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Fatales Gesetz mit unerwünschten Nebenfolgen

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  1. Fatales Gesetz mit unerwünschten Nebenfolgen

    Autor: SchreibenderLeser 11.11.18 - 01:14

    Es ist nicht nur abstrakt absehbar, sondern - aufgrund der Erfahrungen in Spanien und Deutschland - empirisch bewiesen, dass dieses Gesetz nichts bringen wird.
    Die schädlichen Nebenwirkungen wird es aber voll entfalten:
    - Kleine News-Aggregatoren werden absehbar keine "Gratislizenz" erhalten und haben auch nicht das Geld, zu bezahlen. Hier setzt man den Todesstoß. Die big Player werden sich bedanken, die lästige Konkurrenz, die zur Innovation trieb, ist beseitigt.
    - Große Verlage weden selbstverständlich mehr profitieren als kleine. Vielfalt und Ausgewogenheit wird erstickt.
    - Der Zugang des Lesers wird weiter eingeschränkt. Früher konnte man über Google News alle möglichen Online-Zeitungen nacheinander abstottern und so erkennen, ob z. B. der eher linke Spiegel anders berichtete als die FAZ; das ist nicht mehr möglich, weil die Seite heute nicht mehr nutzbar ist und künftig sogar noch mehr Verlage verlieren wird.
    - In der öffentliche Debatte siegt einmal mehr der Irrationalismus, denn rational kann einfach niemand glauben, dass die Lektüre einer kurzen Überschrift und des "Vorwortes" dem interessierten Leser genügt hätte. Das ist, absehbar, eine Lüge. Der Leser hat vielmehr aus der Überschrift in Verbindung mit dem Anreiser-Text schon entnommen, dass ihn der Artikel nicht interessieren wird. (Dass das für den Verlag unschön ist, weil diese Erkenntnis des Lesers nicht auf der Seite des Verlages erfolgt, ist ebenfalls korrekt.)
    - Die Öffentliche Gewalt, der Staat, wird jetzt viel mehr Möglichkeit haben, regulierend auf die News-Aggregatoren einzugreifen.

    Für mich ist Google News inzwischen schon unbenutzbar geworden. Oft lese ich eine Überschrift, die meine Aufmerksamkeit weckt und wenn ich dann auf den Artikel klicke, muss ich feststellen, dass es um etwas völlig anderes geht. Natürlich verlasse ich die Seite dann schnell wieder, ärgere mich aber über die Zeitvergeudung.
    Auch finde ich es als unangenehm bevormundend, dass irgendwelche "Faktenfinder" (der Begriff stammt meines Wissens aus den amerikanischen Strafrecht und hat dort eine wesentlich andere Bedeutung) mir Gerüchte und "Fake News" ausreden wollen, von denen ich ohne ihre Mitteilung wahrscheinlich niemals erfahren hätte.

    Als Fazit bleibt für mich nur festzustellen, dass das Korsett der Gesetzgebung einmal mehr einer fortschrittliche IT-Lösung die Luft abgeschnürrt hat. Danke dafür, danke liebe Politiker, danke EU, danke liebe Journalisten. Wundert euch dann hinterher nicht, wenn vom Wirtschaftsstandort nicht mehr viel übrig bleibt.

    Man kann jetzt natürlich Fragen, ob diese "Nebenfolgen" für alle Beteiligten so unerwünscht waren oder vielleicht sogar das Ziel des Ganzen darstellten. Für die etablierten Medien ist es ja ein Gewinn, wenn der Leser keinen News-Aggregator mehr zur Verfügung hat. Ich meine, welche Seiten ruft man dann absehbar auf? Die der "Allgemeinen Zeitung für Kuhdorfingen" oder die üblichen (Spiegel, Zeit, FAZ, Süddeutsche, Stern usw.) Verdächtigen?
    Der Leser wird also womöglich von den hervorragenden Artikel aus der Zeitung X niemals erfahren, während er die selbe DPA-Meldung vielleicht auf drei oder vier Zeitungen lesen darf.

  2. Re: Fatales Gesetz mit unerwünschten Nebenfolgen

    Autor: serra.avatar 11.11.18 - 08:18

    schon richtig, nur warum sollte ich wegen dpa Meldungen den noch zu einem diese "Schweinepriester" rennen ? Wenn ich die DPA Meldung auch direkt bekommen kann? ... Mache ich heute schon nicht anders ... wieso auf copypaste gefärbt durch cklickbait setzen wenn die DPA mir das unverfälschte Orginal liefert?

    _________________________________________________________________
    Gott vergibt, ich nicht!

  3. Re: Fatales Gesetz mit unerwünschten Nebenfolgen

    Autor: SchreibenderLeser 11.11.18 - 11:25

    serra.avatar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > schon richtig, nur warum sollte ich wegen dpa Meldungen den noch zu einem
    > diese "Schweinepriester" rennen ? Wenn ich die DPA Meldung auch direkt
    > bekommen kann?

    Der Normalo kann DPA nicht so bekommen und die Verlage verdienen daran.
    Klar, es gibt auch Fälle von echten Journalismus, allerdings nimmt dieser immer mehr die Form von Meinungsjournalismus an. Oft hat man als Leser dann den Eindruck, dass einen die "richtige" Haltung mitverkauft werden soll.
    Da sage ich: "Danke, ich kann selbst denken!"

    Ich vermute, dass Spiel ist verloren. Was wird bleiben? Sowas wie Freifunk oder Darknetes, wo dann illegal, das heißt ohne die Verlage zu bezahlen, Links (!) getausch werden.

  4. Re: Fatales Gesetz mit unerwünschten Nebenfolgen

    Autor: Trockenobst 11.11.18 - 14:38

    SchreibenderLeser schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich vermute, dass Spiel ist verloren. Was wird bleiben? Sowas wie Freifunk
    > oder Darknetes, wo dann illegal, das heißt ohne die Verlage zu bezahlen,
    > Links (!) getausch werden.

    Wieso? Google kann sein News Angebot umwandeln in eines, das für alle kostenfplichtig ist.
    Sagen wir 1000¤ pro Verlag.

    Die kleinen Verlage unter Springen werden für den 1000er hinspringen und Google wird dann einfach alle anderen Verlage NICHT mehr News scannen, aber Indizieren.

    Was will Springer, Welt dagegen machen? Google hat mit den großen Musikfirmen und inzwischen auch mit der "großen Feind" Gema Deals gemacht. In allen Fällen hat Google genau das bekommen was sie wollten. Nicht anders herum.

    In Spanien hat der Zusammenbruch des LSRs eine höhere Balkanisierung der Leserschaft geführt, aber zu ca. 20% weniger Onlineleser. Für einige ist das ein Sieg der nationalen Hoheit, für andere ein paar 1000 gutbezahlte Jobs in dem Bereich.

    Google hat immens viele Optionen. Sie haben das Internet mit aufgebaut und verändert. Ein spackige IP-Ranges und ein paar nudelige Anwälte sind gar nichts.

  5. Re: Fatales Gesetz mit unerwünschten Nebenfolgen

    Autor: SchreibenderLeser 11.11.18 - 22:05

    Trockenobst schrieb:
    > Wieso? Google kann sein News Angebot umwandeln in eines, das für alle
    > kostenfplichtig ist.
    > Sagen wir 1000¤ pro Verlag.

    Doch, das bestätigt was ich sage. Dann werden die Großen stärker und die kleinen schwächer.

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