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Es ärgert mich

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
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  1. Es ärgert mich

    Autor: Mingfu 02.01.17 - 12:53

    Die politischen Parteien agieren diesbezüglich momentan extrem dilettantisch. Muss man Fake-News überhaupt zu einem solchen Thema aufblasen? Greifbare Fakten gibt es bisher dazu nämlich kaum. Da ist viel Luft in der Debatte. Und dann überbietet man sich gegenseitig noch mit teils völlig absurden und stets völlig hilflosen Vorschlägen. Das ist blamabel.

    Zumal das eigentliche Problem doch ein ganz anderes ist: Demokratie bedingt den informierten, faktenorientierten und verantwortungsbewussten Bürger, der darum weiß, dass er gesellschaftliche Kompromisse bezüglich seiner Interessen suchen muss. Das ist natürlich ein Idealbild, welches so kaum anzutreffen sein wird. Aber eine nicht unerhebliche Zahl von Menschen verweigert sich dem inzwischen ganz bewusst und ziemlich lautstark. Das ist doch das, was Sorge macht.

    Wie man dem beikommen kann, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass der Versuch, denen bestimmte Propaganda entziehen zu wollen, zum Scheitern verurteilt ist. Denn da gibt es genug Kanäle, auf die man ausweichen kann. Und es füttert deren Mythos nur weiter, dass hier eine wie auch immer geartete "Wahrheit" unterdrückt wird. So macht man derartige Indoktrination nur noch interessanter.

  2. Re: Es ärgert mich

    Autor: HorkheimerAnders 02.01.17 - 13:02

    Sie werden noch zum Wutbürger, wenn der Ärger anhält!

    Scherz beiseite: Die (Über-)Reaktion des Bundestages zeigt doch nur, wie fremd dieses ganze Thema für diese Leute ist. Die kriegen nun mit "dass die Leute über soziale Netzwerke massenweise (Amateur-)Berichte konsumieren, kommentieren und bewerten und das als Grundlage zur politischen Ausrichtung nutzen". Das legen die, nach der Trump Wahl, nun eben negativ aus, hoffen einen Riegel davorschieben und die Leute wieder in traditionelle Informationsbeschaffung rückintegrieren zu können.

    So weit weg sind wir voneinander in unserer Lebenswelt. Es wird in Deutschland sicher noch lange dauern, bis auch im Bundestag Leute vertreten sind, die mit digitaler Evolution auch nur ein bisschen am Hut haben - vielleicht hätte dem Bundestag eine Piratenpartei gut getan um diesen Graben deutlich sichtbar zu machen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.01.17 13:03 durch HorkheimerAnders.

  3. Re: Es ärgert mich

    Autor: Single Density 02.01.17 - 13:15

    Mich ärgert eher der Begriff "Fake-News", als wäre das was neues, was es jetzt zu bekämpfen gilt. Das ist nix neues, nannte sich bisher Propaganda und wurde schon immer gemacht. Ich denke, was wirklich neu ist, ist dass massen-erreichbare Propaganda nun von "jedermann" lanciert werden kann, wo bisher große (staatliche) Organisationen das Monopol zu hatten.
    Mingfu hat damit oben schon Recht, wenn er sagt, dass Demokratie den informierten Bürger benötigt. Dazu auch ein ganz interessanter Artikel, der den Bogen zum postfaktischen schlägt:
    http://cicero.de/salon/postfaktisch-demokratien-moegen-keine-tatsachen

  4. Re: Es ärgert mich

    Autor: helgebruhn 02.01.17 - 13:22

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die politischen Parteien agieren diesbezüglich momentan extrem
    > dilettantisch. Muss man Fake-News überhaupt zu einem solchen Thema
    > aufblasen? Greifbare Fakten gibt es bisher dazu nämlich kaum. Da ist viel
    > Luft in der Debatte. Und dann überbietet man sich gegenseitig noch mit
    > teils völlig absurden und stets völlig hilflosen Vorschlägen. Das ist
    > blamabel.

    Deutsche Politik handelt leider immer schon eher kopflos und blamabel, das hat nicht zuletzt der Anschlag hier in Berlin gezeigt. Da laufen nach wie vor mehr Polizisten als Weihnachtsmarktbesucher rum, zig Mannschaftswagen, Absperrungen ohne Ende. Glauben die ernsthaft, dass exakt an derselben Stelle wieder ein LKw dort reinrasen könnte? So dumm sind selbst IS-Idioten nicht. Man kann einfach nicht alles absichern, aber die Politiker wollen uns genau das glauben machen.
    In Wirklichkeit haben die Politiker NICHTS mehr im Griff, weder kleine Dinge, noch grössere, sie reagieren seit Jahren nur noch und wenn sie doch mal agieren, werden die entsprechenden Gesetze oft vom Gericht eingestampft, da stümperhaft zusammengeschustert.

    > Zumal das eigentliche Problem doch ein ganz anderes ist: Demokratie bedingt
    > den informierten, faktenorientierten und verantwortungsbewussten Bürger,
    > der darum weiß, dass er gesellschaftliche Kompromisse bezüglich seiner
    > Interessen suchen muss. Das ist natürlich ein Idealbild, welches so kaum
    > anzutreffen sein wird. Aber eine nicht unerhebliche Zahl von Menschen
    > verweigert sich dem inzwischen ganz bewusst und ziemlich lautstark. Das ist
    > doch das, was Sorge macht.
    >
    > Wie man dem beikommen kann, weiß ich nicht.

    Ich schon, einfach mal ehrliche Politik machen, uns Bürger unverblümt die Wahrheit sagen, aufzeigen, was warum entschieden wird oder wurde, einfach mitnehmen und beteiligen.
    Leider ist das Gegenteil der Fall: Der Präsident wird durch parteiliches Geschacher abgesprochen, Küngeleien und Intrigen inklusive, fast alle Regierungssitzungen, Ausschüsse usw. finden geheim in Hinterzimmern statt, im Bundestag wird quer über alle Parteien hinweg nur polemisiert und anderen die Schuld für alles gegeben usw. Für die Opposition ist ALLES falsch, was die Regierung macht, und für die Regierung ist ALLES richtig, was sie selbst tut.

    Mich kotzen die Talkshows jedesmal mehr an, immer dasselbe Gewäsch der Poltiker. Es gibt nur eine Handvoll Politiker, die auch oft genug die eigene Partei kritisieren, die unverblümt die Wahrheit sagen, nur leider werden die fast immer weggebissen. Kretschmer und Bosbach sind glaub ich die einzigen in führenden Positionen, auf die das zutrifft, alle anderen seit Jahren in der Versenkung verschwunden. Solange sich DAS nicht ändert, werden Populisten immer mehr den Ton angeben, leider.

    > Ich weiß aber, dass der
    > Versuch, denen bestimmte Propaganda entziehen zu wollen, zum Scheitern
    > verurteilt ist. Denn da gibt es genug Kanäle, auf die man ausweichen kann.
    > Und es füttert deren Mythos nur weiter, dass hier eine wie auch immer
    > geartete "Wahrheit" unterdrückt wird. So macht man derartige Indoktrination
    > nur noch interessanter.

    Ich sehe noch etwas anderes. Die Parteien dürften vieles in diesem Jahr als Fakenews abtun, was der Wahrheit entspricht. Nachprüfen kann man ja kaum noch, was wahr ist oder nicht, solange man nicht selbst dabei war. DIe machen sich ab sofort einen schlanken Fuss, brandmarken alles negative als Fakenews und fertig.

  5. Re: Es ärgert mich

    Autor: Mingfu 02.01.17 - 13:32

    Da mich die Dummheit und Dialogverweigerung vieler Wutbürger noch deutlich stärker ärgert, werde ich zu denen wohl die Distanz wahren können. :-)

    Ich weiß auch nicht, ob es unbedingt so viel mit der digitalen Evolution zu tun hat. Dann müsste zumindest fast jeder Politiker unter 40 lautstark sagen, dass da momentan Unfug diskutiert wird. Ich denke, eine Ursache dieser Debatte ist geradezu politiktypisch: Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel. Wenn man es also gewohnt ist, auftauchende Probleme üblicherweise durch Gesetze, Verordnungen und Behörden zu regeln, dann greift man ganz automatisch immer als erstes zu diesen Mitteln.

  6. Re: Es ärgert mich

    Autor: .02 Cents 02.01.17 - 13:37

    Populismus ist auch ein Thema, das immer und konstant von der etablierten Politik in sehr ähnlichem Kontext vorgebracht wird.

    Die ganze Diskussion hier ist aber nichts anderes, als reiner Populismus, mit dem zusätzlichen Haken, das die hier agierenden Populisten tatsächlich Handlungsfähigkeit haben im Sinne von Gesetzgebungskompetenzen. Schaut man sich einige der Populistischen Diskussionen der letzten 30-40 Jahre an, so wird deutlich, dass es weder eines Politikers Trump bedarf, noch neuer Rechtspopulistischer Parteien. In meiner Kindheit (70er / 80er) war bekannt, dass Comics die Jugend zerstören. Spätestens mit Judas Priest war auch die Rock Musik ein steter Dämonen-Quell. Die Comics wurden dann recht schnell von den Computer Spielen als Quell allen Übels abgelöst. In den 80ern noch eher ein Randproblem, das man mit Zensurstellen und damit verbundenen Posten und Pöstchen für Parteimitglieder und Genossen lösen konnte, haben sich Computerspiele lange gehalten.

    Mittlerweile sind Computerspiele verschwunden - ersetzt durch "das Internet". Dies ist ein fast unbegrenzter Quell von politischem Populismus. Zu viel Zensur und Zentralisierung von Macht (Google, Facebook), zu wenig - einst war es "Common Knowledge", dass das Internet ebenso Quell und Ursache wie Vertriebsweg von Kinderpornographie war, heute sind es Fake News und all die Episoden dazwischen.

    Was hier effektiv gefordert wird, ist eine Extremform von Zensur. Vielleicht steckt da bei vielen Politikern ein ernsthafter Wunsch und ehrbare Politische Ziele dahinter, aber was hier gefordert wird, kann nur zu Türkisch / Russischen Verhältnissen führen. Alles was nicht der Sicht der Partei(en) entspricht, muss unterdrückt werden.

    Eine Politik, die nicht in der Lage ist, ihre Inhalte rüber zu bringen, und die statt dessen auf die Unterdrückung aller anderen Meinungen setzt, oder zumindest die Mittel dazu implementieren möchte, ist selber Teil des Problems. Natürlich gibt es Grenzen für Meinungsfreiheit, aber Meinungsfreiheit ist zuerst einmal genau das: Eine Meinung. Eine Meinung muss nicht auf unbestreitbaren und unwiderlegbaren Fakten beruhen. Wäre das der Fall, müssten wir zum Beispiel immer noch Hexenverbrennung praktizieren, denn das Hexen existieren und Quell vielerlei Übels sind, war über Jahrhunderte ein unbestreitbarer und unwiderlegbarer Fakt. Und um nochmal den Bogen zu schlagen: Auch Fake News haben in der politischen Diskussion viele wesentliche Eigenschaften, die dereinst Hexen inne hatten ...

  7. Re: Es ärgert mich

    Autor: helgebruhn 02.01.17 - 13:42

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da mich die Dummheit und Dialogverweigerung vieler Wutbürger noch deutlich
    > stärker ärgert, werde ich zu denen wohl die Distanz wahren können. :-)
    >
    > Ich weiß auch nicht, ob es unbedingt so viel mit der digitalen Evolution zu
    > tun hat. Dann müsste zumindest fast jeder Politiker unter 40 lautstark
    > sagen, dass da momentan Unfug diskutiert wird.

    DAs wiederspricht leider unserem politischen System :( So sehr ich Trump verachte, er ist für mich ein dummer Mensch und Nazi, eine sehr unschöne Mischung, aber sowas wünsche ich mir hierzulande sehrr.
    Einfach einen politisch unerfahrenen, intelligenten Menschen, als Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin, der unverblümt die Wahrheit spricht, DInge praktisch konsequent angeht und NICHT immer zuerst aufs Parteibuch oder -Programm schielt, einfach einen Quereinsteiger.

    Denn bei uns ist es halt übrlich, dass Spitzenpolitiker über Jahrzehnte die Hühnerleiter in der eigenen Partei hochklettern müssen, Klinken putzen, und dabei immer mehr auf Linie gehen MÜSSEN, um nicht weggebissen zu werden.
    Ich kenne einige, die nach dem Politikstudium voller Tatendrang waren und etwas verändern wollten, dann aber irgendwann entnervt aufgaben oder nun genau das Gegenteil von dem tun, was sie mal tun wollten.

    Unser politisches System erinnert mich als Trekkie an die Borgs. Jeder freie Willen wird assimiliert, es gibt nur das Kollektiv, die Partei halt, eigene Meinungen haben wenig bis gar keinen Platz.

  8. Re: Es ärgert mich

    Autor: Mingfu 02.01.17 - 13:58

    Da will ich in fast allen Punkten widersprechen.

    > Einfach einen politisch unerfahrenen, intelligenten Menschen, als
    > Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin, der unverblümt die Wahrheit spricht

    Die "Wahrheit" mag als politischer Kampfbegriff taugen, in der Realität gibt es aber keine solche objektive Wahrheit, die irgendwer aussprechen könnte. Wenn schon, dann sind auch Wahrheiten immer subjektiv. Jemand, der Fakten anders einbezieht oder anders gewichtet, wird eine andere Wahrheit erhalten.

    Nebenbei muss man das schon fast als Sehnsucht nach einer Führerfigur einstufen, der man nur entschieden entgegentreten kann. Letztlich redest du hier genauso, wie in den 1930er Jahren geredet wurde: Die Parteipolitiker haben versagt, jetzt muss mal jemand ran, der richtig aufräumt...

    > Denn bei uns ist es halt übrlich, dass Spitzenpolitiker über Jahrzehnte die
    > Hühnerleiter in der eigenen Partei hochklettern müssen, Klinken putzen, und
    > dabei immer mehr auf Linie gehen MÜSSEN, um nicht weggebissen zu werden.

    Das ist nun aber einmal das Wesen einer Demokratie. Es geht darum, Mehrheiten zu oranisieren und die dafür notwendigen Kompromisse auszuloten. Sicher ist das wenig attraktiv, wenn daneben ein Vertreter der reinen Lehre schwadroniert, welch untragbare Zugeständnisse dabei gemacht wurden. Dass man letztlich Mehrheiten braucht, um davon überhaupt irgendetwas umzusetzen, ist eine Verlegenheit, in die diese Leute nie kommen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.01.17 14:00 durch Mingfu.

  9. Re: Es ärgert mich

    Autor: unbuntu 02.01.17 - 14:54

    Single Density schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mich ärgert eher der Begriff "Fake-News", als wäre das was neues, was es
    > jetzt zu bekämpfen gilt. Das ist nix neues, nannte sich bisher Propaganda
    > und wurde schon immer gemacht.

    Ja, von den Politikern. "Fake News" ist nur der Begriff für Propaganda, die vom Volk ausgeht, die man als Politiker nicht haben will und die verboten gehört. ;)

    "Linux ist das beste Betriebssystem, das ich jemals gesehen habe." - Albert Einstein

  10. Re: Es ärgert mich

    Autor: blauerninja 02.01.17 - 15:33

    helgebruhn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mingfu schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Die politischen Parteien agieren diesbezüglich momentan extrem
    > > dilettantisch. Muss man Fake-News überhaupt zu einem solchen Thema
    > > aufblasen? Greifbare Fakten gibt es bisher dazu nämlich kaum. Da ist
    > viel
    > > Luft in der Debatte. Und dann überbietet man sich gegenseitig noch mit
    > > teils völlig absurden und stets völlig hilflosen Vorschlägen. Das ist
    > > blamabel.
    >
    > Deutsche Politik handelt leider immer schon eher kopflos und blamabel, das
    > hat nicht zuletzt der Anschlag hier in Berlin gezeigt. Da laufen nach wie
    > vor mehr Polizisten als Weihnachtsmarktbesucher rum, zig Mannschaftswagen,
    > Absperrungen ohne Ende. Glauben die ernsthaft, dass exakt an derselben
    > Stelle wieder ein LKw dort reinrasen könnte? So dumm sind selbst IS-Idioten
    > nicht. Man kann einfach nicht alles absichern, aber die Politiker wollen
    > uns genau das glauben machen.
    > In Wirklichkeit haben die Politiker NICHTS mehr im Griff, weder kleine
    > Dinge, noch grössere, sie reagieren seit Jahren nur noch und wenn sie doch
    > mal agieren, werden die entsprechenden Gesetze oft vom Gericht
    > eingestampft, da stümperhaft zusammengeschustert.
    >
    > > Zumal das eigentliche Problem doch ein ganz anderes ist: Demokratie
    > bedingt
    > > den informierten, faktenorientierten und verantwortungsbewussten Bürger,
    > > der darum weiß, dass er gesellschaftliche Kompromisse bezüglich seiner
    > > Interessen suchen muss. Das ist natürlich ein Idealbild, welches so kaum
    > > anzutreffen sein wird. Aber eine nicht unerhebliche Zahl von Menschen
    > > verweigert sich dem inzwischen ganz bewusst und ziemlich lautstark. Das
    > ist
    > > doch das, was Sorge macht.
    > >
    > > Wie man dem beikommen kann, weiß ich nicht.
    >
    > Ich schon, einfach mal ehrliche Politik machen, uns Bürger unverblümt die
    > Wahrheit sagen, aufzeigen, was warum entschieden wird oder wurde, einfach
    > mitnehmen und beteiligen.
    > Leider ist das Gegenteil der Fall: Der Präsident wird durch parteiliches
    > Geschacher abgesprochen, Küngeleien und Intrigen inklusive, fast alle
    > Regierungssitzungen, Ausschüsse usw. finden geheim in Hinterzimmern statt,
    > im Bundestag wird quer über alle Parteien hinweg nur polemisiert und
    > anderen die Schuld für alles gegeben usw. Für die Opposition ist ALLES
    > falsch, was die Regierung macht, und für die Regierung ist ALLES richtig,
    > was sie selbst tut.
    >
    > Mich kotzen die Talkshows jedesmal mehr an, immer dasselbe Gewäsch der
    > Poltiker. Es gibt nur eine Handvoll Politiker, die auch oft genug die
    > eigene Partei kritisieren, die unverblümt die Wahrheit sagen, nur leider
    > werden die fast immer weggebissen. Kretschmer und Bosbach sind glaub ich
    > die einzigen in führenden Positionen, auf die das zutrifft, alle anderen
    > seit Jahren in der Versenkung verschwunden. Solange sich DAS nicht ändert,
    > werden Populisten immer mehr den Ton angeben, leider.
    >
    > > Ich weiß aber, dass der
    > > Versuch, denen bestimmte Propaganda entziehen zu wollen, zum Scheitern
    > > verurteilt ist. Denn da gibt es genug Kanäle, auf die man ausweichen
    > kann.
    > > Und es füttert deren Mythos nur weiter, dass hier eine wie auch immer
    > > geartete "Wahrheit" unterdrückt wird. So macht man derartige
    > Indoktrination
    > > nur noch interessanter.
    >
    > Ich sehe noch etwas anderes. Die Parteien dürften vieles in diesem Jahr als
    > Fakenews abtun, was der Wahrheit entspricht. Nachprüfen kann man ja kaum
    > noch, was wahr ist oder nicht, solange man nicht selbst dabei war. DIe
    > machen sich ab sofort einen schlanken Fuss, brandmarken alles negative als
    > Fakenews und fertig.

    Gebe dir in allen Punkten Recht. Die Partein haben verpennt, dass ein Jahrtausendwechsel stattfand und das nichts in der Menschheitsgeschichte ewig hielt. Die haben nicht nur das Computerzeitalter verschlafen, sondern das Volk an die Industrie verraten und nicht bemerkt, dass wir keine Kinder sind, die alle 4 Jahre einen Wunsch äußern dürfen und ansonsten den Mund halten sollen, da Mutti und Vati alles regeln werden. Diese Zeiten sind vorbei. Wir sind das Volk, alle Macht geht vom Volke aus und das nennen wir Demokratie. In der Realität ist es aber keine. Von Transparenz fehlt jede Spur, was ich vom Bundespresseamt mitbekam (jene Institution, die dem Volk über das Vorgehen in der Regierung berichtet) kann man auch nicht als Sprachrohr bezeichnen. Erfüllt werden in erster Linie die Wünsche der Industrie, nicht verwunderlich, denn wir Wähler spenden der CDU und Co. keine Millionen am Wahltag und haben auch sonst keine Lobby.

    Ich finde, dass die Demokratie in ihrer jetzigen Form ausgedient hat und mal auf modernen Stand gebracht werden muss. Im Übrigen betrifft es nicht nur die Politik, sondern die Wirtschaft insbesondere. Wenn das weiter so läuft wie bisher, haben noch mehr Radikalismus in Deutschland und die Politik wird dagegen mehr Überwachung und Diktaturmechanismen verhängen. Von anderen Problemen die durch die Finanzenwelt, Weltpolitik und Wirtschaft verursacht werden, schweige ich mal.

    Mehr Miteinander brauchen wir, mehr denn je. Stattdessen findet mehr Gegeneinander statt, als ob wir davon nicht schon zu viel hätten.

  11. Re: Es ärgert mich

    Autor: storm009 02.01.17 - 15:52

    In 100 Jahren wird man hier immer noch die gleiche Leier lesen. Politiker haben keine Ahnung von Computern blabla... Brauchen sie auch nicht. Deren BSI hat mehr Ahnung vom Computerzeitalter als JEDER golem.de Leser.
    Nur weil man einen Facebook Account hat und Twitter bedienen kann, hat man noch lange keine Ahnung von IT Sicherheit.

  12. Re: Es ärgert mich

    Autor: Friko44 02.01.17 - 16:09

    blauerninja schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich finde, dass die Demokratie in ihrer jetzigen Form ausgedient hat und
    > mal auf modernen Stand gebracht werden muss.
    >
    Das ist meines Erachtens der entscheidene Punkt. Die Demokratie wird seit Jahrzehnten als die optimale Herrschaftsform dargestellt, ohne zu berücksichtigen, dass es nicht DIE für alle Menschen optimale Herrschaftsform gibt, sondern dass die Herrschaftsform immer abhängig ist vom Entwicklungsstand des Volkes. (Beispiel: für ein Volk von Menschen, die sich allesamt einen feuchten Kehricht um Politik und globale Zusammenhänge interessiert, mag die Monarchie optimal sein; für ein Volk aus interessierten, "mündigen" Bürgern muss hingegen ein Mitbestimmungsrecht bestehen.)

    Doch ein Volk entwickelt sich - oder anders gesagt, der Zeitgeist innerhalb einer Kultur ändert sich - und so muss sich auch die Herrschaftsform anpassen.
    Der Umfang der Mitbstimmung reicht z.B. in Deutschland nicht mehr aus, die Demokratie muss also entsprechend ausgeweitet werden.
    Wir leben gerade in einer Zeit des Misstrauens - vor allem vom Volk gegen die Regierung, so muss die Deomkratie transparenter werden, um Vertrauen zu gewinnen und so fort.
    Die Politikverdrossenheit ist kein Resultat von nachlassendem Interesse, sondern von einer zunehmendem Diskrepanz zwischen Herrschaftsform und Entwicklungsstand des Volkes.
    Problem: keiner der Politiker gibt freiwillig Macht ab - erst recht nicht an das Volk. Kein Politiker wird die Demokratie freiwillig ausweiten. Die Initiative muss vom Volk ausgehen. Doch wie realistisch ist das hier bei uns?
    Meines Erachtens ist aber eine politische Umstrukturierung wichtiger und grundlegender für unsere Zukunft, als Detailprobleme wie Fake-News oder Einwanderungsfragen.

  13. Re: Es ärgert mich

    Autor: Single Density 02.01.17 - 16:15

    > Deren
    > BSI hat mehr Ahnung vom Computerzeitalter als JEDER golem.de Leser.

    Generell gibt es rund UM die Politik herum sehr viele sehr fähige Leute, in allen Fachbereichen.
    Die Frage ist nur, ob seitens der Politk auf die gehört wird. Und ich glaube, da hapert es gewaltig...

  14. Re: Es ärgert mich

    Autor: blauerninja 02.01.17 - 19:23

    Ja, Macht abgeben tat noch niemand gerne. Eine Umstrukturierung ist bitter nötig. Auch in der Wirtschaft und Finanzwelt, denn von dort geht auch sehr viel Macht und Einfluss und leider auch viel Schaden aus.

  15. Re: Es ärgert mich

    Autor: der_wahre_hannes 03.01.17 - 08:32

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die politischen Parteien agieren diesbezüglich momentan extrem
    > dilettantisch. Muss man Fake-News überhaupt zu einem solchen Thema
    > aufblasen? Greifbare Fakten gibt es bisher dazu nämlich kaum.

    Wir leben ja auch in postfaktischen Zeiten.

    Das größte Problem am Internet ist doch, dass man zu jeder noch so abstrusen These irgendwelche Leute findet, die genau diese These unterstützen. Chemtrails, Lichtwesen, Hollow Earth, Flat Earth (wobei ich Flat Earther und Hollow Earther gerne mal aufeinandertreffen sehen würde...), Flugscheiben, und und und. Solche Gestalten gab es natürlich immer schon, nur war deren Reichweite auch immer arg begrenzt. Heutzutage trifft man in fast jedem Forum irgendwen, der denkt, die "Reichsbürger" hätten mit ihrem Schmarrn auch noch Recht.

    > Aber eine nicht unerhebliche Zahl von Menschen
    > verweigert sich dem inzwischen ganz bewusst und ziemlich lautstark. Das ist
    > doch das, was Sorge macht.

    Sie sind nach wie vor eine Minderheit, aber eben eine sehr sehr laute Minderheit.

    > Wie man dem beikommen kann, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass der
    > Versuch, denen bestimmte Propaganda entziehen zu wollen, zum Scheitern
    > verurteilt ist. Denn da gibt es genug Kanäle, auf die man ausweichen kann.
    > Und es füttert deren Mythos nur weiter, dass hier eine wie auch immer
    > geartete "Wahrheit" unterdrückt wird. So macht man derartige Indoktrination
    > nur noch interessanter.

    Nunja, das Ding ist natürlich, dass sich niemand verunglimpfen lassen muss. Wenn Künast gegen ein angebliches Zitat vorgeht, welches schon an Rufmord grenzte, dann ist das ihr gutes Recht.
    Ich finde, "Fake News" sind auch der völlig falsche Begriff. "Fake News" sind auch Schlagzeilen wie "Nessi ist in Wahrheit ein Nazi-U-Boot!" (wie hieß die Zeitung noch gleich... Sunday Sports oder sowas). Das hat ja aber nichts damit zu tun, was z.B. im Fall Künast passiert ist.

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