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Die Grünen...

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  1. Die Grünen...

    Autor: Sammie 30.08.13 - 11:43

    "Die Grünen dagegen liefern eine nachvollziehbare Unterscheidung zwischen kommerzieller und nichtkommerzieller Nutzung von Inhalten. [...] Wird urheberrechtlich geschütztes Material auf einer Internetseite oder Plattform direkt angeboten, die in nicht geringfügigem Maße Einnahmen durch Spenden, Beiträge von Mitgliedern wie KäuferInnen oder durch Werbung oder Verlinkung hat, so ist dies ein kommerzielles Ausmaß."
    ---------------------------------------------------------------------------------------------
    Und das soll eine klar definierte nachvollziehbare Unterscheidung sein? Das ist genau der gleiche übliche WischiWaschi-Text, der auch für Abmahnungskram genuzt wird. Es fehlt eine Konkretisierung, was Einnahmen in "geringfügigem Maße" sind.

    Ist das nun ein fester Betrag, der durch Werbeeinnahmen geduldet wird?
    Darf ein User mit einem 100 Euro teurer Rootserver mehr Spenden zur Serverfinanzierung von seinen Usern einnehmen, als einer mit nem 10 Euro Webaccount?
    Ab wann gelten "Beiträge von Mitgliedern" als kommerziell?

    Ohne eine Konkretisierung ist so ein Wahlprogramm nichts wert, da die User nach wie vor die Rechtsunsicherheit auf ihrer Seite haben und immer noch jederzeit abgemahnt werden können und einen privaten Blogbetreiber in den finanziellen Ruin treiben können. Das ist doch der wesentliche Punkt auf den es ankommt.

    Wenn eine Partei das nicht konkretisieren will, dann ändet sich praktisch nichts. Grauzonen sind bei sowas nicht akzeptabel. Entweder man duldet die virale Verbreitung von Bildern und die kreative Remixkultur generell auf sozialen Plattformen und privaten Blogs oder man verbietet sie. Will man sie nur in einem bestimmten Maße dulden, müssen klare Regeln definiert werden, was erlaubt ist und ab welchen Punkt eine Seite als kommerziell betrachtet wird. Alles andere ist nur ein Freibrief für die Abmahnindustrie.

    Man könnte ja zB festlegen, dass bei viral verbreiteten Bildern nur eine Abmahnung zur Entfernung des Materials rausgehen darf - ohne gleichzeitige Forderung nach Schadensersatz oder der Zahlung von Anwaltsgebühren. Es sollte schließlich primär um die Durchsetzung seiner Rechte gehen und nicht um Geldmacherei. Es wäre Aufgabe der Politik hier mal klare Linie zu bekennen, dass sie auch mal Gesetze zum Schutz der Bürger machen und nicht nur schwammige Gesetzestexte zugunsten der Abmahnindustrie verfassen, die keinem Internetnutzer etwas bringen.

  2. Re: Die Grünen...

    Autor: Michael H. 30.08.13 - 13:36

    Sammie schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "Die Grünen dagegen liefern eine nachvollziehbare Unterscheidung zwischen
    > kommerzieller und nichtkommerzieller Nutzung von Inhalten. [...] Wird
    > urheberrechtlich geschütztes Material auf einer Internetseite oder
    > Plattform direkt angeboten, die in nicht geringfügigem Maße Einnahmen durch
    > Spenden, Beiträge von Mitgliedern wie KäuferInnen oder durch Werbung oder
    > Verlinkung hat, so ist dies ein kommerzielles Ausmaß."
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > ------------------
    > Und das soll eine klar definierte nachvollziehbare Unterscheidung sein? Das
    > ist genau der gleiche übliche WischiWaschi-Text, der auch für
    > Abmahnungskram genuzt wird. Es fehlt eine Konkretisierung, was Einnahmen in
    > "geringfügigem Maße" sind.
    >
    > Ist das nun ein fester Betrag, der durch Werbeeinnahmen geduldet wird?
    > Darf ein User mit einem 100 Euro teurer Rootserver mehr Spenden zur
    > Serverfinanzierung von seinen Usern einnehmen, als einer mit nem 10 Euro
    > Webaccount?
    > Ab wann gelten "Beiträge von Mitgliedern" als kommerziell?
    >
    > Ohne eine Konkretisierung ist so ein Wahlprogramm nichts wert, da die User
    > nach wie vor die Rechtsunsicherheit auf ihrer Seite haben und immer noch
    > jederzeit abgemahnt werden können und einen privaten Blogbetreiber in den
    > finanziellen Ruin treiben können. Das ist doch der wesentliche Punkt auf
    > den es ankommt.
    >
    > Wenn eine Partei das nicht konkretisieren will, dann ändet sich praktisch
    > nichts. Grauzonen sind bei sowas nicht akzeptabel. Entweder man duldet die
    > virale Verbreitung von Bildern und die kreative Remixkultur generell auf
    > sozialen Plattformen und privaten Blogs oder man verbietet sie. Will man
    > sie nur in einem bestimmten Maße dulden, müssen klare Regeln definiert
    > werden, was erlaubt ist und ab welchen Punkt eine Seite als kommerziell
    > betrachtet wird. Alles andere ist nur ein Freibrief für die
    > Abmahnindustrie.
    >
    > Man könnte ja zB festlegen, dass bei viral verbreiteten Bildern nur eine
    > Abmahnung zur Entfernung des Materials rausgehen darf - ohne gleichzeitige
    > Forderung nach Schadensersatz oder der Zahlung von Anwaltsgebühren. Es
    > sollte schließlich primär um die Durchsetzung seiner Rechte gehen und nicht
    > um Geldmacherei. Es wäre Aufgabe der Politik hier mal klare Linie zu
    > bekennen, dass sie auch mal Gesetze zum Schutz der Bürger machen und nicht
    > nur schwammige Gesetzestexte zugunsten der Abmahnindustrie verfassen, die
    > keinem Internetnutzer etwas bringen.

    Petition mit einem Gesetzesvorschlag einreichen. Gesetztestext sinnvoll für beide formulieren. Und ab damit. Wenn die Politiker es nicht gebacken kriegen, muss halt das Volk her. Das wird im Gegensatz zur Politik nicht geschmiert sondern von denen wird das Geld gezogen das die Politiker geschmiert werden können. ;)

  3. Re: Die Grünen...

    Autor: Egon E. 30.08.13 - 14:13

    Sammie schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man könnte ja zB festlegen, dass bei viral verbreiteten Bildern nur eine
    > Abmahnung zur Entfernung des Materials rausgehen darf - ohne gleichzeitige
    > Forderung nach Schadensersatz oder der Zahlung von Anwaltsgebühren. Es
    > sollte schließlich primär um die Durchsetzung seiner Rechte gehen und nicht
    > um Geldmacherei. Es wäre Aufgabe der Politik hier mal klare Linie zu
    > bekennen, dass sie auch mal Gesetze zum Schutz der Bürger machen und nicht
    > nur schwammige Gesetzestexte zugunsten der Abmahnindustrie verfassen, die
    > keinem Internetnutzer etwas bringen.

    Ich sehe diese Herangehensweise ehrlich gesagt kritisch. Für viele wäre das vermutlich der Freibrief, alles was man im Netz findet, einfach ungefragt zu verwenden. Man hätte schließlich (finanziell) nichts mehr zu befürchten. Man darf auch nicht vergessen, dass nicht nur die Film- und Musikindustrie von ihrem Recht Gebrauch machen (in Form von Abmahnungen), sondern auch der kleine Mann, der seine Werke im Netz veröffentlicht und damit Geld verdient. Ich finde, es muss viel eher ein Bewusstsein für das Eigentum anderer geschaffen werden, als die Rechte aller Urheber zu schwächen.

  4. Re: Die Grünen...

    Autor: mnementh 30.08.13 - 16:10

    Egon E. schrieb:
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    > Sammie schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Man könnte ja zB festlegen, dass bei viral verbreiteten Bildern nur eine
    > > Abmahnung zur Entfernung des Materials rausgehen darf - ohne
    > gleichzeitige
    > > Forderung nach Schadensersatz oder der Zahlung von Anwaltsgebühren. Es
    > > sollte schließlich primär um die Durchsetzung seiner Rechte gehen und
    > nicht
    > > um Geldmacherei. Es wäre Aufgabe der Politik hier mal klare Linie zu
    > > bekennen, dass sie auch mal Gesetze zum Schutz der Bürger machen und
    > nicht
    > > nur schwammige Gesetzestexte zugunsten der Abmahnindustrie verfassen,
    > die
    > > keinem Internetnutzer etwas bringen.
    >
    > Ich sehe diese Herangehensweise ehrlich gesagt kritisch. Für viele wäre das
    > vermutlich der Freibrief, alles was man im Netz findet, einfach ungefragt
    > zu verwenden. Man hätte schließlich (finanziell) nichts mehr zu befürchten.
    > Man darf auch nicht vergessen, dass nicht nur die Film- und Musikindustrie
    > von ihrem Recht Gebrauch machen (in Form von Abmahnungen), sondern auch der
    > kleine Mann, der seine Werke im Netz veröffentlicht und damit Geld
    > verdient. Ich finde, es muss viel eher ein Bewusstsein für das Eigentum
    > anderer geschaffen werden, als die Rechte aller Urheber zu schwächen.
    Es ist eine relativ klare Linie. Wenn der Aufforderung zur Entfernung nicht nachgekommen wird, dann kann immer noch der Schadensersatz folgen. Ebenso wenn es um kommerzielle Nutzung geht. Aber privat und unkommerziell verbreitete Sachen sollten nicht automatisch zu kostenpflichtigen Abmahnungen führen. Es wäre auch besser für die ganzen Politiker, die ja offensichtlich auch immer wieder Bilder verwenden, ohne die Nutzungsrechte dafür eingeholt zu haben.

  5. Re: Die Grünen...

    Autor: spiderbit 30.08.13 - 19:54

    naja das problem ist vielschichtig, illegal ist z.B. eigentlich nur gewerbliches unerlaubtes kopieren illegal ist. Das war eigentlich auch der zweck wozu das Urheberrecht ursprünglich galt, es war auch weniger zumindest in erster linie als eine art Gewinn-monopol für Urheber gedacht. Es ging damals darum das mehr zeug gedruckt wurde, und dadurch das der buchdrucker ein zeitlich (viel kürzeres als heute) Monopol auf das werk hatte hat es sich führ ihn gelohnt und es wurde gedruckt.

    Es gind dabei nie um Wirtschaftsförderung sondern darum das mehr wissen verfügbar wird für die Menschheit. Heute wird es gegenteilig eingesetzt.

    Aber selbst wenn man sich völlig von dem eigentlichen sinn des Urheberrechts los koppelt und ein beinharter Kapitalismus-beführwörter ist, der sogar einfach geistiges Eigentum gleich setzt mit physischem, oder sogar leider noch besser stellt, (auch verrückt wie eine Gesellschaft so geisteskrank sein kann virtuelle Rechte auf virtuelle dinge stärker zu schützen, wie eigentum an physischen gütern), sollte man doch zu dem schluss kommen das nur der Urheber selbst Abmahnungen raus schicken darf. Nicht sein producer nicht 1000 sonst arbeitslose Anwälte die einfach als 3. klagen weil das in deutschland erlaubt ist.

    Das würde diese Welle der Abmahnungen wenigstens wieder auf ein halbwegs verhältnismäsiges Maß reduzieren.

    Sorry für die vielen nebensätze.

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