicht habe, auch nicht weiß, ob, wann und
    > in welchem Umfang sie zur Verfügung stehen werden, dann muss ich einen Plan

    Die gibt es ja, aber Atomkraft ist ein Deutschland ein böses Wort.


    > > Auch null CO2 Emissionen in Deutschland können den
    > > Klimawandel nur minimal beeinflussen.
    > Das ist falsch. Wir sollten nicht davon ausgehen, dass wir hier in
    > Deutschland als einzige eine Erleuchtung haben.

    Die Aussagen widersprechen sich doch gar nicht!? Ich glaube, du ziehst die falschen Schlüsse daraus. Ich will gar nicht sagen, dass das bedeutet, dass Deutschland nichts tun muss. Ich will damit sagen, dass Deutschland sich darauf konzentrieren sollte, attraktive Technologie zu entwickeln, die weltweit eingesetzt werden kann und auch finanziell sich überlegen sollte, ob Investitionen in anderen Ländern nicht unter Umständen nützlicher sind als nationale Investitionen.


    > Vielleicht können wir mit vermeintlichen Einschränkungen aber auch mal
    > wieder ein zufriedeneres Leben führen.

    Ich möchte niemanden daran hindern. Also nur zu!
    Mein Ziel aber ist es, dass meine Kinder in der Zukunft ein mindestens ebenso gutes Leben führen können wie ich. Und nicht, dass sie bei wenig verändertem Klima ein Leben in Armut führen.

  9. Re: Ich werde reich und die Kinder werden es richten

    Autor: toj 27.09.21 - 13:47

    countzero schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das "Tolle" beim Klimawandel ist, dass die Probleme nicht zwangsläufig dort
    > entstehen, wo sie verursacht werden.

    Das bestreite ich doch gar nicht. Dennoch wirst du den betroffenen Ländern nur minimal helfen, indem du nur die deutschen Emissionen auf 0 senkst.

    > Relativ betrachtet sind wir auch einer der größten CO2-Verursacher. 2% der
    > weltweiten Emissionen vs. 1% der Bevölkerung. Oder anders betrachtet: Beim
    > CO2 sind wir Platz 6,bei der Bevölkerung nut 17.

    Wenn es dir darum geht, einen Schuldigen zu benennen, ist das eine wichtige Erkenntnis. Hilft aber wenig dabei, die restlichen 98% der Emissionen zu senken.

    > Zum einen haben wir aber eine Vorbildfunktion, auch weil wir, wie ich oben
    > schon gesagt habe, gemessen an der Bevölkerung zu viel ausstoßen.

    Das stimmt. Es ist eine Grundvoraussetzung zur Motivation anderer Länder. Aber alleine weil wir ein Vorbild sind, wird eine Bevölkerung nicht die eigenen Kohlekraftwerke abstellen, sich vegetarisch ernähren und aufhören, Auto zu fahren. Zumindest ohne eine attraktive Alternative zu haben.


    > Außerdem wäre die Entwicklung von umweltfreundlichen Lösungen und
    > Technologien auch ein positiver Wirtschaftsfaktor.

    Ich glaube, das ist reines Wunschdenken.


    > Die 20.000 Beschäftigten in der Kohle werden subventioniert und unterstützt,
    > die Solar-und Windindustrie mit 120.000 Beschäftigten hat man einfach sterben lassen.

    Ich bin gegen beide Subventionen. Aber ich frage mich, welche Innovation diese Solar- und Windindustrie dank den Subventionen hervorgebracht haben soll, wenn die Industrie ohne Subventionen zusammenbricht. Ich glaube, die Subventionen haben eher geschadet dabei, eine wettbewerbsfähige Industrie aufzubauen. Da wurde so viel Geld verteilt, dass man sich einfach nur daran bereichert hat. Vielleicht hätte man gezielter Subventionen zur Forschung bereitstellen müssen, anstatt damit einfach nur die Produktion zu verbilligen.

  10. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: toj 27.09.21 - 13:50

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wer soll es denn sonst machen? Es geht hier um massive Investitionen in
    > Infrastruktur und entsprechende Vorgaben bei Verkehr und im Baugewerbe. Die
    > Industrie macht das alles nicht. Wie denn auch?

    Vielleicht durch eine Begrenzung der CO2 Emissionen und einen Emissionshandel?

  11. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: toj 27.09.21 - 13:51

    Boandlgramer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die FDP steht genauso wie die Union für alles, was in diesem Land nicht
    > funktioniert!

    Was genau funktioniert denn in den rot-grünen Ländern?

  12. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: toj 27.09.21 - 14:08

    ibsi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und bei Konservativen ist es ganz einfach: Denn die Probleme des kleinen
    > Mannes sind egal

    Das ist aber ein Missverständnis. Der Konservative weiss nur, dass die meisten Probleme des kleinen Mannes sich in einer funktionierenden Wirtschaft von sich aus lösen, und man dafür keine Versprechungen machen muss, die nie so funktionieren wie geplant.

  13. Re: Ich werde reich und die Kinder werden es richten

    Autor: Mingfu 27.09.21 - 14:13

    toj schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die gibt es ja, aber Atomkraft ist ein Deutschland ein böses Wort.

    Witzig, dass ausgerechnet jemand, der ansonsten finanzielle Argumente in den Vordergrund stellt, für Atomkraft plädiert. Atomkraft ist mit den gesamten Folgekosten dermaßen teuer, dass niemand auf die Idee käme sie zu nutzen, falls er die dabei auftretenden Verluste nicht sozialisieren kann.

    Wie teuer wäre allein schon eine Versicherung, die in einem Schadenfall wie in Japan für die Schäden aufkommen könnte? Wie teuer werden Rückbau und Einlagerung der kontaminierten Teile? Über die Zeit gerechnet wäre schon ein einziger Wachmann für das Endlagergelände ziemlich unerschwinglich.

    Bei Atomkraft werden massiv Kosten vergemeinschaftet und nur deshalb lohnt es sich. Das kann deshalb nicht die Lösung sein.

    > Ich will damit sagen, dass Deutschland sich darauf konzentrieren sollte, attraktive Technologie
    > zu entwickeln, die weltweit eingesetzt werden kann und auch finanziell sich überlegen sollte,
    > ob Investitionen in anderen Ländern nicht unter Umständen nützlicher sind als nationale
    > Investitionen.

    Wenn uns was einfällt: Immer gern her damit. Und wenn es an anderer Stelle nützlicher ist als bei uns - dann eben dorthin. Aber das ist doch derzeit reines Prinzip Hoffnung. Das verschwendet einfach nur Zeit, weil man jetzt nicht handelt, sondern es in die Zukunft verschiebt. Und da sagt jeder: Je später gehandelt wird, desto teurer wird es. Vielleicht kommen die Innovationen dann einfach zu spät oder reichen nicht mehr aus. Da ist es doch viel klüger zu sagen, jetzt auf bekannte konservative Maßnahmen zurückzugreifen, um einfach anzufangen und Innovation dann auf dem Weg zusätzlich zu nutzen, wenn sie hoffentlich kommt.

    > Mein Ziel aber ist es, dass meine Kinder in der Zukunft ein mindestens
    > ebenso gutes Leben führen können wie ich. Und nicht, dass sie bei wenig
    > verändertem Klima ein Leben in Armut führen.

    Deine Kinder werden ganz sicher ein Leben in erheblichen Problemen (ob materieller Wohlstand dann tatsächlich noch entscheidend ist, wird sich zeigen) führen, wenn es nicht gelingt den Klimawandel zu begrenzen. Materieller Wohlstand kann ganz schnell weg sein, wie die Bilder in der Eifel gezeigt haben. Wenn das häufiger passiert, gibt es auch keinen Versicherungsschutz dagegen mehr und auch keine gesellschaftliche Hilfe.

    Auch sollte man berücksichtigen, dass sich der Wohlstandsbegriff wandeln kann: Mit dem Wirtschaftsaufschwung der Nachkriegsjahre begann man erst einmal mit dem Vollfressen an primär auf Quantität ausgerichteten Lebensmitteln. Die Folgen zeigte man auch gern. Ich glaube nicht, dass heute noch jemand Wert auf diese Art von Wohlstandsdekadenz legen würde. Hätte man die Leute damals aber gefragt, hätten sie sich sicher mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, dort Abstriche zu machen.

  14. Re: Ich werde reich und die Kinder werden es richten

    Autor: toj 27.09.21 - 14:29

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Die gibt es ja, aber Atomkraft ist ein Deutschland ein böses Wort.
    > Witzig, dass ausgerechnet jemand, der ansonsten finanzielle Argumente in
    > den Vordergrund stellt, für Atomkraft plädiert.

    Ich finde es witzig, wenn Leute vor der Klimakatastrophe von extremen Ausmaß warnen, aber beim Thema Kernkraft mit den Kosten kommen. Davon abgesehen: ist Frankreich wirklich so arm durch Kernkraft?


    > Atomkraft ist mit den gesamten Folgekosten dermaßen teuer, dass niemand auf die Idee
    > käme sie zu nutzen, falls er die dabei auftretenden Verluste nicht sozialisieren kann.

    Welche Folgekosten? Die paar Endlager? Falls es überhaupt Endlager braucht, wenn neue AKWs die Abfälle verbrennen können. Die Kosten dafür sind so extrem, dass wir unsere Lebensqualität reduzieren müssen? Viele Millionen Menschen sollen mit den Endlagern beschäftigt sein, dass sie so unbezahlbar sind?

    > Wie teuer werden Rückbau und Einlagerung der kontaminierten Teile?

    Sicherlich nicht so teuer, dass man es sich nicht leisten kann.

    > Bei Atomkraft werden massiv Kosten vergemeinschaftet und nur deshalb lohnt
    > es sich. Das kann deshalb nicht die Lösung sein.

    Dann vergemeinschafte sie doch und lass sie vom Staat betreiben. Ist für mich ok!



    > reines Prinzip Hoffnung. Das verschwendet einfach nur Zeit, weil man jetzt
    > nicht handelt, sondern es in die Zukunft verschiebt.

    Aber wie genau willst du denn handeln? Strom nur noch, wenn der Wind weht? Darauf laufen heutige Technologien hinaus, wenn man Atomkraft und fossile Brennstoffe ausschliesst.


    > Deine Kinder werden ganz sicher ein Leben in erheblichen Problemen (ob
    > materieller Wohlstand dann tatsächlich noch entscheidend ist, wird sich
    > zeigen) führen, wenn es nicht gelingt den Klimawandel zu begrenzen.

    Da bist du nicht auf der Linie des IPCC, das die ökonomischen Kosten des Klimawandels als eine Reduktion des Wirtschaftswachtums von jährlich 1-2% Prozentpunkten beziffert.


    > Materieller Wohlstand kann ganz schnell weg sein, wie die Bilder in der
    > Eifel gezeigt haben. Wenn das häufiger passiert, gibt es auch keinen
    > Versicherungsschutz dagegen mehr und auch keine gesellschaftliche Hilfe.

    Vielleicht sollte man dann einfach erst recht nicht in Flutgebiete ziehen? Auch wenn es seit 100 Jahren keine Flut mehr gab?


    > Lebensmitteln. Die Folgen zeigte man auch gern. Ich glaube nicht, dass
    > heute noch jemand Wert auf diese Art von Wohlstandsdekadenz legen würde.

    Nein, darin nicht, aber ein Leben mit Flugurlauben, grossem beheiztem Haus und motorisiertem Individualverkehr halte ich auch für erstrebenswert.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 27.09.21 14:43 durch toj.

  15. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: ibsi 27.09.21 - 14:35

    toj schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ibsi schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Und bei Konservativen ist es ganz einfach: Denn die Probleme des kleinen
    > > Mannes sind egal
    >
    > Das ist aber ein Missverständnis. Der Konservative weiss nur, dass die
    > meisten Probleme des kleinen Mannes sich in einer funktionierenden
    > Wirtschaft von sich aus lösen, und man dafür keine Versprechungen machen
    > muss, die nie so funktionieren wie geplant.
    Dann sind die Konservativen entweder ...
    A: ... so unfähig, das sie es nicht umsetzen (also die funktionierende Wirtschaft)
    B: ... sie wollen die Schere zwischen Arm und Reich noch größer machen (weil sie selbst alle zu den Reichen gehören)

    In beiden Fällen: Nichts für den kleinen Mann.

  16. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: Gamma Ray Burst 27.09.21 - 14:39

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > contentmafia schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Es würde nach meinem Verständnis nicht WENIGER investiert, sondern
    > > SCHNELLER. Und das dürfte doch auch im Interesse der Grünen sein. Also -
    > wo
    > > liegt jetzt eigentlich das Problem?
    >
    > Das Problem liegt in der Vorstellung der FDP, man könne gleichzeitig (!)
    > Steuern senken, Schulden abbauen UND die entsprechenden Investitionssummen
    > in Infrastruktur und andere grundlegende Dinge bereitstellen, die aus gutem
    > Grund nicht durch die Industrie abgedeckt werden.
    >
    > Entweder senke ich die Steuern, dann kann ich keine Schulden abbauen oder
    > investieren ich senke nicht die Steuern, kann dafür investieren und
    > Schulden abbauen.

    Das sind zwei völlig unterschiedliche Themen:

    Das eine ist ökologische Transformation

    Das andere ist Einkommensteuerreform

    Zwei völlig unterschiedliche Themen.

  17. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: toj 27.09.21 - 14:39

    ibsi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dann sind die Konservativen entweder ...
    > B: ... sie wollen die Schere zwischen Arm und Reich noch größer machen

    Ich glaube, es gibt keine Grundlage für eine Diskussion, wenn man der Gegenseite Bösartigkeit unterstellt. Das ist so, als würde man den Linken sagen "ihr macht das doch alles nur, damit ihr selbst gutbezahlte Pöstchen bekommt, weil ihr es in der Wirtschaft zu nichts bringt mit eurem Philosophiestudium".

  18. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: -eichi- 27.09.21 - 14:43

    Ich war ja grundsätzlich mal nicht für die Ampel hätte jamaika bevorzugt.
    Aber nach dem Wahlergebnis ist es die einzige nachvollziehbare Koalition.

    Was FDP und Grüne angeht sind sich die zwei eigentlich näher als das der Wahlkampf vermuten lässt. Die Ziele sind relativ gleich nur de weg ein anderer sprich ich denke das sie sich gut einigen können. SPD kann ich durch den Scholz schlecht einschätzen, der wirkte immer sehr Stur.

    Wenn man immer Argumente gegen die FDP liest sich die meist relativ inhaltsleer (also die Argumente). Ich kann ehrlich gesagt niemanden verstehen der nach Steuererhöhungen schreit. Der Staat hat genügend einnahmen, diese müssten nur mal vernünftig eingesetzt werden und nicht verschleudert werden. Daher denke ich das Steuersenkungen durchaus möglich wären und zwar nach und nach nicht alles auf einmal. Was spricht denn dagegen das man Unternehmen Anreize gibt zu Investieren anstatt den Staat investieren zu lassen?

  19. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: ibsi 27.09.21 - 14:44

    toj schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ibsi schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Dann sind die Konservativen entweder ...
    > > B: ... sie wollen die Schere zwischen Arm und Reich noch größer machen
    >
    > Ich glaube, es gibt keine Grundlage für eine Diskussion, wenn man der
    > Gegenseite Bösartigkeit unterstellt. Das ist so, als würde man den Linken
    > sagen "ihr macht das doch alles nur, damit ihr selbst gutbezahlte Pöstchen
    > bekommt, weil ihr es in der Wirtschaft zu nichts bringt mit eurem
    > Philosophiestudium".
    Wow, liest du Beiträge einfach? Du sagst: Die machen das anders, denen sind die kleinen Leute nicht egal.
    Ich sag: Ok, Schere zwischen Arm und Reich geht seit Ewigkeiten nur weiter auseinander und die Pläne zeigen: Es würde mit der Union so weiter gehen.

    Also sind sie Unfähig, oder unwillig.

    Aber wenn man Fakten ausblenden möchte, damit man sich selbst noch im Spiegel angucken kann, ok.

  20. Re: Der Staat soll's richten

    Autor: toj 27.09.21 - 14:48

    ibsi schrieb:
    > Also sind sie Unfähig, oder unwillig.

    Ja, du hast nicht verstanden, dass dann nur noch "unfähig" übrig bleibt :)

    Wobei ich mich auch nicht zu den Konservativen zähle.

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